Dokumentation

Globalisierung als Chance II

Blick auf die Weltgesellschaft



Einleitung


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Inhaltsverzeichnis


„Auch in globalen Angelegenheiten nicht den Kopf verlieren, sondern uns vertrauen." So der Rat des Finanzunternehmens, dem wir dieses Bild verdanken.

Nur wer die globale Dimension im Kopf und im Blick hat, wird in globalen Angelegenheiten bestehen. Das ist unser Rat.

Bisher mußte die Menschheit bei dieser Perspektive mit dem Globus als Modell vorlieb nehmen. Seit 30 Jahren - den ersten bemannten Raumflügen und der Landung auf dem Mond - haben einige unserer Art einen wirklichen Blick von Außen auf unseren Planeten getan. Sie waren tief berührt von der Einsamkeit und Fragilität dieses großen leuchtend-blauen Balls im schwarzen All. Wir haben ihre Bilder gesehen und ihre Berichte gehört. Sie eröffnen uns eine philosophische Dimension der Raumfahrt, die unter der technischen Faszination lange verborgen blieb.

Der Blick von außen auf uns und unsere Welt läßt einen neuen Raum der Selbstreflexion entstehen: die Grundlage für ein globales oder planetares Bewußtsein. „Form und Lebensform des Subjekts bleiben dabei nicht dieselben, sondern münden in eine planetarische Lebensform, bei der das Subjekt sein Verhalten mit dem Blick von außen betrachtet, die Gesamtzusammenhänge des Planeten, die die Grundlagen seiner Existenz darstellen, im Blick behält, und sich mit Hilfe dieser Reflexion orientiert. (...) Die astronautische Ästhetik und das neue Wissen von der Erde, das planetarische Bewußtsein und die Lebensform der planetarischen Existenz begründen schließlich eine Ethik der Sorge für das Leben auf dem Planeten; darin könnte letzten Endes der Sinn der Reise in den Raum und der dadurch angestoßenen Reflexion zu sehen sein." 1

Diese letzte Anmerkung Schmids gilt auch für unsere Tagung: Wir wollen die Erde und ihre Probleme nicht nur platt ökonomisch, politisch oder statistisch wahrnehmen. Wir lassen uns leiten von der „Sorge für das Leben auf dem Planeten".

Beim vorangegangenen Forum „Globalisierung als Chance I" standen die Veränderungen in Deutschland im Zentrum: Wie können Arbeit, Sozialstaat und Ökologie mit den Herausforderungen Schritt halten, ja sich die Veränderungen zu Nutze machen?

Bei der hier dokumentierten Tagung richtet sich der Blick auf die Weltgesellschaft: Wer sind die ökonomischen Gewinner und Verlierer der Globalisierung? Wo entstehen neue Konfliktpotentiale und wie kann man die dadurch entstehenden Probleme meistern? Welche Rolle übernimmt in dieser Welt der Nationalstaat, wenn auch die politischen Entscheidungen globalen Charakter annehmen müssen?

Die Ausführungen der Referenten des Schwerpunktes Kosovo sind von der Entwicklung zum größten Teil ein- und überholt worden.

In diesem Jahrzehnt grundstürzenden Wandels hat nichts Bestand, was über halbe Jahrhunderte vertraut und fest gefügt schien.

Und so ist, was zur Zeit der Tagung noch kühn und vorwärtsweisend war, Monate später nur noch ein historisches Dokument.


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