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Primaries und Caucuses
Wahltermine und Ergebnisse
Das amerikanische Vorwahlsystem ist sehr kompliziert, da sich die
Regelungen von Bundesstaat zu Bundesstaat unterscheiden.
In den Vorwahlen werden die Delegierten für die großen Nominierungsparteitage im Sommer
bestimmt. Manche Staaten bestimmen dabei keine direkten Delegierten für den
Wahlparteitag, sondern nur Delegierte für Landesparteitage im Frühjahr, die
dann ihrerseits Delegierte wählen. Die durch Vorwahl bestimmten Delegierten sind in ihrem
Abstimmungsverhalten gebunden - sie müssen auf dem Parteitag für jenen
Bewerber stimmen, in dessen Namen sie ausgewählt worden sind. Ausnahme sind
die "Superdelegierten" bei den Demokraten, die von der Partei bestimmt werden
und das Zünglein an der Waage spielen (können).
Viele Experten hatten
erwartet, dass die Kandidaten de facto bereits nach dem "Super Tuesday"
am 5. Februar feststehen, weil dann bereits die Mehrzahl der Delegierten
bestimmt ist. Bei den Republikanern traf dies auch zu. Senator John McCain
führte uneinholbar, bei den
Demokraten jedoch lagen Senatorin Hillary Clinton und Senator Barack Obama
lange Zeit nahezu gleichauf. Am Ende konnte sich Barack Obama
durchsetzen.
Die Vorwahlen waren nach sechs Monaten entschieden. Den Kampf, den die
demokratischen Senatoren Hillary Clinton und Barack Obama
gegeneinander geführt hatten war lang und hart. Als historisch kann
man das Ergebnis bezeichnen: Erstmals in der Geschichte Amerikas gibt
es mit Barack Obama einen schwarzen Kandidaten, der gute Chancen hat,
Präsident der USA zu werden. Sein Verdienst ist es, dass er viele
jener Wähler mit seinem Thema "Change" - Wandel dazu gebracht hat,
sich an diesem uramerikanischen Ausleseprozess zu beteiligen, die der
Politik bisher fern standen. Noch nie hatten sich so viele Amerikaner
an den Vorwahlen beteiligt. Obama konnte seine Wählerinnen und Wähler
eher in den großen Städten gewinnen, auch viele weiße, junge
Amerikaner haben Obama gewählt - ganz fest aber konnte er auf die
Schwarzen jeden Alters setzen. Clinton, die vor allem auf ihre
politische Erfahrung setzte, punktete in den Vorwahlen vor allem bei
Frauen und bei Wählerinnen und Wähler im ländlichen Raum und musste
sich am Ende nur knapp geschlagen geben.
Bei den Republikanern steht der Präsidentschaftskandidat, Senator John
McCain, schon seit mehr als drei Monaten fest. Der erfahrene
71-jährige Senator aus Arizona ist ein Mann der konservativen
politischen Mitte, der z.B. standfest den Krieg im Irak unterstützt,
aber auch für eine Lockerung der Immigrationspolitik eintritt. Er gilt
als Querdenker der eine andere Politik als George W. Bush machen will.
McCain hat nur ein großes Problem: Mit dann 72 Jahren wäre er im
Januar 2009 der bei seiner Vereidigung älteste Präsident in der
Geschichte der USA.
Die endgültige Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten wird auf dem
Parteitag der Demokraten in Denver vom 25. bis 28. August und dem
Parteitag der Republikaner in St. Paul vom 1. bis 4. September
erfolgen.
In jedem Fall haben die Amerikaner am 4. November eine klare Wahl:
zwischen einem liberalen, jungen Demokraten, dessen Beschwörung des
Wandels viele von ihnen in den vergangenen Monaten begeistert hat und
der gegen die Fortsetzung der amerikanischen Präsenz im Irak ist, und
einem konservativen, aber unorthodoxen Republikaner. McCain wird die
vage Wechsel-Rhetorik Obamas zerpflücken und ihn als unerfahren und
als Sicherheitsrisiko darstellen. Obama wird versuchen, McCain als
Fortsetzung Bushs zu diskreditieren und auf sein Charisma und seine
Jugend setzen. Egal wer gewinnt, es wird einen Kurswechsel der
amerikanischen Politik geben: in der Wirtschafts-, Gesundheits-,
Außen- und Klimapolitik. Der eigentliche Wahlkampf verspricht also
spannend zu werden, das Rennen um die Präsidentschaft ist völlig
offen.

Primaries und Caucuses
Je nach Bundesstaat gibt es Vorwahlen (primaries) und die
parteiinternen Wahlversammlungen (caucuses) der Parteien. Die Parteien
sind in ihrer Gestaltung frei und legen auch unterschiedliche Regeln fest.
Seit den siebziger Jahren, als die Demokratische und die Republikanische
Partei anfingen, die Regeln für die Auswahl ihrer Präsidentschafts- und
Vizepräsidentschaftskandidaten zu überarbeiten, ist das System im Fluss. Im
Gegensatz zum Wahlmännerverfahren für die Wahl des Präsidenten ist das
Verfahren zur Nominierung von Präsidentschaftskandidaten nicht in der
amerikanischen Verfassung verankert.
In Caucuses werden die Delegierten für die national convention
(Bundesparteitag), wo der Präsidentschaftskandidat offiziell nominiert wird,
von lokalen oder regionalen Parteitagen oder Nominierungsversammlungen
bestimmt. Dabei kommen die Anhänger einer Partei in Schulen, Kirchen oder
Bibliotheken zusammen und beraten dort darüber, welchen
Präsidentschaftskandidaten die Partei unterstützen möchte. Für den Caucus
gelten in jedem Bundesstaat andere Regeln. Das Wort stammt aus der
Indianersprache und bezeichnete ursprünglich einen Stammesrat. Die
Versammlungen dauern unterschiedlich lange. Zu den Wahlversammlungen beider
Parteien sind nur registrierte Parteianhänger zugelassen. Wegen des
aufwendigen Verfahrens nimmt gewöhnlich nur eine kleine Zahl der
Parteianhänger an den Caucuses teil.
Die Primaries kommen der demokratischen Transparenz innerhalb der
Parteien mehr entgegen, vor allem die "open primaries". An diesen
dürfen alle Wahlberechtigen teilnehmen, eine Mitgliedschaft in der Partei oder
auch nur eine ausdrückliche Parteipräferenz sind dazu nicht erforderlich. Beim
Verfahren der "closed primary" muss sich jeder Wähler öffentlich zu
seiner Parteipräferenz bekennen. Auch hier ist es aber nicht notwendig,
Mitglied einer Partei zu sein. Es genügt, die eigene Zugehörigkeit zu einer
Partei auszudrücken, indem man sich für die Teilnahme an der Vorwahl
registriert oder auch nur durch die Teilnahme selbst.
CNN listet für jede Vorwahl in den Bundesstaaten auf, ob sie "open", "semi
open" oder "closed" sind und wie viele Delegiertenstimmen die jeweiligen
Kandidaten erhalten haben.

Kandidaten der
Vorwahlen
DEMOKRATEN:
Für eine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten auf dem Parteitag
der Demokraten in Denver vom 25. bis 28. August ist die Unterstützung
von mindestens 2.118 der insgesamt 4.234 Delegierten
nötig. Von den 4.234 Delegierten der Demokraten sind 3.438
verpflichtete Delegierte und 796 Superdelegierte. Die
"Superdelegierten" werden nicht durch die Vorwahlen sondern durch die
Partei ernannt.
Mit den beiden Vorwahlen in Montana und South Dakota am 3. Juni ist
das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur auch bei den Demokraten
entschieden. Barack Obama konnte sich knapp vor Hillary Clinton
behaupten. Jetzt müssen noch die Delegierten auf dem
Nominierungsparteitag zustimmen.
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- John Edwards (ausgeschieden)
John
Edwards war US-Senator des Staates North Carolina von 1999 - 2005,
vorher Rechtsanwalt. 2004 war Edwards an der Seite John Kerrys als
Kandidat für die Vizepräsidentschaft unterlegen. Edwards plädiert für
einen sofortigen Abzug aus dem Irak und fordert eine Krankenversicherung
für alle.
Homepage:
www.johnedwards.com
Als erster Spitzenkandidat der Demokraten ist John Edwards aus dem
Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ausgeschieden. Edwards landete
bei den Vorwahlen im Januar jeweils abgeschlagen auf einem der hinteren
Plätze.
John Edwards hat inzwischen seine Unterstützung für eine
Präsidentschaftskandidatur Barack Obamas erklärt.
Bisher erreichte Delegiertenstimmen (Stand 29.01.): 26
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REPUBLIKANER:
Für eine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten auf dem Parteitag
der Republikaner in St. Paul vom 1. bis 4. September ist die
Unterstützung von mindestens 1.191 der insgesamt 2.380
Delegierten nötig. Von den 2.380 Delegierte sind 1.917
verpflichtete Delegierte und 463 unverpflichtete Delegierte.
123 der unverpflichteten Delegierten sind Mitglieder der Republican
National Convention (RNC).
Mit den Vorwahlen am 4. März konnte Senator
John McCain 1.289 der Delegiertenstimmen auf sich vereinigen.
Damit ist McCain Kandidat der Republikaner für das Amt des
amerikanischen Präsidenten.
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- Mike Huckabee (ausgeschieden)
Mike
Huckabee war von 1996 bis 2007 Gouverneur von Arkansas. Mit Mike
Huckabee stellt sich ein überzeugter Prediger zur Wahl. Huckabee
vertritt die typischen Positionen eines baptistisch geprägten
Südstaatenrepublikaners. Huckabee ist Gegner von Abtreibung mit der
Ausnahme einer Todesgefahr für die Mutter bei der Geburt. Er ist für
eine Definition der Ehe als Partnerschaft zwischen Mann und Frau und
daher gegen die Homo-Ehen. Darüber hinaus sieht er gleichgeschlechtliche
Partnerschaften aus einem religiösen Blickwinkel heraus als Sünde an. Er
ist gegen strengere Waffengesetze und Befürworter der Todesstrafe.
Anders als die republikanische Mehrheit will er den Kindern illegaler
Einwanderer Zugang zum amerikanischen Schulsystem gewähren. Das sieht er
als seine Christenpflicht. In einigen Umfragen erzielte er überraschende
Zustimmung.
Homepage:
www.mikehuckabee.com
Mike Huckabee auf YouTube
Mike
Huckabee auf MySpace
Wikipedia:
Mike Huckabee
Bisher erreichte Delegiertenstimmen (Stand 14.05.): 275
Nachdem John McCain die Mehrheit der Delegiertenstimmen auf sich
vereinigen konnte, ist Mike Huckabee am 05. März aus dem Rennen um die
Präsidentschaftskandidatur ausgeschieden.
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- Mitt Romney (ausgeschieden)
Mitt
Romney war Investmentbanker und hat die Winterspiele 2002 in Salt Lake
City gemanagt. Von 2003 - 2007 war er Gouverneur von Massachusetts. Als
Gouverneur erreichte er, dass der Haushalt des Bundesstaates
ausgeglichen wurde und sogar Überschüsse verbuchte. Er ist ein
Befürworter der Todesstrafe und ein Kritiker des Rechtes auf Abtreibung.
Er unterstützt zwar den Irak-Krieg, bleibt aber auf Distanz zu Präsident
Bush.
Homepage:
www.mittromney.com
Bisher erreichte Delegiertenstimmen (Stand 7.02.): 286
Nach vielen Niederlagen bei den Vorwahlen hat auch Mitt Romney am 7.
Februar das Handtuch geworfen. In einer vorbereiteten Erklärung hieß es,
die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. "Ich muss jetzt zur
Seite treten, für unsere Partei, für unser Land."
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- Fred Thompson (ausgeschieden)
Fred
Thompson war US-Senator des Staates Tennessee von 1995 - 2003, vorher
Rechtsanwalt. Seine Bekanntheit durch die TV-Serie „Law & Order“
Thompson nun als Kandidat für die US-Präsidentschaftswahlen nutzen.
Thompson vertritt konservative Positionen, er ist gegen Abtreibung,
gegen Einwanderung, für den Privatbesitz von Feuerwaffen, für den
Verbleib der US-Truppen im Irak, einen erhöhten Verteidigungshaushalt
und Steuersenkungen.
Homepage:
www.fred08.com
Als erster Spitzenkandidat der Republikaner ist Fred Thompson aus dem
Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ausgeschieden. Thompson landete
bei den Vorwahlen im Januar jeweils abgeschlagen auf einem der hinteren
Plätze.
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- Rudolph Giuliani (ausgeschieden)
Rudolph
Giuliani war von 1994 - 2001 Bürgermeister von New York. Nach seinem
Abschluss an der New York University Law School 1968 trat er 1970 in das
Büro des United States Attorney (Bundesstaatsanwaltschaft) ein. 1983
wurde er zu „U.S. Attorney for the Southern District of New York“
(Bundesstaatsanwalt) ernannt. Er setzt auf den Heldenstatus nach seinem
Krisenmanagement bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center am
11. September 2001. Giuliani will den Einsatz im Irak fortführen und
setzt auf militärische Stärke gegen den Terrorismus. Er fordert
Steuersenkungen und kämpft gegen die Klimakatastrophe.
Homepage:
www.joinrudy2008.com
Als zweiter Spitzenkandidat der Republikaner ist Rudolph Giuliani aus
dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur nach den Vorwahlen in
Florida ausgeschieden. Giuliani landete bei den Vorwahlen im Januar
jeweils abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze.
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Wahltermine und Ergebnisse
Der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur startet traditionell mit den
Vorwahlen in Iowa. Da es sich bei den "Caucuses" um Parteiversammlungen und
nicht um Wahlen im traditionellen Sinne handelt, lassen sich die Ergebnisse in
Umfragen oft nur schwer vorwegnehmen.
DEMOKRATEN:
Nur registrierte Demokraten, die im Bezirk ansässig und wahlberechtigt sind,
können am Caucus in Iowa teilnehmen. Die Teilnehmer schließen sich
Präferenzgruppen für einen bestimmten Kandidaten an. Solche Gruppen sind dann
funktionsfähig, wenn ihre Mitgliedszahl mindestens 15 Prozent der anwesenden
Personen entspricht. Gruppen, bei denen dies nicht der Fall ist, werden
aufgelöst. Ihre Mitglieder schließen sich dann einer funktionsfähigen Gruppe
an. Die Zuteilung der Delegierten zu den einzelnen Kandidaten erfolgt strikt
auf Basis des proportionalen Verhältnisses der Gruppe zum gesamten Caucus.
REPUBLIKANER:
Die Teilnehmer müssen wahlberechtigt, aber nicht unbedingt als Republikaner
registriert sein. Sie geben in einer geheimen Abstimmung eine Präferenzstimme
für ihren bevorzugten Präsidentschaftskandidaten ab. Die Stimmen werden dann
für den gesamten Bundesstaat tabelliert. In der Folge werden auch Delegierte
für die Bezirksversammlung bestimmt. Der Caucus kann selbst über die
Wahlmethode entscheiden. So werden die Delegierten entweder in einer
Direktwahl („winner-takes-it-all“) oder proportional auf Basis einer
Probeabstimmung bestimmt.
Ergebnisse in Iowa
Ginge es nach den Wählerinnen und Wählern in Iowa, so hießen die Kandidaten
der kommenden Präsidentschaftswahlen Barack Obama und Mike Huckabee.
Unerwartet deutlich konnte sich der Demokrat Obama gegen seine Konkurrenten
durchsetzen. Laut offiziellem Endergebnis kam Obama auf 37 Prozent der
Stimmen, John Edwards auf 29,7 Prozent und Hillary Clinton auf 29,5 Prozent.
Bei den Republikanern setzte sich Mike Huckabee mit etwa 34 zu 25
Prozent gegen seinen Mitbewerber Mitt Romney durch. Fred Thompson kam auf 15
Prozent der Stimmen. Die Republikaner Rudy Giuliani und John McCain hatten
sich keine großen Chancen in Iowa ausgerechnet und in dem Bundesstaat kaum
Werbung gemacht. Giuliani (3,5 Prozent) und McCain (13 Prozent) blieben damit
auch weit abgeschlagen. Laut Schätzungen beteiligten sich an der Vorwahl der
Demokraten etwa 220.000 Menschen, deutlich mehr als die 124.000 im Jahr 2004.
Bei den Republikanern lag die Zahl der Wähler bei schätzungsweise 114.000
gegenüber knapp 88.000 vor vier Jahren.

| 5. Januar Wyoming (Republikaner) |
Mitt Romney, der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, erziehlte
beim Caucus seiner Partei in Wyoming einen ersten Achtungserfolg. Romney
gewann in Wyoming die meisten Stimmen. Von den zwölf Delegiertenstimmen
sicherte sich Romney acht. Auf den früheren Senator Fred Thompson entfielen
drei und auf den Abgeordneten Duncan Hunter eine Stimme.

Bei den Vorwahlen in New Hampshire hat sich Hillary Clinton
überraschend gegen ihren demokratischen Konkurrenten Barack Obama
durchgesetzt. Sie erhielt 39 Prozent der Stimmen, Obama kam auf 36 Prozent und
John Edwards landete auf Platz 3 mit 17 Prozent. Der Sieg in New Hampshire
gibt Clinton nach der Niederlage in Iowa den dringend benötigten Rückenwind
für die weiteren Vorwahlen. Mit dem Sieg dürften die für den Wahlkampf
wichtigen Spendengelder weiter in ihre Kassen fließen. Bei den
Republikanern gewann Senator John McCain mit einem Stimmenanteil von 37
Prozent. Mitt Romney musste sich mit 31 Prozent geschlagen geben, Mike
Huckabee konnte nur 11 Prozent erreichen. Experten sprachen von einer
Rekordbeteiligung von rund 500.000 Wahlberechtigten bei den Primaries in New
Hampshire.

Mit 7,1 Millionen Wahlberechtigten ist Michigan der erste große
Vorwahlstaat. Vorwahlen kurios: Im Bundesstaat Michigan steht für die
Demokratische Partei ausschließlich Hillary Clinton zur Wahl. Barack Obama und
John Edwards haben ihre Kandidatur aus Protest zurückgezogen. Der Grund: Die
Demokraten wollten ihren Verband in Michigan disziplinieren. Der hatte
eigenmächtig beschlossen, die Vorwahl auf den 15. Januar zu legen. Das ist
laut Parteistatut verboten. Das Nationalkomitee der Demokraten wollte die
Stimmen der Delegierten aus Michigan auf dem Nominierungsparteitag im Sommer
nicht berücksichtigen. Anhänger aus den Lagern Obamas und Edwards’ haben die
Basis in Michigan aufgefordert, ihr Kreuz bei "unentschlossen" zu machen.
Der Regel-Ausschuss der Partei befand nach einer Sitzung am 31. Mai, dass die
Delegiertenstimmen aus Michigan zwar zugelassen, aber nur zur Hälfte gewertet
werden.
Auch die Republikaner sehen das so, sie machen aber beim frühen
Vorwahl-Termin mit. Zur Strafe darf nur die Hälfte der sonst üblichen
Delegiertenzahl zum Nominierungsparteitag fahren.
Im Rennen um die republikanische Präsidentschafts-Kandidatur hat Ex-Gouverneur
Mitt Romney die Vorwahl im US-Bundesstaat Michigan mit 39 Prozent der
Stimmen klar für sich entschieden. John McCain kam auf 30 Prozent, Mike
Huckabee auf 16 Prozent der Stimmen. Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy
Giuliani lag abgeschlagen bei drei Prozent. Damit ist das Rennen bei den
Republikanern wieder völlig offen. Die 55 Prozent für Hillary Clinton bleiben
bedeutungslos. 40 Prozent der demokratischen Wählerinnen und Wähler machten
ihr Kreuz bei Uncommitted (unentschlossen).

Bei den Caucuses der US-Demokraten in Nevada hat Hillary Clinton
ihren Rivalen Barack Obama klar geschlagen. 51 Prozent stimmten für Clinton,
45 Prozent für Barack Obama. Aufgrund der proportionalen Verteilung der
Stimmbezirke sicherte sich Obama aber mehr Delegierte für den
Nominierungsparteitag im August. Mit 115.000 Demokraten erreicht der Weststaat
einen historischen Wahlbeteiligungsrekord. Vor vier Jahren waren es nur knapp
9.000 gewesen. Klarer Verlierer war Senator John Edwards mit einem
Stimmenanteil von vier Prozent.
Bei den Republikanern kam in Nevada Mitt Romney mit 52 Prozent der
Stimmen auf Platz eins, weit abgeschlagen folgten Ron Paul (14 Prozent) und
John McCain (13 Prozent).
| 19. Januar South Carolina (Republikaner) |
Die Vorwahlen der Republikaner konnte John McCain mit 33,2 Prozent
der Stimmen für sich entscheiden. Mike Huckebee lag bei 29,9 Prozent und Fred
Thompson 15,7 Prozent. Die Abstimmung im Südstaat South Carolina hat für die
Republikaner vor allem große psychologische Bedeutung: Seit 1980 hat sich der
Gewinner der dortigen Vorwahl immer als Präsidentschaftskandidat der Partei
durchgesetzt.

| 26. Januar South Carolina (Demokraten) |
Barack Obama hat die Vorwahl seiner demokratischen Partei um die
Präsidentschaftskandidatur in South Carolina klar gewonnen. Der Senator aus
Illinois erhielt mit 55 Prozent der Stimmen mehr als nach Umfragen erwartet
und verwies seine Hauptkonkurrentin Hillary Clinton mit 27 Prozent der Stimmen
deutlich auf Platz zwei. Exsenator John Edwards musste sich mit 18 Prozent
begnügen. Wahlanalysen zufolge verdankte Obama seinen Erfolg im Südstaat South
Carolina vor allem der übergroßen Zustimmung unter schwarzen Wählern, die dort
mehr als die Hälfte der Wähler stellen. CNN-Berechnungen zufolge konnte er
über 80 Prozent der schwarzen Stimmen gewinnen, während Clinton hier nur auf
17 Prozent kommt. Die weiße Wählerschaft hingegen ist gespalten, wobei der
Gewinner überraschenderweise Edwards mit 39 Prozent ist. Clinton bekam 36
Prozent der weißen Stimmen, Obama 24 Prozent.
Die Demokraten haben bei der Vorwahl in South Carolina die bislang höchste
Wahlbeteiligung für diesen Staat verzeichnet. Insgesamt wurden mehr als
532.000 Stimmen abgegeben.

Auf der demokratischen Seite siegte Hillary Clinton mit 50 Prozent.
Barack Obama kam auf 33, Ex-Senator John Edwards erhielt 14 Prozent. Für
Hillary Clinton bringt der Vorsprung vor Obama keine Delegierten für den
Nominierungsparteitag Ende August in Denver, Colorado, denn Florida gehört zu
den Staaten, die ihre Vorwahlen vorgezogen und dabei gegen die Richtlinien der
demokratischen Partei verstoßen hatten. Zur Strafe sollten die Stimmen ihrer
Delegierten in Denver nicht zählen. Clinton bekräftigte jedoch die Absicht,
für eine Anerkennung der Stimmen in Florida zu kämpfen.
Der Regel-Ausschuss der Partei befand nach einer Sitzung am 31. Mai, dass die
Delegiertenstimmen aus Florida zwar zugelassen, aber nur zur Hälfte gewertet
werden.
Bei den Republikanern kam Senator John McCain nach Auszählung fast
aller Stimmen auf 36 Prozent, Mitt Romney auf 31 Prozent. Abgeschlagen hinter
McCain und Romney waren der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudolph
Giuliani, der nur 15 Prozent erhielt, und der frühere Baptistenpfarrer Mike
Huckabee, der auf 13 Prozent kam.
Nach der Vorwahl in Florida lichtet sich die Reihe der Bewerber um die
Nachfolge von George W. Bush. Bei den Demokraten ist Ex-Senator John
Edwards aus dem Rennen um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten
ausgestiegen. In keinem einzigen Bundesstaat hatte sich Edwards gegen seine
demokratischen Mitbewerber Clinton und Obama durchsetzen können.
Auch der ehemalige Bürgermeister von New York und Republikaner Rudolph
Giuliani
hat im Rennen um die Präsidentschaftswahl das Handtuch geworfen. Bei allen
bisherigen Vorwahlen lag er abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze. Er
wird jetzt die Nominierung von John McCain unterstützen.

| 2. Februar Maine (Republikaner) |
Bei den Caucuses in Maine konnte Mitt Romney 51 Prozent der Stimmen
für sich verbuchen, abgeschlagen folgte John McCain mit 21 Prozent. Da
Maine nur 18 Wahlmänner stellt, ist die Vorwahl aber nicht entscheidend.
McCain gilt weiterhin als klarer Favorit

| 5. Februar - "Super-Tuesday" |
Es war der größte Vorwahltag in der Geschichte der amerikanischen Politik:
Fast die Hälfte des Landes hat am Super Tuesday über die Kandidaten der
Republikaner und Demokraten für die Präsidentenwahl im November entschieden.
In insgesamt 24 US-Staaten gab es Abstimmungen.
Alles, was es bisher an "Caucuses" und "Primaries" gab, war nur ein
Vorgeplänkel - wichtig für die Dynamik des Rennens, eher unwichtig, geht man
nach den tatsächlichen Zahlen. In Kalifornien mit seinen 37 Millionen
Einwohnern werden die meisten Delegierten für die Nominierungsparteitage
bestimmt, 441 demokratische und 173 republikanische. Auf den Plätzen folgen
New York (281 bzw. 101) und Illinois (185 bzw. 70). Am Super-Dienstag werden
die Weichen gestellt.
Auf dem republikanischen Nominierungsparteitag im Sommer sind insgesamt
2380 Delegierte vertreten. Das heißt, der Gewinner muss mindestens 1191
Stimmen auf sich vereinigen. Allein die 24 Staaten, in denen am 5. Februar
entschieden wird, stellen insgesamt 1081 Delegierte.
Bei den Demokraten entsenden die 24 Staaten am "Super-Dienstag" insgesamt 2064
Delegierte zum Nominierungsparteitag. Für eine Nominierung auf dem Parteitag
ist die Unterstützung von mindestens 2025 der insgesamt 4049 Delegierten
nötig.
In folgenden Staaten wurde gewählt:
Alabama, Alaska, American Samoa (US-amerikanisches Außengebiet, nimmt nicht an
der Präsidentschaftswahl teil), Arizona, Arkansas, California, Colorado,
Connecticut, Delaware, Georgia, Idaho (nur Demokraten), Illinois, Kansas (nur
Demokraten), Massachusetts, Minnesota, Missouri, Montana (nur Republikaner),
New Jersey, New Mexico (nur Demokraten), New York, North Dakota, Oklahoma,
Tennessee, Utah, West Virginia (nur Republikaner)
Ergebnisse:
Nach Auszählung der Stimmen in den 24 Bundesstaaten ist bei den Demokraten das
Duell zwischen Hillary Clinton und Barack Obama weiter ohne
klaren Sieger. Allerdings landete Clinton wichtige Siege in Arizona, Arkansas,
Kalifornien, Massachusetts, New Jersey, New York, Oklahoma, Tennessee. In
Kalifornien und New York ging es am "Super Tuesday" um besonders viele
Delegiertenstimmen. Erst neun Tage nach dem "Super Tuesday" wurde ihr auch der
Sieg in New Mexico zugestanden. Obama gewann jedoch mehr Bundesstaaten für
sich als Clinton. Nach den Hochrechnungen siegte er in dreizehn Staaten, vor
allem im Süden, und gewann damit fünf mehr als Clinton (Alabama, Alaska,
Colorado, Connecticut, Delaware, Georgia, Idaho, Illinois, Kansas, Minnesota,
Missouri, North Dakota, Utah). Clinton konnte durch ihre Siege in den
bevölkerungsreichen Staaten mehr Delegiertenstimmen anhäufen.
Bei den Republikanern konnte der 71-jährige Senator John McCain
seinen Vorsprung ausbauen, jedoch schaffte er nicht den erhofften Durchmarsch.
Er gewann in neun Staaten, darunter Arizona, Connecticut, Delaware, Illinois,
Kalifornien, Missouri, New Jersey, New York und Oklahoma. Der
religiös-orientierte Mike Huckabee (Alaska, Colorado, Massachusetts,
Minnesota, Montana, North Dakota, Utah) und Mitt Romney (Alabama,
Arkansas, Georgia, Tennessee, West Virginia) lagen etwa gleichauf hinter
McCain.
Nach vielen Niederlagen in Folge stieg der Republikaner Mitt Romney
am 7. Februar aus dem Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur aus und
überlässt nun John McCain das Feld. Er wolle mit diesem Schritt einen Sieg von
Clinton oder Obama verhindern, sagte er. Mike Huckabee, hat nun gute Chancen,
von McCain zum "Running Mate" gemacht zu werden, zum Kandidaten für das Amt
des Vizepräsidenten. Nach dem Ausstieg seines Rivalen Mitt Romney steht die
Kandidatur des 71-jährigen Republikaners John McCain bei der
US-Präsidentenwahl im November so gut wie fest.

| 9. Februar Louisiana, Kansas (Republikaner), Nebraska
(Demokraten), Washington State |
Bei den Vorwahlen der Demokraten konnte Barack Obama alle drei
Vorwahlen in Louisiana (55 Prozent), Nebraska (70 Prozent) und Washington
State (67 Prozent) für sich entscheiden. Obama holt damit im Rennen um die
Delegiertenstimmen gegen seine Konkurrentin Clinton auf.
Bei den Republikanern konnte sich der frühere Baptistenprediger Mike
Huckabee in Kansas mit 60 Prozent und in Louisiana mit 43 Prozent gegen
den Favoriten John McCain durchsetzen und kündigte an, weiter um die
republikanische Kandidatur zu kämpfen. Im US-Staat Washington wurde John
McCain mit 26 Prozent zum Sieger erklärt.

| 10. Februar Maine (Demokraten) |
Es war ein erfolgreiches Wochenende für Barack Obama. Auch in den
Caucuses in Maine lag Obama mit 59 Prozent vor Hillary Clinton, die auf 40
Prozent kam.
Trotz der Triumphserie für Obama bei den Vorwahlen am Wochenende ist eine
Entscheidung im knappen Kopf- an Kopf-Rennen mit Hillary Clinton weiter nicht
in Sicht. Bei der entscheidenden Zahl der Delegierten, die im Sommer über die
Nominierung bestimmen, liegen beide nach wie vor dichtauf.

| 12. Februar Washington DC, Maryland, Virginia
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Barack Obama hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der
Demokraten seine Siegesserie fortgesetzt. In Virginia und Maryland gewann er
mit mehr als sechzig Prozent, in Washington DC mit sogar 75 Prozent der
Stimmen. Damit liegt er bei der Zahl der Delegiertenstimmen erstmals vor
seiner Konkurrentin Hillary Clinton, die in Washington DC nur auf 24 Prozent,
in Maryland auf 37 und in Virginia auf 35 Prozent der Stimmen kam.
Bei den Republikanern gewann Spitzenreiter John McCain alle drei
Vorwahlen deutlich und konnte seinen Vorsprung vor Mike Huckabee ausbauen.
McCain kam in Washington DC auf 68, in Maryland auf 55 und in Virginia auf 55
Prozent der Stimmen. Huckabee konnte zwischen 17 und 41 Prozent für sich
verbuchen.

| 19. Februar Hawaii
(Demokraten), Washington State, Wisconsin |
Barack Obama kann seine Siegesserie auch in Hawaii und Wisconsin
fortsetzen. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber hat die Vorwahl im
US-Staat Wisconsin klar mit 58 Prozent der Stimmen gewonnen. In Hawaii
deklassierte er Hillary Clinton mit 76 Prozent. Clinton kam in Wisconsin auf
41 Prozent und in Hawaii sogar nur auf 24 Prozent. Der Spitzenreiter der
Republikaner John McCain konnte sich weiter von Mike Huckabee absetzen
und kam in Wisconsin auf 55 Prozent und in Washington State auf 49 Prozent der
Stimmen.
Die Delegiertenstimmen der Primaries der Demokraten in Washington State zählen
nicht zum Gesamtresultat, sie wurden bereits am 9. Februar bestimmt.

| 24. Februar Puerto Rico (Republikaner) |
Puerto Rico, das bis 1898 zu Spanien gehörte, ist kein US-Bundesstaat, ist
aber mit den USA assoziiert. Bei der Präsidentschaftswahl im November haben
die Bewohner zwar kein Stimmrecht, konnten aber bei den Vorwahlen der
Republikaner und Demokraten (1. Juni ihre Stimmen abgeben. Die Caucuses in
Puerto Rico konnte Senator John McCain klar für sich mit 90 Prozent der
Stimmen für sich entscheiden.

| 4. März Ohio, Rhode Island, Texas, Vermont |
Hillary Clinton gibt sich noch nicht geschlagen und macht die
Vorwahlen bei den Demokraten weiterhin spannend. In den bevölkerungsreichen
Staaten Texas und Ohio gelang Clinton der Sieg über ihren Konkurrenten Barack
Obama, wenn auch nur knapp mit 51 Prozent in Texas und 54 Prozent in Ohio.
Lediglich in Vermont siegte Obama klar mit 59 Prozent, nachdem er zuvor elf
Staaten in Folge gewonnen hatte. Der Ausgang des Zweikampfs um die
demokratische Nominierung ist nun wieder völlig offen.
Unterdessen sicherte sich der Republikaner John McCain die
Spitzenkandidatur seiner Partei. Nach einer vorläufigen Zählungen kommt der
71-Jährige nach Siegen in Ohio, Texas, Vermont und Rhode Island nun auf 1.289
Delegiertenstimmen. Für die Nominierung auf dem Parteitag der Republikaner im
Sommer sind 1.191 Delegierte notwendig. Aus allen vier Bundesstaaten wurde von
einer besonders hohen Wahlbeteiligung berichtet.
Bei allen vier Abstimmungen vom Dienstag landete McCains Konkurrent
Mike Huckabee weit abgeschlagen hinter dem Senator. Huckabee erklärte
daraufhin seinen Ausstieg. "Wir hätten es gerne gewonnen, aber wir waren bis
zum Ende dabei", sagte er vor Anhängern.

| 8. März Wyoming (Demokraten) |
Der demokratische Senator Barack Obama hat die Caucuses über die
Präsidentschaftskandidatur im US-Bundesstaat Wyoming deutlich gewonnen. Nach
Auszählung der Stimmen führte Obama mit 61 Prozent vor Senatorin Hillary
Clinton mit 38 Prozent. Knapp 60.000 eingeschriebene Anhänger der Demokraten
waren aufgerufen, sich bei zwischen Obama und Clinton zu entscheiden. Nach den
Rückschlägen in den wichtigen Staaten Ohio und Texas konnte Obama damit ein
neues Erfolgserlebnis verbuchen.

Barack Obama setzt seine Siegesserien bei den Vorwahlen im
Bundesstaat Mississippi fort. Er konnte sich klar gegen seine parteiinterne
Konkurrentin Hillary Clinton durchsetzen. Knapp 61 Prozent der Wähler
entschieden sich für den schwarzen Senator aus Illinois, 37 Prozent sprachen
sich für Clinton aus. Der Sieg Obamas war wegen des hohen Anteils
afroamerikanischer Wählerinnen und Wähler in dem Südstaat erwartet worden. Bei
den Republikanern erzielte Senator John McCain erwartungsgemäß 80
Prozent der Stimmen.

Auch nach den Vorwahlen in Pennsylvania ist das Rennen um die
Präsidentschaftskandidatur bei den Demokraten völlig offen. Hillary Clinton
konnte 55 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, Barack Obama kam nur auf 45
Prozent. Der Sieg in Pennsylvania bringt Clinton neuen Schwung, lässt ihrer
Partei aber die alte Sorge: Wie lange soll der selbstzerstörerische Zweikampf
zwischen Clinton und Obama noch weitergehen? Die Antwort nach Pennsylvania ist
klar – mindestens zwei Wochen bis zu den nächsten Vorwahlen in North Carolina
und Indiana.
Bei den Republikanern war das Ergebnis klar: Senator John McCain
erreichte 73 Prozent der Stimmen. McCain kann sich in aller Ruhe auf den
Präsidentschaftswahlkampf vorbereiten.

Senator Barack Obama gewann die parteiinterne Kandidatenkür auf
der zu den USA gehörenden Pazifikinsel Guam mit sieben Stimmen
Vorsprung. Bei den Caucuses auf dem 2500 km südlich von Japan
gelegenen Eiland gewann der Senator aus Illinois mit 2.264 Stimmen
oder 50,1 Prozent mit sieben Stimmen Vorsprung auf Hillary Clinton,
die auf 2.257 Stimmen oder 49,9 Prozent kam. Guam schickt acht
Delegierte mit jeweils einer halben Stimme zum Nominierungsparteitag
Ende August in Denver. Von diesen vier Stimmen erhält jeder der beiden
Senatoren wegen des knappen Ergebnisses jeweils zwei Stimmen. Guam
stellt zudem fünf Superdelegierte, die voll gezählt und nicht halbiert
werden.
US-Medien werteten das Ergebnis als Spiegelbild der tiefen Spaltung im
demokratischen Lager, das sich seit Beginn des Vorwahlkampfs immer
noch nicht auf einen Spitzenkandidaten festgelegt hat.

| 6. Mai North Carolina, Indiana |
Seit Monaten tobt jetzt der Vorwahlkampf der Demokraten in den USA.
Über 40 Mal ist schon über Barack Obama und Hillary Clinton abgestimmt
worden - doch eine endgültige Entscheidung ist immer noch nicht in
Sicht.
Bei den Vorwahlen der Demokraten am 6. Mai haben Barack Obama und
Hillary Clinton in je einem Bundesstaat gewonnen. In North Carolina
gewann Barack Obama mit 56 Prozent der Stimmen. Hier war
ein Sieg Obamas wegen der zahlreichen schwarzen Wählerinnen und Wähler
erwartet worden. In North Carolina ging es um 115 Delegierte für den
Nominierungsparteitag. Hillary Clinton kam nur auf 42 Prozent.
Bei den gleichzeitig stattfindenden Vorwahlen in Indiana konnte sich
Obamas Rivalin Hillary Clinton nur sehr knapp durchsetzen.
Clinton kam auf 51 Prozent, Obama auf 49 Prozent der Stimmen. Die
Hängepartie bei den Demokraten geht also weiter.
Erwartungsgemäß entschied Senator John McCain
die Vorwahlen der Republikaner mit 73 Prozent in North Carolina und 77
Prozent in Indiana für sich.

Hillary Clinton hat die Vorwahlen in West Virginia mit 67 Prozent
der Stimmen haushoch für sich entscheiden können. Barack Obama kam nur auf 26
Prozent. In West Virginia gingen vor allem Weiße, Senioren und Arbeiter mit
niedrigem Einkommen zu den Urnen - also Bevölkerungsgruppen, unter denen
Clinton bislang ihre treuesten Anhänger hatte. Obama kann zwar rein
rechnerisch in den restlichen Vorwahlen noch die notwendige Mehrheit von 2025
Delegierten für seine Nominierung erreichen, wahrscheinlich ist das aber
nicht. Andererseits ist es fraglich, ob Clinton den Stimmenvorsprung von Obama
bis zum Nominierungsparteitag der Demokraten noch einholen kann. Clinton gab
sich weiter kampfeslustig. "Ich bin entschlossener als je zuvor, diese
Kampagne fortzusetzen, bis alle die Chancen hatten, dass ihre Stimmen gehört
werden", sagte sie vor Anhängern. "Dieses Rennen ist noch nicht vorüber.
Keiner von uns hat die Gesamtzahl von Delegierten, die man für einen Sieg
benötigt."
Der künftige Präsidentschaftskandidat der Republikaner John McCain
erzielte 76 Prozent der Stimmen.

Auch nach den Vorwahlen in Kentucky und Oregon ist das Rennen um die
Präsidentschaftskandidatur bei den Demokraten immer noch nicht entschieden.
Barack Obama holte sich den Sieg in Oregon, Hillary Clinton dagegen
gewann die Vorwahl in Kentucky. In Oregon konnte Obama 58 Prozent der Stimmen
erreichen, Clinton kam auf 42 Prozent. In Kentucky lag Clinton mit 65 Prozent
der Stimmen 35 Prozent vor ihrem Konkurrenten, der nur auf 30 Prozent kam.
Bei den drei bis zum 3. Juni noch ausstehenden Vorwahlen sind noch 86
Stimmen von gewählten Delegierten zu vergeben. Damit liegt Barack Obama mit
der Gesamtzahl von jetzt 1.953 Stimmen uneinholbar in Führung. Obama erklärte,
die Nominierung sei jetzt "in Reichweite". Zünglein an der Waage sind jedoch
die Superdelegierten aus dem Parteiestablishment, die sich frei zwischen den
Kandidaten entscheiden können. Sie werde weitermachen bis zum 3. Juni, wenn
die letzten Vorwahlen in Montana und South Dakota stattfinden, erklärte
Hillary Clinton. "Man verlässt den Court nicht, bevor die Glocke ertönt. Man
kann nie wissen. Ich bin besser darauf vorbereitet, Präsident zu werden, und
ich kann die Wahl eher gewinnen."
John McCain konnte erwartungsgemäß die Stimmen der republikanischen
Wähler mit 72 Prozent in Kentucky und 85 Prozent in Oregon auf sich
vereinigen.

| 27. Mai Idaho (Republikaner) |
Die Primaries der Republikaner in Idaho konnte Senator John McCain
mit 70 Prozent der Stimmen klar für sich entscheiden.

| 1. Juni Puerto Rico (Demokraten) |
Puerto Rico, das bis 1898 zu Spanien gehörte, ist kein US-Bundesstaat,
ist aber mit den USA assoziiert. Bei der Präsidentschaftswahl im
November haben die Bewohner zwar kein Stimmrecht, konnten aber bei den
Vorwahlen der Republikaner (24. Februar) und Demokraten ihre Stimmen
abgeben.
Die Primaries der Demokraten hat Senatorin Hillary Clinton klar
gewonnen. 68 Prozent der Demokratischen Wählerinnen und Wähler
entschieden sich für sie, Barack Obama kam nur auf 32 Prozent. Dennoch
ist Clintons Erfolg nur von symbolischer Bedeutung, da Obama in Puerto
Rico 17 Delegierte für sich gewann. Damit fehlen ihm nur noch 48
Stimmen zur Präsidentschaftskandidatur. Clinton bräuchte noch 203.
Denoch gibt sich Clinton noch nicht geschlagen. Clinton betonte, sie
habe bisher die meisten Stimmen auf sich vereint, Obama liege
lediglich durch die Auszählungsregeln vorne. "Ich führe beim Volk. Er
führt bei der Delegiertenzählung", sagte Clinton.

| 3. Juni South Dakota, New Mexiko (Republikaner),
Montana (Demokraten) |
Bei den letzten Vorwahlen in South Dakota und Montana hat Senator
Barack Obama die Schwelle von 2.118 Delegiertenstimmen für den
Nominierungsparteitag der Demokraten im August überschritten. Er
selbst erklärte sich bereits zum Präsidentschaftskandidaten der
US-Demokraten. In South Dakota kam er zwar nur 45 Prozent der Stimmen,
in Montana erreichte er dagegen 57 Prozent. Hillary Clinton
gewann in South Dakota mit 55 Prozent, musste sich aber mit 41 Prozent
in Montana geschlagen geben.
"Heute Abend kann ich hier stehen und sagen: Ich werde der
demokratische Kandidat für den Präsidenten der Vereinigten Staaten
sein", sagte Obama, der von seinen Anhängern gefeiert wurde. "Lasst
uns beginnen, zusammen zu arbeiten und uns zu einen, um gemeinsam die
Zukunft Amerikas zu verändern", sagte Obama. Zugleich pries Obama
seine Rivalin Hillary Clinton als eine Führungspersönlichkeit, die
Millionen Amerikaner inspiriert habe.
Hillary Clinton weigerte sich bei ihrer Rede in New York am Abend,
ihre Niederlage einzugestehen. "Es war ein langer Wahlkampf und ich
werde heute Nacht nichts entscheiden." Sie werde in den nächsten Tagen
mit Parteiführern und Freunden die weiteren Schritte beraten und das
Interesse der Partei und des Landes dabei als Leitfaden nehmen.
Senator John McCain konnte in South Dakota 70 Prozent und in
New Mexiko 86 Prozent der Stimmen für sich gewinnen.

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