Reihe BAUSTEINE

Zwischen Romantisierung und Rassismus

Sinti und Roma

600 Jahre in Deutschland

als Bausteine ausgearbeitet

Hrsg: LpB, 1998

Wenn, wie eine Emnid-Insitut-Umfrage feststellte, 68 % der deutschen Bevölkerung neben einer Sinti- oder Roma-Familie nicht leben möchte - ein Prozentsatz, der weit über dem Grad an Ablehnung liegt, die gegenüber beispielsweise türkischen oder jüdischen Familien geäußert wird - dann liegt die Vermutung nahe, dass die Bilder im Kopf, die Vorurteile, die Ängste, die man bei sich feststellt, kein individuelles Phänomen darstellen, sondern vielen Mitbürgern eigen sind. Mehr noch: Man kann davon ausgehen, dass diese Bilder unbewusst und unreflektiert das Handeln und Denken der Mehrheitsgesellschaft beeinflusst. Ob eine Aufklärung, ob Fakten und Wissen imstande sind, tief sitzende, uralte Zuordnungen zu beseitigen, ist nicht sicher. Vielleicht können sie jedoch erreichen, dass es einem unbehaglich wird, wenn sich die alten Bilder einstellen. INHALT

Vorwort 

Jacqueline Giere
Einleitung

Michail Krausnick
Null problemo

Werner Heil
Streiflichter zur Kultur der Sinti und Roma

Reinhold Lagrene
Die Geschichte von Chinto Mari

Michail Krausnick
Der Völkermord der unterschlagen wurde
oder: Der Bericht des Hermann W.

Daniel Strauß
„da muß man wahrhaft alle Humanität ausschalten..."
Zur Nachkriegsgeschichte der Sinti und Roma in Deutschland

Wolfgang Wippermann
Antiziganismus - Entstehung und Entwicklung der wichtigsten Vorurteile

Franz Hamburger
Antiziganismus in den Medien von heute

Wilhelm Solms
Zigeunerbilder deutscher Dichter

Egon Schweiger
Zur Darstellung und Wahrnehmung der Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma in den Schulbüchern

Katrin Reemtsma
Exotismus und Homogenisierung - Verdinglichung und Ausbeutung
Aspekte ethnologischer Betrachtungen der „Zigeuner" in Deutschland nach 1945

Materialhinweise

Die Autoren
 
Herausgegeben von der
Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg

Stuttgart,  1998

Redaktion:
Karl-Ulrich Templ

Mitarbeiter:

Jacqueline Giere
Werner Heil
Reinhold Lagrene
Egon Schweigerer
Daniel Strauß

Die abgedruckten Beiträge stellen keine Meinungsäußerung des Herausgebers dar. Sie dienen lediglich der Unterrichtung und Meinungsbildung.

1998
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