Dokumentation

Revision des Indienbildes im Schulunterricht

 


Schlußwort

Dr. Rajan R. Malaviya


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Inhalt


Nach Dankesworten an die Deutsch-Indische Gesellschaft, Herrn Konrad Pflug und die Landeszentrale für poltische Bildung Baden-Württemberg, die Vorbereitungsgruppe und die Mitarbeiter des Hauses auf der Alb rief Dr. Malaviya dazu auf, die Schülerinnen und Schüler als Subjekte im Lernprozeß zu verstehen. U.a. führte er aus:

- Es besteht ein Nachholbedarf an gegenseitiger Information in der Welt, die unsere Generation hinterläßt. Und es gilt, die gegenseitige `political correctness' voranzutreiben, ohne zu beschönigen, sondern um eine offene `global neighbourhood' anzustreben. Dabei dürfen keine Einschränkungen akzeptiert werden.

- Europäer und ihre die Sicht auf Indien wird zwangläufig eurozentrisch bleiben, dies sollte jedoch nicht auf Kosten der Transparenz (aus indischer Sicht) geschehen. Denn Bildung hat nur dann einen Sinn, wenn alle Aspekte vermittelt werden. Wenn dies nicht geschieht, handeln wir uns intellektuelle Impotenz ein". Daher sind vielfältige Inputs" wichtig.

- Es darf keine politische Kontrolle der Bildungsarbeit erfolgen.

- Die Interessen müssen klar definiert werden, zum Beispiel auch die deutschen Wirtschaftsinteressen in Indien. Nur auf diese Weise wird Verständnis möglich, nur dann kann die Indien-Rezeption konstruktiv und sachlich behandelt werden.

- Es muß versucht werden, den Realitäten näher zu kommen, ohne den Anspruch auf - Die Sichtweise der anderen ist entscheidend für die Gestaltung der Wirklichkeit. Auch Toleranz und Kritik sind entscheidende Kriterien".

- Der "argumentativen Gesellschaft" gelingt es stets, mit sozialem Geschwätz" ihre Dummheiten" intelligent zu begründen. Ziel muß es jedoch sein, die jüngere Generation zu kritischem Denken zu befähigen. Dabei dürfen Worte nicht mit Begriffen und diese nicht mit Phänomenen und Theorien verwechselt werden.

zum Ziel

- Indischer Patriotismus sollte nicht (erst) in der Diaspora entstehen.

Rajan R. Malaviya fordert einen Paradigmenwechsel. Dieser muß in der Schule beginnen. Die Darstellung Indiens darf es nicht das Ziel haben, sein Ansehen zu Lasten anderer Länder (z.B. China, in Afrika) zu verbessern, denn deren Herabsetzung hätte zwangsläufig rückwirkend auch Einfluß auf das Indienbild.

Der Paradigmenwechsel soll das weltweite Zusammenleben in einer als dauerhaft anerkannten multikulturellen Situation zum Ziel haben.


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