Pressespiegel
Mit dieser Seite möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Arbeit der Landeszentrale für politische Bildung im Spiegel der Presse geben.
30.08.11
Wenn Jugendliche zum ersten Mal über Politik reden
Landeszentrale für politische Bildung ist von Präventionsprojekten zum Thema Extremismus und Islamismus überzeugt
19.07.11
Bildungsüberfall: 6-Uhr-Wecken im Namen der Demokratie
Die Landezentrale für politische Bildung weckte am Montagmorgen Menschen im Freiburger Stadtteil Weingarten, um für Demokratie zu werben. Wir waren dabei.
24.05.11
Wie politische Bildung fesseln kann
Aktion Zum Geburtstag des Grundgesetzes sind Passanten informiert
und in Diskussionen einbezogen worden.
20.05.11
Der Tankerkapitän bittet um Geduld
Ein Abend mit dem EnBw-Chef und Atomkraft-Fan Hans-Peter Villis im Freiburger Audimax.
9.05.11
Clara bringt es auf den Punkt
Wettbewerb: Bunsen-Gymnasium setzte sich bei Debattier-Meisterschaften im Heidelberger Rathaus durch
14.04.11
Politik fängt schon in der Schule an
Da sage noch einmal einer, die Jugend sei nicht politisch interessiert: Im Jugendbistro an der Stadtmühle trafen sich jetzt 17 Jugendliche aus drei Landkreisen um innerhalb des Regionalen Arbeitskreises (RAK) politische Bildung zu diskutieren.
9.04.11
"Die sind richtig gut, aktiv und wissbegierig"
Die Viertklässler der Grundschule Bachheim-Unadingen beweisen ihr Wissen auf der "Spielwiese Baden-Württemberg".
24.03.11
Kurzweiliges Pub-Quiz um die Wahl
Landeszentrale für politische Bildung organisierte in der Rocca statt Stammtischpolitik ein Polit-Quiz rund um die Landtagswahl.
1.03.11
Wer die Wahl hat . . .
Stuttgart. Von A wie Atompolitik bis Z wie Zankapfel Bildung: Zur Landtagswahl bietet der "Wahl-O-Mat" ab sofort Orientierung im Wahlprogramm der Parteien und eine Entscheidungshilfe für den 27. März.
16.02.11
Unterwegs im eigenen Bundesland
Drittklässler der Alemannen-Grundschule in Mengen nahmen am Projekt "Spielwiese" der Landeszentrale für politische Bildung teil.
04.02.11
Landtagswahl im Mittelpunkt
Ganz im Zeichen der Politik stand gestern ein Aktionstag für die Schüler der neunten Klasse, den die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg veranstaltete.
27.01.11
Die Leicht-Version der Politik
Landtagswahl 2011: CDU, SPD und Grüne fassen ihre Programme auch in behindertengerechte Sprache - Liberale und Linke passen
24.01.11
"Mehr als nur Gäste"
Eine Ausstellung über das demokratische Zusammenleben mit Muslimen wird jetzt in Schwäbisch Hall gezeigt.
Stuttgarter Nachrichten, 30. August 2011
Wenn Jugendliche zum ersten Mal über Politik reden
Landeszentrale für politische Bildung ist von Präventionsprojekten zum Thema Extremismus und Islamismus überzeugt
STUTTGART (lsw). Jugendliche über die Gefahren von Vorurteilen und extremen Ideologien aufzuklären - diese Aufgabe hat sich das Projekt "Team meX. Mit Zivilcourage gegen Extremismus" seit zwei Jahren auf die Fahnen geschrieben. Im September läuft die Finanzierung durch die Baden-Württemberg Stiftung aus. Das Ziel: Mit Geld aus dem Haushalt soll das Projekt dauerhaft verankert werden.
"Es ist wichtig, dass Menschen gegen Extremismus geimpft sind", sagte der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Lothar Frick. Er blickt auf 300 Veranstaltungen in den vergangenen Jahren im Südwesten zurück.
Die Landeszentrale betreut das Projekt in Kooperation mit dem Landesamt für Verfassungsschutz. Mitarbeiter des "Team meX" begleiten Veranstaltungen zu zwei Übergreifenden Themen: Im Bereich Rechtsextremismusprävention boten sie zwei Schuljahre lang vor allem Projekttage, bei der Islamismusprävention schulten sie seit November 2010 Pädagogen und sensibilisierten sie für das oft verdrängte Thema.
Wenig Wissen über den Islam
Über mangelnde Nachfrage konnte sich Frick nicht beschweren. "Der Erfolg ist nicht klassisch messbar", räumt er ein. Die Rückmeldung der Lehrer zeige aber, dass viele Schüler sich in Rollen-und Planspielen zum ersten Mal für Politik interessierten. Mit 190 Projekttagen wurden mehr als 4.000 Jugendliche erreicht. "Meine Erfahrung ist, dass Rechts-und Linksextremismus sowie Islamismus bei der großen Mehrheit nicht infrage kommen", sagt Frick. Dennoch: "Es kann sich im Rahmen eines Projekttags aber auch ergeben, dass ein Lehrer merkt, dass er ein oder zwei Schüler mit einer antisemitischen Einstellung in der Klasse hat", erläutert Frick. Auf diese müsse man hinterher gezielt zugehen.
Wegen der hohen Nachfrage wurden statt 30 mehr als 50 Schulungen zum Thema Islamistischer Extremismus angeboten. "Wir stellen fest, dass es oft an Sachwissen zum Thema Islam fehlt." Die Multiplikatoren sollen den praktischen Umgang mit dem Phänomen lernen. "Gerade bei Leuten im Jugendbereich gibt es eine gewisse Unsicherheit: "Wie soll ich das bewerten, wenn eine Schülerin mit einem Kopftuch auftaucht?" Jugendliche für Politik zu begeistern, sei in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden, sie orientierten sich an kurzfristigen Themen und benutzten andere Formen der Kommunikation.
"Die Generation Tageszeitung hat sich um die Generation Facebook erweitert." Extremisten vertrieben Videos oder Kleidung im Netz. "Sie versuchen, über das Internet in die Jugendkultur einzudringen." Um Jugendliche verstärkt über neue Medien anzusprechen, kämen zum Beispiel Handy-Apps infrage, die Filme gegen rechts zeigten. Von Oktober 2008 bis September 2011 wurde das"Team meX" mit 300.000 Euro und zwei Stellen gefördert. Wenn das Projekt dauerhaft unterstützt werde, könne Frick sich neben den bewährten Planspielen auch vorstellen, ein Angebot zur Islamismusprävention für Jugendliche auf die Beine zu stellen. "Selbst im Internetzeitalter ist der Kontakt Mensch zu Mensch wichtiger als der Kontakt PC zu PC."
Badische Zeitung, 19. Juli 2011
Bildungsüberfall: 6-Uhr-Wecken im Namen der Demokratie
Die Landezentrale für politische Bildung weckte am Montagmorgen Menschen im Freiburger Stadtteil Weingarten, um für Demokratie zu werben. Wir waren dabei.
Von Fabian Vögtle
Unter dem Motto "Wenn der Milchmann zweimal klingelt" haben gestern früh ab sechs Uhr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) Bewohner der Krozinger Straße geweckt. Wer die Tür öffnete, bekam eine Demokratie-Frühstückstüte. Es war der zweite "Bildungsüberfall" der Freiburger Außenstelle der Landeszentrale.
"Die Demokratie braucht aufgeweckte Leute." Mit diesem Spruch überrascht Stefanie Sacherer kurz nach sechs Uhr lächelnd die Bewohner in einem Hochhaus an der Krozinger Straße. In der Hand hält die 21-jährige künftige Politikstudentin eine "Demokratie-leben-Tüte". Neben Milch und einer Brezel steckt darin unter anderem das Grundgesetz. Damit sollen die Menschen im Wahlbezirk mit der geringsten Wahlbeteiligung Freiburgs auf die Grundrechte der Demokratie aufmerksam gemacht werden. Dass Michael Wehner, Leiter der LpB-Außenstelle, und sein 15-köpfiges Team mit ihrer provokativen Aktion gerade in den Grenzbereich der Privatsphäre stoßen, gehört bewusst mit dazu.
Wer dachte, dass die LpB-Mitarbeiter bei ihrer morgendlichen Demokratie-Tour durch die Hochhausflure ein blaues Auge oder eine dicke Lippe von den aus dem Bett geklingelten Bewohnern riskieren, hatte sich getäuscht. Zwar hatten einige ihre Klingel ausgestellt oder blieben einfach liegen. Doch bei knapp der Hälfte der Weingartner öffnete sich die Wohnungstür und nur wenige knallten diese gleich murrend wieder zu. Meist nahmen sie die Frühstückstüte freundlich lächelnd im Schlafanzug entgegen und bedankten sich herzlich. Ein älterer Mann öffnete die Tür mit der Frage "Was gibt’s Neues?" und erklärte, dass er immer aufmache, egal zu welcher Zeit. Schließlich sei er Schlesier und habe schon viel erlebt. Eine Frau bedankte sich: "Ich weiß es zu schätzen, in einer Demokratie zu leben." Und ein junger Familienvater, der sich über den Überraschungsbesuch freute und die Aktion lobte, hatte beim Blick in die Frühstückstüte nur einen Kritikpunkt: "Die Butter fehlt." Zusammen mit Mitarbeiter Felix Steinbrenner kam Michael Wehner, der Freiburger Chef der LpB, auf die Idee zum zweiten Bildungsüberfall. "Das kam nicht einfach aus dem hohlen Bauch heraus", erzählt der Organisator, der für die Aktion mit einem Gesamtbudget von 1.000 Euro kalkuliert. Schließlich habe die LpB den Auftrag für politische Breitenbildung. Und gerade deshalb sei es wichtig, nicht nur für bereits politisch Interessierte Angebote zu machen. Sondern auch bisher politikferne Menschen zu animieren, sich einzumischen und wählen zu gehen. "Es wird zwar eine symbolische Aktion bleiben", weiß Wehner, "aber nur so kann man einen Impuls in Gang setzten."
Zum Tag der Deutschen Einheit hatte die LpB 2010 bereits in einer McDonald’s-Filiale auf das Unrecht des DDR-Regimes und die Vorzüge der Demokratie hingewiesen. Und auch für das kommende Jahr ist eine Aktion geplant. "Wir wollen in der Wartezone Supermarktkasse den Zeitraum nutzen und den Leuten beim Eintüten helfen", verrät Wehner schon jetzt.
Stuttgarter Zeitung, 24. Mai 2011
Wie politische Bildung fesseln kann
Aktion Zum Geburtstag des Grundgesetzes sind Passanten informiert
und in Diskussionen einbezogen worden.
Von C1audia Leihenseder
Stellen Sie Sich vor, Sie gehen nichtsahnend auf der Königstraße daher, auf
einmal kommen zwei junge Männer und fesseln Sie. Ein überfall? Nein, das ist moderne politische Bildung. Denn genau zu diesem Zweck ist der sogenannte Walk of Liberty am Schlossplatz errichtet worden. Er wurde von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) und der Münchener Nemetschek- Stiftung konzipiert.
Mit der Fesselaktion sollen die' Bürger und Passanten auf die Freiheitsrechte, die seit 62 Jahren im Grundgesetz verankert sind, aufmerksam gemacht und ins Gespräch gebracht werden.
So etwas wirkt nach", sagt Michael Wehner, Leiter der LpB-Außenstelle Freiburg. Solche Aktionen seien einprägsamer als die Wortkultur, die sonst im Zusammenhang mit politischer Bildung gepflegt werde. Auch andere Überraschungen haben die Politikvermittler auf Lager: Noch harmlos ist die Parkbankintervention bei der sich zwei Mitarbeiter kurz nacheinander auf eine bereits besetzte Bank setzen, eine Diskussion anfangen und damit versuchen, den oder die Nebensitzer mit einzubeziehen.
"Wir haben 'auch noch ein paar Uniformen dabei", sagt Wehner, verrät allerdings nicht mehr über ihren provokanten Einsatz. Vielmehr erzählt er von der Aktion in München, wo der Walk of Liberty bereits von Donnerstag bis Samstag in der Fußgängerzone beim Richard-Strauss-Brunnen gastiert hat: "Wir haben einem Mann, der seit 50 Jahren die ,Bild'-Zeitung liest, das Blatt einfach abgeknöpft", berichtet Wehner. Die Begründurig für diese Aktion: Boulevardzeitungen seien vom nächsten Tag an verboten, Wehner: "Der Mann hat richtig angefangen zu zittern."
Von erschreckten Passanten ist in Stuttgart am Montagmittag allerdings noch wenig zu sehen. Ein Zweiergrüppchen ist tief in ein Gespräch mit den Aktivisten verwickelt - und in ein rotes Seil, das aber nicht zu stören scheint. Grundgesetze werden kostenlos verteilt: Und jeder, der will, kann im Musikpavillon auf den Geburtstag dieses Werks mit einem Glas Sekt anstoßen.
Der Walk of Liberty vor dem Königsbau ist an den Wall of Fame in Los Angeles angelehnt. Statt Filmstars haben sieben Freiheitsrechte aus dem Grundgesetz einen Stern erhalten und eine Stele, auf der das Recht plakativ dargestellt wird. Fühlboxen sollen die Rechte greifbar machen. In einer Box sind eine Kerze und eine Buddhastatue zu ertasten. Klar, hier geht es um die Religionsfreiheit. Das Amüsante: "Ursprünglich war auch noch ein Holzkreuz in dieser Fühlbox. Das ist allerdings gestohlen worden - in München", sagt Wehner.
Information: Die Installation Walk of Liberty ist noch bis einschließlich Mittwoch, 25. Mai auf dem Schlossplatz rund um den Musikpavillon von 10 bis 18 Uhr zu sehen.
Das Programm steht unter
www.walk-of-liberty.de
Badische Zeitung, 20. Mai 2011
Der Tankerkapitän bittet um Geduld
Ein Abend mit dem EnBw-Chef und Atomkraft-Fan Hans-Peter Villis im Freiburger Audimax.
Autor: Stefan Hupka
FREIBURG. Dass er den neuen grün-roten Dienstherren nach dem Munde redet, kann man nicht behaupten. Was Baden-Württembergs oberster Energiemanager etwa zum neuen Staatsziel Nummer eins sagt, dem Atomausstieg, klingt schon sehr distanziert. Kein Wunder, dass das überwiegend studentische Publikum im Freiburger Audimax seinerseits dem Gast so frostig begegnet, dass man den Strom für die Klimaanlage an diesem Frühsommerabend schon mal sparen kann.
Hans-Peter Villis lebt von der Atomkraft, er sieht sie "absolut positiv" und findet sie verantwortbar, jawohl, auch nach Fukushima noch. Aber er respektiert den "Primat der Politik": "Gegen den Willen einer Gesellschaft kann man keine Technologie betreiben", sagt der 53-Jährige und schaut kurz ins Hörsaalrund. Vergebens, auch nach diesem Satz will sich keine Hand des Beifalls rühren.
Als die Landeszentrale für politische Bildung und das Colloquium Politicum den Chef der Energie Baden-Württemberg (EnBW) vor langen Monaten zu ihrer 25-Jahre-Tschernobyl-Reihe eingeladen hatten, ahnte keiner, welche Aktualität das Thema Atomkraft bis zum Termin bekommen und welche Dynamik es auslösen würde. In nur einem halben Jahr ist Villis’ Konzern zu einem quasi volkseigenen Betrieb geworden; der CDU-Politiker, der das veranlasst hat, ist nicht mehr im Amt; und aus einem Atomkonzern mit komfortabel verlängerten Laufzeiten ist einer mit zwei zwangsabgeschalteten Reaktoren geworden. Nun soll daraus – bitte über Nacht – ein Staatsunternehmen für erneuerbare Energien werden. "Wir schalten ab, das Geld verdienen die anderen", seufzt der studierte Volkswirt.
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Doch auch Villis, sagt er, hält die Denkpause, die Ethikkommission und die zusätzlichen Sicherheitsprüfungen für "richtige Schritte". Dass die EnBW wegen historisch knapper Ressourcen ein "atomlastiger Konzern" sei, räumt der Firmenchef ein. Er zählt aber gerne die Millioneninvestitionen seines Hauses in Offshorewindparks und Wasserkraft auf, so in Rheinfelden, und bittet um Geduld für seinen trägen Tanker: "Ein Schwenk in der Strategie dauert viele Jahre."
Was mögliche Folgen eines Totalausstiegs betrifft, sieht sich der Manager in der Rolle des Mahners: höhere Strompreise, gefährdete Versorgungssicherheit, weniger Klimaschutz. Und erntet von seinen gut hundert Zuhörern dafür immer wieder Unmut. Schon Filbinger, sagt einer, habe 1977 gedroht, dass ohne ein AKW Wyhl bald die Lichter ausgingen – na also. "Ich will nicht Säbelrasseln und nicht bange machen", versichert Villis, "aber darüber müssen wir diskutieren."
Villis Vertrag endet September 2012, "auf eine Verlängerung", stichelte Michael Wehner von der Landeszentrale zur Begrüßung, "wettet heute kaum jemand". Unlängst hat SPD-Fraktionschef Schmiedel ihm sogar mit Ablösung gedroht. Der Bergbaufachmann aus dem Rheinland macht nicht den Eindruck, als würde ihn das beunruhigen. "Ich finde nicht, dass ich einen Anlass dazugegeben hätte.
Mannheimer Morgen, 9. Mai 2011
Wettbewerb: Bunsen-Gymnasium setzte sich bei Debattier-Meisterschaften im Heidelberger Rathaus durch
Clara bringt es auf den Punkt
Von unserer Mitarbeiterin Jana Stahl
Storch, Adler, Maulwurf und Nilpferd bilden den kleinen "Debattierzoo".
Sie erinnern an unterschiedliche Argumentationstaktiken: Der Storch bringt immer einen neuen Aspekt, der Adler blickt von oben herab und fragt "Was bedeutet das für das Ganze?" Im Gegensatz dazu stellt der Maulwurf die Sicht des Einzelnen dar. "Das Nilpferd macht alles platt", erklärt Jennifer Holm vom Heidelberger Debating Club.
Zum zehnten Mal finden die Heidelberger Schulmeisterschaften im Debattieren statt. Veranstalter ist die Landeszentrale für politische Bildung zusammen mit dem Debating Club an der Universität Heidelberg.
Am Wettbewerb nehmen Schüler vom Heidelberger Bunsen-Gymnasium, dem Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium in Mannheim und der Integrierten Gesamtschule Gartenstadt in Ludwigshafen teil. Bevor aber der Nachwuchs Argumente austauscht, geben sechs Mitglieder des Debating Clubs eine beeindruckende Kostprobe ihres Könnens. Bei einer sogenannten Parlamentsdebatte präsentieren sie das Für und Wider zur Frage: "Soll die EU-Währungsunion zur Haftungsgemeinschaft werden?". Nach dieser lebhaften Aufführung beginnt die Arbeit der Schüler in Gruppen. Die Köpfe rauchen. Die Jugendlichen suchen nach Argumenten zur Frage: "Soll die EU mit einer Stimme (für 27 Länder) im UN-Sicherheitsrat auftreten?" Dabei werden sie von jeweils zwei Studenten des Debating Clubs betreut. Von den etwa 60 Schülern können am Ende nur zehn in die Debatte gehen, drei "Regierungsvertreter", drei "Oppositionelle" und vier freie Redner. Für die Regierungspartei aus dem Bunsen-Gymnasium geht Miriam als erste ins Rennen. Sie wirkt ruhig, strahlt Seriosität und Reife aus. Nach ihren ersten Argumenten brandet der Beifall ihrer Mitschüler auf. Obwohl Miriam ruhig und mit Nachdruck spricht, merkt man, dass die Redezeit lang wird und sich die Formulierungen wiederholen. Nach gut sieben Minuten hat sie es mit Bravour geschafft.
Die Teilnehmer sind in der Regel Schüler ab Klasse 11. Aber auch eine Neuntklässlerin aus Mannheim, auf deren Stundenplan das Thema Europa noch gar nicht vorkam, schlägt sich in der Debatte hervorragend.
Natürlich spürt man bei allen Rednern Unsicherheit, wenn sie ans Pult kommen. Entscheidend ist, wie sie dann damit umgehen und ihr Konzept trotzdem umsetzen. Die Neuntklässlerin beispielsweise geht souverän mit einer Zwischenmeldung um. Als sich während ihrer Rede "Regierungsvertreterin" Miriam erhebt, um einen Zwischenruf anzumelden, zeigt sie mit einer lässigen Handbewegung, dass sie sich wieder setzen soll. Bis auf eine Ausnahme sind die Nachwuchsdebattierer brillant. Mit dem jungen Mann, der sich offenbar überschätzt hat, leidet das ganze Publikum. Als ihm nichts mehr einfällt, scheint es sogar, als ob ein Vertreter der Gegenpartei ihm mit einem Zwischenruf beiseite springt, um etwas Zeit zu überbrücken. Alle Redner treten allein mit einem Stichwortmanuskript vor das Publikum.
Clara ist die letzte Sprecherin und bringt die Diskussion genial auf den Punkt. Mit ihrer souveränen, ruhigen, trotzdem nachdrücklichen Art versucht sie, noch den Letzten zu überzeugen. Clara wird zur Rednerin des Tages gekürt. Am Bunsen-Gymnasium hat sie den Politik-Leistungskurs belegt und im Schülertheater Bühnenerfahrung gesammelt. "Auch wenn ich mich freiwillig gemeldet habe, hier musste ich mich überwinden, ans Rednerpult zu gehen.", sagt sie später. Die Schüler des Bunsen-Gymnasiums entscheiden auch die Mannschaftswertung für sich.
Schwarzwälder-Bote, 14. April 2011
Politik fängt schon in der Schule an
Donaueschingen. Da sage noch einmal einer, die Jugend sei nicht politisch interessiert: Im Jugendbistro an der Stadtmühle trafen sich jetzt 17 Jugendliche aus drei Landkreisen um innerhalb des Regionalen Arbeitskreises (RAK) politische Bildung zu diskutieren.
Von Rainer Bombardi
Thema waren die Chancen der Wahlfreiheit und freien Meinungsäußerung. Wolfgang Berger von der Landeszentrale für politische Bildung moderierte die Veranstaltung. Er entlockte den Jugendlichen auf welchen Gebieten sie bereits heute politisch – vielfach unbewusst – erfolgreich agierten.
Und er räumte mit dem Ammenmärchen der Politikverdrossenheit bei Jugendlichen auf. Vielfach sei es erst die Generation Mitte 20 die nicht mehr wählen geht. Ergo müsse sich die Politik Gedanken machen, was sie falsch mache, warum sie die Wähler vergraule.
Berger war es gelungen das Interesse mit einem Baden-Württemberg-Puzzle auf seine Seite zu ziehen. Auch seine Einstiegsfragen zur aktuellen Situation in der Landespolitik beantworteten die Jugendlichen mühelos.
Sich als Bürger zu äußern fängt nicht erst mit dem Wahlalter von 18 Jahren an, sondern schon viel früher: Allen Anwesenden waren noch bestens die Wahlen zum Schülersprecher oder zum Klassensprecher bekannt. Für jeden sei es möglich, mit seiner Entscheidung etwas zu bewirken, motivierte Berger. Dabei kämen auch vermehrt unkonventionelle Methoden zum Tragen – etwa die soziale Internet-Plattform "Facebook". Dennoch bleibe das Gespräch das wichtigste und überzeugendste Kommunikationsmittel, so Berger weiter. Reden helfe - das wüssten alle, die Verantwortung tragen oder eine ehrenamtliche Tätigkeit übernehmen.
Wahlen stärken das Selbstbewusstsein und formen den Charakter waren ein Ergebnis der Veranstaltung zum Thema „Wo ist die Jugend bereits politisch?“. Mit dabei waren zahlreiche Jugendreferenten der Landkreise, Tuttlingen, Rottweil und Schwarzwald-Baar.
Die letzte Veranstaltung der Themenreihe findet in Rottweil statt. Dann dreht sich alles um die Frage, auf welchen Gebieten die Jugend politisch agieren kann.
Badische Zeitung 9. April 2011
"Die sind richtig gut, aktiv und wissbegierig"
Die Viertklässler der Grundschule Bachheim-Unadingen beweisen ihr Wissen auf der "Spielwiese Baden-Württemberg".
Autorin: Christa Maier
LÖFFINGEN-UNADINGEN. "Was ist Demokratie?" – die Viertklässler der Grundschule Bachheim-Unadingen blieben den drei Mitarbeitern der Landeszentrale für politische Bildung keine Antwort schuldig. In einer Demokratie herrsche das Volk und demokratische Entscheidungen würden auch in der Schule gelten, beispielsweise wenn es um das Ziel des Schulausflugs gehe.
"Die sind richtig gut, aktiv und wissbegierig" kommentierten Saskia Tröndle und Susanne Hilpert, freie Mitarbeiterinnen der Landeszentrale und Simon Gmeiner (Student der Pädagogik) den Wissensstand der 16 Schülerinnen und Schüler. Dieses Wissen konnten sie neben 29 weiteren Grundschulklassen aus dem Regierungsbezirk Freiburg auf der "Spielwiese Baden-Württemberg" beweisen.
Eigentlich war die kindgerechte Einführung in die Landeskunde für zehn Aktionstage im Regierungsbezirk ausgeschrieben worden. "Da wir von 362 Klassen Bewerbungen erhalten haben, wurden schließlich 30 Aktionstage ausgelost" sagt Susanne Hilpert. Die Grundschule Bachheim-Unadingen ist die einzige Anwärterin im Hochschwarzwald, die als 18. Gruppe um den Titel des badischen Politikmeisters kämpft. Dieser wird der Klasse verliehen, die in Spielen, sportlichen Herausforderungen und im Wissen über Landeskunde und Politik am meisten Punkte erzielt.
Mit einfachen Mitteln wurde die "Spielwiese Baden-Württemberg" in der Bürgerhalle anschaulich dargestellt: Die Turnkästen hielten für die Schwarzwaldberge her, die Höhlen der schwäbischen Alb konnten unter den mit Tüchern abgedeckten Böcken erforscht werden. Blaue Tücher, die den Ursprung und Fließrichtung der drei großen Flüsse Rhein, Donau oder Neckar erkennen ließen, und Schilder mit den Namen der größten Städte gaben dem Land Baden-Württemberg ein Gesicht.
Aber auch die Himmelsrichtungen oder die angrenzenden Nachbarländer wussten die Schüler an die richtigen Stellen zu platzieren. Dass das Land in vier Regierungsbezirke unterteilt ist, die Landeshauptstadt Stuttgart heißt ("wo sie gegen den neuen Bahnhof demonstrieren"), der größte Trinkwasserspeicher der Bodensee ist, der neue Chef von Baden-Württemberg Herr Kretschmann heißt oder das Bundesverfassungsgericht seinen Sitz nicht in Berlin, sondern in Karlsruhe hat – keine der Fragen blieb unbeantwortet und die Schüler sahnten nach eigenen Worten "volle Kanone" ab.
Dazu verhalf ihnen nicht nur die intensive Vorbereitung auf den Aktionstag zusammen mit Klassenlehrerin und Rektorin Christine Leninger, sondern vielleicht auch die Themenaktualität durch Landtagswahl.
Jeder Aktionstag verlaufe etwas anders, und auf angesprochene aktuelle Themen (wie beispielsweise der Atomunfall in Japan oder die Guttenberg-Affäre) gehe man sofort ein, auch wenn diese nicht unmittelbar mit der Landespolitik zu tun hätten. Und wem gehört die Krone auf dem Landeswappen? "Na dem Volk, isch doch klar, mir hond jo kon König" mit dieser klaren Aussage war dann auch das letzte Thema "Landesfahne" abgehakt.
Badische Zeitung 24. März 2011
Kurzweiliges Pub-Quiz um die Wahl
Landeszentrale für politische Bildung organisierte in der Rocca statt Stammtischpolitik ein Polit-Quiz rund um die Landtagswahl.
Autorin: Helena Kiefer
DENZLINGEN. Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg stehen vor der Tür, und um junge Wähler an die Politik heranzuführen, veranstaltete die Freiburger Außenstelle der Landeszentrale für Politische Bildung (LPB) in Zusammenarbeit mit dem Roccafé ein Pub-Quiz. Doch die Jugend stellte am Montagabend in der Kulturkneipe den kleineren Teil der Quizteilnehmer.
Überwiegend Erwachsene wollten sich dem unterhaltsamen Wettbewerb stellen. Zehn Gruppen – jeweils an eigenen Tischen – kamen zusammen, und ihnen erteilte Mitarbeiter Simon Gmeiner, der den Abend moderierte, auch gleich zum Auftakt eine kreative Aufgabe: Es galt, einen Team-Namen zu finden. "Die Fünf-Prozent-Hürde" erhoffte sich zumindest eine höhere Rate an richtigen Antworten als fünf Prozent, und was sich "Schnapp-den-Mappus" bei der Entscheidung gedacht hatte, bleibt war ein offenes Geheimnis.
Zu bewältigen waren sieben Runden à zehn Fragen, die breitgefächerte Kenntnisse erforderten wie zum Beispiel in der Geografie des Landes Baden-Württemberg, das auch der Bezug zu allen anderen Themenbereichen war. Nach jeder Fragerunde wurden die Antworten eingesammelt und von Sonja Schatton und Karin Kleis sofort ausgewertet.
Großer Protest kam vom Tisch der "BW-ü-50" bei der Bekanntgabe der Punkte. "Wir haben aber einen Punkt mehr, als sie gewertet haben." Grund dafür war eine ungenaue Fragestellung, wie Gmeiner auch einräumte. Den Punkt gab’s trotzdem nicht. Nach den Themenrunden Historisches und Persönlichkeiten war die Mundart an der Reihe, wobei bei der Auswahl auf eine regionale Ausgewogenheit geachtet worden war. "Team-Green" jubelte bei der Auswertung: Sie hatten alle Antworten richtig und auch Begriffe wie "Gugge" (Tüte) , "Pottschamberle" (Nachttopf) oder "ä Neigschmeckte" (Zugezogenen) waren für sie kein Problem. Einige Schüler des Rotteck-Gymnasiums in Freiburg waren mit ihrer Gemeinschaftskundelehrerin gekommen. Für sie war es eher ein "Spaßabend", und Philipp (17) kritisierte: "Es hätte ein bisschen jugendfreundlicher sein können", da die Fragen oft aus Jugendsicht ein bisschen "unfair" und zu schwer waren. Claudius (17) räumte aber ein, dass sein Interesse an der Politik und am eigenen Bundesland geweckt worden sei. Nach einer Schätzrunde mit Fragen, wie zum Beispiel "wie viele Zuchtschweine kommen auf einen Einwohner in Baden-Württemberg?" waren Fragen rund um die bevorstehende Wahl am Sonntag an der Reihe. Fast alle Tische wussten richtig, dass jeder Wähler bei der Landtagswahl nur eine Stimme zur Verfügung hat.
Der Abend kam beim Publikum trotz allem gut an: "Der junge Mann hat souverän moderiert und sich nicht von den Herrschaften "BW-ü-50"am Nebentisch kleinkriegen lassen", so ein Mitglied von "Team-Green". Ein weiterer Teilnehmer über das Programm: "Die Mundart war unsere Stärke! Das war eine schöne Mischung der Fragen!"
Und auch die Veranstalter waren zufrieden mit dem Verlauf des Abends: "Wir waren überrascht, dass so viele Gruppen zustande kamen. Und es war, denke ich, für jeden etwas dabei", so Michael Wehner, Leiter der Außenstelle der LPB. Bei einer weiteren Veranstaltung dieser Art in Freiburg waren nämlich nur zwei Gruppen mehr gekommen: "Was ich denn noch dazu sagen wollte: Gehen Sie wählen!"
Südwest Presse, 1. März 2011
Wer die Wahl hat . . .
Stuttgart. Von A wie Atompolitik bis Z wie Zankapfel Bildung: Zur Landtagswahl bietet der "Wahl-O-Mat" ab sofort Orientierung im Wahlprogramm der Parteien und eine Entscheidungshilfe für den 27. März.
Autorin: Julia Schollbach
Auch wenn es in der Vergangenheit öfter nicht den Anschein hatte: Vor der Landtagswahl am 27. März unterscheiden sich die Parteien nicht nur bei den Ansichten zum Stuttgarter Hauptbahnhof maßgeblich - sondern ebenso bei Fragen wie der Zukunft der Hauptschulen, der Abschaffung von Studiengebühren oder der Einführung eines Mindestlohnes.
Einen schnellen und einfachen Überblick über die einzelnen Positionen der Parteien bietet ab sofort der "Wahl-O-Mat" der Landeszentrale für politische Bildung. Dort kann sich jeder Wähler durch insgesamt 38 Thesen klicken, um so die Nähe der 19 für die Wahlen zugelassenen Parteien zu den eigenen Positionen zu überprüfen, und um, ähnlich wie bei einer Partnervermittlung, vielleicht auch den passenden Kandidaten für die Wahl zu finden. Der "Wahl-O-Mat" solle jedoch keine Wahlempfehlung sein, sondern nur eine Orientierung, sagte der stellvertretenden Direktor der Landeszentrale, Karl-Ulrich Templ.
"Ein Spielzeug, das zum Wählen verführen soll", nennt Templ den "Wahl-O-Mat", von dem er sich auch eine höhere Wahlbeteiligung erhofft - vor allem bei den Erst- und Jungwählern. 2006 erreichte die Zahl der abgegebenen Stimmen einen historischen Tiefstand. Nur 53,4 Prozent der Wahlbeteiligten in Baden-Württemberg fanden damals den Weg an die Wahlurnen, bei den unter 30-Jährigen war es gar nur jeder Dritte.
Das Konzept des "Wahl-O-Mat" ist zwar nicht neu, doch gewinnt es laut den Machern immer mehr an Bedeutung. Zum ersten Mal online ging der Internet-Helfer bei den Bundestagswahlen 2002. Bei der Premiere zu den baden-württembergischen Landtagswahlen 2006 verzeichnete die Landeszentrale 140 000 Nutzer. Allein vor der Hamburg-Wahl am 20. Februar klickten sich bereits 300 000 Interessierte durch den "Wahl-O-Mat". Für die Wahl am 27. März geht der stellvertretende Direktor nochmals von einer "Vervielfachung der Klick-Zahlen" aus.
Auch die Parteien setzen auf den "Wahl-O-Mat" als Motivation für möglichst viele Wähler, am 27. März ihr Kreuzchen zu machen. Bei der Auftaktveranstaltung in Stuttgart durften schon einmal vier Vertreter der Landtagsparteien den Internet-Helfer ausprobieren.
Die Landesgeschäftsführerin der Grünen, Annette Schäfer, schätzt den "Wahl-O-Mat" als "gutes Instrument, um Aussagen der Parteien schnell und zuverlässig zu vergleichen". Ihr FDP-Kollege Sebastian Haag hofft vor allem, das jener hilft, "Vorurteile gegenüber bestimmten Parteien" abzubauen, und, so wie es auch SPD-Landesgeschäftsführer Marten Jennerhahn formuliert, "den Zugang zur Politik zu erleichtern".
Der Generalsekretär der CDU, Thomas Strobl, hält den "Wahl-O-Mat" zwar für eine gute Sache, warnt aber aus früheren Erfahrungen mit dem Programm davor, dieses überzubewerten. Beim gestrigen Auftakt zögerte er ein wenig, als er aus den 19 Parteien acht für seinen Vergleich auswählen sollte, und gab zu: "Ich habe mir beim Beantworten der Fragen in der Vergangenheit immer größte Mühe gegeben, aber es ist nicht immer die CDU herausgekommen."
Beim Testlauf sahen sich die vier Vertreter dann aber wie zu erwarten nicht nur in der eigenen Wahl der Partei, sondern auch in der der möglichen Koalitionspartner bestätigt. Inwiefern dies allerdings ebenso wie die Inhalte nach der Wahl umgesetzt wird, lässt auch der "Wahl-O-Mat" am Ende offen.
Badische Zeitung 16. Februar 2011
Unterwegs im eigenen Bundesland
Drittklässler der Alemannen-Grundschule in Mengen nahmen am Projekt "Spielwiese" der Landeszentrale für politische Bildung teil.
Autorin: Joanna Sykora
SCHALLSTADT. Am Montag durften die Schüler der Alemannen-Grundschule in Mengen im Rhein schwimmen, den Schwarzwald erklimmen und durch die Höhlen der Schwäbischen Alb klettern – und das alles in ihrer Turnhalle im Rahmen der Aktion "Spielwiese". Sie wurde von der Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Das Projekt wird aufgrund der großen Nachfrage von über 360 Klassen nun in 30 anstatt in den zehn geplanten Schulen im Regierungsbezirk Freiburg angeboten wird. Die Drittklässler der Alemannen-Grundschule hatten Glück: Aus den vielen interessierten Klassen wurden sie per Losverfahren ausgewählt.
Das Geschrei ist groß in der Turnhalle in Mengen: 15 aufgeregte Schüler stehen vor Flüssen, Bergen und Landesgrenzen und überlegen, wo genau sich ihre Heimatstadt befindet. Gemeinsam mit den drei freien Mitarbeitern der Landeszentrale für politische Bildung haben sie aus blauer Folie, Kisten, Barren und Tüchern ihr Bundesland aufgebaut und suchen nun den richtigen Platz für verschiedene wichtige Stellen. Moritz Sander, der in Freiburg Politik und Geschichte studiert, hält ein Plakat mit dem gesuchten Namen in die Luft, die Schüler haben kurz Zeit, sich auf einer Landkarte zu orientieren und schicken dann einen Läufer dorthin, wo sie meinen, dass sich der gesuchte Ort befindet. Moritz Kolleginnen Saskia Tröndle und Susanne Hilpert, die ihr Politikstudium in Freiburg beide abgeschlossen haben, entscheiden dann, welches der Kinder richtig steht und verteilen dafür Punkte.
Zuvor haben die Kinder gelernt, wie man überhaupt eine Landkarte liest, wo welche Himmelsrichtung ist, was blau, was braun oder was grün auf einer Karte zu sehen ist. Gemeinsam haben sie dann ein aus verschiedenen Puzzleteilen das Bundesland Baden-Württemberg zusammengelegt. Diese Karte dient ihnen jetzt zur Orientierung, wenn sie ihr Wissen in die große "3-D-Karte" einbringen dürfen und diese so nach und nach beschriften. Und wenn es mal nicht so klappt, helfen Saskia, Susanne oder Moritz mit: "Wenn man in Ulm mit dem Boot fahren will, geht das dann? Na also, warum steht ihr denn dann nicht an einem Fluss?" fragt Moritz die Kinder, als diese die Stadt nicht gleich finden.
Voller Elan und mit einem großen Siegeswillen feuern die Kinder die Läufer ihrer Gruppen an und manch einer ärgert sich auch, wenn mal einer falsch steht: "Bayern, oh man, die steht ja in Bayern!".
Als alle wichtigen Punkt gefunden sind, dürfen die Kinder die fertige Landschaft noch einmal richtig erkunden und einen Spaziergang durch Baden-Württemberg unternehmen.
Obwohl die Klasse nur recht klein ist, seien alle Kinder sehr ehrgeizig dabei, bemerkt Saskia in der Pause. Sie und ihre beiden Kollegen, die das ursprünglich von einer anderen Praktikantin entwickelte Programm noch mal überarbeitet und verfeinert haben, finden, dass der Spaßfaktor eine sehr wichtige Rolle spielt. So wollen sie den Kindern spielerisch geografische Grundlagen übermitteln und ihnen eine erste Berührung mit Politik ermöglichen. Dass sie dabei auch erfolgreich sind, das zeigt ihnen die Begeisterung der Kinder. Ein Mädchen habe sogar zu Saskia gesagt, so wünsche sie sich Schule jeden Tag, Spielen und Spaß haben und dabei auch noch etwas lernen!
"Reise zu einem der größten Trinkwasserspeicher Europas, der ganz Baden-Württemberg mit Wasser versorgt und an drei andere Länder angrenzt" lautet die nächste Aufgabe für die Kinder. Jede Gruppe bekommt jetzt verschiedene Reisebeschreibungen, an deren Ende sich ein Schatz befindet. Er besteht meistens aus Bildern von Politikern, wichtigen Gebäuden oder anderen Dingen aus der Kultur, Politik und Wirtschaft Baden-Württembergs.
Wenn alle Schätze gefunden sind, setzen sich die Kinder um ihre gepuzzelte Karte und ordnen die Schätze richtig zu. Noch ein weiteres Spiel und ein kleines Quiz stehen auf dem Programm, den ganzen Vormittag über beschäftigen sich die Schüler mit ihrem Bundesland. Ihre Klassenlehrerin, Karin Modlich, die Rektorin der Schule, ist begeistert. Da nehmen die Kinder wirklich auch was mit, freut sie sich.
Ob es für die Schüler der Alemannen-Grundschule am Ende auch für den Titel "Südbadischer Politikmeister" reichen wird, wird sich zeigen. Wenn alle 30 Klassen besucht sind, wird jeweils der Klassenpunktestand zusammengezählt. Den Gewinnern winkt ein Besuch im Landtag in Stuttgart und in der Wilhelma. Doch daran denken die Kinder noch lange nicht. Erst einmal müssen die anderen Gruppen besiegt und Baden-Württemberg auch von ihnen mit viel Spaß und Begeisterung erkundet werden.
Südkurier, 4. Februar 2011
Landtagswahl im Mittelpunkt
Immendingen – Ganz im Zeichen der Politik stand gestern ein Aktionstag für die Schüler der neunten Klasse, den die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg veranstaltete. „Politik ist dasjenige menschliche Handeln, das auf das Setzen von allgemeinverbindlichen Regeln in und zwischen Gruppen von Menschen abzielt“, so zitierte der 30-jährige Politikwissenschaftler Sebastian Reinkunz den Politikprofessor Werner Patzelt von der Technischen Universität Dresden, der zusammen mit der 24-jährigen Studentin der Politikwissenschaft Eva Schneider den Aktionstag durchführte.
Autorin: Christina Fröhlin
Schwerpunkt bildete dabei die Landtagswahl, zu der die Wähler am Sonntag, 27. März, aufgerufen sind. „Wir wollen den Schülern in Vorträgen, Diskussionen und Rollenspielen ein Grundwissen vermitteln, ihr Interesse wecken und sie dazu bringen, sich kritisch damit auseinanderzusetzen und Wahlkampf und alles, was damit zu tun hat, mit anderen Augen zu sehen“, erklärte Reinkunz, der als freier Mitarbeiter in der Außenstelle Freiburg der Landeszentrale für politische Bildung und an der Uni Freiburg tätig ist. Wahlen gehören zum Kern einer jeden Demokratie.
Doch wie kommt eine Wahlentscheidung zustande und wer wählt was und warum? Mit allen diesen Fragen beschäftigten sich gestern die 23 Realschüler der Klasse 9a. Neben reichlich Theorie konnten die Schüler auch selbst einen Wahlkampf führen, sich dabei selber einmal als Politiker verkaufen, Rollenspiele wurden gemacht und als krönender Abschluss wurde eine Probewahl durchgeführt. Sehr interessant war das Manipulationsspiel, bei dem die Schüler unter einem Vorwand in zwei Gruppen getrennt wurden. „Bei einer Gruppe habe ich für den Afghanistaneinsatz, bei der anderen gegen den Einsatz gesprochen“, informierte der Politikexperte und betonte, dass er sich dabei bewusst über das sogenannte Überwältigungsverbot hinweg gesetzt und den „Beutelsbacher Konsens“ angewendete habe, der besagt, dass Lehrende ihren Schülern keine Meinung aufzwingen, sondern sie vielmehr in eine Lage versetzen sollen, eine eigene Meinung zu bilden.
Die Schüler waren mit großem Interesse dabei und auch Schulleiterin Monika Kienzle zeigte sich sehr erfreut, dass die Schüler durch Experten informiert wurden. „Die Schüler bekommen durch solch einen Aktionstag Wissen vermittelt, der über den Unterrichtsstoff hinaus geht“, informierte Kienzle. Möglich machte diesen Aktionstag Realschullehrer Hanspeter Schwab, der in den neunten Klassen das Fach EWG, Erdkunde, Wirtschafts- und Gemeinschaftskunde unterrichtet.
Stuttgarter Nachrichten, 27. Januar 2011
Die Leicht-Version der Politik
Landtagswahl 2011: CDU, SPD und Grüne fassen ihre Programme auch in behindertengerechte Sprache - Liberale und Linke passen
Von Jan Sellner
Stuttgart - "Ein Wahlprogramm in leichter Sprache? Was meinen Sie damit? Unser Kurzwahlprogramm?" Aus der Reaktion der Linkspartei auf die Journalisten-Anfrage spricht Ratlosigkeit. Von leichter Sprache hat man in der Landesgeschäftsstelle offenbar noch nichts gehört. Ein Wahlprogramm, das nach den Prinzipien der leichten Sprache - also in maximaler Verständlichkeit - verfasst ist, existiert nicht.
Doch die Linken sind nicht die Einzigen, denen leichte Sprache fremd ist. Auch beim FDP-Landesverband reagiert man mit einem ratlosen "Was meinen Sie damit?" Nach kurzer Erläuterung sagt der FDP-Sprecher: "Unser Wahlprogramm umfasst 130 Seiten. Eine Übersetzung ist beim besten Willen nicht drin. Dazu fehlen uns die Möglichkeiten."
An fehlenden Möglichkeiten dürfte es allerdings nicht liegen. Die Lebenshilfe Baden-Württemberg hatte die vier im Landtag vertretenen Parteien CDU, SPD, Grüne und FDP sowie die Linkspartei vor einigen Wochen angeschrieben und ihre Unterstützung bei der Abfassung von Wahlprogrammen in leichter Sprache angeboten. Dahinter steht der Gedanke, Menschen mit Lernschwierigkeiten und geistigen Behinderungen in stark vereinfachter Weise über die Landtagswahl und die politischen Inhalte der Parteien zu informieren.
Leichte Sprache ist der Fachbegriff für eine Sprache, die bestimmte Prinzipien berücksichtigt: So werden ausschließlich kurze Sätze verwendet. Jeder Satz enthält nur eine Aussage. Abstrakte Begriffe werden darin ebenso gemieden wie Fremdwörter oder der Konjunktiv. Zum leichten Verständnis werden die Texte übersichtlich präsentiert und mit Bildern oder Zeichnungen illustriert. Für Politiker, die sich häufig zur Gewohnheit gemacht haben, in Schachtelsätzen und mit vielen Wenns und Abers zu reden, ist leichte Sprache eine schwere Sprache. Die notwendige Übersetzungsarbeit besteht darin, Aussagen auf ihren Kern zu reduzieren, der auch von Menschen mit geistigen Behinderungen verstanden wird.
CDU und SPD griffen bereitwillig auf das Angebot der Lebenshilfe zurück; in Kürze wird von beiden Parteien erstmalig ein etwa zehn Seiten starkes Wahlprogramm in leichter Sprache vorliegen - elektronisch wie gedruckt. Die Leicht-Version des Grünen-Programms ist bereits erschienen, da die Partei ihr Wahlprogramm bereits Ende vergangenen Jahres verabschiedet hatte. Als Partner entschieden sich die Grünen für ein Übersetzungsbüro in Münster. Liberale und Linke dagegen reagierten auf das Schreiben der Lebenshilfe nicht.
Deren Geschäftsführer, Rudi Sack, rechnet dennoch damit, dass die Parteien vor Wahlen bald alle standardmäßig Informationen in leichter Sprache anbieten. Er sieht darin eine Form von "Barrierefreiheit". In Baden-Württemberg würden davon rund 50.000 Menschen mit geistiger Behinderung profitieren, von denen mehr als 90 Prozent wahlberechtigt seien (weil sie keiner umfassenden gesetzlichen Betreuung unterliegen). Daneben eigneten sich solche Publikationen auch für demenzkranke Menschen sowie für Schüler an Förderschulen.
Der Anstoß dazu kam übrigens weder von der Lebenshilfe noch vom Behindertenbeauftragten der Landesregierung, sondern von der Landeszentrale für politische Bildung. "Für uns ist das wie ein Sechser im Lotto", sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Sack, der der Bildungseinrichtung vorbildliche Arbeit bescheinigt. In einer Broschüre "Einfach wählen gehen" erläutert sie auf 27 Seiten, wie die Landtagswahl funktioniert. Die Vorlage stammt aus Bayern. Die dortigen Behindertenbeauftragten hatten das Projekt auf den Weg gebracht.
Schon wenige Tage nach Erscheinen der Publikation sieht sich die Landeszentrale für politische Bildung voll und ganz bestätigt. Karl-Ulrich Templ, der das Heft in leichter Sprache mitentwickelt hat, berichtet von einer rasenden Nachfrage. Die Broschüre kann bei der Landeszentrale (Stafflenbergstraße 38, 70184 Stuttgart) sowie bei der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung e. V. (Neckarstraße 155a, 70190 Stuttgart) kostenlos bestellt werden. Daneben gibt es "Einfach wählen gehen" zum Herunterladen im Internet.
Südwestpresse Gaildorf 24.01.2011
"Mehr als nur Gäste"
Eine Ausstellung über das demokratische Zusammenleben mit Muslimen wird jetzt in Schwäbisch Hall gezeigt.
Schwäbisch Hall. Es sind vor allem politische Schlagworte, die das Zusammenleben der Deutschen mit den Muslime kennzeichnen. Obwohl Menschen muslimischen Glaubens zwischenzeitlich fest zu den europäischen Gesellschaften gehören, gibt es eine lebendige, von Neugier geprägte Auseinandersetzung bisher nur in Ansätzen.
Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg beschäftigt sich in der Ausstellung ". . .mehr als nur Gäste" mit der Vielfalt muslimischen Lebens und informiert anhand vieler großformatiger Fotos über die religiösen, sozialen und historischen Hintergründe von Muslimen in Deutschland.
Die Ausstellung ist ab Mittwoch, den 26. Januar im Haller Goethe-Institut zu sehen; eröffnet wird sie um 18 Uhr in der Hospitalkirche. Ein Grußwort spricht Lothar Fricke, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung. Das Wesentliche aber wird man im Vortrag von Mely Kiyak erfahren. Die Journalistin und Autorin, 1976 in Niedersachsen als Tochter türkisch-kurdischer Einwanderer geboten, erklärt: "Goethe hätte mich geliebt - und Schillers Papa auch!"
Eine der zentralen Fragen, mit denen sich Kiyak immer wieder beschäftigt, ist die nach der deutschen Nationalkultur und nach ihrer eigenen Rolle innerhalb dieser Nationalkultur. Das "Wir", das sich seit der Einwanderungswelle in den sechziger Jahren hätte entwickeln können, habe sie bisher vergeblich gesucht, sagte Kiyak 2008 bei der internationalen Tagung des Goethe-Institutes. In der Kultur, die von Deutschen geschaffen werde, habe sie die Migranten nur ausnahmsweise gefunden, in einem Schlager beispielsweise, oder in Fassbinders Film "Angst essen Seele auf." Dabei funktioniere Kultur doch ganz einfach: "Einer erzählt eine Geschichte und ein anderer hört zu." rif
Geschäftsbericht 2011

„Baden-Württemberg im Fokus“ – im Mittelpunkt unseres Geschäftsberichts 2011 stehen diesmal die Landtagswahl 2011, das Landesjubiläum 2012 und die Landeskunde.
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Team meX

Sensibilisieren, aufklären und das Werkzeug für zivilcouragiertes Handeln gegen Rechtsextremismus und islamistischen Extremismus vermitteln, das ist das Ziel des Präventionsprojektes.
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