Arbeitsgruppen

Neue Wege braucht das Land !


Arbeitsgruppe 1: Frauen auf dem Land: Hoffnungsträgerinnen für die Region

(Leitung: Inge Eberhart, Geislingen)

 

Arbeitsgruppe 2: Eigenständige Regionalentwicklung als Leitidee für

den ländlichen Raum

(Leitung: Albert Herrenknecht, Boxberg)

 

Arbeitsgruppe 3: Erwachsenenbildung als Entwicklungsfaktor für den

ländlichen Raum

(Leitung: Willi Zierer, Stuttgart)

 

Arbeitsgruppe 4: Regionalplanung als Revitalisierungsstrategie

(Leitung: Prof. Detlev Simons, Stuttgart)

 

Arbeitsgruppe 5: Verwaltung im Umbruch

(Leitung: BM Raimund Speidel)

 

Frauen auf dem Land:

Hoffnungsträgerinnen für die Region

Thesen der Arbeitsgruppe 1

 

These 1:

Frauen können nur Hoffnungsträgerinnen sein, wenn mutige Frauen nicht übergangen, sondern von Anfang an in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. In MultiplikatorInnen-Veranstaltungen müssen kompetente Frauen in Planung und Durchführung paritätisch miteinbezogen werden.

These 2:

Frauen müssen in der Ist-Analyse des ländlichen Raumes genannt und beteiligt werden.

These 3:

Frauen müssen sich offensiv in die Strukturplanung einmischen und selbst dafür sorgen, daß ihre Interessen berücksichtigt werden.

 

Eigenständige Regionalentwicklung

als Leitidee für den ländlichen Raum

Thesen der Arbeitsgruppe 2

 

1. Das Motto: Einfache Dinge außergewöhnlich gut machen!

2. Die Vision: Eine regionale Vision haben

3. Die Idee: Eine gute Idee haben, hinter der man steht!

4. Die Aktion: Menschen sammeln, die an der Idee arbeiten!

5. Die Realität: Die Idee mit den regionalen Systemen verbinden!

6. Das Vorgehen: Dem eigenen Lerntempo folgen!

7. Die Methode: Lernen durch tun!

8. Der Mut: Nicht aufgeben, nach Alternativen suchen!

9. Die Hoffnung: Andere mit seiner Kraft mitreißen!

10. Die Belohnung: Eine tiefe Zufriedenheit spüren!

 

Erwachsenenbildung als Entwicklungsfaktor für den ländlichen Raum

Thesen der Arbeitsgruppe 3

 

1. These

Ergänzend zum klassischen Programmangebot der Erwachsenenbildungseinrichtungen im ländlichen Raum muß es derzeit in besonderem Maße um den Ausbau eines neuen Selbstverständnisses gehen. Erwachsenenbildung wird im ländlichen Raum zunehmend mehr als eine neutrale und professionelle Plattform zur Diskussion von Struktur- und Entwicklungsfragen benötigt und gefordert. Erwachsenenbildungseinrichtungen sollten in diesem Sinne zu einem Bürgerforum werden mit dem Ziel, lokale und regionale Entwicklungsprozesse im gesellschaftlichen und öffentlichen Kontext zu moderieren, animieren und zu definieren.

2. These

Dieser Anspruch an Erwachsenenbildung beinhaltet und benötigt

a) eine neue Binnenstruktur der Einrichtungen,

b) eine Verbesserung der Qualifizierung der haupt- und nebenberuflich Tätigen. Das heißt: Die Einrichtungen müssen selbst in einen Prozeß der Entwicklung eintreten, d.h. zu einer 'lernenden Organisation' werden.

3. These

Wenn Erwachsenenbildungseinrichtungen zu einem Bürgerforum werden sollen, dann müssen vorhandene und neue methodisch-didaktische und inhaltliche Kompetenzen entwickelt werden. Dazu gehören:

a) Moderations- und Mediationskompetenz,

b) Handlungsorientierte Programmangebote (Aktionen und Projekte),

c) Prozeßbegleitung und -beratung,

d) Werkstattcharakter (Planung und Zukunft).

Das heißt: Einrichtungen müssen methodisch-didaktische und inhaltliche Instrumente für ein Entwicklungs- und Prozeßmanagement ausbauen.

4. These

Folgende Schwierigkeiten und Probleme sind zu erwarten, bzw. sind bereits existent:

a) Das Verhältnis von Hauptberuflichkeit und Nebenberuflichkeit bzw. Ehrenamt.

b) Die derzeitige Förderpolitik des Landes mit ihrer leistungsorientierten Subventionierung hemmt eine oben intendierte entwicklungsorientierte Bildungsarbeit und fördert ein quantitatives Denken und Handeln.

c) Gemeinwesenorientierte Bildungsarbeit bedeutet immer auch Einmischung in lokal- und regionalpolitische Handlungsfelder und kann zu einer Gratwanderung zwischen Akzeptanz und Mißachtung durch politische Gremien und Instanzen führen.

5. These

Die Erwachsenenbildung im ländlichen Raum benötigt 'strategische Allianzen', d.h. neue Kooperationsmodelle und Partnerschaften sowohl zwischen unterschiedlichen Trägern der Bildungsarbeit (z.B. Erwachsenenbildung, Jugendarbeit, Frauenbildung etc.) als auch mit Behörden, Ämtern, Vereinen, und der (Land-)Wirtschaft. Hier besteht ein hoher Handlungs- und Diskussionsbedarf.

 

Thesen zum Thema "Verwaltung im Umbruch: Mehr Mut zur Bürgernähe!"

Thesen der Arbeitsgruppe 5

Die Zeit des Umbruchs zeigte sich in den Nachkriegsjahren durch die Aufbauphase. Diese wurde schließlich durch die Konsolidierungsphase abgelöst bis der Sättigungsgrad an Infrastrukturmaßnahmen in der Regel erreicht war. Nun steht die Erneuerungsphase an, die gefordert wird von den knappen Finanzen, der Einsicht auf den Verzicht weiterer Verfeinerung von Infrastrukturangeboten und veränderten Lebensgewohnheiten. Darauf muß sich die Verwaltung ausrichten. Selbstgestaltete örtliche Kulturarbeit mit Themen der Gegenwarts- und Zukunftsgestaltung kann in besonderem Maße Informationen, Motivationen und Zielvorstellungen nahebringen und das Problembewußtsein stärken. Die konstruktive Auseinandersetzung mit echten und unechten Ansprüchen an die Gemeinde mit überörtlichen Lösungen wird erleichtert.

1. Ein neues Rollenverständnis zwischen Stadt bzw. Kommune und Bürger tut not. Gefragt ist mehr Partnerschaft und Loyalität anstatt Betroffenenbürokratie und Zuschauerdemokratie.

Nur der problembewußte Bürger kann konstruktiv in der Gemeindepolitik mitwirken. Seine Motivation schöpft er aus der Ortsidentität. Deshalb ist gemeinsam mit der Bürgerschaft die strukturelle Situation zu erörtern. Die wesentlichen Identifikationsfaktoren sind herauszuarbeiten.

2. Der Bürger ist 'Souverän' und nicht nur 'Verwaltungskunde'. Als Souverän muß der Bürger der engste Partner des Politikers sein und als Verwaltungskunde hat der Bürger Anspruch auf freundliche und kompetente Behandlung.

Der Bürger kann und will bei seinem guten Bildungsstand nicht mehr Einzelentscheidungen hinnehmen, wenn nicht die Grundsatzentscheidungen genügend einsichtig sind. Bürgerversammlungen und Gespräche mit differenzierten Informationsstrategien müssen neue Akzeptanz vorbereiten und Entwicklungsideen anregen.

3. Der Bürger erwartet klare und schnelle Entscheidungen.

Das Vertrauen und damit der Zufriedenheitsgrad der Bürgerschaft beruht auf dem Empfinden, daß ihre Anliegen ernst genommen werden. Die Ernsthaftigkeit ist dann bewiesen, wenn sie klare und schnelle Entscheidungen erwarten darf. Dies ist der Bürgerschaft so wichtig wie die Art der Entscheidung selbst.

4.(Gemeinde-) Politik ist an konkreten Projekten und auf konkrete Situationen bezogen für den Bürger erlebbar und nachvollziehbar zu machen. Das verringert Vorurteile, vermittelt Transparenz und Erfolgserlebnisse. Die Bürger sind somit eingebunden und sie überschauen dadurch die Vorgänge besser.

Der einbezogene Bürger trägt Mitverantwortung für das Gemeinwohl und ist zur Mitgestaltung bereit. Dazu gehört auch das ehrenamtliche Engagement. So entsteht neues partnerschaftliches Miteinander für die schwieriger werdende Zukunftsgestaltung. Das Miteinander ist das Gebot der Stunde, gerade auch in der Kommunalpolitik.