OECD-Jahresbericht "Bildung auf einen Blick" 2012

OECD Jahresbericht 2012. © OECD, 2012
© OECD, 2012

Fast alle Vierjährigen in Deutschland gehen in die Kita, das ist die gute Nachricht aus der aktuellen Studie "Bildung auf einen Blick 2012" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, die am 10. September 2012 in Berlin vorgestellt wurde. Doch bei den Bildungsausgaben liegt Deutschland im internationalen Vergleich weiterhin zurück. Besonders deutlich stellt die Studie zudem fest, dass Arbeiterkinder in Deutschland kaum Aufstiegschancen haben und vielfach sogar hinter dem Bildungsniveau ihrer Eltern zurück bleiben.

Wie bereits in den Vorjahren stellt die OECD in der aktuellen Studie "Bildung auf einen Blick 2012" fest, dass es im internationalen Vergleich in Deutschland nach wie vor weniger Hochschulabsolventen gibt. Außen vor lässt die Studie aber nach Meinung der Kultusministerkonferenz regelmäßig länderspezifische Besonderheiten, wie die betriebliche Ausbildung, die Facharbeiter auch ohne Hochschulabschluss Facharbeiter produziere. Daher könne die Bundesrepublik hier im Vergleich zu Nationen, wo auch Hebammen oder Krankenschwestern auf Hochschulen gehen, nur regelmäßig schlecht ausssehen.

Die OECD-Studie attestiert dem deutschen Bildungssystem im langjährigen Vergleich Fortschritte auf einigen Gebieten: junge Menschen fallen in Deutschland seltener aus dem Berufs- und Bildungssystem heraus als in anderen Industrieländern. Selbst die internationale Wirtschaftskrise bewirkte nicht, dass es mehr Verlierer gab. Positiv vermerken die Forscher auch, dass in Deutschland inzwischen 96% der Vierjährigen in Kindertagesstätten gehen, weit mehr als im Durchschnitt der teilnehmenden Länder. Im Kindergartenbereich gibt Deutschland im internationalen Vergleich auch mehr Geld aus, während es bei den übrigen Bildungsausgaben zurückliegt.

Allerdings zeigt die Studie auch, dass in Deutschland zu wenige durch Bildung nach oben kommen wollen oder daran durch äußere Umstände gehindert werden. 20% der Deutschen zwischen 25 und 34 Jahren erwerben einen Bildungsabschluss, der höher ist als der ihrer Eltern, 22% bleiben hingegen hinter dem Abschluss der Eltern zurück. Damit überwiegt die Abwärtsmobilität, ein Trend, der international sehr selten ist. "Die Funktion des Bildungssystems als Motor für Aufstieg zwischen den Generationen ist relativ schwach in Deutschland", attestiert die OECD.

OECD: Bildung auf einen Blick 2012 (Zusammenfassung)

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