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Fourth Assessment Report "Climate
Change 2007" - AR4

Der 2007 vorgestellte 4. Sachstandsbericht, Fourth Assessment Report "Climate
Change 2007" - AR4, macht deutlich, dass der Einfluss des Menschen
auf das Klima ein wissenschaftlicher Fakt ist und die zu
beobachteten Klimaänderungen anthropogen, durch den seit 1750
enorm gestiegenen Verbrauch fossiler Brennstoffe, verursacht sind.
Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass die Effekte des Klimawandels
regional unterschiedlich sind. Vor allem Länder des Südens sind
verstärkt von einer Temperaturzunahme, einem steigenden
Meeresspiegel und einer Zunahme der Wetterkatastrophen betroffen.
Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), auch
als Weltklimarat bezeichnet, wurde 1988 vom Umweltprogramm der
Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für
Meteorologie (WMO) ins Leben gerufen. Hauptaufgabe des der
Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordneten Ausschusses ist es,
Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen und
Vermeidungsstrategien zusammenzutragen. Der Sitz des
IPCC-Sekretariats befindet sich in Genf.
Der erste Bericht des Weltklimarates IPCC
Der
vierte UN-Klimabericht, dessen erster Teil als Zusammenfassung am 2.
Februar 2007 in Paris veröffentlicht wurde, gibt Anlass zur Sorge:
die Temperaturen auf der Erde werden bis ins Jahr 2100 wohl
doppelt so schnell steigen wie im vergangenen Jahrhundert. Bis zum
Jahr 2100 könnte es bis zu 6,4 Grad wärmer werden, heißt es im
aktuellen Bericht des IPCC, an dem mehr als 2500 Experten aus rund 130 Ländern
beteiligt sind. Teil 1 des Berichts befasst sich mit den
wissenschaftlichen Grundlagen, den aktuellen und historischen Klimabeobachtungen
sowie Rechenmodelle über den künftigen Verlauf der Klimaentwicklung. Laut Bericht ist die rasante Erwärmung "sehr wahrscheinlich" dem
Menschen anzulasten: "Es gibt kaum noch Zweifel am "menschengemachten
Klimawandel", kommentierte Professor Martin Claußen,
geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie
in Hamburg. Im ersten Klimareport des IPCC im Jahre 1990 war noch von
einem natürlichen Treibhauseffekt die Rede, der von Emissionen des Menschen
verstärkt werde. Doch schon der Report 2001 sprach deutlich davon, dass die
Treibhausgas-Emissionen des Menschen für den größten Teil der Erwärmung
verantwortlich seien. Im aktuellen Bericht tritt dies noch viel deutlicher
zutage:
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Elf der vergangenen zwölf Jahre finden sich unter den zwölf
wärmsten seit dem Beginn der Aufzeichnungen um 1850
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Die durchschnittliche Temperatur der Nordhalbkugel in der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist "sehr wahrscheinlich" höher als in
irgendeiner 50-Jahres-Periode der vergangenen 500 Jahre.
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Kalte Tage, kalte Nächte und Frost sind seltener geworden, heiße
Tage, heiße Nächte und Hitzewellen treten häufiger auf.
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Größere Trockenheit gibt es in der Sahelzone, der
Mittelmeerregion, im südlichen Afrika und in Teilen Südasiens
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Satellitendaten zeigten von 1993 bis 2006 einen Anstieg des
Meeresspiegels um 3,3 Millimeter im Jahr.
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Messdaten zeigen, dass sich nicht nur die bodennahen, sondern
auch die höheren Luftschichten erwärmen.
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Gletscher und Schneedecken sind sowohl auf der Nord- als auch
auf der Südhalbkugel auf dem Rückzug
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Eisverluste in der Antarktis und auf Grönland tragen zum Anstieg
des Meeresspiegels bei.
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Die Temperaturen der oberen Lagen des Permafrostbodens in der
Arktis haben seit den 1980er Jahren um bis zu drei Grad zugenommen
Laut
IPCC ist die Erderwärmung in den letzten 50 Jahren in erster Linie auf
das Verbrennen von Benzin, Öl und Gas zurückzuführen, wodurch der
Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre ansteigt. Auch hat die
Konzentration anderer wichtiger Treibhausgase, wie z.B. Methan und
Lachgas, seit 1750 um 148 bzw. 18 Prozent zugenommen. Diese sind zusammen
etwa halb so stark an der Erwärmung beteiligt wie der Anstieg des
Kohlendioxids (CO2). Die Forscher beobachteten eine doppelt so hohe
Temperaturzunahme innerhalb der letzten 50 Jahre im Vergleich zu den
letzten 100 Jahren, die Arktis hat sich doppelt so stark erwärmt wie
im globalen Mittel. Auch nehmen heftige Niederschläge deutlich zu,
schmelzende Gletscher führen zu einem Anstieg des Meeresspiegels.
Die Forscher rechnen mit einem wahrscheinlichen Anstieg der
Durchschnittstemperaturen von 1,8 bis 4 Grad Celsius in diesem Jahrhundert,
jedoch wären auch Temperaturanstiege von "nur" 1,1 bis zu 6,4 Grad Celsius
möglich. Als Folge würde der Meeresspiegel bis 2100 wohl um mindestens 18,
möglicherweise jedoch bis zu 59 Zentimeter ansteigen, was gravierende
Auswirkungen auf Küstenländer hätte.
Die Folgen des immer rasanterer Klimawandels sind so vielfältig wie
drastisch: Extreme Wetterlagen in unweit größerem Ausmaß als bisher
sind zu erwarten, einhergehend mit Stürmen, Hochwasser, Dürren und
Wasserknappheit, worunter vor allem kleine Inselstaaten und
Entwicklungsländer leiden werden. Hieraus resultieren wiederum
Ernteausfälle und Probleme bei der Wasserversorgung - ganze
Lebensräume werden sich grundlegend verändern. Dies betrifft nicht nur
den Menschen, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt.
"Ich hoffe, die Studie wird die Menschen schockieren und die
Regierungen zum Handeln bringen", so IPCC-Präsident Rajendra Pachauri
im Vorfeld des Berichts.
Denn selbst wenn alle CO2-Emissionen sofort gestoppt würden, stiege
die Temperatur noch um weitere 0,6 Grad, da das Klimasystem nur sehr
träge reagiert, heißt es im IPCC-Bericht. Der Meeresspiegel werde auch
dann noch "über viele Jahrhunderte" steigen.

Der zweite Bericht des Weltklimarates IPCC
Der zweite Teil des Klimaberichts wurde am 6. April in
Brüssel vorgestellt. Der gesamte Abschlussbericht zählt mehr als
1500 Seiten. Bei den einwöchigen Verhandlungen des Weltklimarats (IPCC)
in Brüssel ging es jedoch nur um die Empfehlungen für die Politik
mit einem Umfang von 21 Seiten.
Nach tagelangem Ringen um einzelne Formulierungen hat sich der
Weltklimarat auf einen neuen Bericht geeinigt, demzufolge durch
die globale Erwärmung bis zu 30 Prozent aller Tier- und
Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. Strittig waren während
der Beratungen das Ausmaß der erwarteten Ausrottung von Tier- und
Pflanzenarten sowie die Frage, ob eine Schätzung zu den
finanziellen Kosten der Klimakatastrophe in den Bericht
aufgenommen werden soll. Vor allem die USA, China und
Saudi-Arabien wollten Formulierungen ändern. Dennoch sind die
Folgen, die der Weltklimarat beschreibt, drastisch: Für
diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben,
sind die Folgen am schlimmsten. Die Auswirkungen sind dem Bericht
zufolge für Afrika, wo bis 2020 vermutlich bis zu 250 Millionen
Menschen unter Wassermangel zu leiden haben, dramatisch. Hunderte
von Millionen Menschen in den Flussdelta-Regionen vor allem in
Asien oder in der Amazonas-Region von Südamerika werden die durch
die Gletscherschmelze zu erwartenden Fluten als erste zu spüren
bekommen. In einigen Ländern werden die Ernten um die Hälfte
zurückgehen. In Nordamerika drohen vermehrt tödliche Wirbelstürme,
Überschwemmungen, Hitzwellen und Buschbrände mit enormen
wirtschaftlichen Folgen. Bei einem Temperaturanstieg von vier Grad
Celsius drohen dem IPCC zufolge durchschnittlich wirtschaftliche
Verluste von mindestens fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Das Dokument, das in Brüssel verabschiedet wurde, wurde von den Staats- und Regierungschefs beim G-8-Gipfeltreffen diskutiert
(s.u.).

Der dritte Bericht des Weltklimarates IPCC
Der dritte Teil des Klimaberichts, der sich mit den Möglichkeiten
der Menschheit beschäftigt, den Klimawandel zu bremsen, wurde am 4.
Mai in Bangkok vorgestellt. Es handelt sich um eine
Zusammenfassung von mehr als 1000 Seiten wissenschaftlicher Daten
und Analysen. Die Zusammenfassung musste von den
Regierungsvertretern Zeile für Zeile abgesegnet werden. Die
Delegierten einigten sich nach fünftägigen Beratungen auf die
Feststellung, dass die Bekämpfung des Klimawandels bezahlbar und
die Technologie dafür verfügbar sei. Nach dem neuen
UN-Klimabericht ist allerdings nur noch wenig Zeit, um die Erde
vor der Klimakatastrophe zu retten. Dabei unterscheiden die
Wissenschaftler zwischen kurzfristigen Maßnahmen (bis zum Jahr
2030) und langfristigen. Nur wenn der immer noch rasant steigende
Ausstoß von Treibhausgasen ab 2015 zurückgehe, seien die
schlimmsten Folgen zu vermeiden, heißt es im Schlussdokument des
Weltklimarates. Dafür müssten die Emissionen bis Mitte des
Jahrhunderts um 50 bis 80 Prozent reduziert werden. Die kommenden
20 bis 30 Jahre werden nach Ansicht von Experten entscheidend für
den Kampf gegen den Klimawandel sein.
Wenn die Erderwärmung im beherrschbaren Bereich von 2,0 bis 2,4
Grad Celsius bleiben soll, halten sich die Kosten dafür nach
Überzeugung der Wissenschaftler in Grenzen. Mit etwa 0,1 Prozent
des weltweiten Bruttoinlandsprodukts könne die Erderwärmung unter
der kritischen Grenze von zwei Prozent gehalten werden. Wenn
allerdings nichts oder zu wenig getan wird, sind die Kosten der
Klimaveränderungen sehr hoch. Sie könnten im Laufe der nächsten
Jahre mehr als fünf Prozent des Bruttosozialprodukts betragen,
aber auch bis zu 35 Prozent erreichen. Allein die Kosten von
extremen Wetterereignissen haben sich in den letzten fünfzig
Jahren etwa verdoppelt. Sie lagen laut IPCC im letzten Jahrzehnt
bei rund vierzig Milliarden Dollar pro Jahr. In weiteren fünf
Jahrzehnten könnten sie, wenn die IPCC-Prognosen zutreffen, bei
mehr als einer Billion Euro liegen.

Der vierte und letzte Bericht des Weltklimarates IPCC
Der Mensch ist selbst dabei, seine Lebensgrundlage zu
gefährden. Daran lässt der vierte und letzte Bericht des
Weltklimarates IPCC keinen Zweifel mehr. In seinem in Valencia am
17. November nach einwöchiger Beratung vorgestellten Bericht legt
der Weltklimarat Vorschläge zur Verhinderung von Katastrophen
durch die von Menschen verursachte Erderwärmung vor. Das mit dem
Friedensnobelpreis ausgezeichnete Gremium bestätigt ausdrücklich,
dass die Klimaerwärmung von menschlichen Aktivitäten verursacht
werde. Die 23-seitige Kurzfassung und eine ebenfalls vorgelegte
Langfassung bilden die Grundlage für die Verhandlungen, die im
Dezember zu einem international verbindlichen Nachfolger für das
Klimaschutzprotokoll von Kyoto führen sollen.
Der
UN-Klimarat einigte sich beim Treffen in Valencia auf eine
Synthese der ersten drei Studien. Die Zusammenfassung ist eine
weitere Warnung an die Politik: Ohne durchgreifende Änderungen
würden bis zum Jahr 2100 Millionen Menschen unter Wassermangel
leiden, mehr als 40 Prozent aller Arten aussterben und 30 Prozent
aller Küstenfeuchtgebiete verloren gehen. Selbst wenn gar keine
Treibhausgase mehr produzieren würden, entkommen wir nicht den
Folgen der bisherigen Umweltverschmutzung. Durch die lange
Reaktionszeit in der Atmosphäre werden die weltweiten
Durchschnittstemperaturen bis Ende dieses Jahrhunderts auf jeden
Fall um bis zu 0,9 Grad Celsius steigen. Falls die Emissionen
weiter zunehmen, sei sogar mit einem Anstieg um bis zu 6,4 Grad zu
rechnen. Unter diesen Bedingungen könnte der Meeresspiegel im
Verlauf der nächsten Jahrhunderte sogar bis zu sieben Meter
ansteigen. Das grönländische Eisschild wäre dann z.B. vollständig
verschwunden.
Der Bericht beschreibt auch die Klimabilanz der vergangenen Jahre.
So gehörten elf der vergangenen zwölf Jahre zu den wärmsten Jahren
seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im vergangenen Jahrhundert
seien die Temperaturen um insgesamt 0,7 Grad gestiegen. Seit 1993
ist auch der Meeresspiegel um insgesamt etwa drei Millimeter im
Jahr angewachsen. Eindeutig die "Folge menschlicher Aktivitäten",
also des Ausstoßes von Treibhausgasen.
Die Punkte des vierten Berichts sind nicht neu, ihre
Zusammenstellung und Gewichtung dagegen schon.
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Der Klimawandel ist eindeutig. Der von Menschen verursachte
Klimawandel wird nicht mehr bezweifelt und schreitet schneller
voran als bislang angenommen. In den vergangenen 100 Jahren ist
die Temperatur um 0,74 Grad Celsius gestiegen.
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Für die nächsten 20 Jahre geht der Weltklimarat von einer weiteren
globalen Temperaturerhöhung um 0,4 Grad Celsius aus.
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Ursache der gemessenen Temperaturerhöhungen ist zum größten Teil
die gestiegene Emission der Treibhausgase Kohlendioxid (CO2),
Methan (CH4) und Lachgas (N2O).
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Die Emissionen von CO2 durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und
Erdgas verursachen den größten Teil des Problems und wachsen
schnell. Zwischen 1970 und 2004 stiegen sie um rund 80 Prozent.
Die vom Menschen verursachten Treibhausgase stiegen insgesamt um
70 Prozent.
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Die Kohlendioxidintensität in der weltweiten Energieversorgung
nimmt wieder zu – der langfristig abnehmende Trend kehrte sich
nach dem Jahr 2000 um.
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Ohne sofortige einschneidende politische Schritte werden die
Emissionen in den nächsten Jahrzehnten mit hoher Geschwindigkeit
weiter steigen.
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Der Klimarat zeigt, dass die größten Beiträge zur Lösung dieses
Problems unter anderem aus einer effizienteren Energienutzung
sowie aus einer Umstellung der Energieversorgung auf Solarenergie,
Windenergie, Biomasse, Geothermie und Wasserkraft zu erwarten
sind. Er nennt aber auch die Kernkraft als Möglichkeit, den
CO2-Ausstoß zu reduzieren.
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Der Bericht verweist ausdrücklich auf die Klimarahmenkonvention
von Rio de Janeiro und das Kyoto-Protokoll als Werkzeuge, um die
Erderwärmung zu bremsen.
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Die volkswirtschaftlichen Kosten der Minderung liegen im
Allgemeinen umso höher, je ehrgeiziger das Stabilisierungsziel
ist. Bei einem Stabilisierungsziel von 445 - 535 CO2-Äquivalenten
gehen die durchschnittlichen Wachstumsraten des globalen
Bruttoinlandsprodukts allerdings nur um weniger als 0,12 Prozentpunkte
jährlich zurück.
Weitere Informationen zum Thema:

INFO: Kohlendioxid
(Kohlenstoffdioxid, CO2)
Kohlendioxid ist ein farbloses, fast geruchloses und
ungiftiges Gas, das mit einer Konzentration von ca. 0,04
Prozent natürlicher Bestandteil der Luft ist.
CO2 entsteht sowohl bei der vollständigen Verbrennung von
kohlenstoffhaltigen Substanzen unter ausreichendem Sauerstoff
als auch im Organismus von Lebewesen als Produkt der
Zellatmung. CO2 wird dabei über den Atem abgegeben. Umgekehrt
sind Pflanzen, manche Bakterien und Archaeen in der Lage, CO2
durch die Kohlenstoffdioxid-Fixierung in Biomasse umzuwandeln.
CO2 wird von Pflanzen mit Hilfe des Sonnenlichts in
Kohlenstoff und Sauerstoff zerlegt (Photosynthese). Der
Kohlenstoff bleibt in der Pflanze, der Sauerstoff wird in die
Atmosphäre abgegeben.
Nur etwa 4 Prozent des jährlich emittierten CO2 stammt aus
anthropogenen (vom Menschen stammenden) Quellen. Die
wichtigsten anthropogenen Quellen für CO2 sind die Verbrennung
fossiler Brennstoffe sowie die großflächige Zerstörung von
Wäldern. Die natürlichen CO2-Emissionen betragen ca. 600 Mrd.
Tonnen/Jahr.
Eine weitere Erhöhung von CO2 in der Atmosphäre lässt eine
Zunahme der globalen Temperaturen erwarten. Im Vergleich zu
den letzten 250.000 Jahren der Erdgeschichte ist der
CO2-Gehalt der Erdatmosphäre heute am höchsten. Der CO2-Gehalt
der Atmosphäre ist seit Beginn der Industrialisierung (ca.
1800) von 280 auf etwa 370 ppm, d.h. um rund ein Drittel
angestiegen. Rund 80 Prozent der anthropogenen CO2-Emissionen
stammen aus den Industrieländern, in denen nur etwa 20 Prozent
der Weltbevölkerung leben. Kohlendioxid ist das wichtigste der
6 Treibhausgase, deren Ausstoß gemäß Kyoto-Protokoll reduziert
werden soll.
Die Bedeutung des CO2 für die Temperatur der Atmosphäre wird
heute darin gesehen, dass es die kurzwellige Lichtstrahlung
der Sonne zur Erde durchlässt, die langwellige
Wärmeabstrahlung der Erde (Infrarotstrahlung) behindert. Man
bezeichnet dies als Treibhauseffekt. Dadurch wird die
Lufthülle und als Folge dessen auch die Erdoberfläche
zusätzlich erwärmt. Daran ist nach heutiger Kenntnis CO2 neben
FCKW, Wasserdampf, Methan und anderen Gasen zu 50 Prozent
beteiligt. |

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