Einleitung



Zum zweitenmal haben wir uns in einem Forum mit dem Thema "Stadt" beschäftigt. Unter dem Titel "Urbane Zukunft zwischen Wachstum, Ökologie und knapper Kasse" richteten wir im März 1994 den Blick auf die Entwicklung und die Probleme von Städten in Süd und Nord.

Der Titel dieses Forums, "Stadt mit Zukunft: energiebewußt und urban", zeigt schon, daß wir die Themenstellung enger gefaßt haben.

Aus den vielen Problemen, die gelöst werden müssen, wenn Städte und städtisches Leben eine Zukunft haben sollen, haben wir einige der uns zentral erscheinenden ausgewählt:

Um die Ziele der in Rio formulierten Agenda 21 zu erreichen, müssen wir unseren Energieverbrauch entscheidend reduzieren. Ist das Ziel der Nachhaltigkeit überhaupt mit Urbanität vereinbar? Oder ist - umgekehrt - nur in verdichteten Städten Nachhaltigkeit möglich? Welche Modelle einer ressourcenbewußten Siedlungsstruktur gibt es? Die hier vorgestellten Beispiele stammten aus Deutschland, Österreich und den USA.

Entscheidende Bedeutung bei der Entwicklung einer nachhaltigen Stadt hat das Thema Mobilität. Wie kann der Individualverkehr zugunsten des öffentlichen Verkehrs reduziert werden? Kann es gelingen Wohnquartiere zu bauen, in denen es keinen oder nur noch geringfügigen Autoverkehr gibt? Die Beispiele dafür kamen aus Bremen und Freiburg.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist der Energieverbrauch in Wohnungen und Häusern. Wie realistisch, vor allem auch unter ökonomischen Gesichtspunkten, sind die Planungen von Niedrig-, Null-Energie-Häusern oder von Gebäuden, die sogar Energie liefern?

Bekanntlich nützen die besten Konzepte nichts, wenn sie nicht vermittelbar sind. Das Beispiel Einschränkung des Individualverkehrs ist dafür eines, aber nicht das einzige Beispiel. Gibt es Strategien, für den Einzelnen ja oft unangenehme und auf den ersten Blick nicht einzusehende Umorientierungen besser zu vermitteln? Kann dies gelingen, wenn die Betroffenen früher und umfassender in die Planung und Umsetzung mit einbezogen werden?

Wie schon bei den vorangegangenen Foren im "Haus auf der Alb" haben wir uns nicht nur in Vorträgen und Diskussionen mit dem Thema beschäftigt, sondern unternahmen den Versuch, uns diesem auch mit kulturellen Beiträgen zu nähern. Die literarischen Texte, die gelesen wurden, können wir hier abdrucken, auf die Musikbeiträge leider nur hinweisen.


Gottfried Böttger          Wolfgang Hesse          Dr. Markus Hug