Literaturliste - Jugendbücher

Die vorliegende Auflistung von Jugendbüchern ist nur eine mögliche Auswahl einer Vielzahl ständig neu erscheinender Angebote. Gerade literarische Zugänge bieten die Chance, dass jugendliche Leserinnen und Leser neue, interesante und durchaus subjektive Perspektiven auf politisch und gesellschaftlich brisante Themen unserer Zeit enthalten.

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Auerbach, Inge: Ich bin ein Stern.

Weinheim 1999

Inge Auerbach wächst als Kind einer jüdischen Familie in einem schwäbischen Dorf auf. Sie erzählt aus der Sicht eines Kindes, wie sie mit ihren Eltern 1942 als Siebenjährige in das KZ Theresienstadt deportiert wird.

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Boie, Kirsten: Erwachsene reden. Marco hat was getan.

München 1995

In einer deutschen Kleinstadt brennt eines Nachts ein von Türken bewohntes Haus ab. Zwei Kinder kommen dabei ums Leben. Brandstifter ist der 15-jährige Marco. Die Autorin lässt Personen aus Marcos Umfeld über den Vorfall sprechen. Dabei zeigt sich, wer sich aus Marcos Umfeld wirklich kritisch mit dem Thema auseinandersetzt.

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Brandt, Heike: Katzensprünge.

München 1999

Der 11-jährige Dirk zieht vom Land nach Berlin. In der Großstadt wird er mit Konflikten zwischen Ausländern und Neonazis konfrontiert. Bald wird Dirk hineingezogen, setzt sich mit dem Thema auseinan-der und bezieht Stellung. Ein Roman der Mut macht.

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Brandt, Heike: Wie ein Vogel im Käfig.

München 1996

Die Vorurteile, die unweigerlich mit Ausländerfeindlichkeit verbunden sind, werden in diesem Buch aufgegriffen. Rebecca hat sich in Halef verliebt. Jedoch wird das erste Verliebtsein erschüttert, als sie erfährt, dass Halef ihre Freundin Petra vergewaltigt haben soll. Die Betroffene schweigt. Doch schließlich kommt die Wahrheit, über die Petra aus Angst und Scham nicht reden kann, ans Licht.

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Curtis, Christopher Paul: Die Watsons fahren nach Birmigham 1963.

Reinbek bei Hamburg1998

Die Familie Watson ist eine schwarze Familie, die zum Besuch der Grandma nach Birmigham, Alaba-ma, fährt. Weiße Rassisten verüben dort im Jahr 1963 einen Anschlag auf eine von Schwarzen be-suchte Kirche - jene Kirche, die auch Grandma und alle Verwandten besuchen.

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Frank, Anne: Anne Frank Tagebuch.

Frankfurt 1992

Anne Frank war Jüdin und emigrierte mit ihren Eltern in die Niederlande. Dort beginnt sie die Tage im Versteck aufzuzeichnen. Anne berichtet vor der Angst, von den Nationalsozialisten entdeckt zu werden und was es heißt, auf engstem Raum zusammenzuleben. Mit ihrem Tagebuch hinterließ sie ein Dokument, das den Völkermord an den Juden anhand ihrer Lebensgeschichte aufzeigt. Überlebt hat sie nicht.

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Hetmann, Frederik/Tondern, Harald: Die Nacht, die kein Ende nahm.

Reinbek bei Hamburg 1994

Susan und Nemed kommen aus Berlin. Mit ihrer Klasse machen sie Ferien an der Ostsee. Doch von Ferien kann keine Rede sein, als sie von Neonazis aufgegriffen und gezwungen werden, diese ins Hotel zu führen.

(mit Lehrerheft und Kassette)

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Hicyilmaz, Gaye: Du wirst mich schon finden.

München 2000

Aus der Sicht der 12-jährigen Türkin Selda wird die Einwanderung in die Schweiz geschildert. Selda schildert nicht nur die Veränderungen in der Familie, sondern auch die neue Umgebung, die es als Hindernis zu bewältigen gilt.

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König, Karin/Straube, Hannes/Taylan, Kamil: Oya - Fremde Heimat Türkei.

München 1998

Oya ist 16 Jahre, Türkin und in Frankfurt aufgewachsen. Sie fühlt sich hier wohl und will nach der Schule eine Ausbildung als Krankenschwester machen. Doch als ihre Eltern beschließen, in die Türkei zurückzukehren, bricht für sie eine Welt zusammen. Doch es kommt noch schlimmer.

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Kerr, Judith: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl.

Stuttgart 1996

Im Januar 1933 verlässt die jüdische Familie Kerr Berlin. Judith Kerr hat ihre Erfahrungen während der Emigration in einem Jugendroman festgehalten. Sie erzählt, wie der Vater, von Beruf Theaterkritiker, seinen Job verliert, und was es heißt, Emigrant zu sein und alles zurückzulassen. (mit Kassette)

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Klemperer, Victor: Das Tagebuch 1933 - 1945.

Eine Auswahl für junge Leser. Berlin 1997

Die lesefreundlich gestaltete Ausgabe für schulische Zwecke enthält die wichtigsten Auszüge aus den umfangreichen Tagebüchern von Victor Klemperer. Zudem werden die Lebensdaten, ein umfangreicher Anmerkungsapparat, historische Fakten und Fremdworterklärungen angeboten. (mit didaktischen Hinweisen im Anhang)

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Krausnick, Michail: Wo sind sie hingekommen? Der unterschlagene Völkermord an den Sinti und Roma.

Gerlingen 1995

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Krausnick, Michail: Da wollten wir frei sein! Eine Sinti-Familie erzählt.

Weinheim 1995

Bis heute wird die Vernichtung von über 500 000 Sinti und Roma ignoriert. Michail Krausnick stellt diese Vorgänge nicht nur sachlich und übersichtlich dar, immer wieder greift er auf Biografien und Erinnerungen zurück, so dass ein sehr anschauliches und erschütterndes Bild der Vorgänge entsteht.

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-ky: Heißt du wirklich Hasan Schmidt?

Reinbek bei Hamburg 2000

Matthias braucht Geld. Er übernimmt einen Job, bei dem er für einen Immobilienmakler mit einer Gruppe Jugendlicher türkische Bewohner aus einem Haus ekeln soll. Schließlich muss er vor der Polizei flüchten. Ausgerechnet Türken gewähren Matthias Unterschlupf. (mit Lehrerheft)

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Levoy, Myron: Der gelbe Vogel.

Hamburg 1999

Naomi lebt mit ihrer Mutter in New York und steht unter Schock. Sie musste mit ansehen, wie ihr Vater von Nationalsozialisten erschlagen wurde. Mit der Zeit freundet sich Naomi mit dem jüdischen Nachbarjungen Alan an. Gerade als beide Vertrauen zueinander gefasst haben, ereignet sich ein schrecklicher Vorfall.

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Maar, Paul/Ballhaus, Verena: Neben mir ist noch Platz.

München 1993

Aischas Familie fühlt sich in Deutschland nicht mehr wohl. Wegen den Anfeindungen beschließt die Familie, wieder in den Libanon zurückzukehren. Erst jetzt erkennt Aischas Freundin Steffi, was ihr die Freundin bedeutet.

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Mai, Manfred: Warum-Geschichten. Vom Streiten und Raufen.

Bindlach 1995

Manfred Mai vermag mit diesen "Warum-Geschichten" eine Sensibilität für die Ursachen und die Eska-lationsstufen von Konflikten zu wecken. Ohne die oftmals übliche Betroffenheitsrhetorik und ohne den "didaktischen Zeigefinger" zu gebrauchen, verdeutlichen die Geschichten, dass Konflikte ein Bestandteil menschlichen Zusammenlebens sind. Dieses Buch ist auch gut für jüngere Kinder geeignet.

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Orlev, Uri: Das Sandspiel.

Weinheim 1997

Der Autor erzählt über seine Kindheit im Zweiten Weltkrieg. Dabei stellt er nicht nur Fakten dar, sondern auch wie er mit Tagträumen versucht hat, mit den Grausamkeiten im Warschauer Ghetto zurecht zu kommen.

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Pausewang, Gudrun: Reise im August.

Ravensburg 1997

Alices Kindheit hört auf, als sie nach Ausschwitz deportiert wird. Auf dem Weg dorthin erlebt das Mädchen noch einmal Stationen ihres Lebens.

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Richter, Hans P.: Damals war es Friedrich.

München 1974

Zwei Jungen wachsen im selben Haus auf, gehen in die gleiche Schule und sind Freunde. Doch der Nationalsozialismus wirft seine Schatten, denn Friedrich ist Jude.

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Rhue, Morton: Die Welle.

Ravensburg 1997

Ein Lehrer an einer amerikanischen High School versucht mit einem Experiment, seinen Schülern klar zu machen, wie es zum Faschismus kommen kann und was Gruppenzwänge bedeuten können. Das Experiment ist gewagt und droht aus den Fugen zu geraten.

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Sakowski, Helmut: Prinzessin, wir machen die Fliege.

Reinbek bei Hamburg 1998

Raoul hat sich verliebt und zwar in die Kurdin Dilan. Er setzt sich für sie ein. Denn Dilan soll in die Türkei abgeschoben werden.

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Scholl, Inge: Die weiße Rose.

Frankfurt 1993

Die Geschwister Scholl leisteten in München aktiven Widerstand gegen die Herrschaft der Nationalsozialisten. Sie wurden von der Gestapo 1943 aufgegriffen und zum Tode verurteilt. Inge Scholl erzählt die Lebensgeschichte ihrer Geschwister.

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Schwarz, Annelies: Hamide spielt Hamide.

München 1986

Mit einer Schultheatergruppe will die Lehrerin dem türkischen Mädchen Hamide helfen. Gemeinsam entwirft die Klasse ein Theaterstück, das die Ankunft und ersten Schritte einer türkischen Familie in Deutschland darstellt.

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Steenfatt, Margret: Hass im Herzen.

Reinbek bei Hamburg 1992

Tono sucht den Ausgleich zur Langeweile und den beengten Wohnverhältnissen, in denen er lebt. Er findet diesen in einer Jugendgang, die Angst und Schrecken verbreitet bei allen, die nicht dem Weltbild des Führers entsprechen. (mit Lehrerheft)

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Steinhöfel, Andreas: Honigkuckuckskinder.

München 1996

In Form eines spannenden Kriminalromans setzt sich dieses Buch mit Rassismus, Armut unter deut-schen Jugendlichen und Jugendkriminalität auseinander.

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Stoltenberg, Annemarie: Gegen den Strom.

Reinbek bei Hamburg 1995

Die Texte von Elias Canetti bis Tatjana Wassiljewa thematisieren Zivilcourage im Alltag. Die Leser und Leserinnen sollen ermutigt werden, sich gegen Feigheit und Gleichgültigkeit durchzusetzten.

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Tahar, Ben Jelloun: Papa, was ist ein Fremder?

Reinbek bei Hamburg 2000

Grundlage dieses Buches bildet ein Gespräch zwischen Vater und Tochter. Was kann man gegen Fremdenhass tun? - lautet die Frage, die die Tochter dem Vater stellt. Der Vater antwortet: lernen, verstehen, Vorurteile hinterfragen. (mit CD gelesen; von Otto Schilly und seiner Tochter Jenny)

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Redaktioneller Hinweis:

Die vorliegende Liste von Jugendbüchern kann - angesichts des Angebots - nur eine Auswahl darstellen. Wir sind stets bemüht, diese Liste zu aktualisieren. Sollten Sie geeignete Jugendbücher kennen, so können Sie uns dies gerne mitteilen:

Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg,
Referat IV/4,
Stafflenbergstr. 38,
70184 Stuttgart
Fax: 0711/164099-77

E-Mail: siegfried.frech@lpb.bwl.de

Redaktion und Recherche: Tessa Debus/Siegfried Frech

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