Kindergarten-PISA

Die 2004 durchgeführte OECD-Untersuchung "Die Politik der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung in der Bundesrepublik Deutschland" über Kindergärten beklagt nach Angaben der "Zeit", dass in den deutschen Einrichtungen Erziehung und frühkindliche Bildung einen zu geringen Stellenwert hätten. Die Ausbildung deutscher Erzieherinnen, die anders als im Ausland nicht an Hochschulen, sondern an Fachschulen stattfindet, sei unzureichend. Auch mangele es an Forschung.

Im Juni 2004 bereiste eine OECD-Untersuchergruppe 10 Tage lang die fünf beteiligten Bundesländer Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen und führte dabei zahlreiche politische und fachliche Gespräche auf allen Entscheidungsebenen, besuchte Tageseinrichtungen für Kinder und bezog Personen der Tagespflege in die Untersuchung mit ein.

Gemessen an internationalen Standards seien die Qualitätsanforderungen zu niedrig. Positiv vermerke der Report allerdings die vorbildliche Versorgung mit Krippen und Tagesstätten in Ostdeutschland sowie das Bemühen deutscher Kindergärten, Bildung, Erziehung und Betreuung als Einheit miteinander zu verbinden. In seinen Empfehlungen spricht sich der OECD-Bericht unter anderem für höhere Investitionen im vorschulischen Bereich aus sowie für eine Ausbildung der Erzieherinnen auf Hochschulniveau.
Die Kultus- und Jugendminister der Länder hatten sich in diesem Jahr erstmals auf bundesweite Bildungspläne für die Kindergärten verständigt.

Der OECD-Bericht wurde von der damaligen Familienministerin Renate Schmidt (SPD) am 30. November 2004 in Berlin vorgestellt. Renate Schmidt sagte bei der Vorstellung am Dienstag, der OECD-Report decke «Stärken und Schwächen» des deutschen Kindergartens auf. Ins Auge springt dabei vor allem der eklatante Mangel an Betreuungsangeboten für die unter Dreijährigen im alten Bundesgebiet. Während es dort nur für 2,7 Prozent der Kinder Krippenplätze und Tagesmütter gibt, gilt dies im Osten für 37 Prozent. Bei Hortplätzen für Kinder zwischen sechs und zehn liegt die Versorgung in Westdeutschland bei 6,4 Prozent, im Osten bei 67,6 Prozent. Das Expertenteam um den britischen Forscher Peter Moss bezeichnete die Versorgung im Osten als vorbildlich.

CDU/CSU-Fraktionsvize Maria Böhmer forderte die Länder auf, mehr Geld «in den Anfang der Bildungskarriere» der Kinder zu investieren und bei den Kindergärten «nicht am falschen Ende zu sparen»

OECD-Studie Kurzfassung
OECD-Studie Länderbericht 
       
FAZ: Lob für Kinderbetreuung in Deutschland
Zeit: Spielend ein Genie 

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