Die Geschichte Israels

Israel hat eine sehr bewegte, von vielen Kriegen und Religionsfragen gekennzeichnete Geschichte. Sie ist unabdingbar mit den aktuellen Konflikten im Land verknüpft. Die Zeitrechnung Israels beginnt nicht erst mit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948. Die Vordenker des Zionismus, die einen eigenen Staat für die Juden aller Welt anstrebten, waren schon über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren aktiv. Sie ermöglichten eine Rückkehr der Juden in das „Gelobte Land“ und später einen souveränen Nationalstaat mit eigenem Staatsgebiet für die verfolgten und benachteiligten Juden Europas. Blickt man noch weiter zurück, finden sich Aufzeichnungen zur Geschichte Israels bereits in der Bibel. Israel wird darin aus dem Sklavenhaus Ägypten befreit und in das Land Kanaan, in dem Milch und Honig fließen (Ex 3,8) hineingeführt.

Vorgeschichte

Merneptah Israel Stele Cairo, Ägyptisches Museum. Bild: Wikimedia Commons. Webscribe. CC BY-SA 3.0.

Schon in der Altsteinzeit gibt es Spuren von Siedlern auf dem Boden des heutigen Israel. In der Bronzezeit (3300 v. Chr.) bevölkerten die Kanaaniter das Land. Die Kanaaniter (auch Kanaanäer) sind die ältesten bekannten Einwohner des palästinensischen Gebietes, des biblischen Landes Kanaan. Kanaan kommt 1500 v. Chr. unter ägyptischer Herrschaft.

Vor mehr als 3000 Jahren war das Gebiet des heutigen Israel ein Teil des jüdischen Reiches. Die Ansiedlung israelitischer Volksstämme in Palästina und den umgebenden Regionen ist für die Zeit seit etwa 1250 v. Chr. datiert. Aus dem Jahr 1208 v. Chr. stammt die Inschrift der Merenptah-Stele (siehe rechts), sie das älteste Dokument mit dem Namen „Israel“. Die Einnahme der kanaanitischen Stadtstaaten durch israelitische Nomaden, die den historischen Kern der Landnahme-Berichte bilden, erfolgte um 1100 v. Chr. Tausend Jahre später eroberten die Römer das Gebiet und vertrieben die Juden nach Aufständen in den Jahren 66 - 74 n. Chr.. Diese flohen hauptsächlich in verschiedene Gebiete Europas. Mit dem Beginn der Kreuzzüge am Ende des 11. Jahrhunderts wurden in Palästina vier christliche Kreuzfahrerstaaten errichtet. Sunniten besiegten 1187 die Kreuzfahrer, besetzten Palästina und eroberten Jerusalem. Mamlukische Dynastien beherrschten Palästina seit 1291. Osmanischen Türken besiegten 1516 die Mamluken, Palästina wurden bis 1917 in das Osmanische Reich eingegliedert.

Nach der Vertreibung durch Rom hatten die Juden kein eigenes Land mehr. Sie lebten als kleine Gruppen in anderen Ländern, wo sie oft diskriminiert und verfolgt wurden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, mit der Ausbreitung des Antisemitismus, des Rationalismus und des nationalen Bewusstseins in Europa, entstanden mehrere Gruppierungen, die in einer tatsächlichen Rückkehr nach Eretz Israel (Land Israel) und der Gründung eines eigenen Staates eine Lösung für die Probleme der Juden sahen. Die Zionismus-Bewegung ist ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Denkweisen, Interpretationen und Ideale. Gemeinsam war ihnen die Auffassung, ein Staat Israel sei nicht nur die Beendigung der Flucht vor Antisemitismus, sondern vor allem auch eine Selbstverwirklichung. Als die Juden vor allem in Deutschland immer stärker unterdrückt wurden, flüchteten hunderttausende von ihnen ins "Gelobte Land".

Nach der Naziherrschaft Adolf Hitlers in Deutschland, die die Ermordung von ungefähr sechs Millionen Juden in Europa zur Folge hatte, stand für viele der Überlebenden fest, dass sie nur in einem eigenen Staat frei und sicher leben können. Doch es gab ein Problem: Das Gebiet war bewohnt. Seit Jahrhunderten lebten dort Palästinenser, die das Land nicht hergeben wollten. Genau wie Christen und Juden haben auch die muslimischen Araber hier heilige Stätten ihrer Religion, des Islam.

Gründung des Staates Israel 1948

Deklaration des Staates Israel durch Premierminister David Ben Gurion 1948. Bild: Wikimedia Commons.

Im Ersten Weltkrieg besetzte Großbritannien 1918 Palästina. 1920 wurde Großbritannien auf der Konferenz von San Remo mit der Verwaltung Palästinas beauftragt. Mehrere Einwanderungswellen ließen seit Ende des 19. Jahrhunderts den jüdischen Bevölkerungsanteil in Palästina bis 1945 auf 30 Prozent  anwachsen. Bereits früh gerieten die zionistisch motivierten Einwanderer in Konflikt mit der arabisch-palästinensischen Nationalbewegung. Militante Auseinandersetzungen zwischen Juden und Arabern, aber auch Überfälle auf Einrichtungen der britischen Mandatsbehörden waren an der Tagesordnung.

Da es Großbritannien nicht gelang, eine für den jüdischen als auch den arabischen Bevölkerungsteil annehmbare Lösung zu finden, übergab es das Problem an die Vereinten Nationen. Am 29. November 1947 stimmte die Vollversammlung der Vereinten Nationen in Resolution 181 (II) für die Errichtung von zwei Staaten auf dem Gebiet des britischen Mandatsgebietes (westlich des Jordans) - eines jüdischen und eines arabischen Staates. 33 Staaten stimmten für die Resolution, 13 stimmten dagegen, darunter die sechs arabischen Mitgliedsstaaten, 10 enthielten sich der Stimme. Während die jüdische Seite den Teilungsplan annahm, lehnte ihn die arabische Seite ab, der Plan verletze die Rechte der Mehrheitsbevölkerung in Palästina.

Einen Tag nach der Proklamation des UN-Teilungsplans für Palästina begann der zionistisch-arabische Bürgerkrieg. Anfang Dezember rief das Arabische Hochkomitee einen dreitägigen Generalstreik aus. Aufgrund mangelnder Kooperation und Organisation der arabischen Milizen konnte die zionistische Untergrundorganisation Hagana den Aufstand der palästinensischen Araber niederschlagen. Während des Bürgerkriegs wurden von beiden Seiten keine Gefangenen gemacht, da keine Mittel für die Bewachung bereitstanden. Auf beiden Seiten kam es zu Übergriffen und Tötung von Zivilisten. Tausende Palästinenser flüchteten.

Am 15. Mai 1948 endete nach dem UN-Beschluss das britische Mandat über Palästina. Am 14. Mai 1948 proklamierte der jüdische Politiker David Ben Gurion, Vorsitzender des Jüdischen Exekutivrats in Palästina, die Unabhängigkeitserklärung und rief damit den Staat Israel aus.

Einen Tag später griffen die Streitkräfte Ägyptens, Jordaniens, Syriens, des Libanon und des Irak Israel an. Israel gewann den ersten israelisch-arabischen Krieg und besetzte palästinensische Landesteile. 750.000 Menschen, die Hälfte der palästinensischen Bevölkerung, wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Viele Flüchtlinge wurden von den arabischen Nachbarländern nicht eingegliedert, sondern dauerhaft in Lagern untergebracht. Wegen des Krieges kam es in der islamischen Welt zu einer Welle von Pogromen gegenüber den dort lebenden, jüdischen Minderheiten. Rund 500.000 Juden aus islamischen Ländern wanderten nach Israel ein.

In den ersten Monaten des Jahres 1949 fanden unter Aufsicht der Vereinten Nationen direkte Verhandlungen zwischen Israel und jedem der Invasoren statt (mit Ausnahme des Irak, der bis heute Verhandlungen mit Israel strikt ablehnt), die zu Waffenstillstandsabkommen auf der Grundlage der Fronten am Ende der Kampfhandlungen führten. Damit waren die Küstenebene, Galiläa und der gesamte Negev unter israelischer Herrschaft. Judäa und Samaria (das Westjordanland) kamen unter jordanische Regierungsgewalt, der Gazastreifen unter ägyptische Verwaltung. Jerusalem wurde in einen von Jordanien kontrollierten Ostsektor mit der Altstadt und einen israelischen Westsektor geteilt.

Aufbaujahre

Nach dem Ende des Krieges konnte Israel sich ganz dem Aufbau seines Staates zuwenden. Am 25. Januar 1949 wurden in den ersten Parlamentswahlen die 120 Abgeordneten der ersten Knesset gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug fast 85 Prozent. David Ben-Gurion, der Chef der Jewish Agency, wurde der erste Premierminister des Landes, Chaim Weizmann, der Leiter der Zionistischen Weltorganisation, wurde von der Knesset zum ersten Staatspräsidenten gewählt. Am 11. Mai 1949 erhielt Israel als 59. Mitglied seinen Sitz in den Vereinten Nationen.

Der Unabhängigkeitskrieg und das Bevölkerungswachstum hatten die Wirtschaft erheblich belastet. So schlug die Regierung einen strikten Sparkurs im Land ein. Aus dem Ausland gab es Finanzhilfen. Wirtschaftshilfen der US-Regierung, Darlehen von amerikanischen Banken, Spenden aus der jüdischen Diaspora und deutsche Wiedergutmachungsleistungen flossen in den Wohnungsbau, die Mechanisierung der Landwirtschaft, die Gründung einer Handelsflotte und einer eigenen Luftfahrtgesellschaft, die Erschließung von Bodenschätzen, die industrielle Entwicklung und den Ausbau des Straßen-, Telefon- und Stromnetzes.

Zehn Jahre nach der Staatsgründung hatten sich die Industrieproduktion und die Zahl der Arbeitsplätze verdoppelt, der Export von industriell gefertigten Erzeugnissen sogar vervierfacht. Dank der zielstrebigen Erweiterung der Anbauflächen war das Land in allen Grundnahrungsmitteln außer Fleisch und Getreide zum Selbstversorger geworden. Als Israel seinen 10. Geburtstag feierte, verzeichnete das Land über über zwei Millionen Einwohner.

Nach oben

Kriege zwischen Israel und der arabischen Welt

Soldaten und Offiziere der Arabischen Legion mit israelischen Gefangenen.
Seit 1948 gab es immer wieder Kriege zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarstaaten. Das zentrale Thema: Wem gehört Palästina?

"El Nakba"(die Katastrophe) -Der Unabhängigkeitskrieg von 1948
Am 15. Mai 1948 griffen die Streitkräfte Ägyptens, Jordaniens, Syriens, des Libanon und des Irak Israel an. Im ersten entscheidenden arabisch-israelischen Krieg wollten die Israelis, "ihr" Land sichern. Dazu zählten sie die dem jüdischen Staat zugedachten Gebiete sowie jüdische Siedlungen jenseits der von den UN gezogenen Grenzen. Sie eroberten rund 40 Prozent des Landes, das im Teilungsplan für einen arabisch-palästinensischen Staat vorgesehen war.

Die Waffenstillstandslinien vom Frühjahr 1949 vergrößerten das israelische Territorium von 14.100 auf 20.700 Quadratkilometer. Dieses Gebiet gilt auch heute noch als das Kernland Israels. 750.000 Araber wurden vertrieben oder flohen aus ihren Dörfern. Andere blieben und wurden Israelis. Jordanien behielt die Kontrolle über die West Bank (Westjordanland) einschließlich Ost-Jerusalems, die es 1950 annektierte. Der von ägyptischen Truppen besetzte Gaza-Streifen wurde unter ägyptische Verwaltung gestellt. Syrien machte einige Geländegewinne an der Golanfront.

1949 schlossen Israel und seine Nachbarstaaten unter Vermittlung der UN bilaterale Waffenstillstandsabkommen, die das militärische Ergebnis im Prinzip bestätigten. Ein Friedensschluss erfolgte nicht, da die arabischen Staaten direkte Verhandlungen mit Israel ablehnten.

Suezkrise 1956
Im Laufe des Jahres 1956 verschärfte sich der Konflikt zwischen Israel und Ägypten. Der jüdische Staat musste sich vermehrt Terrorattacken von ägyptischem Territorium aus erwehren. Ägypten unter der Führung von Präsident Gamal Abdel Nasser blockierte den Golf von Akaba und sperrte den Suez-Kanal für israelische Schiffe. Am 26. Juli 1956 verstaatlichte Nasser den Suezkanal, um mit den Einnahmen den Bau eines Staudamms bei Assuan zu finanzieren. Damit beschwor er eine schwere Krise herauf, da Frankreich die Mehrheit der Anteile am Kanal hielt und britische Banken zu 45 Prozent beteiligt waren.

Am 29. Oktober 1956 begann die Suezkrise mit der Invasion des Gazastreifens und der Sinai-Halbinsel durch Israel. Gleichzeitig sollte Ägypten die Sinai-Halbinsel räumen. Präsident Nasser wies die Forderungen zurück, worauf Großbritannien und Frankreich versuchten, die Kontrolle über den Kanal militärisch zu gewinnen. Dabei wollten sie auch das Regime Nassers stürzen. Am 31. Oktober bombardierten Großbritannien und Frankreich ägyptische Flughäfen. Zusammen mit israelischen Soldaten gelang es ihnen schließlich, den Kanal zu besetzen.

Die britisch-französische Intervention wurde jedoch von den USA, der Sowjetunion und den Vereinten Nationen verurteilt. Im November 1956 wurden die beiden Länder zum Waffenstillstand und Rückzug gezwungen. Die Vereinten Nationen stationierten nach dem Rückzug die Friedenstruppe UNEF.

Der Sechs-Tage-Krieg von 1967
Die Jahre seit der Suezkrise waren von Grenzzwischenfällen geprägt. Auslöser des Krieges war die von Ägypten am 22. Mai 1967 verkündete  Blockade der Meerenge von Tiran für israelische Schiffe. Ägyptische Truppen wurden in den Sinai verlegt. Am 25. Mai wurden Syrien, Jordanien, der Irak und Saudi Arabien von Ägypten aufgefordert, ihre Truppen an Israels Grenzen zu stationieren. 250.000 Soldaten, 2.000 Panzer und 700 Kampfflugzeuge wurden von den arabischen Staaten aufgeboten. In Israel war man davon überzeugt, mit einem Krieg nicht länger warten zu können, Israel müsse entweder bald zuschlagen, oder eine hundertprozentige Sicherheitszusage von Washington zu bekommen.

Der Krieg begann am 5. Juni 1967 mit einem erfolgreichen Überraschungsangriff der israelischen Luftwaffe auf alle ägyptischen Flughäfen. Die meisten Militärflugzeuge und Startpisten Ägypten wurden zerstört. Ebenso wurden zwei Drittel der syrischen Luftwaffe vernichtet.  Dadurch erreichte Israel die Luftüberlegenheit im Krieg. Gleichzeitig rückten Bodenstreitkräfte der israelischen Armee gegen die ägyptischen Stellungen vor.

Am 6. Juni rückten die Israelis in Ostjerusalem und auf das von Jordanien besetzte Westjordanland vor. Auch die jordanischen Truppen konnten keinen entscheidenden Widerstand leisten. 

Am 9. Juni zog Israel seine Streitkräfte im Norden zusammen und besetzte die syrischen Golanhöhen. Am 10. Juni war der Weg nach Syriens Hauptstadt Damaskus frei. Aufgrund des Drucks der USA und der Sowjetunion wurde bereits am 11. Juni 1967 der Waffenstillstand unterzeichnet.

Israel besetzte das Westjordanland, Ost-Jerusalem, die Golanhöhen und den Gazastreifen. Jetzt war Israels Staatsgebiet drei Mal so groß wie vorher. Erneut flüchteten mehrere 100.000 Palästinenser in die Nachbarländer. Der Sieg verschärfte allerdings das Palästinenser-Problem für Israel. Hunderttausende Palästinenser kamen jetzt im Westjordanland, in Jerusalem und im Gazastreifen unter israelische Besatzung und Militärverwaltung.

Im November 1967 beschloss der UN-Sicherheitsrat die Resolution 242. Sie beinhaltet Israels Rückzug aus den 1967 besetzten Gebieten und eine gerechte Lösung des Flüchtlingsproblems. Indirekt bedeutete die Resolution eine Anerkennung der seit 1947 von den Israelis geschaffenen Fakten der Landaufteilung. Sie ist seitdem die Grundlage aller Friedensverhandlungen.

Jom-Kippur-Krieg 1973
An Jom Kippur am 6. Oktober 1973, dem jüdischen Versöhnungstag (höchster Feiertag des jüdischen Jahres), folgte erneut ein Krieg. Nach jahrelanger sowjetischer Rüstungshilfe starteten Ägypten am Suezkanal und Syrien auf den Golanhöhen einen Überraschungsangriff auf Israel. Obwohl es Hinweise von Truppen- und Materialtransporten an die Grenzen gab, ignorierte Israel sie. Zunächst gelang es Ägypten und Syrien, Anfangserfolge zu erzielen. Die israelischen Verluste an Menschen und Material waren enorm, Waffen und Munition gingen aus. Erst eine Woche nach Kriegsanfang begannen die USA, Israel Nachschub an Material zu liefern. Israels Gegenoffensive gelang. Nach drei Wochen schwerster Kämpfe standen die Israelis 100 Kilometer vor Kairo und 65 Kilometer vor Damaskus. Fast 3.000 israelische Soldaten und Zehntausende Ägypter und Syrer waren gefallen.

Am 22. Oktober 1973 rief der UN-Sicherheitsrat in der Resolution 338 auf Druck der Vereinigten Staaten alle Parteien auf, das Feuer einzustellen.

Als Reaktion auf den verlorenen Krieg verringerte die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) die Ölfördermenge, gleichzeitig erhöhte sie den Ölpreis drastisch, um so politischen Druck auszuüben. Die Ölkrise machte erstmals die Abhängigkeit der Industriestaaten von fossiler Energie klar. 

1979 wurde auf Initiative des ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat ein Friedensprozess in Gang gesetzt und der israelisch-ägyptische Friedensvertrag unterzeichnet, der unter anderem die Rückgabe des Sinai bis 1982 regelte. Der Friedensvertrag wurde am 26. März 1979 in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington von Israels Ministerpräsident Menachem Begin und Ägyptens Präsident Anwar as-Sadat unterzeichnet. Er führte zu einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Ägypten.

Libanonkrieg
Auf die Ermordung seines Botschafters am 3. Juni 1982 in London und nach Feuerüberfällen der Palästinensische Befreiungsorganisation PLO auf israelische Siedlungen im Norden des Landes (Galiläa) reagierte Israel am 4. Juni mit massiven Luftangriffen auf PLO-Stellungen im Libanon. Am 6. Juni startete Israel die Invasion des Libanon unter der Bezeichnung „Operation Frieden für Galiläa“. Am 9. Juni erfolgte ein massiver Überraschungsangriff auf syrischen Verbände in der Bekaa-Ebene 

Unter dem Druck der USA und der Sowjetunion bot Israel den Syrern den Waffenstillstand an. Am 11. Juni schwiegen die Waffen. Der Waffenstillstand wurde am 12. Juni auch auf die PLO ausgeweitet, hielt aber im Raum Beirut nicht.

Nach einem Evakuierungsplan mussten 11.000 PLO- und andere palästinensische Kämpfer bis zum 1. September aus Beirut abziehen. Israel hatte damit sein militärisches Ziel erreicht.

Am 16. September ermordeten christliche libanesische Phalange-Milizen unter den Augen und offenbar geduldet von israelischen Truppen in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila in Westbeirut zwischen 1.000 und 3.000 zurückgebliebene Palästinenser – überwiegend Frauen, Kinder und Greise. Auslöser des Massakers war der Mord an Baschir Gemayel, dem Führer der christlichen Miliz und Präsidenten Libanons. Den Mord lastete man der PLO an. Das Blutbad beschädigte Israels Ansehen auch in der westlichen Welt. Das Massaker wurde von der UN-Generalversammlung am 16. Dezember 1982 als Genozid gewertet.

1983 beendete ein Friedensvertrag zwischen Libanon und Israel offiziell den Krieg, dem rund 10.000 Menschen zum Opfer gefallen waren. Israel wurde zunehmend isoliert.

Irael richtete im südlichen Libanon eine Sicherheitszone ein und zog sich erst im Mai 2000 aus dem Libanon zurück.

Erste und zweite Intifada
In den 1980er Jahren nahmen die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern immer mehr zu. Im Jahre 1987 brachen gewalttätige Unruhen zwischen Palästinensern und Israelis aus, die so genannte Erste Intifada (Intifada=arabisch für Abschüttlung). Auslöser der Intifada war der Zusammenstoß eines israelischen Lastwagens mit zwei palästinensischen Taxen am 8. Dezember 1987. Dabei starben vier Palästinenser. Während der Begräbnisse der vier Toten im Gazastreifen kam es zu Massendemonstrationen und Ausschreitungen. Mit Steuerstreiks, dem Boykott israelischer Waren und Demonstrationen wollten die Palästinenser ein Ende der Besatzung erzwingen. Das Werfen von Steinen gegen Soldaten und Panzer, der "Krieg der Steine", wurde zu einem Ritual.

Die Folgejahre standen im Zeichen dieser Auseinandersetzung. Die Erste Intifada hatte 1993 mit der Unterzeichnung des Oslo-Abkommens ein Ende gefunden. Viele wichtige Fragen hatte der Vertrag aber ausgeklammert: die Zukunft der jüdischen Siedlungen und der palästinensischen Flüchtlinge sowie den Grenzverlauf zwischen den beiden Staaten und den Status Jerusalems, Fragen, die bis heute nicht gelöst sind.

Die zweite Intifada, die von den Palästinensern als Al-Aqsa-Intifada bezeichnet wird, begann im September 2000. Der angekündigte Besuch des damaligen israelischen Oppositionsführers Ariel Scharon auf dem auch für Moslems heiligen Tempelberg mit der al-Aqsa-Moschee führte zu heftigen Protesten unter den Palästinensern. Nach dem Scheitern des Gipfels von Camp David war die Gründung eines palästinensischen Staates erneut in weite Ferne gerückt. Scharon, der sich bereits im Wahlkampf befand, wollte mit seinem Gang in Gesellschaft von mehr als tausend Polizisten über den Tempelberg ein politisches Zeichen setzen, dass Jerusalem nicht geteilt werden würde. Am Tag nach seinem Besuch kam es zu heftigen Protesten. Die Polizei erschoss vier Palästinenser, es gab 200 Verletzte, darunter 14 israelische Polizisten. Die Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Armee und Palästinensern griffen auf das gesamte Gebiet Israels und der Palästinensischen Autonomiebehörde über.

Statt auf Massenproteste, Wirtschaftsboykotte und Straßenkämpfe in den Palästinensergebieten wie bei der ersten Intifada setzten radikale Palästinenser auf Terroranschläge in Israels. Die Zahl der Selbstmordanschläge stieg mit dem Ausbruch der Zweiten Intifada rapide an.

Israel reagierte u.a. mit dem Bau eines 700 Kilometer langen Sperrwalls, der in der Nähe besiedelter Gebiete aus einer acht Meter hohen Mauer besteht.

Auf dem israelisch-palästinensischen Gipfeltreffen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich war ein erster Durchbruch im Nahost-Friedensprozess erzielt worden: Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verkündeten am 8. Februar 2005 eine gegenseitige Waffenruhe.

Nach oben

Friedensprozess

Der Handschlag zwischen Yitzhak Rabin und Yassir Arafat am 13. September 1993 gilt als Sinnbild des Friedensprozesses.

Die weltweiten politischen Entwicklungen der 90er Jahre brachten eine entscheidende Wende im Nahostkonflikt. Die Sowjetunion brach zusamennen, der Golfkrieg entbrannte. Damit verschob sich das Kräfteverhältnis in der gesamten Region. Die USA als bedeutende Hegemonialmacht hatte mehr Einfluss auf die Entwicklungen in Nahost. Durch die mehrere Jahre andauernde blutige Intifada standen sowohl die Palästinenserführung als auch die israelische Regierung unter Druck. Israel überwand seine ablehnende Haltung gegenüber Verhandlungen mit den Palästinensern und seine arabischen Nachbarn waren bereit, den jüdischen Staat durch die Aufnahme direkter Gespräche anzuerkennen.

1991 kam es zur Konferenz von Madrid unter Beteiligung Syriens, Israels, des Libanon sowie einer gemeinsamen jordanisch-palästinensischen Delegation. Damit war der erste Schritt auf dem Weg zum Friedensprozess getan. Gemeinsam wollte man nach Wegen zum friedlichen Zusammenleben suchen. Die Konferenz leitete multi- sowie bilaterale Gespräche über drängende Probleme der Region ein. Außerdem führte sie zur Beendigung des arabischen Wirtschaftsboykotts gegen Israel. Der israelische Ministerpräsident Jizchak Rabin hielt an dem auf Verhandlungserfolge zielenden Kurs trotz erheblichen innenpolitischen Drucks und des Bruchs seiner Koalition fest. Bis konkrete Erfolge erzielt werden konnten, sollte es jedoch noch bis zum September 1993 dauern.

Israelisch-palästinensische Geheimverhandlungen brachten dann den Durchbruch und führten am 13. September 1993 in Washington zur Unterzeichnung der Osloer Prinzipienerklärung, Oslo I. Diese Erklärung sollte die Grundlage für die Einrichtung einer palästinensischen Selbstverwaltung sowie Endstatusverhandlungen darstellen. Daraufhin wurde die Palästinensische Behörde eingerichtet, deren Befugnisse 1994 im Kairoer Abkommen ausgestaltet wurden.

Über das Oslo-II-Abkommen vom 24. September 1995 begann im Jahre 1996 die Errichtung einer palästinensischen politischen Struktur. Die Selbstverwaltung der Palästinenser wurde ausgeweitet. Das Dokument teilt das Westjordanland in drei Zonen auf. Die Zone A - sie umfasst die großen Städte mit Ausnahme Hebrons - wird vollständig von den Palästinensern kontrolliert. Die Zone B steht unter gemeinsamer Regie. Die Zone C - jüdische Siedlungen und unbewohntes Gebiet mit Militärstützpunkten - steht unter dem Kommando Israels. Das Ziel von Oslo II: mehr Autonomie für die Palästinenser, mehr Sicherheit für die Israelis. Doch Terroranschläge, Siedlungsbau und Intifada machten die guten Vorsätze zunichte.

Die im Juli 2000 in Camp David unter Vermittlung des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton geführten Verhandlungen mit PLO-Chef Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak scheiterten. Im Herbst 2000 brach das in Oslo vereinbarte Konfliktmanagement zusammen. Palästinensische Terroranschläge in Israel machten die Friedensbemühungen zunichte.

Ab Herbst 2001 verschlechterte sich die Lage weiter rapide. Der Ermordung des israelischen Ministers Ze'evi am 17. Oktober 2001 durch die "Volksfront zur Befreiung Palästinas" folgte eine Verhärtung der Politik von Premierminister Ariel Sharon. Zahlreiche militante palästinensische Führer wurden getötet. Ab April 2002 griff die Operation "Schutzwall". Isral besetzte palästinensische Städte und zerschlug palästinensische Verwaltungs- und Sicherheitsstrukturen. Die palästinensische Bevölkerung hing am Tropf der internationalen humanitären Hilfe. Bis zum Ende der Zweiten Intifada 2005 gab es mehrere Tausend Tote auf beiden Seiten zu beklagen.


Mehr zu Israel im Nahostkonflikt von 2001 bis heute finden Sie hier

Nach oben

Israels Ministerpräsidenten

David Ben-Gurion, Mapai (1948–1953)
Moshe Sharett, Mapai (1954–1955)
David Ben-Gurion, Mapai (1955–1963)
Levi Eshkol, Mapai (1963–1969)
Jigal Allon, Avoda (1969 geschäftsführend)
Golda Meir, Avoda (1969–1974)
Jitzhak Rabin, Avoda (1974–1977)
Menachem Begin, Likud (1977–1983)
Jitzhak Shamir, Likud (1983–1984)
Shimon Peres, Avoda (1984–1986)
Jitzhak Shamir, Likud (1986–1992)
Jitzhak Rabin, Avoda (1992–1995)
Shimon Peres, Avoda (1995–1996)
Benjamin Netanjahu, Likud (1996–1999 und seit 2009)
Ehud Barak, Avoda (1999–2001)
Ariel Scharon, Likud, ab 2005 Kadima (2001–2005)
Ehud Olmert, Kadima (2006–2009)
Benjamin Netanjahu, Likud (2009-2015)
Benjamin Netanjahu, Likud (wiedergewählt 2015)

Nach oben

13.-12. Jh.v.Chr.: Besiedlung des Landes Kanaan durch die Israeliten
ca. 1020: Beginn der Monarchie mit König Saul
ca. 1000: Jerusalem wird Hauptstadt von Davids Königreich
ca. 960: Bau des ersten Tempels durch König Salomon
ca. 930: Teilung des Reiches in Judäa und Israel
722 – 720: Zerstörung Israels durch die Assyrer mit Zwangsumsiedlung (die zehn „verlorenen Stämme“)
586: Eroberung Judäas durch die Babylonier Zerstörung Jerusalems und des ersten Tempels; Beginn des babylonischen Exils
538 – 142: Persische und hellenistische Zeit
538 – 515: Rückkehr vieler Juden aus Babylon; Wiederaufbau des Tempels
332: Eroberung durch Alexander den Grossen; Beginn der hellenistischen Zeit
166 – 160: Aufstand der Makabäer ( Hasmonäer ) aus religiösen Motiven
142 – 129: Jüdische Autonomie unter den Hasmonäern
129 – 63: Eroberung Jerusalems durch Pompeius
63 v. Chr. – 313 n. Chr.: Römische Herrschaft
63 v. Chr. – 4 n. Chr.: Herodes, römischer Vasallenkönig, regiert das Land Israel; Renovierung des Tempels in Jerusalem
ca. 20 – 33 n. Chr.: Wirken Jesu von Nazareth
66 n. Chr.: Jüdischer Aufstand gegen die Römer
70: Zerstörung Jerusalems und des zweiten Tempels
73: Eroberung Masadas, des letzten jüdischen Bollwerks
132 – 135: Bar – Kochba – Aufstand gegen Rom
ca. 210: Kodifizierung der mündlichen Überlieferung ( Michna ) abgeschlossen
313 – 636: Byzantinische Herrschaft
ca. 390: Kommentar der Michna (Jerusalemer Talmud) abgeschlossen
614: Persische Invasion
636 – 1099: Arabische Herrschaft
691: Kalif Abd el-Malik erbaut am Standort des jüdischen Tempels in Jerusalem den Felsendom
1099 – 1291: Kreuzfahrerzeit ( Lateinisches Königreich Jerusalem )
1291 – 1516: Mameluckische Herrschaft
1517 – 1917: Osmanische Herrschaft
1564: Herausgabe des Shulchan Aruch (jüdische Gesetzessammlung)
1860: Bau des ersten jüdischen Viertels außerhalb der Stadtmauern Jerusalems
1882 – 1903: Erste zionistische Einwanderungswelle (Aliyah) nach Palästina (20.000 bis 30.000 Menschen) hauptsächlich aus Russland
1896: „ Der Judenstaat“ von Theodor Herzl erscheint in Wien
1897: Theodor Herzl beruft den Gründungskongress der Zionistischen Weltorganisation in Basel ein ( 29. – 31.08. ),
Annahme des Baseler Programms
1904: Tod Theodor Herzels, der am 2. Mai 1860 im ungarischen Pest als Herzl Tivadar zur Welt kam
1904 – 1914: Zweite Aliyah, hauptsächlich aus Russland und Polen (35.000 – 40.000 Menschen)
1909: Gründung Tel Avivs (11. 04.) durch 60 Familien
1910: Offizielle Gründung des ersten Kibbutz Degania am 28. Oktober im Südwesten des See Genezareth
1917: Großbritannien besiegt im „Ersten Weltkrieg“ das Osmanische Reich und besetzt Palästina; Ende der 400jährigen osmanischen Herrschaft; Balfour – Erklärung (02.11.) mit Zusage einer nationalen Heimstätte für die Juden in Palästina
1919 – 1923: Dritte Aliyah, überwiegend aus Russland (ca. 35.000 Menschen)
1920: Gründung des jüdischen Gewerkschaftsbundes „Histadrut“ und der jüdischen Selbstverteidigungsorganisation  „Hagana“ (13. Juni); Einrichtung des Nationalrats (Va’ad Leumi) zur Selbstverwaltung der jüdischen Gemeinschaft (Yishuv); Wahlen zum ersten Parlament des Yishuv (19.04.); Antijüdische Pogrome in Jerusalem (April); Konferenz der Entente – Staaten in San Remo (19. – 26.04.)
1921: Gründung des ersten Moschav Nahalal
Arabische Unruhen in Jaffa (Mai)
1922: Der Völkerbund überträgt Grossbritannien das Mandat für Palästina (24.07.); auf drei Vierteln des Mandatsgebietes wird Transjordanien errichtet; Gründung der Jewish Agency als Vertretung der jüdischen Gemeinschaft gegenüber den Mandatsbehörden
1924 – 1931: Vierte Aliyah, vor allem aus Polen und der Sowjetunion (ca. 80.000 Menschen); Gründung des Technions in Haifa
1925: Eröffnung der Hebräischen Universität auf dem Skobus - Berg in Jerusalem (01.04.)
1929: Massaker arabischer Extremisten an Juden in Hebron; Unruhen in Hebron, Safed und Jerusalem (23. – 29.8.)
1931: Gründung der jüdischen Untergrundorganisation Etzel (Irgun)
1933:
Etwa 550.000 Juden leben zu Beginn des Jahres in Deutschland
Am 30. Januar wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt
Am 30. Januar gründet Recha Freier in Berlin die Kinder- und Jugend-Aliyah, mit der 21.000 Kinder und Jugendliche aus Nazi-Deutschland nach Palästina gerettet werden
In Dachau errichtet die SS am 22. März das erste  Konzentrationslager für politische Gefangene
Bis April 1945 sterben dort 43000 Menschen
Am 1. April beginnt der "Judenboykott": gegen jüdische Geschäfte, Anwaltskanzeleien und Arztpraxen
1933 – 1938       
Fünfte Aliyah nach der Machtübernahme Hitlers in Deutschland (ca. 130.000 aus Deutschland und 70.000 aus Polen und Zentraleuropa)
1934 - 1948: Der Codename Aliyah Beth (Beth = zweiter Buchstabe des hebräischen Alphabets) steht für die inoffizielle Einwanderung tausender europäischer Juden (Schätzungen nach sind es zwischen 1936 - 1940 rund 90.000), die neben der offiziell genehmigten stattfindet und somit nach britischem Mandatsrecht illegal ist
1935: Am 15. September: Bekanntgabe der Nürnberger Rassengesetze
1937: Am 16. Juli: Öffnung des Konzentrationlagers Buchenwald
1936 – 1939: Arabische Aufstände gegen die britische Mandatspolitik und die jüdische Einwanderung
1939: Britisches Weißbuch der britischen Regierung schränkt die Jüdische Einwanderung für Palästina drastisch ein (17.05.)
1939 – 1945: Zweiter Weltkrieg; Shoa in Europa: Sechs Millionen Juden werden ermordet
1939 – 1947: Einwanderung von Verfolgten des Nationalsozialismus trotz Britischer Immigrationsbeschränkungen (Aliyah Bet)
1940 – 1941: Gründung der Untergrundbewegung Lehi; Gründung der Palmach (Elitetruppe der Hagana); Italienischer Bombenangriff auf Tel Aviv, bei dem 137 Menschen sterben
1944: Bildung der jüdischen Brigade innerhalb der britischen Streitkräfte
1946: Unter Führung des späteren Ministerpräsidenten Menachem Begin verübt die Irgun am 22. Juli ein Attentat auf das von britischen Offizieren bewohnte King David Hotel in Jerusalem, bei dem 91 Menschen sterben
1947: Übergabe der Palästina – Frage an die UNO (14.02.); Status Quo – Vereinbarung zwischen Jewish Agency und den religiösen Parteien (19.06); Resolution 181 (II) der UNO – Vollversammlung über die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat sowie die Internationalisierung Jerusalems (29.11.) (Abstimmung mit Zweidrittelmehrheit)
1948: Bei dem Massaker in Deir Yasin ermorden Irgun und Lehi am 9. April unter der Leitung von Menachem Begin ca 100-120 Araber; am 13. April greifen Araber auf dem Skopus-Berg in Jerusalem einen Sanitätskonvoi an und töten 77 Ärzte und Schwestern; Ende des britischen Mandats (14.05);
David Ben-Gurion erklärt in Tel Aviv die Unabhängigkeit des Staates Israel (14.05.); Angriff arabischer Militärverbände auf Israel (15.05); Unabhängigkeitskrieg (erster arabisch-israelischer Krieg) (Mai 1948 – Juli 1949); Bildung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) (31.05.)
1948 -1952: Einwanderung aus arabischen Staaten  (insbesondere aus Ägypten, Irak und Jemen) sowie aus Polen und Rumänien (ca. 690.000 Menschen)
1949:
Wahlen zur ersten Knesset (25.01)(120 Abgeordnete)
David Ben-Gurion wird zum Ministerpräsidenten gewählt (14.02.)
Chaim Weizmann wird erster Staatspräsident (16.04.)
Unterzeichnung von Waffenstillstandsabkommen mit Ägypten (24.02.),
Libanon (23.03.), Transjordanien (03.04.) und Syrien (20.07.)
Teilung Jerusalem in einen von Jordanien und einen von Israel kontrollierten Sektor
Aufnahme Israels in die UNO als 59. Mitglied (11.05.)
Operation „Fliegender Teppich“, die 49.000 jemenitische Juden nach Israel bringt
1950: Knesset erklärt West-Jerusalem zur Hauptstadt Israels (23.01.); Rückkehrgesetz (05.07.); Annexion des Westjordanlandes und Ost-Jerusalem durch Jordanien (10.09.); Am 19.07. Gründung des Zentralrates der Juden in Deutschland
1952: Luxemburger Abkommen über die „Wiedergutmachung“zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel (10.09.)
1953: Knesset beschließt Bau der Gedenkstätte Yad Yashem zur Erinnerung an die Opfer der Shoa
1955 – 1957: Einwanderung vor allem aus Nordafrika (ca. 100.000 Menschen)
1956: Suezkrise, ausgelöst unter anderem durch die ägyptische Blockade der Strasse von Tiran für die israelische Schifffahrt (29.10. – 05.11.)
1960: Erstes Treffen zwischen David Ben-Gurion und Konrad Adenauer in den USA ( 14.03. )
1961: Eichmann – Prozess in Jerusalem (Todesurteil, 15.12.)
1961 – 1964: Weitere Einwanderungen aus Nordafrika
1963: Rücktritt Ben-Gurions als Ministerpräsident (16.06.)
Nachfolger wird Levi Eschkol (26.06.)
1964: Fertigstellung der Wasserleitung vom See Genezareth in die trockenen südlichen Landesteile; Gründung der Palestinian Liberation Organization (PLO) am 01.06.
1965: Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Staat Israel und der Bundesrepublik Deutschland (12.05.)
1966: Aufhebung der Militärverwaltung über die arabische Bevölkerung Israels (Dezember); Shmuel Josef Agnon erhält als erster israelischer Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur (10.12.)
1967: Präventivschlag Israels gegen die aufmarschierten Truppen Ägyptens, Syriens, Jordaniens, Iraks, Libanons und Saudi-Arabiens (Sechs-Tage-Krieg); Wiedervereinigung Jerusalems, Besetzung der Sinai – Halbinsel, des Westjordanlandes, der Golanhöhen und des Gaza – Streifens durch Israel (05.06. – 10.06.); Resolution 242 des UN.Sicherheitsrates (22.11.)
1968 – 1970: Ägyptischer Zermürbungskrieg gegen Israel
1969: Golda Meir wird Ministerpräsidentin (15.12.)
1972: Bei einem palästinensischen Überfall auf die israelische Olympiamannschaft in München werden elf israelische Sportler ermordet (05.09.)
1973: Yom-Kippur-Krieg Ägyptens und Syriens gegen Israel ( 06.10. – 26.10. )
Resolution 338 des UN-Sicherheitsrates (22.10.); UN-Nahostkonferenz in Genf (21./22.12.)
1974: Entflechtungsabkommen Israels mit Ägypten (18.01.)  und Syrien (31.05.); Rücktritt Golda Meirs (10.04.); Yitzhak Rabin wird Ministerpräsident (03.06.)
1975: Sinai-Abkommen zwischen Israel und Ägypten (04.09.); Israel wird assoziiertes Mitglied des gemeinsamen Europäischen Marktes
1976: „Operation Entebbe“ – Befreiung der israelischen und jüdischen Geiseln aus einer von Palästinensern nach Uganda entführten Air France Maschine durch ein israelisches Spezialkommando (27.06. – 04.07.)
1977: Wahlsieg des Likud (17.05.), Ende der 30-jährigen Regierungszeit des Ma’arach (Arbeiterparteien ); Menachem Begin wird Ministerpräsident (20.06.); Rede des ägyptischen Staatspräsidenten Anwar Sadat vor der Knesset (20.11.)
1978: Unterzeichnung der Abkommen von Camp David, die als Grundlage für einen umfassenden Frieden im Nahen Osten und als Vorschlag für eine palästinensiche Selbstverwaltung dienen sollen (17.09.).

Nach oben

Links

Nach oben

 

Fakten

 

Ländername: Staat Israel
Klima: Drei Klimazonen: Küstenebene - feuchtheiße Sommer, milde und regenreiche Winter (z.B. Tel Aviv); Bergland - warme und trockene Sommer, kalte Winter (z.B. Jerusalem); Wüste - heiße und trockene Sommer, milde Winter (z.B. Negev)
Lage: Zwischen 34° und 29° nördlicher Breite und 34° und 36° östlicher Länge
Größe: 20.766 Quadratkilometer (in den Waffenstillstandslinien von 1949 - "Grüne Linie")
Hauptstadt (international nicht anerkannt): Jerusalem, 987.400 Einwohner (Dezember 2012). Die offiziellen Angaben des israelischen Statistikamtes schließen Bewohner im 1967 besetzten und mit Gesetz vom 30. Juli 1980 annektierten Ostteil der Stadt ein (international nicht anerkannt)
Bevölkerung: 8,1203 Millionen (Dezember 2013), davon 75,04 Prozent Juden, 20,69 Prozent Araber. Die offiziellen Angaben des israelischen Statistikamtes schließen Bewohner der annektierten Gebiete Golan und Ostjerusalem ein (international nicht anerkannt)
Landessprachen: Hebräisch, Arabisch.
Handelssprache: Englisch
Religionen/Kirchen:
75,14 Prozent Juden, 17,37 Prozent Muslime, 2 Prozent Christen, 1,6 Prozent Drusen, 3,89 Prozent andere (Dezember 2012)
Nationaltag: Tag der Unabhängigkeit (Yom HaAtzma'ut): 6. Mai 2014 (jährlich wechselnd, weil der Unabhängigkeitstag nach dem jüdischem Kalender begangen wird)
Unabhängigkeit: 14. Mai 1948 (Proklamation des Staates Israel)
Regierungsform: Parlamentarische Demokratie; keine schriftliche Verfassung, aber einzelne Grundgesetze
Staatsoberhaupt: Reuven Revlin, Präsident des Staates Israel: Amtsantritt 24.07.2014. Wahl des Staatspräsidenten alle sieben Jahre durch das Parlament.
Regierungschef: Benjamin Netanyahu (Likud), Premierminister des Staates Israel, Amtsantritt 18.03.2013. Nächste Parlamentswahl: 2017
Außenminister: Avigdor Lieberman (Amtsantritt: 11.11.2013)
Parlament: Knesset, Einkammer-Parlament mit 120 Sitzen. Parlamentswahlen nach Verhältniswahlrecht alle vier Jahre (ein Wahlkreis, Zweiprozentklausel)
Parlamentspräsident (Vorsitzender der Knesset): Yuli Edelstein (Likud).
Letzte Parlamentswahl: 22. Januar 2013.
Regierungsparteien: Likud-Beitenu („Bündnis“ – „Unser Haus Israel“): 31 Sitze; Yesh Atid („Es gibt eine Zukunft“ – neue Partei): 19 Sitze; HaBayit HaYehudi („Jüdisches Heim“): 12 Sitze; HaTnua („Die Bewegung“ – neue Partei von Tzipi Livni): 6 Sitze
Opposition: Awoda (Arbeitspartei): 15 Sitze; Shas (Sephardische Torah-Wächter): 11 Sitze; Yahadut HaTorah („Torah-Judentum“): 7 Sitze; Meretz („Energie“): 6 Sitze; Ra’am/Ta’al (Vereinigte Arabische Liste/Arabische Bewegung für Erneuerung): 4 Sitze; Hadash (Jüdisch-arabische kommunistische Partei): 4 Sitze; Balad (Arabische demokratisch-nationalistische Partei): 3 Sitze; Kadima („Vorwärts“): 2 Sitze
Gewerkschaften: Dachverband Histadrut ("Zusammenschluss") mit rund 700.000 Mitgliedern (seit 20.05.2014 neuer Vorsitzender Avi Nissenkorn). Seit 1975 Partnerschaftsabkommen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB); Mitgliedschaft im Internationalen Bund freier Gewerkschaften (IBFGB)
Organisationen der Wirtschaft: Kammerdachverband "The Federation of Israeli Chambers of Commerce" (Präsident Uriel Lynn). Industrie- und Arbeitgeberverband "The Manufacturers' Association of Israel" (Präsident Shraga Brosh)
Verwaltungsstruktur des Landes: Sechs Verwaltungsbezirke (Mechosot) mit je eigener Bezirkshauptstadt, Bezirksregierung und Bezirksgericht: Jerusalem, Norden, Haifa, Zentrum, Tel Aviv, Süden. 15 Unterbezirke (Nafot)
Bruttoinlandsprodukt: 257 Mrd. USD (2013)
Prokopf-BIP: 33.500 US-Dollar (2013)

Quelle: Auswärtiges Amt, Stand 2014

 
 
 
 
 

Der Bürger im Staat

 

Proteste und Potentaten -
Die arabische Welt im Wandel
Als sich zu Beginn des Jahres 2011 in Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien und im Jemen die angestaute Wut über Regierungsversagen und mangelnde Demokratie in Massenprotesten entlud, kündigte sich ein rasanter Wandel in der arabischen Welt an.
mehr