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Barack Obama ist neuer US-Präsident
Yes
we can!
Barack Obama hat es geschafft. Als erster Schwarzer in der Geschichte der
Vereinigten Staaten zieht er als 44. Präsident in das Weiße Haus ein.
Mit deutlicher Mehrheit gewann der Demokrat die Präsidentschaftswahl am 4.
November 2008. "Change"
- Wechsel, das ist die Kernbotschaft und das Programm Obamas. Das
Schlüsselwort der Wahlkampagne des demokratischen
Präsidentschaftskandidaten zielte geschickt auf die Sehnsucht vieler
Amerikaner nach einem Neuanfang, nach einem Richtungswechsel nach acht
Jahren Präsidentschaft des ungeliebten Republikaners George W. Bush. Vor
rund hunderttausend jubelnden Anhängern in Chicago rief Obama am Wahlabend: "Der Wandel
ist nach Amerika gekommen." Ob Außen- oder Steuerpolitik, Gesundheits-
oder Bildungswesen: Die Amerikaner hoffen, dass Obama vieles anders machen
wird als sein Vorgänger. Am 20. Januar trat er sein Amt an und legte in
den ersten Tagen seiner Amtszeit ein atemberaubendes Tempo vor.
Die Wahl von Barack Obama zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten
ist jetzt auch formell besiegelt. Die 538 Wahlmänner und -frauen aus
den 50 Bundesstaaten wählten am 15. Dezember - 41 Tage nach der Wahl -
den Nachfolger von George W. Bush. Obama erhielt alle 365
Wahlmännerstimmen, die er bei der Wahl am 4. November gewonnen hatte.
Sein Kontrahent John McCain kam auf 173 Wahlmännerstimmen. Die
Stimmzettel der Wahlmänner und -frauen wurden Anfang Januar in einer
gemeinsamen Sitzung des neuen US-Kongresses in Washington offiziell
ausgezählt. Diese Sitzung fand am 6. Januar 2009 statt. Am 20. Januar
legte er seinen Amtseid ab.
Schon am ersten Arbeitstag kündigte er das Ende der Militärtribunale
in Guantanamo an, das Edikt zur Schließung Guantanamos hat er
inzwischen unterzeichnet und führte Gespräche mit den Präsidenten von
Ägypten und Israel, Jordanien und den palästinensischen Gebieten.
Neuer Nahostbeauftragter wird Ex-Senator George Mitchell und
Sonderbeauftragter für Afghanistan der ehemalige UN-Botschafter
Richard Holbrooke. Das neue Konjunkturprogramm in Höhe von 850
Milliarden soll bis Mitte Februar den Kongress passieren. Dazu führte
er Gespräche mit Kongressabgeordneten. Einen Tag später hob er einen
Erlass seines Vorgängers auf, der öffentliche Gelder für
Organisationen verbietet, die Abtreibungen unterstützen. Obama will
möglichst schnell die Autoindustrie bewegen, umweltfreundlichere Autos
zu produzieren. Künftig sollen Kalifornien und 13 weitere
Bundesstaaten scharfe Abgaswerte selbst festlegen dürfen, auch dies
ein Bruch mit Bushs Politik. Zugleich kündigte er an, Amerikas
Abhängigkeit von ausländischem Öl zu verringern und den Klimaschutz
voranzutreiben. Dazu will er die Energieindustrie revolutionieren
und spritsparende Autos und strengere CO2-Grenzwerte durchsetzen.
Auch in der Irak-Politik wird Obama neue Wege gehen: Es sollen
erstmals seit Jahren direkte Gespräche mit Teheran über das
umstrittene Atomprogramm geführt werden.
Inauguration am 20. Januar 2009
Es
war ein historischer Tag. Der 47 Jahre alte Demokrat Barack Obama legte vor
Millionen Menschen in Washington als erster schwarzer Präsident der US-
Geschichte seinen Amtseid ab. Mit dem Amtseid beginnt für Obama die Zeit der
politischen Bewährung. Die Erwartungen und Hoffnungen, die nun weltweit auf
Obama ruhen, sind gewaltig. Als Nachfolger von US-Präsident George W. Bush
übernimmt Obama ein schweres Erbe. Die USA sind gezeichnet von der schwersten
Finanz- und Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten, einer steigenden
Arbeitslosenquote, einer hohen Staatsverschuldung, und amerikanische
Streitkräfte kämpfen im Irak und in Afghanistan in zwei zermürbenden und
verlustreichen Kriegen.
Die
Inauguration ist die Amtseinführung des Präsidenten, die in der amerikanischen
Verfassung festgelegt ist. Am 20. Januar 2009 werden Barack Obama und Joseph Biden
in ihre Amtszeit als Präsident und Vizepräsident der Vereinigten Staaten
eingeführt.
In Artikel II, Absatz 1, Paragraph 7 heißt es:
Bevor er (der Präsident) das Amt antritt, soll er folgenden Eid leisten:
"Ich schwöre feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten ehrlich (nach bestem
Wissen und Gewissen) ausführen werde und mit allen mir gebotenen Möglichkeiten
die Verfassung der Vereinigten Staaten erhalten, schützen und verteidigen
werde."
("I do solemnly swear that I will faithfully execute the office of the
President of the United States, and will to the best of my ability, preserve,
protect and defend the Constitution of the United States.")
Weiterhin regelt in der amerikanischen Verfassung der Zusatz 20, Absatz 1, die
Amtslaufzeit:
"Die Amtszeit des Präsidenten und Vize-Präsidenten soll um 12.00 Uhr mittags
des 20. Januar und die Amtszeit der Senatoren und Mitglieder des
Repräsentantenhauses um 12.00 Uhr mittags des 3. Januar im Jahre nach der Wahl
enden und die Amtszeit der Nachfolger soll dann beginnen."
Der Wochentag, auf den der 20. Januar fällt, spielt keine Rolle, die
Inauguration findet auch an Samstagen oder Sonntagen statt.
Der (zukünftige) Präsident legt den Eid in Anwesenheit des "Inauguration
Committee's" sowie beider Häuser des Kongresses ab.
Der Präsident wird nach der Vereidigung seine Amtsantrittsrede halten.
Gemäß einer auf Andrew Jackson und seine erste Amtseinführung im Jahr 1829
zurückzuführende Tradition werden Präsidenten in Zeremonien im Freien, vor der
östlichen Gebäudefront des Kapitols der Vereinigten Staaten in das Amt
eingeführt.
Der Ablauf der Inauguration war minuziös festgelegt. Nach einem Kirchgang
in die St. Johns Episcopal Church traf Obama den scheidenden Präsidenten im
Weißen Haus. Anschließend traten der alte und der kommende Präsident
gemeinsam den Weg zum Kapitol an. Vor dem Parlament war eine Tribüne
aufgebaut, auf der 2.600 ausgewählte Gäste Platz fanden.
Die offizielle Vereidigungszeremonie begann um 17.30 Uhr MEZ. Als erster
sprach
Vize- Präsident Joseph Biden die kurze Eidesformel. Obama legte bei
der Zeremonie seine linke Hand auf eine Bibel des früheren Präsidenten Abraham
Lincoln und sprach den Eid. Nach seiner Antrittsrede hatte Obama
gemeinsam mit Vizepräsident Biden 200 Gäste um 19:00 Uhr MEZ zu einem Essen
in das Kapitol eingeladen. Um 20.00 Uhr MEZ begann die große Parade vom Kapitol zum
Weißen Haus, bei der 10.000 Teilnehmer mitmarschieren. Am Abend standen
zahlreiche Bälle an, auf denen Obama und seine Frau Michelle zum Ehrentanz
erwartet wurden.
Barack Obamas Amtseinführung war wohl die größte und teuerste aller
Zeiten. So viele Sicherheitskräfte wie noch nie waren im Einsatz. Bis zu 3
Millionen Menschen wurden am Dienstag in Washington
erwartet, Millionen Fernsehzuschauer kamen weltweit hinzu.
Mit einem Open-Air-Konzert unter dem Motto "We Are One" haben zahlreiche
Popstars, Prominente und Hunderttausende Menschen schon am 18. Januar in Washington Barack Obama gefeiert. "Willkommen zu diesem Fest für Amerikas Erneuerung!",
rief der Obama den begeisterten Menschen zu.
Antrittsrede am 20. Januar
Seine mit Spannung erwartete Antrittsrede begann der neue Präsident unter
begeisterten "Obama, Obama"-Rufen der Zuschauer mit "Liebe Mitbürgerinnen und
Mitbürger. Hier stehe ich heute in tiefer Demut angesichts der Aufgaben die
unserer harren in tiefer Dankbarkeit für das Vertrauen, das Sie mir erwiesen
haben."
Vor rund zwei Millionen Menschen verwies Obama in seiner Antrittsansprache vor
allem auf die schwierigen Herausforderungen des Landes. "Sie werden nicht
leicht oder kurzfristig zu meistern sein", sagte er. "Aber wisse, Amerika: Wir
werden sie meistern." Obama kündigte ein entschiedenes Vorgehen gegen die
schwere Wirtschaftskrise an, die das Land seit Monaten fest im Griff hat. Die
Herausforderungen seien "ernst und viele". Sie gingen auf Gier und
Verantwortungslosigkeit zurück und ließen sich nicht rasch lösen. Die Lage
erfordere kühnes Handeln. Die Nation müsse "Hoffnung über Angst, Einigkeit im
Ziel über Konflikt und Zwietracht" stellen, um die schwerste Wirtschaftskrise
seit Anfang des 20. Jahrhunderts zu überwinden.
"Heute müssen wir uns selbst aufrichten, den Staub abwischen und beginnen,
Amerika zu erneuern." Und er fügte hinzu: "Die Welt hat sich verändert, wir
müssen uns auch ändern." Obama rief gleichwohl dazu auf, sich auf alte Werte
zu besinnen, und nannte "harte Arbeit und Ehrlichkeit, Mut und Fair Play,
Toleranz und Neugier, Loyalität und Patriotismus". Diese Werte seien "die
stille Kraft des Fortschritts in unserer gesamten Geschichte" gewesen.
Der Präsident rief das Volk zu Mut und Tatkraft im Kampf gegen die Krise auf.
Der übrigen Welt versprach Obama ein Amerika, das allen zuhören werde.
Am Ende der Rede erinnerte Obama an den kalten Winter 1776, in dem George
Washington eine Schrift von Thomas Paine verbreiten ließ:
"Lasst der künftigen Welt gesagt sein, dass in der Tiefe des Winters, als nur
noch Hoffnung und Tugend überleben konnten, die Stadt und das Land, alarmiert
von einer gemeinsamen Bedrohung, zusammenkamen, um ihr zu begegnen.
Amerika, im Angesicht unserer gemeinsamen Gefahren, in diesem Winter unserer
Bedrängnis, lasst uns an diese zeitlosen Worte denken. Lasst uns mit Hoffnung
und Tugend einmal mehr den eisigen Strömungen trotzen und ertragen, welche
Stürme auch kommen mögen".
- ZDFmediathek:
Obamas Antrittsrede (Video mit deutscher Übersetzung)
- DW:
Die Antrittsrede des neuen US-Präsidenten Barack Obama in deutscher
Übersetzung
- Die Antrittsreden Barack Obamas und
George W. Bushs im Vergleich
vor dem Hintergrund der Besonderheiten der US-amerikanischen Institution der
„Inaugural Address“
Die
Rede zur Amtseinführung eines neuen amerikanischen Präsidenten
zeichnet sich durch eine Reihe von Besonderheiten aus, die man kennen
und berücksichtigen muss, wenn man deren jeweilige Bedeutung
angemessen verstehen will. Was diese Besonderheiten der amerikanischen
Inaugural Address im Einzelnen anbelangt, so hat die Rede zur
Amtseinführung zum einen eine Reihe spezieller Funktionen zu erfüllen;
zum anderen werden in einer solchen Rede eine Reihe besonderer
rhetorischer Stilmittel verwendet, die dazu dienen, diese besonderen
Funktionen zu erfüllen. Neben diesen allgemeinen Besonderheiten
zeichnet sich die Rede zur Amtseinführung des neuen Präsidenten Barack
Obamas 2009 noch durch eine andere zeitbedingte Besonderheit aus:
nämlich das Erbe seines äußerst umstrittenen Amtsvorgängers George W.
Bush. Eine Analyse der Rede zur Amtseinführung Barack Obamas kann
demnach gar nicht erfolgen, ohne der Frage nachzugehen, inwieweit es ihm in
dieser gelungen ist, sein Versprechen eines grundlegenden Wandels der
US-amerikanischen Politik zu erfüllen. ...mehr

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
Der
Präsident der Vereinigten Staaten ist kraft Verfassung Staatsoberhaupt,
Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er muss ein im Lande
geborener Staatsbürger der USA und mindestens 35 Jahre alt sein.
Der Präsident verkörpert die ausführende Gewalt, er ist Chef der Exekutive.
Mit Zustimmung des Senates ernennt der Präsident die Mitglieder der Regierung
und besetzt die wichtigsten Ämter der obersten Bundesbehörden. Ihm unterstehen
alle Bundesbehörden und -ämter. Er vertritt das
Land nach innen und außen. Außenpolitische Verträge bedürfen der Zustimmung
des Senats. Gegen Beschlüsse des Kongresses kann er ein suspensives
(aufschiebendes) Veto einlegen. Dieses wiederum können die beiden Häuser des
Kongresses mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit überstimmen.
Darüber hinaus kann er - über Mitglieder des Kongresses vermittelt -
Gesetzentwürfe auf den parlamentarischen Weg bringen. Der Präsident ist dem Kongress gegenüber nicht verantwortlich, sondern nach
dem Willen der Verfassungsväter nur dem Gesetz. Er braucht aber für alle
politischen Maßnahmen, insbesondere um Ausgaben zu tätigen, die
ausdrückliche (gesetzliche) Zustimmung des Parlaments. Im Gegensatz zu vielen
parlamentarischen Regierungssystemen kann der Präsident in den USA das
Parlament nicht auflösen.
Der Präsident der Vereinigten Staaten wird alle vier Jahre, jeweils am
Dienstag nach dem ersten Montag im November eines Schaltjahres durch das Volk
indirekt gewählt. Die vierjährige Amtsperiode beginnt und endet am 20. Januar
des auf das Wahljahr folgenden Jahres. Gemäß der 22. Verfassungsnovelle von
1951 kann ein Präsident nur noch einmal wiedergewählt werden (Franklin D.
Roosevelt hatte es auf vier Amtsperioden hintereinander gebracht); bei seinem
vorzeitigen Tod bzw. Abtritt folgt ihm automatisch der Vizepräsident bis zum
Ende der laufenden Amtszeit nach.
Ein Präsidentschaftskandidat muss nicht von einer Partei aufgestellt werden;
unabhängige Kandidaten können an den Wahlen teilnehmen, doch fehlen ihnen
zumeist Finanzkraft und Organisation für eine erfolgreiche Bewerbung. Amtssitz
ist seit 1800 das Weiße Haus in Washington.
Der Vizepräsident vertritt den Präsidenten und nimmt im
Falle des Rücktritts, des Todes oder der Amtsenthebung (impeachment) dessen
Aufgaben wahr, er wird der nächste US-Präsident. Der Vizepräsident sitzt dem
Senat vor und hat die entscheidende Stimme bei Stimmengleichheit. Das Amt ist
hauptsächlich ein Repräsentationsamt. Sofern das Amt des Vizepräsidenten frei
wird, benennt der Präsident einen Vizepräsidenten, der das Amt nach
Bestätigung durch Mehrheitsbeschluss beider Häuser des Kongresses antritt.
Das Kabinett ist ein beratendes Gremium, dem neben dem Präsidenten und
dem Vizepräsidenten die Minister und Ministerinnen sowie hohe Beamte und
persönliche Berater angehören.
Vor dem Kongress hat der Präsident nur ein sehr beschränktes Rederecht. Als
einzige Möglichkeit, direkt vor dem Parlament zu sprechen, sieht die
Verfassung von 1787 die jährliche Rede des Präsidenten zur Lage der Nation
vor.

Die 43 Präsidenten der Vereinigten
Staaten
| 1.: 1789-1797 George Washington, parteilos |
23.: 1889-1893 Benjamin Harrison, Republikaner |
| 2.: 1797-1801 John Adams, Föderalist |
24.: 1893-1897 Grover Cleveland, Demokrat |
| 3.: 1801-1809 Thomas Jefferson, Jefferson Republikaner |
25.: 1897-1901 William McKinley, Republikaner |
| 4.: 1809-1817 James Madison, Jefferson Republikaner |
26.: 1901-1909 Theodore Roosevelt, Republikaner |
| 5.: 1817-1825 James Monroe, Jefferson Republikaner |
27.: 1909-1913 William H. Taft, Republikaner |
| 6.: 1825-1829 John Quincy Adams, Föderalist |
28.: 1913-1921 Woodrow T. Wilson, Demokrat |
| 7.: 1829-1837 Andrew Jackson, Demokrat |
29.: 1921-1923 Warren G.Harding, Republikaner |
| 8.: 1837-1841 Martin Van Buren, Demokrat |
30.: 1923-1929 John Calvin Coolidge, Republikaner |
| 9.: 1841-1841 William Harrison, Whig |
31.: 1929-1933 Herbert Clark Hoover, Republikaner |
| 10.: 1841-1845 John Tyler, Whig |
32.: 1933-1945 Franklin D Roosevelt, Demokrat |
| 11.: 1845-1849 James Knox Polk, Demokrat |
33.: 1945-1953 Harry S. Truman, Demokrat |
| 12.: 1849-1850 Zachary Taylor, Whig |
34.: 1953-1961 Dwight D. Eisenhower, Republikaner |
| 13.: 1850-1853 Millard Fillmore, Whig |
35.: 1961-1963 John F. Kennedy, Demokrat |
| 14.: 1853-1857 Franklin Pierce, Demokrat |
36.: 1963-1969 Lyndon B. Johnson, Demokrat |
| 15.: 1857-1861 James Buchanan, Demokrat |
37.: 1969-1974 Richard Nixon, Republikaner |
| 16.: 1861-1865 Abraham Lincoln, Republikaner |
38.: 1974-1977 Gerald Ford, Republikaner |
| 17.: 1865-1869 Andrew JohnsonDemokrat |
39.: 1977-1981 James Earl Carter, Demokrat |
| 18.: 1869-1877 Ulysses Grant, Republikaner |
40.: 1981-1989 Ronald Reagan, Republikaner |
| 19.: 1877-1881 Rutherford Hayes, Republikaner |
41.: 1989-1993 George H. W. Bush, Republikaner |
| 20.: 1881-1881 James Garfield, Republikaner |
42.: 1993-2001 Bill Clinton, Demokrat |
| 21.: 1881-1885 Chester A. Arthur, Republikaner |
43.: 2001-2008 George W. Bush, Republikaner |
| 22.: 1885-1889 Grover Cleveland, Demokrat |
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Nach der US-Wahl
Und wieder haben die Amerikaner gezeigt, dass bei ihnen alles möglich
ist und dass es jederzeit einen Neuanfang geben kann. Die Wählerinnen
und Wähler
präsentierten den Republikanern die Rechnung für die achtjährige
Politik von George W. Bush, die von einer großen Mehrheit der
Amerikaner nicht mehr mitgetragen wurde. Mit 365 zu 173 Wahlmännerstimmen setzte sich Obama deutlich gegen den Republikaner John McCain durch.
Weniger deutlich fiel das Ergebnis nach Prozentzahlen aus. Hier führte Obama mit 53 Prozent der Stimmen, McCain erreichte 46 Prozent.
Obama gewann in 28 der 50 Bundesstaaten und damit alle
Wahlmännerstimmen. Entscheidend für Obamas Sieg waren Erfolge in den Bundesstaaten, die traditionell zwischen
Demokraten und Republikanern hart umkämpft sind. Von den "Swing States"
gewann Obama die Bundesstaaten Florida, Iowa, Ohio, Pennsylvania und
Virginia. Obama hat in US-Bundesstaaten gesiegt, die wie Virginia seit
über vier Jahrzehnten für keinen Demokraten mehr gestimmt haben. Die
Wahlbeteiligung war mit 61 Prozent überdurchschnittlich hoch.
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Wahlergebnis |
| Kandidat |
Anzahl der Stimmen |
Prozent der Stimmen |
Wahlmänner-stimmen |
| Barack Obama |
66.882.230 |
53 % |
365 |
| John McCain |
58.343.671 |
46 % |
173 |
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Alle Zahlen CNN:
Election Center 2008 |
Neu gewählt wurden am 4. November auch alle 435 Abgeordneten des
Repräsentantenhauses. Bei der Auszählung der Stimmen für diese
Parlamentskammer lagen die Demokraten ebenfalls in Führung. Sie kommen
jetzt auf 254 Sitze, die Republikaner mussten 20 abgeben und kommen
nur noch auf 173 Sitze. Auch im Senat
konnten die Demokraten punkten. Bei der Wahl von 35 der 100
Sitze konnten sie weitere fünf Sitze für sich gewinnen und kommen
jetzt auf 57, die Republikaner nur noch auf 40. Damit verfügen die
Demokraten nach dem Triumph Obamas jetzt im Senat und im
Repräsentantenhaus über die Mehrheit der Sitze. Bei den Gouverneurswahlen gewannen die Demokraten einen
weiteren Posten hinzu. Sie verdrängten in Missouri die Republikaner
von der Regierung. Damit werden jetzt 29 Staaten von demokratischen
Politikern geführt und 21 von Republikanern. Die Republikaner stehen vor einem
Scherbenhaufen.
Obamas Rede nach dem Wahlsieg
Vor mehr als 125.000 Anhängern
beschwor Barack Obama im Grant Park von Chicago am Abend den
amerikanischen Traum: "Hallo, Chicago. Wenn es da draußen
irgendjemanden gibt, der noch zweifelt, dass Amerika ein Ort ist, wo
alles möglich ist, der sich noch fragt, ob der Traum unserer Gründer
heute lebendig ist, der Fragen zur Kraft unserer Demokratie aufwirft,
hat heute eine Antwort bekommen." Obama appellierte an die Einheit des Landes: "Wir waren und wir werden
immer die Vereinigten Staaten von Amerika sein." In der wohl
wichtigsten Rede seines Lebens dankte er seinen Wählerinnen und
Wählern: "Dies ist euer Sieg. Ich weiß, dass ihr das nicht einfach
getan habt, um eine Wahl zu gewinnen. Und ich weiß, dass ihr das nicht
für mich getan habt. Ihr habt es getan, weil ihr das gewaltige Ausmaß
der vor uns liegenden Aufgabe versteht. Denn selbst wenn wir heute
Abend feiern, wissen wir, dass die Herausforderungen von morgen die
größten unseres Lebens sind - zwei Kriege, ein Planet in höchster
Gefahr, die schwerste Finanzkrise in einem Jahrhundert." Obama
warnte vor zu viel Euphorie: "Der Weg, der vor uns liegt, wird lang
sein", rief er. "Es kann sein, dass wir das nicht in einem Jahr
schaffen oder gar in einer Amtsperiode."
Auch den Wählern
seines unterlegenen Kontrahenten John McCain reichte er die Hand: "Ich
werde auch Euer Präsident sein." Zu seinem
Konkurrenten sagte er: "Etwas früher an diesem Abend habe ich einen
außergewöhnlich freundlichen Anruf von Senator McCain erhalten.
Senator McCain hat lange und hart in diesem Wahlkampf gekämpft. Und er
hat noch länger und härter für das Land gekämpft, das er liebt. Er hat
Opfer für Amerika ertragen, die sich die meisten von uns noch nicht
einmal im Ansatz vorstellen können. Uns geht es besser dank des
Dienstes, den dieser tapfere und selbstlose Führer geleistet hat. Ich
gratuliere ihm, ich gratuliere Gouverneurin Palin für alles, was sie
erreicht haben. Und ich freue mich darauf, mit ihnen
zusammenzuarbeiten, um in den kommenden Monaten das Versprechen dieser
Nation zu erneuern."
McCain gratuliert Obama
Der republikanische Kandidat John McCain gestand am Abend in einer
versöhnlichen Rede seine Niederlage ein:
"Das amerikanische Volk hat gesprochen und es hat klar gesprochen."
Er habe Barack Obama angerufen und ihm gratuliert. Er
werde die Arbeit des künftigen Präsidenten unterstützen. Obama habe
viel erreicht, für sich und das Land. "Wir haben so hart gekämpft wie
wir es konnten. Und wenn es auch nicht ganz gereicht hat, bin ich
derjenige, der gescheitert ist und nicht ihr" sagte McCain zu seinen
Anhängern. McCain bot
dem neuen Präsidenten seine Hilfe an, um den Herausforderung des
Landes gerecht zu werden. "Ob Sie mich gewählt haben oder Senator
Obama. Ich wünsche Gottes Segen dem Mann, der mein Gegener war".
In jedem Fall hatten die Amerikaner am 4. November eine klare Wahl:
zwischen einem liberalen, jungen Demokraten, dessen Beschwörung des
Wandels viele von ihnen in den vergangenen Monaten begeistert hat und
der gegen die Fortsetzung der amerikanischen Präsenz im Irak ist, und
einem konservativen, aber unorthodoxen Republikaner. McCain hatte die
vage Wechsel-Rhetorik Obamas zerpflückt und ihn als unerfahren und
als Sicherheitsrisiko dargestellt. Obama versuchte, McCain als
Fortsetzung Bushs zu diskreditieren und setzte auf sein Charisma und seine
Jugend. Egal wer die Wahl gewinnen sollte, es wird einen Kurswechsel der amerikanischen
Politik geben: in der Wirtschafts-, Gesundheits-, Außen-, Einwanderungs- und
Klimapolitik. Auf den neuen Präsidenten werden jedenfalls gewaltige Aufgaben
zukommen.
Eines hat der lange Wahlkampf bewirkt. So viele Menschen wie
noch nie zuvor waren bereit zu wählen. Über 180 Millionen Bürgerinnen
und Bürger haben sich zur Wahl registrieren lassen. Das sind immerhin
73 Prozent der Wahlberechtigten. An den Präsidentenwahlen nahmen in
den vergangenen Jahrzehnten zwischen 50 bis 60 Prozent der
Wahlberechtigten teil, 2004 waren es knapp 57 Prozent.

CHANGE.GOV
Mit
aktuellen Nachrichten ("Newsroom"), Informationen über den zukünftigen
Präsidenten und sein Team sowie einem Blog will Barack Obama das
amerikanische Volk und den Rest der Welt an dem Übergangsprozess von
der Wahl bis zur Amtseinführung im Internet teilhaben lassen.
Auf www.change.gov
will Obama berichten, wie seine Zeit bis zum 20. Januar
(Amtseinführung) verläuft. "Transition" nennen die Amerikaner diesen
Übergang zwischen zwei Präsidenten. Die Besucher der Website werden in
einem unter den Stichworten "Ein amerikanischer Moment" und "Open
Government" aufgefordert, ihre Version der Geschichte des Siegs des
Demokraten sowie ihre Zukunftsvision und konkreten Wünsche der sich
neu formierenden Regierung in Washington mitzuteilen.
Für Amerikaner sehr interessant. Über ein Formular kann man sich für
Jobs in der künftigen Regierung bewerben. Auch für Nicht-Amerikaner
gibt es einen Weg zu Obama. Man muss nur eine Arbeitserlaubnis für die
USA besitzen.

Aktuelles
Barack Obama stellt sein künftiges Kabinett vor
Der designierte US-Präsident Barack Obama hat am 1. Dezember in
Chicago die Schlüsselpositionen für die Außen- und Sicherheitspolitik
seines Landes besetzt. In der Außen- und Sicherheitspolitik müsse sein
Land eine neue Strategie verfolgen, die gekonnt alle Instrumente
amerikanischer Macht nutzt und ins Gleichgewicht bringt: Militär und
Diplomatie, Geheimdienste und Rechtstaatlichkeit, Wirtschaft und
moralisches Vorbild, sagte Obama in Chicago. Sein Team repräsentiere
"all diese Elemente der Macht Amerikas. Ich bin zuversichtlich, dass
dieses Team für einen Neuanfang steht."
Obama
hat die US-Senatorin für den Staat New York und frühere First Lady
Hillary Clinton als neue Außenministerin nominiert. "Sie hat mein
volles Vertrauen", sagte Obama bei der Vorstellung seines außen- und
sicherheitspolitischen Teams in Chicago. Er sei stolz, dass Clinton den
Posten der Außenministerin übernehme. Sie kenne weltweit zahlreiche
Spitzenpolitiker und sei in der Lage, die Interessen der USA in der Welt
zu vertreten, sagte Obama.
''Ich bin stolz darauf, diesem Team beizutreten und dass wir gemeinsam die
schwierigen und aufregenden Aufgaben dieses Jahrhunderts bewältigen
können. Möge Gott Sie und alle, die diesem großartigen Land dienen,
segnen'', sagte Clinton bei ihrer Vorstellung. |
Der
bisherige republikanische Verteidigungsminister und ehemalige CIA-Chef
Robert Gates soll für noch mindestens ein Jahr im Amt bleiben.
Es ist das erste Mal, dass ein demokratischer Präsident den Pentagon-Chef
seines Vorgängers im Amt belässt. Angesichts des Zweifrontenkriegs der
US-Streitkräfte im Irak und in Afghanistan will Obama nicht das Risiko
eingehen, den Schlüsseljob mit einem Newcomer zu besetzen. Obendrein soll
die Personalentscheidung nach einem erbitterten Wahlkampf ein Signal
gegenüber den Republikanern setzen, die Gräben zu überwinden.
Am 6. Dezember 2006 wurde Gates sowohl von den Republikanern als auch von
den Demokraten im Senat mit 95 zu 2 Stimmen als Verteidigungsminister
bestätigt, nachdem er von US-Präsident George W. Bush ernannt worden ist. |
Der
frühere Oberkommandierende des Nato-Hauptquartiers Europa Jim Jones wird als Nationaler
Sicherheitsberater ins Weiße Haus wechseln und eine zentrale Rolle in der
Außen- und Sicherheitspolitik übernehmen. Mit Jones bestimmt Obama einen
anerkannten Verteidigungsexperten. Dem 64-Jährigen Ex-General wird über
die Parteigrenzen hinweg das politische Gewicht zugetraut, um das Amt des
Sicherheitsberaters zu einem neuen Machtzentrum im Weißen Haus werden zu
lassen. Mit Obama liegt er auf einer Linie. Beide wollen den Krieg im Irak
beenden, die US-Truppen in Afghanistan dagegen aufstocken. Wie Obama
fordert auch Jones die Schließung des Internierungslagers Guantanamo auf
Kuba. |
Neue Botschafterin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen
wird Obamas außenpolitische Beraterin Susan Rice. Rice diente
zunächst Bill Clinton als junge Beraterin im Nationalen
Sicherheitsrat, dann wurde sie zur Staatssekretärin für Afrika ins
Außenministerium berufen. In Obamas Wahlkampf spielte sie eine
Schlüsselrolle. Die 44-jährige Politikwissenschaftlerin wäre in der
UN-Zentrale eine der jüngsten Botschafterinnen überhaupt.
An die Spitze des Ministeriums für Heimatschutz setzt Obama die
Gouverneurin von Arizona, Janet Napolitano. Die Leitung des
US-Justizministeriums übernimmt der Jurist Eric Holder.
Schon am 24. November hatte Obama angekündigt, den Chef der New Yorker
Notenbank, Timothy Geithner, zum Finanzminister zu ernennen.
Geithner war zwischen 1999 und 2001 unter dem damaligen Präsidenten
Bill Clinton als Abteilungsleiter im Finanzministerium tätig. Der
Finanzexperte Geithner verfolge "eine klare Vision" über die
Maßnahmen, die zur Behebung der Wirtschafts- und Finanzkrise nötig
seien, sagte Obama am Montag in Chicago. Den früheren Finanzminister
Lawrence Summers berief Obama als Direktor des einflussreichen
Nationalen Wirtschaftsrats, der den Präsidenten in Wirtschaftsfragen
berät.
Als Energieminister nominierte Obama am 16. Dezember den
Physik-Nobelpreisträger Steven Chu. Chu gilt als Vorreiter bei
der Erforschung erneuerbarer Energien und wurde 1997 mit dem
Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Er leitet derzeit das Lawrence
Berkeley National Laboratory in Kalifornien. Der Wissenschaftler sei
in einzigartiger Weise geeignet, den Herausforderungen der künftigen
Energie- und Umweltpolitik zu begegnen, sagte Obama in Chicago.
Am 17. Dezember ernannte Obama den Schulexperten Arne Duncan
zum künftigen Bildungsminister. Der 44-jährige Duncan steht seit 2001
als Superintendent an der Spitze der öffentlichen Schulen Chicagos.
Seine Hauptaufgabe sei die Modernisierung des US-Schulsystems, sagte
Obama. "Wir können so nicht mehr weitermachen", meinte Obama mit Blick
auf Schwächen im US-Bildungssystem.

Wahlanalyse
Auf den künftigen US-Präsidenten Barack Obama werden gewaltige
Aufgaben zukommen. Im Inneren und im Äußeren. Im Inneren die
Versöhnung - die "checks and ballances" (Gewaltenteilung, gegenseitige
Kontrolle und gemeinsame Verantwortung von Kongress und Regierung)
waren in Schieflage geraten, Amerika ist bisher tief gespalten.
US-Alleingänge in der Außenpolitik, so die Hoffnung der Europäer, sind
künftig passé. Zu beneiden ist der Nachfolger George W. Bushs
jedenfalls nicht. Das hat nicht nur mit der Hinterlassenschaft des
Vorgängers zu tun, sondern auch mit den enormen Erwartungen, die jetzt
auf ihm ruhen. Mit der Botschaft von Aufbruch, Versöhnung und
Neuanfang traf Obama jedenfalls den Nerv der Amerikaner.
Dem Republikaner John McCain machte nicht nur sein Alter zu schaffen -
er wäre beim Amtsantritt der älteste Präsident der USA aller Zeiten
geworden - sondern vor allem sein republikanischer Vorgänger
George W. Bush trug entscheidend dazu bei, dass Amerika sich für einen
Wechsel entschied. McCain warb in seinem Wahlkampf weniger für sich
als vielmehr gegen Obama. Immer wieder gelang es Obama, McCain als
Fortsetzung von Bush hinzustellen.
"Von Wirtschaft verstehe ich eigentlich nicht so viel, wie ich
sollte", räumte McCain Anfang des Jahres ein. Nicht nur diese fatale
Äußerung hatte ihn wertvolle Stimmen gekostet, sondern er hat auch im
Wahlkampf wirtschaftspolitisch schwere Fehler gemacht, die ihn jetzt
unter anderem das Amt gekostet haben.
Noch im September bezeichnete er die US-Wirtschaft kurz vor der
Lehman-Pleite als "fundamental gesund". Auch seine Vize-Kandidatin
Sarah Palin, von der die Republikaner zunächst begeistert waren,
nahmen die Wählerinnen und Wähler nach etlichen Patzern in Serie nicht
mehr ernst. McCain konnte den Wählern nicht vermitteln, worin die
Unterschiede seiner Regierung zu seinen Vorgängern liegen. Die Haltung
John McCains ist zu würdigen, die er in seiner ersten Rede nach der
Wahlniederlage zum Ausdruck brachte und statt auf Konfrontation klare
Signale für einen konstruktiven politischen Dialog mit seinem
Konkurrenten Obama setzte
Obama gelang es, viele Menschen zu mobilisieren, die zum ersten mal an
die Wahlurnen strömten. Auch bei Jungwählern, Hispanics und Schwarzen
konnte er punkten. Bei den wahlentscheidenden Themen Wirtschaft,
Gesundheit und Irak entschied sich die Mehrheit für Obamas
Kompetenzen, beim Thema Terrorismusbekämpfung konnten McCains
Positionen überzeugen.
Ausgeglichen war die Wahlbilanz bei männlichen Wählern: 49 Prozent
stimmten für Obama, 48 Prozent für McCain. Bei den Wählerinnen gab es
einen größeren Unterschied: 56 Prozent wählten Obama, 43 Prozent
McCain. Bei den Jungwählern (18 - 29 Jahre) entschieden sich 66
Prozent für Obama, McCain kam nur auf 32 Prozent. Bei den Wählerinnen
und Wählern zwischen 30 und 64 war das Verhältnis recht ausgeglichen.
Erst die über 65-jähringen entschieden sich mit 53 Prozent
mehrheitlich für McCain, Obama kam auf 45 Prozent.
Nach Hautfarbe aufgeschlüsselt wählten Weiße mit 55 Prozent
mehrheitlich McCain, 43 Prozent Obama. Afroamerikaner wählten Obama zu
95 Prozent, Hispanics zu 67 Prozent und Asiaten zu 62 Prozent.
Der Sieg des Afroamerikaners Obama markiert natürlich auch einen
Meilenstein für die Bewegung und die Ziele der afroamerikanischen
Gemeinschaft in den Staaten. Die Bewegung ist nun, nachdem bereits die
vergangenen zwei Außenminister unter George Busch afroamerikanischer
Herkunft waren, endgültig ganz oben angekommen. Zwar wurde Obama auch
aus den Reihen der "black community" zum Teil heftig kritisiert, doch
es war gerade seine Positionierung als Amerikaner, unabhängig seiner
Herkunft, die ihn die Unterstützung der Mehrheit der Bevölkerung
sicherte.
Wahlsystem
Der Präsident der Vereinigten Staaten wird nicht direkt vom Volk, sondern
durch das Wahlmänner- und -frauenkollegium (Electoral College)
gewählt. Wer amerikanischer Präsident werden will, muss also nicht die
Mehrheit der insgesamt abgegebenen Stimmen der Bürgerinnen und Bürger des
Landes erreichen. Entscheidend ist, die absolute Mehrheit des Electoral
College auf sich zu vereinigen (270 Stimmen). Die Wahlmänner und -frauen verteilen sich nach Bundesstaaten nach dem Prinzip "the
winner takes it all". Das heißt, der Kandidat, der in einem Bundesstaat
siegt, bekommt alle Wahlmänner- und -frauenstimmen dieses Bundesstaates. Kalifornien, mit
seinen mehr als 33 Millionen Einwohnern die Nummer eins, hat insgesamt
55 Wahlmänner und -frauenstimmen, gefolgt von Texas mit 34, New York mit 31 und Florida mit 27.
Kleine Staaten wie Vermont, North Dakota oder Wyoming und auch der District of
Columbia stellen nur drei Wahlfrauen und -männer. Sie alle bilden das
Electoral College, das indessen nie als Ganzes tagt.
Das Gremium tritt immer am Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember
zusammen, um den Präsidenten und seinen Vize zu wählen. Kommt die
erforderliche Wahlmännermehrheit nicht zustande, was vor allem in einem
Dreier-Rennen möglich ist, fällt dem Repräsentantenhaus die Aufgabe zu,
den Präsidenten zu wählen.
Nach der Volkswahl vom 4. November trafen sich am 15. Dezember (41 Tage
nach der Wahl) im Kapitolsgebäude jedes Bundesstaates die jeweiligen Wahlmänner und -frauen, um
ihre Stimmen für den Präsidenten und den Vizepräsidenten der USA abzugeben.
Ihre Stimmzettel werden eingesammelt, versiegelt und an den Präsidenten des
Senats in Washington gesandt.
Dieser zählt sie am 6. Januar 2009 in einer gemeinsamen Sitzung von Senat und
Repräsentantenhaus aus und verkündet das Ergebnis: Präsident wird, wer
mindestens 270 der 538 Wahlmänner- und -frauenstimmen auf sich vereint, also eine mehr als
die Hälfte. Streng genommen ist erst dann geklärt, wer die Wahl
gewonnen hat, doch weiß man dies natürlich aufgrund der Auszählungsergebnisse
schon meistens in der Wahlnacht. |
Der Zusammenbruch der US-Banken und die Wirtschaftskrise waren in
erster Linie das ausschlaggebende Moment, die Obamas deutlichen
Wahlsieg begründeten. Ohne die jüngsten Entwicklungen auf dem
Finanzmarkt wäre das Ergebnis deutlich knapper oder sogar anders
ausgefallen. Bushs Finanzkonzept der Deregulierung
war grandios gescheitert. Der Traum einer völlig freien Wirtschaft war
geplatzt. Ökonomisch hinterlässt Bush ein Desaster. Für die Kriege im
Irak und Afghanistan wurden Zukunftsinvestitionen für Bildung,
Infrastruktur oder Gesundheit geopfert. Seine Steuerpolitik hat die
Armen ärmer und die Reichen reicher gemacht.
Die USA stehen heute weitaus schlechter da, wie zu Beginn der
Bush-Regierung. Die Staatsschulden waren in den letzten acht Jahren
auf die gigantische Summe von 10,3 Billionen Dollar gestiegen. Das
Haushaltsdefizit erreicht 2009 vermutlich 455 Milliarden Dollar, so
hoch wie noch nie. Die Risiken aus den 700 Milliarden Dollar
Rettungspaket für die Finanzbranche sowie die Kosten des Irak-Kriegs
kommen noch hinzu. Bush hinterlässt Obama zwei Kriege, die riesige
Summen verschlingen und die auch Obama nicht so schnell beenden kann.
Die erste Bewährungsprobe des neuen Präsidenten dürfte daher die
weltweite Finanzkrise sein. Angesichts der am Boden liegenden
US-Wirtschaft plant Obama eine strengere staatliche Kontrolle und
Regulierung des gesamten Finanzsektors. Mit einem Konjunkturprogramm
in Höhe von rund 30 Milliarden Euro will er die US-Wirtschaft
ankurbeln. Die unter der Regierung Bush eingeführten
Steuererleichterungen für Einkommen über 250.000 US-Dollar im Jahr
will Obama abschaffen und zusätzlich die Kapitalsteuer anheben. Für
Familien, die jährlich weniger als 150.000 Dollar verdienen, will er
die Steuerlast senken.
In den Klimaschutz will Obama kräftig investieren. Dafür plant er
innerhalb von zehn Jahren 150 Milliarden Dollar aufzuwenden, um
regenerative Energieformen zu fördern. Damit soll in den USA bis zum
Jahr 2050 der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase auf 80 Prozent
des Niveaus von 1990 gedrückt werden. Er tritt für bindende Ziele zur
Verringerung der Emissionen auf globaler Ebene ein, auch unter
Einbeziehung Chinas, Indiens und Russlands. Er fordert zudem ein
Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, dass von der Bush-Regierung
abgelehnt wird.
Durch staatliche Hilfen will Obama jedem Bürger den Zugang zu einer
Krankenversicherung ermöglichen. Rund 45 Millionen Amerikaner sind
nicht krankenversichert. Alle Kinder sollen künftig Anspruch auf eine
Krankenversicherung haben, die zur Not der Staat bezahlt. Illegalen
Einwanderern will er einen Weg eröffnen, einen rechtmäßigen
Aufenthaltsstatus zu erlangen.
Womit Barack Obama die zusätzlichen Ausgaben angesichts des
Haushaltsdefizits finanzieren wird, bleibt vorerst offen.
Nicht nur in Amerika sehnen sich die Menschen nach einem Wandel.
Amerika hat in den letzten Jahren weltweit viel Vertrauen verloren.
Nach den Terroranschlägen vom 11. September war die Welt den USA
beigestanden. Danach machte Bush aus den kriegsunwilligen Staaten das
"Alte Europa", die Vereinten Nationen belog er mit den angeblichen
Massenvernichtungswaffen im Irak. In den Irak zogen US-Truppen ohne
Zustimmung des UN-Sicherheitsrats ein. "Ihr-seid-entweder-für-uns-oder-gegen-uns",
Bush wollte unbedingt als Befreier in die Geschichte eingehen. Mit der
"Patriot Act" beschränkte er die auch die Freiheit der Amerikaner.
Zusammen mit den Neokonservativen um Condoleezza Rice, Donald
Rumfsfeld, Dick Cheney und Paul Wolfowitz wollte er die Welt
verändern. Die Abneigung gegen die USA wuchs mit jedem Monat und
erreichte auch im Land selber desaströse Werte. Lag die Zustimmung der
Amerikaner für Bush nach dem 11 September noch bei sagenhaften 91
Prozent, so sank sie inzwischen auf nur 24 Prozent. Alles sprach für
den Wechsel, für den Barack Obama steht.
Auch in Europa hoffen viele nach dem Abtritt der Bush-Regierung auf
ein besseres Verständnis für europäische Positionen. Die
Bundesregierung muss sich auf
unangenehme Forderungen gefasst machen. Klar ist: Obama wird von den
Verbündeten mehr Engagement in den Krisenregionen, insbesondere in
Afghanistan, fordern. Schon mehrfach hatte
sich Obama für eine deutliche Truppenverstärkung der EU-Länder in
Afghanistan stark gemacht.
Obama will bisher die US-Truppen im Irak binnen 16 Monaten weitgehend
abziehen. Aber auch Obama kann nicht zaubern. Bei einem übereilten
Rückzug der alliierten Truppen käme es im Irak zur Katastrophe, das
Land würde zerfallen, würde zum Spielball seiner Nachbarn wie Iran,
Syrien und Saudi-Arabien werden. Ein Patentrezept haben die Demokraten
nicht. Zusätzlich stellt die fragile Situation in Pakistan, das die
Atombombe besitzt, ein akutes Problem dar, für das der kommende
Präsident Obama einiges Handlungsgeschick benötigen wird.
Im Konflikt mit dem Iran ist Obama bereit, sich in Gesprächen mit den
Mullahs auseinanderzusetzen. Eine Nuklearmacht Iran ist auch für ihn
nicht hinnehmbar, somit wird er die militärische Option gegenüber dem
Iran nicht ausschließen. Obama will sich vorbehaltlos für das
Existenzrecht Israels einsetzen. Er selbst wird mit Russland künftig
enger zusammenarbeiten und klarmachen, dass die USA kein Interesse
haben, gegen Russland militärisch einzugreifen. Er setzt auf
kritischen Dialog statt auf Konfrontation.
Jetzt ist der Wahlkampf vorüber und Obama muss zeigen, dass er seine
Versprechungen halten kann. Vor einer zu großen Euphorie muss gewarnt
werden.

| Barack Hussein Obama
Barack Hussein Obama wurde
am 4. August 1961 als Kind von Stanley Ann Dunham (1942 – 1995) und Barack
Hussein Obama Senior (1936 – 1982) auf Hawaii geboren. Seine weiße aus
Kansas stammende Mutter und sein Vater, der ursprünglich aus Kenia kam,
trafen sich als Studenten an der Universität von Hawaii in Manao. 1963
ließen sich seine Eltern scheiden. Sein Vater setze sein Studium an der
Havard Universität fort, Barack Hussein Obama wuchs auf Hawaii bei seiner
Mutter auf.
Nach der zweiten Heirat seiner Mutter mit einem indonesischen
Ölmanager, zog die Familie nach Jarkata (Indonesien), wo Barack Obama von
1967 bis 1971 mehrere örtliche Schulen besuchte, unter anderem eine
öffentliche Schule mit muslimischer Prägung. 1971 kehrte Obama nach Hawaii
zurück, wo er von seinen Großeltern mütterlicherseits aufgezogen wurde.
Dort besuchte er die private Punahou [High-] School, die er 1979 mit
Auszeichnung abschloss. Im gleichen Jahr nahm er ein Studium am Occidental
College in Los Angeles auf und wechselte 1981 an die Columbia Universität
in New York City. 1983 schloss er sein Bachelorstudium der
Politikwissenschaften mit Schwerpunkte Internationale Beziehungen ab.
Anschließend arbeitete er für ein Wirtschaftsberatungsunternehmen bis
er 1985 nach Chicago zog, wo er für eine kirchliche Organisation im
sozialen Bereich tätig war. Anschließend studierte er Jura an der Havard
Law School. 1991 schloss er sein Studium ab und heiratete 1992 seine Frau,
Michelle Obama. Im gleichen Jahr kehrte er nach Chicago zurück und
arbeitete ab 1993 bis zu seiner Wahl in den US-Senat 2004 als Anwalt für
Bürgerrechte und lehrte an der Universität Chicago Verfassungsrecht.
Barack Obama wurde 1996, 1998 und 2002 in den Senat vom Illinois gewählt.
Barack Hussein Obama hat zwei Töchter, welche mit ihrer Mutter in Chicago
leben.
Quellen:
www.barackobama.com,
TIMES ONLINE: Secrets of Obama family unlocked (www.timesonline.co.uk
),
US Congress (http://bioguide.congress.gov/scripts/biodisplay.pl?index=O000167),
http://www.biography.com/featured-biography/barack-obama/index.jsp,
http://obama-zone.com/biography/ |

Rückblick
Fernsehdebatten (Presidential Debates)
Die Präsidentschafts-Debatten im Fernsehen sind die Mega-Ereignisse des
Herbst-Wahlkampfes. Ob Nixon, Kennedy oder Bush - sie alle mussten sich ihren Kontrahenten
und einem Millionenpublikum stellen. Oft war dies auch wahlentscheidend.
Mit hitzigen, spontanen Wortduellen haben die "Debatten" häufig wenig
zu tun. Sie werden von den Wahlteams exakt vorbereitet, mögliche Fragen und
Antworten werden mit den Kandidaten einstudiert, die Körpersprache wird
trainiert.
Der Sieger der Debatte steht nicht unmittelbar am Abend der Diskussion fest.
Entscheidend ist die mediale Nachbereitung und Aufbereitung der Diskussion -
welche Kernaussagen werden in den Zeitungskommentaren und TV-Nachrichten und
Analysen in den Mittelpunkt gerückt. Erst dann wird man wissen, wer in der
Diskussion gepunktet hat und Vorteile für seine Kampagne erzielen konnte. Für
das Duell von McCain und Obama gibt es einen langen Verhaltenskodex, in
dem die Rahmenbedingungen der Debatten festgehalten werden. Nichts wird dem
Zufall überlassen.
Festgelegt wurden drei Debatten der Präsidentschaftskandidaten und eine der
Kandidaten für die Vizepräsidentschaft. Die Debatten wurden auf jeweils 90 Minuten
festgelegt, es gab jeweils einen Moderator. Veranstaltet wurden die
Fernsehdebatten 2008 von der Kommission für Präsidentschafts-Debatten. ...mehr

Nominierungsparteitage
 Nur wer einen langen Atem hat und auch über entsprechende finanzielle
Ressourcen verfügt hat Aussichten, es bis zum Nominierungsparteitag (convention)
seiner Partei im Sommer zu schaffen. In der Regel steht durch das Ergebnis
der Vorwahlen in den einzelnen Bundesstaaten dann bereits fest, wen die
Delegierten nominieren und der Nation als ihren Kandidaten für die
Präsidentschaftswahl präsentieren werden.
Die Republikaner haben ihren Präsidentschaftskandidaten John McCain auf dem
Nominierungsparteitag in St. Paul nominiert, die
Demokraten haben Barack Obama auf ihrem Parteitag in Denver als ihren
Präsidentschaftskandidaten bestimmt.
Mit dem demokratischen Nominierungsparteitag vom 25. bis zum 28. August in
Denver, Colorado und dem republikanischen Nominierungsparteitag vom 1. bis zum
4. September in Saint Paul, Minnesota wurden die Vorwahlen offiziell beendet.
Nach den Parteitagen von Demokraten und Republikanern trat der
US-Präsidentschaftswahlkampf gut zwei Monate vor der Wahl am 4. November in
die heiße Phase. ...mehr

Präsidentschaftkandidaten
DEMOKRATEN:
Für eine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten auf dem Parteitag
der Demokraten in Denver vom
25. bis 28. August war die Unterstützung von mindestens 2.118 der
insgesamt 4.234 Delegierten nötig. Von den 4.234 Delegierten
der Demokraten sind 3.438 verpflichtete Delegierte und 796
Superdelegierte. Die "Superdelegierten" werden nicht durch die Vorwahlen sondern
durch die Partei ernannt.
Letztendlich spielte die Anzahl der Stimmen auf dem Parteitag keine
Rolle mehr. Auf Vorschlag der in den Vorwahlen unterlegenen
Konkurrentin Hillary Clinton wurde Barack Obama per Akklamation zum
Präsidentschaftskandidaten bestimmt.
Mit den beiden Vorwahlen in Montana und South Dakota
am 3. Juni war das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur auch bei
den Demokraten entschieden. Barack Obama konnte sich knapp vor
Hillary Clinton behaupten. Jetzt müssen noch die Delegierten auf dem Nominierungsparteitag
zustimmen.
REPUBLIKANER:
Für eine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten auf dem Parteitag
der Republikaner in St. Paul vom 1. bis 4. September war die
Unterstützung von mindestens 1.191 der insgesamt 2.380
Delegierten nötig. Von den 2.380 Delegierte sind 1.917
verpflichtete Delegierte und 463 unverpflichtete Delegierte.
123 der unverpflichteten Delegierten sind Mitglieder der Republican
National Convention (RNC).
Mit den Vorwahlen am 4. März konnte Senator
John McCain 1.289 der Delegiertenstimmen auf sich vereinigen.
Damit ist McCain Kandidat der Republikaner für das Amt des
amerikanischen Präsidenten. Der Nominierungsparteitag bestätigte die
Präsidentschaftskandidatur von McCain.
|
|
-
Sarah Heath Palin (Kandidatin für die Vizepräsidentschaft)
Sarah Palin ist seit dem 4. Dezember 2006 Gouverneurin des
US-Bundesstaats Alaska. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt
bekleidet. Die Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit liegen im
Bildungswesen, in der Erschließung Alaskas Energieressourcen,
sowie im Arbeitsmarkt, aber auch im Gesundheitswesen und der
öffentlichen Sicherheit, sowie bei Transportfragen und der
Infrastruktur. Unter ihrer Führung investierte Alaska 5 Milliarden
Dollar in staatliche Fonds wie den Alaska Permanent Fund, überarbeite
von Grund auf die Finanzierung des Bildungswesens und führte
Unterstützungsmaßnahmen für einkommensschwächere Senioren durch.
Palin ist bei
Themen wie Abtreibung und Homo-Ehe traditionell konservativ, gilt aber
auch als Reformerin. Sarah Palin ist der erste Frau als
Vizepräsidentenkandidatin der Republikaner.
Wikipedia:
Sarah
Palin
|

Wahlprogramme der Demokraten und
Republikaner
- Wahlprogramme - Gegenüberstellung als
Tabelle
 Die
Präsidentschaftswahlen in den USA sind vor allem eine
Persönlichkeitswahl. Wofür stehen die Kandidaten der Demokraten Barack
Obama und Joe
Biden auf der einen und die Kandidaten der Republikaner John McCain und
Sarah Palin auf der anderen Seite?
Welche Außenpolitik würden sie machen, wie auf die Wirtschaftskrise
reagieren, was planen sie in der Einwanderungs- und Gesundheitspolitik?
Und vor allem: Worin unterscheiden sie sich? ...mehr
- Die Wahlprogramme der
US- Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain
Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Aussagegehalt, Durchsetzbarkeit,
europäische Erwartungen – eine
ausführliche Kommentierung
Beide Kandidaten liegen in ihren politischen Grundvorstellungen wesentlich
näher beieinander als die zum Teil hitzige und mitunter ins Persönliche
gehende Auseinandersetzung in den letzten Wochen des Wahlkampfes vermuten
lässt. Sowohl McCain als auch Obama versprechen in der amerikanischen Innen-
und Außenpolitik einen grundlegenden Wandel, wobei der Schwerpunkt ihrer
Programme jeweils in der Innenpolitik liegt.
Zwar versprechen McCain und Obama einen grundlegenden Wandel der
amerikanischen Politik auf allen wichtigen Politikfeldern, doch sie
unterscheiden sich sehr stark darin, mit welchen Mitteln sie diesen Wandel
herbeiführen möchten. ...mehr

Primaries und Caucuses - Wahltermine und Ergebnisse
Die Vorwahlen sind nach sechs Monaten entschieden. Den Kampf, den die
demokratischen Senatoren Hillary Clinton und Barack Obama gegeneinander geführt
hatten war lang und hart. Als historisch kann man das Ergebnis
bezeichnen: Erstmals in der Geschichte Amerikas gibt es mit Barack
Obama einen schwarzen Kandidaten, der gute Chancen hat, Präsident der
USA zu werden. Sein Verdienst ist es, dass er viele jener Wähler mit
seinem Thema "Change" - Wandel dazu gebracht hat, sich an diesem
uramerikanischen Ausleseprozess zu beteiligen, die der Politik bisher
fern standen. Noch nie hatten sich so viele Amerikaner an den
Vorwahlen beteiligt. Obama konnte seine Wählerinnen und Wähler eher in
den großen Städten gewinnen, auch viele weiße, junge Amerikaner haben
Obama gewählt - ganz fest aber konnte er auf die Schwarzen jeden
Alters setzen. Clinton, die vor allem auf ihre politische Erfahrung
setzte, punktete in den Vorwahlen vor allem bei Frauen und bei
Wählerinnen und Wähler im ländlichen Raum und musste sich am Ende nur
knapp geschlagen geben.
Als
offizieller Startschuss des US-Wahlkampfs gelten die Vorwahlen (primaries)
und die parteiinternen Versammlungen (caucuses) der Parteien auf
Bundesstaatenebene. Diese begannen für beide Parteien mit dem Caucus im
Bundesstaat Iowa am 3. Januar 2008. In den Vorwahlen wurden die Delegierten für die
Nominierungsparteitage der Parteien im Sommer bestimmt. Sie endeten mit den
Vorwahlen am 3. Juni in South Dakota, New Mexiko und Montana.
Bei den Republikanern stand der Präsidentschaftskandidat, Senator John
McCain, schon seit mehreren Monaten fest. Der erfahrene
71-jährige Senator aus Arizona ist ein Mann der konservativen
politischen Mitte, der z.B. standfest den Krieg im Irak unterstützt,
aber auch für eine Lockerung der Immigrationspolitik eintritt. Er gilt
als Querdenker der eine andere Politik als George W. Bush machen will.
McCain hat nur ein großes Problem: Mit dann 72 Jahren wäre er im
Januar 2009 der bei seiner Vereidigung älteste Präsident in der
Geschichte der USA. Mit den beiden Vorwahlen in Montana und South
Dakota am 3. Juni war das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur
auch bei den Demokraten entschieden. Barack Obama konnte
sich knapp vor Hillary Clinton behaupten.

Weitere Wahlen am 4. November 2008
Gleichzeitig mit der Präsidentschaftswahl fanden am 4. November auch
Kongresswahlen statt. Zusätzlich gab es in 11 Bundesstaaten
Gouverneurswahlen. In den USA werden die 435 Sitze des
Repräsentantenhauses und ein Drittel der 100 Sitze im Senat alle zwei Jahre
neu bestimmt.
Der Kongress ist das oberste Gesetzgebungsorgan der Vereinigten
Staaten. Der Kongress der USA besteht aus zwei Kammern, dem Senat
(United States Senate) und dem Repräsentantenhaus (United States House
of Representatives).
Beide Kammern sind in etwa gleichberechtigt. Um den Kongress zu passieren,
muss ein Gesetz in identischer Form von beiden Kammern angenommen werden. Der Senat hat gewisse Vorrechte in personellen
Fragen (Besetzung von Ämtern in der Bundesverwaltung und -regierung) und in
der Außenpolitik; das Repräsentantenhaus hat größere innenpolitische Bedeutung
(insbesondere bei der Beratung von Finanzvorlagen). Das Veto des Präsidenten
gegen Gesetzentwürfe kann mit Zweidrittelmehrheit beider Häuser überstimmt
werden.
Wie in der Verfassung festgelegt, besteht der Senat aus je zwei Vertretern
eines Bundesstaates, ungeachtet der Einwohnerzahl. Zur Zeit sind das 100.
Senatoren. Sie werden für sechs Jahre gewählt. Alle zwei Jahre wird nur ein
Drittel des Senats neu gewählt, um die Kontinuität der Arbeit in diesem
wichtigen Verfassungsorgan zu gewährleisten. Das Repräsentantenhaus hat 435
Mitglieder, die Wahlkreise sind entsprechend der Bevölkerungszahl
zugeschnitten. Jeder Staat hat mindestens einen Abgeordneten. Diese Kammer
wird alle zwei Jahre komplett neu gewählt. Wie der Senat tagt auch das
Repräsentantenhaus im Kapitol in Washington, D.C.
Bei den Kongresswahlen von 2006 erreichten die Demokraten eine Mehrheit von
233 Sitzen im Repräsentantenhaus, während auf die Republikaner 202 Sitze
entfielen. Im Senat halten die Demokraten 51 Sitze, die Republikaner 49 Sitze. Dies reicht jedoch nicht aus, um ein Veto des Präsidenten
zu überstimmen. Zudem gibt es keinen Fraktionszwang. Den Demokraten gelang es
2006, die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat zu gewinnen. Sie
gewannen sie im Repräsentantenhaus 233 der 435 Sitze, bisher hatten sie
lediglich 200 Sitze. Die Republikaner verloren 2006 stark und kamen auf nur
noch 201 Mandate, zuvor hatten sie 223.
Auch bei den Senatswahlen hatten die Republikaner 2006 ihre Mehrheit im
zweiten Haus des Kongresses verloren. Im Senat, wo die Demokraten bisher 44
Mandate hielten, entstand ein Patt von 49 zu 49 Sitzen. Zwei Mandate gingen an
parteilose Kandidaten. Zur Wahl standen 33 von 100 Senatssitzen. Die
Republikaner hatten bislang 55 Senatoren. Da die beiden unabhängigen Senatoren
Joe Lieberman und Bernie Sanders jedoch angekündigt hatten, mit den Demokraten
zu stimmen, kamen diese nun mit 51 zu 49 Stimmen zu einer Mehrheit im Senat.
Das Zweikammerparlament (Congress of the United States) besteht aus:
-
dem Senat (Vertretung der Einzelstaaten, die über je zwei Sitze
verfügen), dem 100 auf sechs Jahre gewählte Mitglieder angehören, von denen
alle zwei Jahre ein Drittel neu gewählt wird. Vorsitzender des Senats ist
der Vizepräsident, der bei einem Patt entscheidet (www.senate.gov),
-
dem Repräsentantenhaus (Volksvertretung), dessen 435 Mitglieder nach
relativem Mehrheitswahlrecht direkt alle zwei Jahre gewählt werden (www.house.gov).

Die Wahl des Präsidenten
Am ersten Dienstag nach dem ersten November wird der Präsident der
Vereinigten Staaten traditionell landesweit
gewählt.
Die Amerikaner wählen ihren Präsidenten also am 4. November 2008 in indirekter Wahl. Weil die Gründungsväter
diese wichtige politische Entscheidung nur besonders informierten Staatsbürgern
vorbehalten wollten - den Wahlmännern und -frauen - entschieden sie sich für dieses
Gremium (electoral college), das aus 538 Mitgliedern besteht und in
dem derzeit 270 Stimmen zur absoluten Mehrheit und Wahl des Präsidenten
reichen. Wer also am Wahltag die meisten Wählerstimmen auf sich vereinigt, ist
deshalb immer noch nicht Präsident.
Als die Gründer der amerikanischen Republik 1787 die Verfassung der
Vereinigten Staaten ausarbeiteten, schufen sie eine staatliche Ordnung, in der
Parteien keine Rolle spielten. Durch verschiedene verfassungsrechtliche
Bestimmungen – wie Gewaltenteilung, gegenseitige Kontrolle und gemeinsame
Verantwortung von Kongress und Regierung (checks and balances), Föderalismus
sowie die indirekte Wahl des Präsidenten durch ein Wahlmännerkollegium –
versuchten sie sogar, die politischen Parteien und Gruppierungen aus dem neuen
Staatswesen herauszuhalten.
Trotz dieser Absichten der Gründer waren die Vereinigten Staaten 1800 das
erste Land, in dem landesweit organisierte Parteien entstanden und die
Regierungsgewalt durch Wahlen von einer politischen Gruppierung auf die andere
überging.
Die Wahlmänner und -frauen verteilen sich nach Bundesstaaten nach dem Prinzip "the
winner takes it all". Das heißt, der Kandidat, der in einem Bundesstaat
siegt, bekommt alle Wahlmännerstimmen dieses Bundesstaates. Kalifornien, mit
seinen mehr als 33 Millionen Einwohnern die Nummer eins, hat deshalb insgesamt
54 Wahlmänner, gefolgt von New York mit 33, Texas mit 32 und Florida mit 25.
Kleine Staaten wie Vermont, North Dakota oder Wyoming und auch der District of
Columbia stellen nur drei Wahlfrauen und -männer. Sie alle bilden das
Electoral College, das indessen nie als Ganzes tagt.
Das Wahlmännergremium tritt immer am Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember
zusammen, um den Präsidenten und seinen Vize zu wählen. Kommt die
erforderliche Wahlmännermehrheit nicht zustande, was vor allem in einem
Dreier-Rennen möglich ist, fällt dem Repräsentantenhaus die Aufgabe zu,
den Präsidenten zu wählen.
Nach der Volkswahl vom 4. November treffen sich am 15. Dezember (41 Tage
nach der Wahl) im Kapitolsgebäude jedes Bundesstaates die jeweiligen Wahlmänner und -frauen, um
ihre Stimmen für den Präsidenten und den Vizepräsidenten der USA abzugeben.
Ihre Stimmzettel werden eingesammelt, versiegelt und an den Präsidenten des
Senats in Washington gesandt.
Dieser zählt sie am 6. Januar in einer gemeinsamen Sitzung von Senat und
Repräsentantenhaus aus und verkündet das Ergebnis: Präsident wird, wer
mindestens 270 der 538 Wahlmännerstimmen auf sich vereint, also eine mehr als
die Hälfte. Streng genommen ist erst dann geklärt, wer die Wahl
gewonnen hat, doch weiß man dies natürlich aufgrund der Auszählungsergebnisse
schon meistens in der Wahlnacht.
Wählen darf jeder Staatsbürger der Vereinigten Staaten, der mindestens 18
Jahre alt und nicht vorbestraft ist. Da es in den USA keine
Einwohnermeldeämter gibt, die den Bürgern automatisch ihre
Wahlbenachrichtigung zukommen lassen, müssen sich alle Wahlwilligen bis zu
einem bestimmten Termin registrieren lassen - "Register to vote".
"Bringen Sie Ihren Pass, den Fahrausweis, die letztgültige Adresse in den USA
und Ihre Sozialversicherungsnummer mit", heißt es auf den Einladungen zur
Wählerregistrierung. Schon allein die Termine, bis wann die Amerikaner
sich registriert haben müssen, sind in jedem Bundesstaat verschieden. Auch die
Regeln für die Registrierung unterscheiden sich von Bundesstaat zu
Bundesstaat.
Insgesamt
leben rund 6 Millionen "Expatriates", zu denen auch Soldaten und
Regierungsangestellte gehören, im Ausland. Besonders entscheidend für die
demokratischen und republikanischen Wahlinitiativen sind die Amerikaner im
Ausland, die ihre Stimmen in einem der "Swing States" abgeben können.
Wähler, die sich nicht auf den in den Wahllokalen ausliegenden Wahllisten
wiederfinden, dürfen trotzdem mit abstimmen, und nach der Wahl wird dann
geklärt, ob sie wahlberechtigt waren und ihr Votum gültig ist. Damit drohen
bei einem knappen Wahlausgang lange Verzögerungen.
Die Präsidentschaftswahl kann sehr knapp ausfallen.
Jede einzelne Stimme zählt: Lediglich 537 Stimmen haben im Jahr 2000 im
US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf zwischen dem Republikaner George
W. Bush und dem damaligen demokratischen Vizepräsidenten Al Gore das Rennen
entschieden. In Florida hatte die überwiegende Mehrzahl der Bürger, die im
Ausland leben und überhaupt gewählt haben, für Bush gestimmt und damit die
Wahl entschieden. Lag Gore in Florida vor Auszählung der Stimmen der im
Ausland lebenden Amerikaner noch leicht in Front, so wendete sich schließlich
das Blatt gegen ihn. Auch 2008 kann
wieder jede Stimme oder auch jede Stimmenthaltung wichtig werden.

Links:
Medien National
Medien International
Parteien
Institutionen
Meinungsumfragen

Unterricht:

Informationen:
- LpB-Spezial:

US-Wahl 2004
Amerika hat gewählt. Überraschend deutlich hat George W. Bush das Rennen um
die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten von Amerika gegen seinen
Herausforderer John Kerry gewonnen. Bush konnte über das ganze Land gesehen
seinen Rivalen um mehr als 3,5 Millionen Stimmen abhängen. Landesweit kam Bush
auf 51 Prozent der Stimmen, Kerry auf 48 Prozent.
-
VERFASSUNG DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
vom 17. September 1787
Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, von der Absicht geleitet, unseren Bund
zu vervollkommnen, Gerechtigkeit zu verwirklichen, die Ruhe im Innern zu
sichern, für die Landesverteidigung zu sorgen, die allgemeine Wohlfahrt zu
fördern und das Glück der Freiheit uns selbst und unseren Nachkommen zu
bewahren, setzen diese Verfassung für die Vereinigten Staaten von Amerika in
Geltung.
- Bundeszentrale für politische Bildung:
Zeitschrift
Informationen zur politischen Bildung Heft 283
Politisches System der USA
Die nächsten US-Präsidentschaftswahlen finden im Jahr 2008 statt. Dieses zum
44. Mal stattfindende Ereignis erregt angesichts des weltpolitischen
Einflusses der USA auch in den übrigen Ländern großes Interesse.
Dossier
der Bundeszentrale: USA

- WIKIPEDIA
Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten
Politisches System der USA
- Der nächste
US-Präsident...
In diesem Blog geht es um die Präsidentschaftswahl in den USA 2008 - und um
alles drumherum. Sie finden hier Nachrichten, Hintergründe, Kommentare und
werktags eine frühmorgendliche Presseschau. Einzelne Seiten zu den Kandidaten,
den Themen der Debatte und den wahlentscheidenden Faktoren bieten einen
raschen Einstieg in das Thema.
- Centrum für angewandte Politikforschung
US-Wahl 2008
Hier finden Sie chronologisch geordnet alle Seiten auf der C·A·P-Website, die
in Form von Event-Berichten, Meldungen, Interviews, Positionen, Presseartikeln
bis hin zu Publikationen das Thema "US-Wahl 2008" behandeln.

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