PISA 2003

Besonderheiten bei PISA 2003

Im April 2003 startete PISA 2003 mit den Schwerpunkten Mathematik und fächerübergreifendes Lernen. In Deutschland wurden 45.000 Schüler im Alter von 15 Jahren geprüft, weltweit etwa 250.000 Schüler aus 41 Staaten. Die ersten Ergebnisse sind jetzt bekannt gegeben worden. Bei PISA 2003 gibt es gegenüber PISA 2000 eine Reihe von Neuerungen und Erweiterungen, sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene.

Neuerungen international

Die Organisationsstruktur auf internationaler Ebene ist im wesentlichen unverändert geblieben.

  • PISA 2003 deckt die Kompetenzbereiche Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften sowie Problemlösen ab, nun mit Mathematik als Schwerpunktgebiet.
  • Für alle Kompetenzbereiche wurde eine Itemauswahl aus dem ersten Erhebungszyklus getroffen, die aufgrund der (u.a. psychometrischen) Eigenschaften Trendanalysen über längere Zeiträume und über die beteiligten Länder gestattet.
  • Die Zielpopulation der 15-Jährigen bleibt gleich. PISA bietet 2003 als internationale Option eine zusätzliche schuljahrgangsbezogene Erhebung an. Das erlaubt z.B. vollständige Klassen in die Stichprobe einzubeziehen.
  • Es wurde wiederum ein Schülerfragebogen mit 20-30 Minuten Bearbeitungszeit vorgegeben. Wie in PISA 2000 wurden zentrale demographische Daten und einige Indikatoren des sozialen und familiären Hintergrunds erhoben. Im Blickpunkt stehen dann Schülermerkmale, die für die Auseinandersetzung mit Mathematik bedeutsam werden (z.B. mathematikbezogene Motivation und Lernstrategien).
  • Auch der Fragebogen zum Schulkontext, den die Schulleitungen ausfüllen, erhält eine mathematikspezifische Akzentuierung. Die Fragen richten sich auf Strukturmerkmale, materielle und soziale Ressourcen, aber auch auf Unterrichtsbedingungen.

Neuerungen national

Auch im zweiten Zyklus hat das deutsche Konsortium die internationale Untersuchung durch eine Reihe von nationalen Optionen ergänzt. Wie 2000 gibt es auch 2003 an allen PISA-Schulen einen zweiten Testtag für ergänzende nationale Leistungstests und Fragebogen. Eine kleine Gruppe von Schülerinnen und Schülern erhielt schließlich an einem dritten Testtag computergestützte Tests zum Problemlösen. PISA bietet die Möglichkeit, die international verbindliche Stichprobe zu erweitern und das Erhebungsprogramm anzureichern. Deutschland nahm auch 2003 die Möglichkeit wahr, die Stichprobe so zu ergänzen, dass aussagekräftige Vergleiche zwischen den Ländern der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt werden können. Für diesen Zweck wurde die Stichprobe bundesweit um ca. 1300 zusätzliche Schulen aufgestockt. Der Bericht über die Ergebnisse des Ländervergleichs in Deutschland wird im September 2005 präsentiert.

Ziel der Ergänzungen ist es, Ursachen für interindividuelle Leistungsunterschiede und Ansatzpunkte für konstruktive Interventionsmaßnahmen aufzufinden. Weiterhin wird mit den Ergänzungen gewährleistet, dass Stoffgebiete und Problemstellungen, die in deutschen Schulen gelehrt werden, aber in den internationalen PISA-Tests nur unzureichend repräsentiert sind, getestet werden.

  • Auch im nationalen Ergänzungsteil wurden neue Aufgaben entwickelt, es wurde aber auch eine Auswahl von Aufgaben aus PISA 2000 getroffen.
  • Zusätzlich wurden differenzierte Untersuchungen von Unterrichtsbedingungen und fachspezifischen Voraussetzungen auf der Schüler- und Lehrerseite im Schwerpunktgebiet Mathematik bei kompletten neunten Klassen im Rahmen eines Längsschnittdesigns durchgeführt. Im Jahr 2004 wurden in 10. Klassen (außer in Hauptschulen) Kompetenzmessungen und Bedingungserhebungen im Bereich Mathematik durchgeführt. Die Messwiederholung 2004 dient dazu, im Längsschnitt Erklärungsmodelle für Kompetenzentwicklung im Bereich Mathematik unter Unterrichtsbedingungen zu überprüfen. Getestet wurden alle 10. Klassen, die 2003 als komplette neunte Klassen in die PISA-Studie miteinbezogen waren.

Ergebnisse PISA 2003

Bei der zweiten weltweiten PISA-Schulstudie hat Deutschland insgesamt erneut schlecht abgeschnitten. Für die neue Studie waren im Frühjahr 2003 bundesweit 45.000 Schüler im Alter von 15 Jahren getestet worden. Die deutschen Schüler landen in allen drei Testdisziplinen nur in der Mitte der Leistungstabelle von 41 Industriestaaten.

Beim aktuellen Schwerpunkt Mathematik konnten sie sich um drei Plätze verbessern und belegen jetzt den 19. Rang. Beim Lesen und Textverständnis, die Schlüsselkompetenz für das Lernen in Schule und Beruf, kommen sie dagegen nur auf Platz 21. Beim Lösen von realen Problemen sind die deutschen Schüler mit 513 Punkten klar besser als der Durchschnitt von 500 Punkten.

Drei Jahre nach der ersten PISA-Studie belegt die Untersuchung erneut: In keinem anderen vergleichbaren Staat der Welt hängt der Schulerfolg so stark von Einkommen und Vorbildung der Eltern ab wie in Deutschland. Das deutsche Schulsystem versagt nach dem Fazit der Forscher bei der Förderung von Arbeiter- und Migrantenkindern. Bei gleicher Begabung hat ein Akademikerkind in Deutschland eine mehr als dreimal so große Chance, das Abitur zu erlangen, als ein Facharbeiterkind.
Erschreckend hoch ist der Anteil so genannter Risikoschüler. Mehr als 22 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland können auch laut der neuen PISA-Studie einfachste Texte nicht lesen und verstehen sowie selbst am Ende ihrer Pflichtschulzeit allenfalls auf Grundschulniveau rechnen. In keiner anderen großen Industrienation ist die Zahl der Schüler, die nur das unterste Testniveau erreichen, so hoch wie in Deutschland. Beim ersten PISA-Test waren dies 22,6 Prozent.

Ohne tief greifende Schulreform droht Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb weiter zurückzufallen. Bei der offiziellen Präsentation der neuen weltweiten PISA-Schulstudie in Brüssel wurde vor allem eine bessere Förderung schwacher Schüler verlangt. Die Schüler in Deutschland hatten ihre Leistungen leicht verbessern können und liegen jetzt knapp im Mittelfeld.

Spitzenplätze bei der PISA-Untersuchung 2003 nahmen Hongkong, Finnland und Korea ein. Wichtiger als die Platzierung eines Landes in der internationalen Rangliste sei die jeweilige Entwicklung, sagte Bildungsexperte Andreas Schleicher von der OECD bei der Vorstellung der Studie am 6. Dezember in Brüssel. Polen habe sich verglichen mit dem Jahr 2000 deutlich verbessert, Finnland seine Spitzenposition weiter ausgebaut. Deutschland verharre im Mittelfeld.

Die Länder mit gutem Ergebnis bieten nach Angaben von OECD-Fachmann Andreas Schleicher eine Förderung schwacher Schüler sowie Vorschulunterricht für viele Kinder an. Eine klare Vision dessen, was Schüler an Fähigkeiten brauchten, und höhere Verantwortung für die einzelnen Schulen trügen ebenfalls zu guten Ergebnissen bei.

Beim diesjährigen PISA-Schwerpunkt Mathematik zeigen deutsche Schüler zwar mittelmäßige Leistungen, wenn es um Grundrechnen geht. Bei anspruchsvollen Aufgaben in Wahrscheinlichkeitsrechnen oder Geometrie fallen sie jedoch zurück. In der Gesamtwertung Mathematik erzielt Deutschland 503 Punkte. Beim ersten PISA-Test waren dies 490. Wegen der statistischen Fehlertoleranz zählt dies nicht als deutliche Leistungsverbesserung. Mehrere Staaten liegen um die Punktzahl 500 herum dicht beieinander.

Bei Lesen und Textverständnis, Schwerpunkt des ersten PISA-Tests im Jahr 2000, kommt Deutschland auf den 21. Rang, gewinnt aber nur wenige Punkte hinzu. Auch dies gilt nicht als Sprung nach vorn. Im Nebengebiet Naturwissenschaften erreicht Deutschland nun den 18. Rang. Zuvor war dies der 20. Platz. In Naturwissenschaften hatte Deutschland bereits bei der PISA-Vorgänger-Untersuchung TIMSS im Jahr 1997 das Mittelfeld erreicht.
Beim Lesen- und Textverständnis hat sich die Gruppe der leistungsstarken deutschen Schüler gegenüber dem ersten PISA-Test leicht verbessert, die schwachen Schüler sind dagegen schwach geblieben. Auch der neue PISA-Test zeigt: In keinem anderen vergleichbaren Industriestaat klaffen zugleich so große Leistungsunterschiede zwischen guten und schlechten Schulen, wie in Deutschland.

Die Veröffentlichung des ersten PISA-Schultestes im Dezember 2001 hatte eine breite bildungspolitische Debatte ausgelöst. Die Kultusminister verständigten sich auf mehr frühkindliches Lernen schon im Kindergarten. Der Bund unterstützt die Länder beim Aufbau von Ganztagsschulen bis 2007 mit vier Milliarden Euro. Für den Unterricht wurden neue Bildungsstandards entwickelt, die für alle Bundesländer gleichermaßen gelten sollen. Eine Diskussion über die Schulstruktur lehnten die Kultusminister bisher ab. Als einziger Staat der Welt trennt Deutschland schon zehnjährige Kinder in verschiedene Schulformen.

Deutschland kann sich nach den Worten von Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) mit seinem mittelmäßigen Abschneiden nicht zufrieden geben. "Die Schüler in Deutschland brauchen einen besseren Unterricht, bessere Betreuung und eine bessere individuelle Förderung", sagte Bulmahn. Als Konsequenz aus der ersten Pisa-Studie hatte die Bundesregierung 2002 beschlossen, die Länder bei der Ausweitung von Ganztagsschulen finanziell zu unterstützen. Ministerin Bulmahn hatte zudem das Ziel formuliert, das deutsche Bildungswesen bis 2010 international an die Spitze zu führen.

Die Kultusminister wollen trotz zunehmender Rufe nach grundlegenden Veränderungen im deutschen Schulsystem ihren behutsamen Reformkurs fortsetzen. Bei der offiziellen Vorstellung der deutschen PISA-Ergebnisse in Berlin sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Doris Ahnen (Rheinland-Pfalz/SPD), die leichten Leistungsverbesserungen seit der ersten PISA-Studie vor drei Jahren seien eine "Bestätigung für die Arbeit der deutschen Schulen".

Als klarer Aufsteiger des zweiten PISA-Tests gilt Polen, das sich nach einer umfassenden Schulreform von einem der letzten Plätze bei PISA I in der wichtigsten Basiskompetenz Lesen und Textverständnis an Deutschland vorbei ins obere Mittelfeld vorarbeiten konnte. In Polen waren nach dem ersten PISA-Schock Reformen besonders schnell umgesetzt worden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) äußerte sich mit scharfer Kritik an den Kultusministern. Zwischen der Veröffentlichung des ersten PISA-Schultestes im Dezember 2001 und der neuen PISA-Erhebung im Sommer 2003 seien fast 18 Monate vergangen. „Wertvolle Zeit zum Beispiel für Sofortmaßnahmen in der Lehrerweiterbildung, Zeit für ein groß angelegtes Lese- und Sprachförderprogramm vor allem in den Hauptschulen blieb ungenutzt“, bemängelte GEW-Vorstandsmitglied Marianne Demmer.

Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften
PISA 2003 - Ergebnisse des zweiten internationalen Vergleichs (PDF)
Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften
PISA (Programme for International Student Assessment)
Die PISA-Studie wird im Auftrag der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) durchgeführt. Sie wird koordiniert von einem Internationalen Konsortium unter Leitung des Australian Council for Educational Research (ACER). Die Nationale Projektleitung für Deutschland liegt beim Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) in Kiel.
PISA Deutschland
PISA OECD
KMK: Stellungnahme der Kultusministerkonferenz zu PISA 2003
       
Spiegel-Online: PISA II - Die Schlacht um die Deutungshoheit hat begonnen
tagesschau: PISA-Studie: Ergebnis: Deutsche Schüler weiter mittelmäßig
ZDFheute: In Mathe besser - ein bisschen

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PISA 2003 Bundesländerbericht

Der zweite nationale PISA-Bericht (Oktober 2005), der die Leistungen in den Bundesländern vergleicht, bestätigt erneut, dass in keinem anderen vergleichbaren Staat der Welt der Schulerfolg so stark von Einkommen und Vorbildung der Eltern abhängig ist wie in Deutschland. Schüler aus einfachen Familien haben - bei gleicher Intelligenz - eine ungleich geringere Chance, ein Gymnasium zu besuchen als Akademikerkinder. So haben in Bayern Schüler aus der Oberschicht eine 6,65-mal größere Chance, Abitur zu machen als Arbeiterkinder. Allerdings hat Bayern insgesamt weniger Abiturienten, dafür mehr Jugendliche mit gutem Hauptschulabschluss. Wer allerdings nur  nach der Abiturientenquote schielt, vergisst den hohen Anteil an Fachabiturienten. 43 Prozent der Studenten an bayerischen Universitäten und Fachhochschulen kamen über die berufliche Bildung ins Studium.
In Sachsen ist der Chancen-Vorteil für Kinder aus Akademikerfamilien 2,79 Mal so hoch. Zieht man für die Bewertung der 16 Schulsysteme in den Bundesländern sowohl die reinen Schülerleistungen als auch die soziale Förderung heran, so gilt der Freistaat dennoch als eigentlicher Sieger des zweiten Pisa-Schultests.

Die am 15. Mai 2006 präsentierte Sonderauswertung der Pisa-Studie von 2003 bestätigt, dass Kinder von Zuwanderern im deutschen Bildungssystem weitgehend abgehängt sind. Migrantenkinder, die nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, sind im deutschen Schulsystem so gut wie ohne Chancen. Im Gegensatz zu Kindern aus russischen Migrantenfamilien benutzten z.B. türkische Schüler - obwohl sie in Deutschland geboren und zur Schule gegangen sind - "zu vergleichsweise geringen Anteilen die deutsche Sprache im Alltag". Ihre durchschnittlichen Kompetenzen im Lesen und in der Mathematik liegen deshalb "in fast allen Ländern auf einem Niveau, welches ein erfolgreiches Weiterlernen in Ausbildung und Beruf gefährdet erscheinen lässt", warnen die Pisa-Experten.
Im internationalen Vergleich ist Deutschland eines der Länder, wo Einwandererkinder die größten Leistungsrückstände gegenüber einheimischen Schülern aufweisen. Während im Durchschnitt der 17 von der OECD untersuchten Länder 15-jährige Migrantenkinder rund 48 Pisapunkte und damit ein Schuljahr hinter ihren gleichaltrigen Schulkameraden zurücklagen, hatten nicht in Deutschland geborene Zuwandererkinder einen Rückstand von 70 Punkten.
Mehr als 25 Prozent der Schüler der ersten Generation, die nicht in Deutschland geboren sind und deren Eltern aus dem Ausland stammen, verfügen in Mathematik nicht einmal über Grundkenntnisse. In Deutschland geborene Migrantenkinder der zweiten Generation lagen mit ihren Schulleistungen umgerechnet sogar fast zwei Schuljahre zurück. Mehr als 40 Prozent dieser Schüler erreichten in Mathematik nicht die elementaren Grundkenntnisse der Leistungsstufe 2, die als kaum verzichtbar gelten für spätere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch bei der Lesekompetenz schnitt die zweite Zuwandergeneration ähnlich schlecht ab.
Mit diesem Ergebnis ist Deutschland Schlusslicht in der internationalen Vergleichsstudie. Die Direktorin des OECD-Bildungsreferats, Barbara Ischinger, empfahl den deutschen Kultusministern, die Sprachförderung für Migrantenkinder zu verstärken. Die Unterschiede fallen in den Ländern geringer aus, die über fest etablierte Sprachförderprogramme verfügen.

Erneut bestätigt auch dieser Pisa-Bericht die enormen Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern, Resultat eines föderalistischen Bildungssystems. Die Ergebnisse der im Frühjahr 2003 durchgeführten Tests von bundesweit 5.000 Schülern hatten die Kultusminister bereits im Sommer vorgestellt. Erstmals werden nun auch Leistungs-Ergebnisse für die einzelnen Schulformen genannt. Erwartungsgemäß schneiden dabei Bayerns Hauptschulen am besten ab, die Hauptschulen aus den Stadtstaaten Berlin und Bremen besonders schlecht.
Zwischen Gymnasiasten unterschiedlicher Bundesländer klafft eine Wissenslücke von bis zu einem Schuljahr. Zu diesem Ergebnis kommt das deutsche Pisa-Konsortium, das die Gesamtergebnisse eines zweiten Bundesländervergleichs am 3. November 2005 in Berlin vorstellte.
Während bayerische Gymnasiasten bei verschiedenen mathematischen Aufgaben mit 613 Punkten die Nase vorn hatten, erreichten Schüler in Bremen nur 562 Punkte. Die Leistungsdifferenz ist mit 51 Punkten erheblich und würde in Zeit gemessen ein ganzes Schuljahr umfassen. Bezieht man alle Schulformen in die Berechnung ein, ergibt sich gar ein Unterschied von 62 Leistungspunkten. Zu den starken Schülern zählen weiter Mädchen und Jungen aus Sachsen, während Schüler aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Hamburg und Berlin schlechter abschnitten.

Die Ergebnisse fügen sich logisch in den internationalen Vergleich: Bayerische Schulen gehören in Mathematik zu den Top-Fünf aller OECD-Staaten. Berlin, NRW, Hamburg und Bremen verweilen unter dem OECD-Durchschnitt.
Auch im Lesen und in den Naturwissenschaften gibt es ein starkes Leistungsgefälle zwischen den Gymnasiasten. Ähnlich den bereits im Sommer veröffentlichten Daten, in denen sämtliche Schulformen zusammengefasst wurden, rangieren Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg wieder an der Spitze.

Ein Viertel der in der Pisa-Studie getesteten Jugendlichen gelten als "Risikokandidaten", obwohl sie durchaus beachtliche Fähigkeiten haben. Während die Pisa-Siegerländer es schaffen, auch leistungsschwache Schüler zu guten schulischen Abschlüssen zu führen, bleibt dieses Bildungspotenzial in Deutschland ungenutzt.

Ein geradezu erschreckendes Urteil stellte die Beraterfirma McKinsey aus: "Wir haben nicht nur eines der schlechtesten, sondern auch das sozial ungerechteste Bildungssystem in Europa", sagte McKinsey-Deutschlandchef Jürgen Kluge. Das Unternehmen betrachtet Ganztagsschulen als vorbildlich. Dieses Modell, so Kluge, könnte beispielhaft sein für die Aufgabenverteilung zwischen Bund, Ländern und den Bildungsträgern: "Der Bund setzt die Standards. Umgesetzt werden sie dann weitgehend dezentral, am besten direkt dort, wo Kinder und junge Menschen ausgebildet werden."

Insgesamt konnten sich zahlreiche Länder im Vergleich zum OECD-Durchschnitt bei PISA 2003 besser positionieren als bei PISA 2000. In der aktuellen Erhebung liegen drei Länder in allen Kompetenzbereichen über dem OECD-Mittelwert: Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg. Für Bayern kann bestätigt werden, dass der Anschluss an die internationale Spitzengruppe in allen Kompetenzbereichen gelungen ist. Gegenüber PISA 2000 befinden sich zudem nun mehr Länder im internationalen Durchschnittsbereich.

Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften
PISA 2003: Ergebnisse des zweiten Ländervergleichs - Zusammenfassung (pdf-Datei, ca. 1.3 MB)
       
Kultusministerkonferenz:
Stellungnahme der Kultusministerkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Ländervergleichs von PISA (PISA 2003-E). Zentrale Erkenntnisse aus dem Ländervergleich: Fortschritte und Herausforderungen (pdf)
       
BpB: Soziale Auslese und Bildungsreform

Spiegel: Pisa-Analyse

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