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Fernsehdebatten (Presidential Debates)
Die
Präsidentschafts-Debatten im Fernsehen sind die Mega-Ereignisse des
Herbst-Wahlkampfes. Ob Nixon, Kennedy oder Bush - sie alle mussten sich ihren
Kontrahenten und einem Millionenpublikum stellen. Oft war dies auch
wahlentscheidend. Mit hitzigen, spontanen Wortduellen haben die "Debatten"
häufig wenig zu tun. Sie werden von den Wahlteams exakt vorbereitet, mögliche
Fragen und Antworten werden mit den Kandidaten einstudiert, die Körpersprache
wird trainiert. Der Sieger der Debatte steht nicht unmittelbar am Abend der
Diskussion fest. Entscheidend ist die mediale Nachbereitung und Aufbereitung der
Diskussion - welche Kernaussagen werden in den Zeitungskommentaren und
TV-Nachrichten und Analysen in den Mittelpunkt gerückt. Erst dann wird man
wissen, wer in der Diskussion gepunktet hat und Vorteile für seine Kampagne
erzielen konnte. Für das Duell von McCain und Obama gibt es einen langen
Verhaltenskodex, in dem die Rahmenbedingungen der Debatten festgehalten werden.
Nichts wird dem Zufall überlassen.
Festgelegt wurden drei Debatten der Präsidentschaftskandidaten und eine der
Kandidaten für die Vizepräsidentschaft. Die Debatten wurden auf jeweils 90 Minuten
festgelegt, es gab jeweils einen Moderator. Veranstaltet wurden die
Fernsehdebatten 2008 von der Kommission für Präsidentschafts-Debatten.
Die Kommission für Präsidentschafts-Debatten (CPD), eine
Non-Profit-Organisation, organisierte alle Debatten seit 1988. Die CPD
entwickelt für die Kandidaten Auswahlkriterien, wer überhaupt an den Debatten
teilnehmen kann. Sie schlägt auch die Termine, Orte und Formate für die Debatten
vor. Die Kriterien für die Teilnahme an den Debatten sind sehr hoch, was von
Bürgerrechtsorganisationen und den anderen Präsidentschaftsbewerbern auch
kritisiert wird. So muss ein Bewerber z.B. mindestens 15 Prozent der Stimmen in
fünf ausgewählten Wahllokalen erreichen. Dies hat zur Folge, dass nur die
Präsidentschafts - und Vizepräsidentschaftskandidaten der Republikaner und der
Demokraten sich der Debatte stellen. Unabhängige Kandidaten haben keine Chance.
Debatten im Internet
Die Internet-Plattform MySpace ist von der Commission on Presidential Debates (CPD)
dazu ermächtigt worden, ein eigenes Portal zu den kommenden Debatten im
US-Präsidentschaftswahlkampf zu starten. Auf der Plattform wird eine spezielle
Software zum Download zur Verfügung gestellt, die eine Verfolgung von Debatten
der Präsidentschaftskandidaten per Live-Videostream ermöglicht und diese für
eine spätere On-Demand-Nutzung archiviert. Des Weiteren wird es auf dem Portal
auch möglich sein, interaktiv an den politischen Diskussionen teilzunehmen und
eigene Fragen an die Kandidaten zu übermitteln. Auf diese Weise soll sich jeder
Wähler ein besseres Bild davon machen können, welche Standpunkte die Anwärter
auf das höchste Amt in den USA zu bestimmten Fragen und Problemen haben.
Termine:
| 26. September: |
Erste Debatte der Präsidentschaftskandidaten in der University of
Mississippi, Oxford.
Themen: Außenpolitik und nationale Sicherheitsfragen werden im Mittelpunkt
der Debatte stehen.
Format: Es wird jeweils neun 9-Minuten-Segmente geben. Der Moderator wird
das Thema ansprechen, jeder Kandidat hat 2 Minuten Zeit zu antworten, dann
erfolgt eine Diskussion in den verbleibenden 5 Minuten.
Moderator: Jim Lehrer, PBS
Das
erste TV-Duell zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama
(Demokraten) und John McCain (Republikaner) stand im Schatten der schweren
Finanzkrise in den USA. Bei der Frage nach konkreten Rezepten wichen beide
Kandidaten den Fragen des Moderators allerdings aus. Sie wollen aber
parteiübergreifend bei einer Lösung der Finanzkrise zusammenarbeiten. Jim
Lehrer, der Moderator der Debatte, bemühte sich vergeblich, den Kandidaten
Bekenntnisse und Pläne zu entlocken, die der Dramatik der Finanzkrise
angemessen waren. Den schärfsten Austausch gab es bei der Außenpolitik.
Beide Senatoren wiederholten ihre bereits bekannten Ansichten. McCain
nannte Obamas Plan für einen Abzug der US-Kampftruppen aus dem Irak
innerhalb von 16 Monaten "gefährlich". Die Entsendung von weiteren 30.000
Soldaten, mit denen es gelungen sei, die Gewalt im Irak deutlich
einzudämmen, habe Obama nicht unterstützt. Mehrfach sprach McCain Obama
die Kompetenz in der Sicherheits- und Außenpolitik ab. Obama bekräftigte
seine Ansicht, dass der Irak-Krieg von Beginn an ein Fehler gewesen sei
und dass er ihn von Anfang an abgelehnt habe. Zudem habe der Irak-Krieg zu
einer Vernachlässigung des Kampfes gegen die radikal-islamischen Taliban
in Afghanistan geführt.
Beim Thema Iran stritten sich die beiden darum, ob direkte Gespräche mit
der iranischen Regierung sinnvoll wären. Den meisten Kommentatoren
zufolge ging das Duell unentschieden aus.
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| 2. Oktober: |
Debatte der Kandidaten für die Vizepräsidentschaft in der
Washington University, St. Louis
Themen: Außen- und Innenpolitik
Moderatorin: Gwen Ifill, PBS
In
ihrer mit Spannung erwarteten Fernsehdebatte haben sich Joseph Biden
(Demokraten) und Sarah Palin (Republikaner) einen lebhaften Schlagabtausch
geliefert. In der Debatte griffen sich die beiden "Running Mates"
persönlich kaum an, sondern versuchten die Zuschauer davon zu überzeugen,
dass ihr jeweiliger Präsidentschaftskandidat am besten geeignet sei, die
USA in den gegenwärtigen schwierigen Zeiten zu führen. Die Kontrahenten
präsentierten sich dabei als volksnahe Politiker, die die Sorgen und Nöte
des Durchschnittsbürgers verstehen.
Die größten Kontroverse zwischen den beiden Vizepräsidentschaftskandidaten
gab es in der Irak-Politik. Palin warf den Demokraten vor, sie wollten
kapitulieren. Sie kritisierte Obama für seinen Widerstand gegen die
Aufstockung der US-Truppen im Irak. Dabei habe gerade dieser Schritt zur
Eindämmung der Gewalt im Irak geführt. Biden entgegnete, die Republikaner
lägen mit ihrer Politik absolut falsch. McCain habe bislang nicht
nachweisen können, dass seine Pläne sich auch nur im geringsten von denen
seines Parteifreundes, Präsident George W. Bush, unterscheiden.
Inhaltlich offenbarte die Debatte die großen Differenzen zwischen den
beiden politischen Lagern. Dies zeigte sich am deutlichsten in der
Energiepolitik. Biden wirbt für Solarstrom, Windkraft und Biodiesel. Palin
setzt auf die Förderung heimischer Energiequellen. Biden hielt ihr
entgegen, dass die USA drei Prozent der globalen Ölreserven besitzen, aber
fast 30 Prozent des weltweit konsumierten Öls verbrauchten. Palin fiel
dazu nur ein: "Energie aus Alaska leistet viel für Amerikas
Energieunabhängigkeit." Joe Biden spielte seine politische Kenntnis und
Erfahrung aus und zeigte Detailkenntnis. Sarah Palin bot nur
Glaubenssätze. Die Blitzumfragen nach der Dabatte sahen Biden als Sieger
mit 51 zu 36 Prozent.
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| 7. Oktober: |
Zweite Debatte der Präsidentschaftskandidaten in der Belmont
University, Nashville
Format: Debatte vor Publikum - Der Moderator ruft die Fragen des Publikums
auf und stellt Fragen aus dem Internet. Jeder Kandidat hat zwei Minuten,
um die Frage zu beantworten. Im Anschluss an diese Antworten wird der
Moderator den Bewerbern die Möglichkeit geben, auf die Antworten des
Gegenkandidaten eine Minute lang zu reagieren.
Moderator: Tom Brokaw, NBC
Beim
zweiten Fernsehduell zwischen den Präsidentschaftskandidaten Obama und
McCain dominierte das Thema Finanzkrise. Die Debatte in Nashville
bot trotz ihres neuartigen Formats des "Bürgerforums" (town hall meeting)
kaum Überraschendes. Obama und McCain saßen auf Barhockern in der Mitte
einer kleinen Arena, um sie herum einige Zuschauertribünen, von denen aus
Wähler ihre Fragen stellen durften.
Barack Obama sprach von der schlimmsten Finanzkrise seit der
Weltwirtschaftkrise und erklärte: "Dies ist der Schlussstrich über die
gescheiterte Wirtschaftspolitik der vergangenen acht Jahre." Die Regierung
während der Ära von Präsident George W. Bush habe weitgehend auf Eingriffe
im Finanzsektor verzichtet und sei davon ausgegangen, dass der Wohlstand
auf alle herabregnen wird, was nicht passiert sei. Doch auch Obama fiel
nur sein "Wir müssen der Mittelschicht helfen, es müsse
Steuererleichterungen für den Mittelstand geben" ein. John McCain schlug
als wichtigsten Schritt zur Stabilisierung der Finanzmärkte und zur
Wiederbelebung der Wirtschaft vor, dass der Staat die faulen Hypotheken
von Millionen zahlungsunfähiger Hausbesitzer aufkaufen soll, deren Häuser
wegen des Preisverfalls auf dem Immobilienmarkt heute weniger wert sind
als sie ihren Banken schulden. Beide Politiker sicherten den von der
Finanzkrise betroffenen Mittelschichten Hilfen zu. Zu einem
Schlagabtausch kam es über die Steuerpolitik. McCain hielt Obama vor, er
wolle im Falle eines Wahlsieges die Steuern für 60 Prozent der
Kleinunternehmer erhöhen. McCain plädierte für Steuersenkungen für
mittelständische Unternehmen, um Investitionen zu ermöglichen. Insgesamt
habe Obama während seiner Zeit als als Senator in 95 Prozent aller Fälle
für Steuererhöhungen oder gegen Kürzungen votiert. Obama versprach, wer
250.000 Dollar oder weniger im Jahr verdiene, könne im Fall seiner
Präsidentschaft mit Steuerkürzungen rechnen. Auch in der Außenpolitik
gab es wieder die gewohnte Kontroverse. Obama erklärte mit Blick auf die
Finanzkrise, der Irak-Krieg koste die USA jeden Monat zehn Milliarden
Dollar, Geld, das jetzt dringend für die Sanierung des Finanzsystems
gebraucht würde. McCain warf Obama vor, der von ihm geplante Rückzug aus
dem Irak komme einer Niederlage gleich.
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| 15. Oktober: |
Dritte Debatte der Präsidentschaftskandidaten in der Hofstra
University, Hempstead
Themen: Haushalt- und Wirtschaftspolitik
Format: Wie bei der ersten Präsidentschafts-Debatte, zusätzlich kann jeder
Kandidat eine 90-Sekunden Abschlusserklärung abgeben.
Moderator: Bob Schieffer, CBS
Beim
dritten und letzten Fernsehduell haben sich die Kandidaten Obama und
McCain heftig attackiert. Unter dem Druck schlechter Umfragewerte
verstärkte der Republikaner McCain die Konfrontation und versuchte, wie
schon im Wahlkampf, seinen demokratischen Rivalen Obama in die Nähe
radikaler Kräfte zu stellen. Obama warf McCain vor, einen zunehmend
konfrontativen Wahlkampf zu führen.
Keiner der beiden Kandidaten konnte neue Wege zur Überwindung der
schweren Finanz- und Wirtschaftskrise aufzeigen. Mit Blick auf die
Finanzkrise warf McCain dem Demokraten vor, die Steuern erhöhen zu wollen
und einen "Klassenkampf" zu starten. Obama entgegnete, McCain würde
die Mittelklasse vernachlässigen, nur die großen Unternehmen entlasten und
wolle die gescheiterte Politik von George W. Bush fortsetzen. "Wenn Sie
gegen Bush kandidieren wollen, dann hätten Sie vor vier Jahren antreten
sollen. Ich bin nicht Bush", konterte McCain. Mit 300 Milliarden Dollar
will McCain den in finanzielle Not geratenen Hausbesitzern helfen.
Beim Thema Energiepolitik sagte Obama, die Autoindustrie müsse
effektivere Autos bauen, die weniger Benzin verbrauchten. Werde in solche
Autos, aber auch Wind- und Sonnenkraft investiert, könnten etwa fünf
Millionen neue Jobs geschafft werden. Damit könne die USA angesichts der
Wirtschaftskrise unabhängiger von Ölimporten aus dem Ausland werden. Auch
McCain sprach sich für den verstärkten Einsatz regenerativer
Energiequellen, aber auch für den Bau neuer Atomkraftwerke aus. "In zehn
Jahren können wir unsere Abhängigkeit reduzieren, damit wir nicht länger
Öl aus dem Nahen Osten oder Venezuela importieren müssen", sagte McCain.
Insgesamt dürften nur wenige Wähler ihre Meinung auf Grund der Debatte
über Wirtschaftsfragen geändert haben. Dazu waren die Positionen der
beiden Seiten schon zu gut bekannt. "Ein Punktsieg, aber kein K.O.-Sieg",
so fasste ZDF-Korrespondent Klaus-Peter Siegloch Barack Obamas Auftritt in
der letzten Debatte zusammen.
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Unterricht:

Informationen:
- LpB-Spezial:

US-Wahl 2004
Amerika hat gewählt. Überraschend deutlich hat George W. Bush das Rennen um
die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten von Amerika gegen seinen
Herausforderer John Kerry gewonnen. Bush konnte über das ganze Land gesehen
seinen Rivalen um mehr als 3,5 Millionen Stimmen abhängen. Landesweit kam Bush
auf 51 Prozent der Stimmen, Kerry auf 48 Prozent.
-
VERFASSUNG DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
vom 17. September 1787
Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, von der Absicht geleitet, unseren Bund
zu vervollkommnen, Gerechtigkeit zu verwirklichen, die Ruhe im Innern zu
sichern, für die Landesverteidigung zu sorgen, die allgemeine Wohlfahrt zu
fördern und das Glück der Freiheit uns selbst und unseren Nachkommen zu
bewahren, setzen diese Verfassung für die Vereinigten Staaten von Amerika in
Geltung.
- Bundeszentrale für politische Bildung:
Zeitschrift
Informationen zur politischen Bildung Heft 283
Politisches System der USA
Die nächsten US-Präsidentschaftswahlen finden im Jahr 2008 statt. Dieses zum
44. Mal stattfindende Ereignis erregt angesichts des weltpolitischen
Einflusses der USA auch in den übrigen Ländern großes Interesse.
Dossier
der Bundeszentrale: USA

- WIKIPEDIA
Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten
Politisches System der USA
- Der nächste
US-Präsident...
In diesem Blog geht es um die Präsidentschaftswahl in den USA 2008 - und um
alles drumherum. Sie finden hier Nachrichten, Hintergründe, Kommentare und
werktags eine frühmorgendliche Presseschau. Einzelne Seiten zu den Kandidaten,
den Themen der Debatte und den wahlentscheidenden Faktoren bieten einen
raschen Einstieg in das Thema.
- Centrum für angewandte Politikforschung
US-Wahl 2008
Hier finden Sie chronologisch geordnet alle Seiten auf der C·A·P-Website, die
in Form von Event-Berichten, Meldungen, Interviews, Positionen, Presseartikeln
bis hin zu Publikationen das Thema "US-Wahl 2008" behandeln.

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