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Primaries und Caucuses
Wahltermine und Ergebnisse

US-Wahl 2008Das amerikanische Vorwahlsystem ist sehr kompliziert, da sich die Regelungen von Bundesstaat zu Bundesstaat unterscheiden. In den Vorwahlen werden die Delegierten für die großen Nominierungsparteitage im Sommer bestimmt. Manche Staaten bestimmen dabei keine direkten Delegierten für den Wahlparteitag, sondern nur Delegierte für Landesparteitage im Frühjahr, die dann ihrerseits Delegierte wählen. Die durch Vorwahl bestimmten Delegierten sind in ihrem Abstimmungsverhalten gebunden - sie müssen auf dem Parteitag für jenen Bewerber stimmen, in dessen Namen sie ausgewählt worden sind. Ausnahme sind die "Superdelegierten" bei den Demokraten, die von der Partei bestimmt werden und das Zünglein an der Waage spielen (können).
Viele Experten hatten erwartet, dass die Kandidaten de facto bereits nach dem "Super Tuesday" am 5. Februar feststehen, weil dann bereits die Mehrzahl der Delegierten bestimmt ist. Bei den Republikanern traf dies auch zu. Senator John McCain führte uneinholbar, bei den Demokraten jedoch lagen Senatorin Hillary Clinton und Senator Barack Obama lange Zeit nahezu gleichauf.  Am Ende konnte sich Barack Obama durchsetzen.

Die Vorwahlen waren nach sechs Monaten entschieden. Den Kampf, den die demokratischen Senatoren Hillary Clinton und Barack Obama gegeneinander geführt hatten war lang und hart. Als historisch kann man das Ergebnis bezeichnen: Erstmals in der Geschichte Amerikas gibt es mit Barack Obama einen schwarzen Kandidaten, der gute Chancen hat, Präsident der USA zu werden. Sein Verdienst ist es, dass er viele jener Wähler mit seinem Thema "Change" - Wandel dazu gebracht hat, sich an diesem uramerikanischen Ausleseprozess zu beteiligen, die der Politik bisher fern standen. Noch nie hatten sich so viele Amerikaner an den Vorwahlen beteiligt. Obama konnte seine Wählerinnen und Wähler eher in den großen Städten gewinnen, auch viele weiße, junge Amerikaner haben Obama gewählt - ganz fest aber konnte er auf die Schwarzen jeden Alters setzen. Clinton, die vor allem auf ihre politische Erfahrung setzte, punktete in den Vorwahlen vor allem bei Frauen und bei Wählerinnen und Wähler im ländlichen Raum und musste sich am Ende nur knapp geschlagen geben.

Bei den Republikanern steht der Präsidentschaftskandidat, Senator John McCain, schon seit mehr als drei Monaten fest. Der erfahrene 71-jährige Senator aus Arizona ist ein Mann der konservativen politischen Mitte, der z.B. standfest den Krieg im Irak unterstützt, aber auch für eine Lockerung der Immigrationspolitik eintritt. Er gilt als Querdenker der eine andere Politik als George W. Bush machen will. McCain hat nur ein großes Problem: Mit dann 72 Jahren wäre er im Januar 2009 der bei seiner Vereidigung älteste Präsident in der Geschichte der USA.

Die endgültige Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten wird auf dem Parteitag der Demokraten in Denver vom 25. bis 28. August und dem Parteitag der Republikaner in St. Paul vom 1. bis 4. September erfolgen.

In jedem Fall haben die Amerikaner am 4. November eine klare Wahl: zwischen einem liberalen, jungen Demokraten, dessen Beschwörung des Wandels viele von ihnen in den vergangenen Monaten begeistert hat und der gegen die Fortsetzung der amerikanischen Präsenz im Irak ist, und einem konservativen, aber unorthodoxen Republikaner. McCain wird die vage Wechsel-Rhetorik Obamas zerpflücken und ihn als unerfahren und als Sicherheitsrisiko darstellen. Obama wird versuchen, McCain als Fortsetzung Bushs zu diskreditieren und auf sein Charisma und seine Jugend setzen. Egal wer gewinnt, es wird einen Kurswechsel der amerikanischen Politik geben: in der Wirtschafts-, Gesundheits-, Außen- und Klimapolitik. Der eigentliche Wahlkampf verspricht also spannend zu werden, das Rennen um die Präsidentschaft ist völlig offen.

Primaries und Caucuses

Je nach Bundesstaat gibt es Vorwahlen (primaries) und die parteiinternen Wahlversammlungen (caucuses) der Parteien. Die Parteien sind in ihrer Gestaltung frei und legen auch unterschiedliche Regeln fest. Seit den siebziger Jahren, als die Demokratische und die Republikanische Partei anfingen, die Regeln für die Auswahl ihrer Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidaten zu überarbeiten, ist das System im Fluss. Im Gegensatz zum Wahlmännerverfahren für die Wahl des Präsidenten ist das Verfahren zur Nominierung von Präsidentschaftskandidaten nicht in der amerikanischen Verfassung verankert.

In Caucuses werden die Delegierten für die national convention (Bundesparteitag), wo der Präsidentschaftskandidat offiziell nominiert wird, von lokalen oder regionalen Parteitagen oder Nominierungsversammlungen bestimmt. Dabei kommen die Anhänger einer Partei in Schulen, Kirchen oder Bibliotheken zusammen und beraten dort darüber, welchen Präsidentschaftskandidaten die Partei unterstützen möchte. Für den Caucus gelten in jedem Bundesstaat andere Regeln. Das Wort stammt aus der Indianersprache und bezeichnete ursprünglich einen Stammesrat. Die Versammlungen dauern unterschiedlich lange. Zu den Wahlversammlungen beider Parteien sind nur registrierte Parteianhänger zugelassen. Wegen des aufwendigen Verfahrens nimmt gewöhnlich nur eine kleine Zahl der Parteianhänger an den Caucuses teil.

Die Primaries kommen der demokratischen Transparenz innerhalb der Parteien mehr entgegen, vor allem die "open primaries". An diesen dürfen alle Wahlberechtigen teilnehmen, eine Mitgliedschaft in der Partei oder auch nur eine ausdrückliche Parteipräferenz sind dazu nicht erforderlich. Beim Verfahren der "closed primary" muss sich jeder Wähler öffentlich zu seiner Parteipräferenz bekennen. Auch hier ist es aber nicht notwendig, Mitglied einer Partei zu sein. Es genügt, die eigene Zugehörigkeit zu einer Partei auszudrücken, indem man sich für die Teilnahme an der Vorwahl registriert oder auch nur durch die Teilnahme selbst.

CNN listet für jede Vorwahl in den Bundesstaaten auf, ob sie "open", "semi open" oder "closed" sind und wie viele Delegiertenstimmen die jeweiligen Kandidaten erhalten haben.

Kandidaten der Vorwahlen

DEMOKRATEN:

Für eine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten auf dem Parteitag der Demokraten in Denver vom 25. bis 28. August ist die Unterstützung von mindestens 2.118 der insgesamt 4.234 Delegierten nötig. Von den 4.234 Delegierten der Demokraten sind 3.438 verpflichtete Delegierte und 796 Superdelegierte. Die "Superdelegierten" werden nicht durch die Vorwahlen sondern durch die Partei ernannt.

Mit den beiden Vorwahlen in Montana und South Dakota am 3. Juni ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur auch bei den Demokraten entschieden. Barack Obama konnte sich knapp vor Hillary Clinton behaupten. Jetzt müssen noch die Delegierten auf dem Nominierungsparteitag zustimmen.

  • Hillary Rodham Clinton
    Hillary ClintonHillary Clinton ist US-Senatorin für den Staat New York seit 2001. Von 1993 - 2001 war sie First Lady im Weißen Haus, vorher Rechtsanwältin.
    Die Trumpfkarte von Clinton ist ihre langjährige politische Erfahrung. Clinton will den Irak-Krieg beenden, das Ansehen der USA im Ausland verbessern und das Gesundheitswesen reformieren. Für viele symbolisiert sie einen Wandel. Erstmals eine Frau an der Spitze der Supermacht. Eine Frau nach 43 Männern. Die mächtigste Person der Welt: eine Frau.

    Homepage: www.hillaryclinton.com

    Multimedia

    Wikipedia: Hillary Clinton

    Bisher erreichte Delegiertenstimmen (Stand 04.06.): 1.926 (alle Zahlen CNN)

  • Barack Hussein Obama
    Barack ObamaBarack Obama ist seit 2004 US-Senator in Illinois. Er studierte Rechtswissenschaft an der Harvard Law School. Bis zu seiner Wahl in den US-Senat lehrte er Verfassungsrecht an der Fakultät für Rechtswissenschaft der University of Chicago.
    Er wirbt damit, dass er anders als Clinton von Anfang an gegen den Krieg im Irak war. Er will Steuersenkungen für die Mittelklasse und eine Krankenversicherung für alle. Kritiker halten Obama einen Mangel an Erfahrung vor. Obama setzt konsequent und erfolgreich auf das Thema "Change" - Wandel.

    Homepage: www.barackobama.com

    Multimedia

    Wikipedia: Barack Obama

    Bisher erreichte Delegiertenstimmen (Stand 04.06.): 2.158

  • John Edwards (ausgeschieden)
    John EdwardsJohn Edwards war US-Senator des Staates North Carolina von 1999 - 2005, vorher Rechtsanwalt. 2004 war Edwards an der Seite John Kerrys als Kandidat für die Vizepräsidentschaft unterlegen. Edwards plädiert für einen sofortigen Abzug aus dem Irak und fordert eine Krankenversicherung für alle.

    Homepage: www.johnedwards.com

    Als erster Spitzenkandidat der Demokraten ist John Edwards aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ausgeschieden. Edwards landete bei den Vorwahlen im Januar jeweils abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze.
    John Edwards hat inzwischen seine Unterstützung für eine Präsidentschaftskandidatur Barack Obamas erklärt.

    Bisher erreichte Delegiertenstimmen (Stand 29.01.): 26

REPUBLIKANER:

Für eine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten auf dem Parteitag der Republikaner in St. Paul vom 1. bis 4. September ist die Unterstützung von mindestens 1.191 der insgesamt 2.380 Delegierten nötig.  Von den 2.380 Delegierte sind 1.917 verpflichtete Delegierte und 463 unverpflichtete Delegierte. 123 der unverpflichteten Delegierten sind Mitglieder der Republican National Convention (RNC).
Mit den Vorwahlen am 4. März konnte Senator John McCain 1.289 der Delegiertenstimmen auf sich vereinigen. Damit ist McCain Kandidat der Republikaner für das Amt des amerikanischen Präsidenten.

  • John McCain
    John McCainJohn McCain ist seit 1987 Senator für den US-amerikanischen Bundesstaat Arizona. Er nahm als Marineflieger am Vietnamkrieg teil, wo er Ende 1967 abgeschossen wurde und im Hanoi Hilton gefangen gehalten wurde. Dort wurde er Opfer von Folter, die bei ihm permanente körperliche Behinderungen verursachte. Erst 1973 wurde er in die Freiheit entlassen. McCain ist ein Politiker der Mitte. Schon 2000 bewarb er sich um das Amt des US-Präsidenten, scheiterte in der Vorwahl jedoch gegen George W. Bush. Er fordert Gesetze gegen die Klimakatastrophe und kritisiert die Foltermethoden der Bush-Regierung. McCain unterstützt aber weiterhin den Irak-Krieg.

    Homepage: www.johnmccain.com
     

    Multimedia

    Wikipedia: John McCain

    Bisher erreichte Delegiertenstimmen (Stand 04.06.05.): 1.517

  • Mike Huckabee (ausgeschieden)
    Mike HuckabeeMike Huckabee war von 1996 bis 2007 Gouverneur von Arkansas. Mit Mike Huckabee stellt sich ein überzeugter Prediger zur Wahl. Huckabee vertritt die typischen Positionen eines baptistisch geprägten Südstaatenrepublikaners. Huckabee ist Gegner von Abtreibung mit der Ausnahme einer Todesgefahr für die Mutter bei der Geburt. Er ist für eine Definition der Ehe als Partnerschaft zwischen Mann und Frau und daher gegen die Homo-Ehen. Darüber hinaus sieht er gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus einem religiösen Blickwinkel heraus als Sünde an. Er ist gegen strengere Waffengesetze und Befürworter der Todesstrafe. Anders als die republikanische Mehrheit will er den Kindern illegaler Einwanderer Zugang zum amerikanischen Schulsystem gewähren. Das sieht er als seine Christenpflicht. In einigen Umfragen erzielte er überraschende Zustimmung.

    Homepage: www.mikehuckabee.com

    Mike Huckabee auf YouTube
    Mike Huckabee auf MySpace

    Wikipedia: Mike Huckabee

    Bisher erreichte Delegiertenstimmen (Stand 14.05.): 275

    Nachdem John McCain die Mehrheit der Delegiertenstimmen auf sich vereinigen konnte, ist Mike Huckabee am 05. März aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ausgeschieden.
  • Mitt Romney (ausgeschieden)
    Mitt RomneyMitt Romney war Investmentbanker und hat die Winterspiele 2002 in Salt Lake City gemanagt. Von 2003 - 2007 war er Gouverneur von Massachusetts. Als Gouverneur erreichte er, dass der Haushalt des Bundesstaates ausgeglichen wurde und sogar Überschüsse verbuchte. Er ist ein Befürworter der Todesstrafe und ein Kritiker des Rechtes auf Abtreibung. Er unterstützt zwar den Irak-Krieg, bleibt aber auf Distanz zu Präsident Bush.

    Homepage: www.mittromney.com

    Bisher erreichte Delegiertenstimmen (Stand 7.02.): 286

    Nach vielen Niederlagen bei den Vorwahlen hat auch Mitt Romney am 7. Februar das Handtuch geworfen. In einer vorbereiteten Erklärung hieß es, die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. "Ich muss jetzt zur Seite treten, für unsere Partei, für unser Land."
     
  • Fred Thompson (ausgeschieden)
    Fred ThompsonFred Thompson war US-Senator des Staates Tennessee von 1995 - 2003, vorher Rechtsanwalt. Seine Bekanntheit durch die TV-Serie „Law & Order“ Thompson nun als Kandidat für die US-Präsidentschaftswahlen nutzen. Thompson vertritt konservative Positionen, er ist gegen Abtreibung, gegen Einwanderung, für den Privatbesitz von Feuerwaffen, für den Verbleib der US-Truppen im Irak, einen erhöhten Verteidigungshaushalt und Steuersenkungen.

    Homepage: www.fred08.com

    Als erster Spitzenkandidat der Republikaner ist Fred Thompson aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ausgeschieden. Thompson landete bei den Vorwahlen im Januar jeweils abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze.
     
  • Rudolph Giuliani (ausgeschieden)
    Rudolph GiulianiRudolph Giuliani war von 1994 - 2001 Bürgermeister von New York. Nach seinem Abschluss an der New York University Law School 1968 trat er 1970 in das Büro des United States Attorney (Bundesstaatsanwaltschaft) ein. 1983 wurde er zu „U.S. Attorney for the Southern District of New York“ (Bundesstaatsanwalt) ernannt. Er setzt auf den Heldenstatus nach seinem Krisenmanagement bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001. Giuliani will den Einsatz im Irak fortführen und setzt auf militärische Stärke gegen den Terrorismus. Er fordert Steuersenkungen und kämpft gegen die Klimakatastrophe.

    Homepage: www.joinrudy2008.com

    Als zweiter Spitzenkandidat der Republikaner ist Rudolph Giuliani aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur nach den Vorwahlen in Florida ausgeschieden. Giuliani landete bei den Vorwahlen im Januar jeweils abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze.

 

Wahltermine und Ergebnisse
 

3. Januar 2008 Iowa

Der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur startet traditionell mit den Vorwahlen in Iowa. Da es sich bei den "Caucuses" um Parteiversammlungen und nicht um Wahlen im traditionellen Sinne handelt, lassen sich die Ergebnisse in Umfragen oft nur schwer vorwegnehmen.
DEMOKRATEN: Nur registrierte Demokraten, die im Bezirk ansässig und wahlberechtigt sind, können am Caucus in Iowa teilnehmen. Die Teilnehmer schließen sich Präferenzgruppen für einen bestimmten Kandidaten an. Solche Gruppen sind dann funktionsfähig, wenn ihre Mitgliedszahl mindestens 15 Prozent der anwesenden Personen entspricht. Gruppen, bei denen dies nicht der Fall ist, werden aufgelöst. Ihre Mitglieder schließen sich dann einer funktionsfähigen Gruppe an. Die Zuteilung der Delegierten zu den einzelnen Kandidaten erfolgt strikt auf Basis des proportionalen Verhältnisses der Gruppe zum gesamten Caucus.
REPUBLIKANER: Die Teilnehmer müssen wahlberechtigt, aber nicht unbedingt als Republikaner registriert sein. Sie geben in einer geheimen Abstimmung eine Präferenzstimme für ihren bevorzugten Präsidentschaftskandidaten ab. Die Stimmen werden dann für den gesamten Bundesstaat tabelliert. In der Folge werden auch Delegierte für die Bezirksversammlung bestimmt. Der Caucus kann selbst über die Wahlmethode entscheiden. So werden die Delegierten entweder in einer Direktwahl („winner-takes-it-all“) oder proportional auf Basis einer Probeabstimmung bestimmt.

Ergebnisse in Iowa
Ginge es nach den Wählerinnen und Wählern in Iowa, so hießen die Kandidaten der kommenden Präsidentschaftswahlen Barack Obama und Mike Huckabee. Unerwartet deutlich konnte sich der Demokrat Obama gegen seine Konkurrenten durchsetzen. Laut offiziellem Endergebnis kam Obama auf 37 Prozent der Stimmen, John Edwards auf 29,7 Prozent und Hillary Clinton auf 29,5 Prozent.
Bei den Republikanern setzte sich Mike Huckabee mit etwa 34 zu 25 Prozent gegen seinen Mitbewerber Mitt Romney durch. Fred Thompson kam auf 15 Prozent der Stimmen. Die Republikaner Rudy Giuliani und John McCain hatten sich keine großen Chancen in Iowa ausgerechnet und in dem Bundesstaat kaum Werbung gemacht. Giuliani (3,5 Prozent) und McCain (13 Prozent) blieben damit auch weit abgeschlagen. Laut Schätzungen beteiligten sich an der Vorwahl der Demokraten etwa 220.000 Menschen, deutlich mehr als die 124.000 im Jahr 2004. Bei den Republikanern lag die Zahl der Wähler bei schätzungsweise 114.000 gegenüber knapp 88.000 vor vier Jahren.

5. Januar Wyoming (Republikaner)

Mitt Romney, der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, erziehlte beim Caucus seiner Partei in Wyoming einen ersten Achtungserfolg. Romney gewann in Wyoming die meisten Stimmen. Von den zwölf Delegiertenstimmen sicherte sich Romney acht. Auf den früheren Senator Fred Thompson entfielen drei und auf den Abgeordneten Duncan Hunter eine Stimme. 

8. Januar New Hampshire

Bei den Vorwahlen in New Hampshire hat sich Hillary Clinton überraschend gegen ihren demokratischen Konkurrenten Barack Obama durchgesetzt. Sie erhielt 39 Prozent der Stimmen, Obama kam auf 36 Prozent und John Edwards landete auf Platz 3 mit 17 Prozent. Der Sieg in New Hampshire gibt Clinton nach der Niederlage in Iowa den dringend benötigten Rückenwind für die weiteren Vorwahlen. Mit dem Sieg dürften die für den Wahlkampf wichtigen Spendengelder weiter in ihre Kassen fließen.  Bei den Republikanern gewann Senator John McCain mit einem Stimmenanteil von 37 Prozent. Mitt Romney musste sich mit 31 Prozent geschlagen geben, Mike Huckabee konnte nur 11 Prozent erreichen. Experten sprachen von einer Rekordbeteiligung von rund 500.000 Wahlberechtigten bei den Primaries in New Hampshire.

15. Januar Michigan

Mit 7,1 Millionen Wahlberechtigten ist Michigan der erste große Vorwahlstaat. Vorwahlen kurios: Im Bundesstaat Michigan steht für die Demokratische Partei ausschließlich Hillary Clinton zur Wahl. Barack Obama und John Edwards haben ihre Kandidatur aus Protest zurückgezogen. Der Grund: Die Demokraten wollten ihren Verband in Michigan disziplinieren. Der hatte eigenmächtig beschlossen, die Vorwahl auf den 15. Januar zu legen. Das ist laut Parteistatut verboten. Das Nationalkomitee der Demokraten wollte die Stimmen der Delegierten aus Michigan auf dem Nominierungsparteitag im Sommer nicht berücksichtigen. Anhänger aus den Lagern Obamas und Edwards’ haben die Basis in Michigan aufgefordert, ihr Kreuz bei "unentschlossen" zu machen.
Der Regel-Ausschuss der Partei befand nach einer Sitzung am 31. Mai, dass die Delegiertenstimmen aus Michigan zwar zugelassen, aber nur zur Hälfte gewertet werden.

Auch die Republikaner sehen das so, sie machen aber beim frühen Vorwahl-Termin mit. Zur Strafe darf nur die Hälfte der sonst üblichen Delegiertenzahl zum Nominierungsparteitag fahren.
Im Rennen um die republikanische Präsidentschafts-Kandidatur hat Ex-Gouverneur Mitt Romney die Vorwahl im US-Bundesstaat Michigan mit 39 Prozent der Stimmen klar für sich entschieden. John McCain kam auf 30 Prozent, Mike Huckabee auf 16 Prozent der Stimmen. Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani lag abgeschlagen bei drei Prozent. Damit ist das Rennen bei den Republikanern wieder völlig offen. Die 55 Prozent für Hillary Clinton bleiben bedeutungslos. 40 Prozent der demokratischen Wählerinnen und Wähler machten ihr Kreuz bei Uncommitted (unentschlossen).

19. Januar Nevada

Bei den Caucuses der US-Demokraten in Nevada hat Hillary Clinton ihren Rivalen Barack Obama klar geschlagen. 51 Prozent stimmten für Clinton, 45 Prozent für Barack Obama. Aufgrund der proportionalen Verteilung der Stimmbezirke sicherte sich Obama aber mehr Delegierte für den Nominierungsparteitag im August. Mit 115.000 Demokraten erreicht der Weststaat einen historischen Wahlbeteiligungsrekord. Vor vier Jahren waren es nur knapp 9.000 gewesen. Klarer Verlierer war Senator John Edwards mit einem Stimmenanteil von vier Prozent.
Bei den Republikanern kam in Nevada Mitt Romney mit 52 Prozent der Stimmen auf Platz eins, weit abgeschlagen folgten Ron Paul (14 Prozent) und John McCain (13 Prozent).

19. Januar South Carolina (Republikaner)

Die Vorwahlen der Republikaner konnte John McCain mit 33,2 Prozent der Stimmen für sich entscheiden. Mike Huckebee lag bei 29,9 Prozent und Fred Thompson 15,7 Prozent. Die Abstimmung im Südstaat South Carolina hat für die Republikaner vor allem große psychologische Bedeutung: Seit 1980 hat sich der Gewinner der dortigen Vorwahl immer als Präsidentschaftskandidat der Partei durchgesetzt.

26. Januar South Carolina (Demokraten)

Barack Obama hat die Vorwahl seiner demokratischen Partei um die Präsidentschaftskandidatur in South Carolina klar gewonnen. Der Senator aus Illinois erhielt mit 55 Prozent der Stimmen mehr als nach Umfragen erwartet und verwies seine Hauptkonkurrentin Hillary Clinton mit 27 Prozent der Stimmen deutlich auf Platz zwei. Exsenator John Edwards musste sich mit 18 Prozent begnügen. Wahlanalysen zufolge verdankte Obama seinen Erfolg im Südstaat South Carolina vor allem der übergroßen Zustimmung unter schwarzen Wählern, die dort mehr als die Hälfte der Wähler stellen. CNN-Berechnungen zufolge konnte er über 80 Prozent der schwarzen Stimmen gewinnen, während Clinton hier nur auf 17 Prozent kommt. Die weiße Wählerschaft hingegen ist gespalten, wobei der Gewinner überraschenderweise Edwards mit 39 Prozent ist. Clinton bekam 36 Prozent der weißen Stimmen, Obama 24 Prozent.
Die Demokraten haben bei der Vorwahl in South Carolina die bislang höchste Wahlbeteiligung für diesen Staat verzeichnet. Insgesamt wurden mehr als 532.000 Stimmen abgegeben.

29. Januar Florida

Auf der demokratischen Seite siegte Hillary Clinton mit 50 Prozent. Barack Obama kam auf 33, Ex-Senator John Edwards erhielt 14 Prozent. Für Hillary Clinton bringt der Vorsprung vor Obama keine Delegierten für den Nominierungsparteitag Ende August in Denver, Colorado, denn Florida gehört zu den Staaten, die ihre Vorwahlen vorgezogen und dabei gegen die Richtlinien der demokratischen Partei verstoßen hatten. Zur Strafe sollten die Stimmen ihrer Delegierten in Denver nicht zählen. Clinton bekräftigte jedoch die Absicht, für eine Anerkennung der Stimmen in Florida zu kämpfen.
Der Regel-Ausschuss der Partei befand nach einer Sitzung am 31. Mai, dass die Delegiertenstimmen aus Florida zwar zugelassen, aber nur zur Hälfte gewertet werden.

Bei den Republikanern kam Senator John McCain nach Auszählung fast aller Stimmen auf 36 Prozent, Mitt Romney auf 31 Prozent. Abgeschlagen hinter McCain und Romney waren der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani, der nur 15 Prozent erhielt, und der frühere Baptistenpfarrer Mike Huckabee, der auf 13 Prozent kam.

Nach der Vorwahl in Florida lichtet sich die Reihe der Bewerber um die Nachfolge von George W. Bush. Bei den Demokraten ist Ex-Senator John Edwards aus dem Rennen um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten ausgestiegen. In keinem einzigen Bundesstaat hatte sich Edwards gegen seine demokratischen Mitbewerber  Clinton und Obama durchsetzen können.
Auch der ehemalige Bürgermeister von New York und Republikaner Rudolph Giuliani hat im Rennen um die Präsidentschaftswahl das Handtuch geworfen. Bei allen bisherigen Vorwahlen lag er abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze. Er wird jetzt die Nominierung von John McCain unterstützen.

2. Februar Maine (Republikaner)

Bei den Caucuses in Maine konnte Mitt Romney 51 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, abgeschlagen folgte John McCain mit 21 Prozent. Da Maine nur 18 Wahlmänner stellt, ist die Vorwahl aber nicht entscheidend. McCain gilt weiterhin als klarer Favorit

5. Februar - "Super-Tuesday"

Es war der größte Vorwahltag in der Geschichte der amerikanischen Politik: Fast die Hälfte des Landes hat am Super Tuesday über die Kandidaten der Republikaner und Demokraten für die Präsidentenwahl im November entschieden. In insgesamt 24 US-Staaten gab es Abstimmungen.
Alles, was es bisher an "Caucuses" und "Primaries" gab, war nur ein Vorgeplänkel - wichtig für die Dynamik des Rennens, eher unwichtig, geht man nach den tatsächlichen Zahlen. In Kalifornien mit seinen 37 Millionen Einwohnern werden die meisten Delegierten für die Nominierungsparteitage bestimmt, 441 demokratische und 173 republikanische. Auf den Plätzen folgen New York (281 bzw. 101) und Illinois (185 bzw. 70). Am Super-Dienstag werden die Weichen gestellt.

Auf dem republikanischen Nominierungsparteitag im Sommer sind insgesamt 2380 Delegierte vertreten. Das heißt, der Gewinner muss mindestens 1191 Stimmen auf sich vereinigen. Allein die 24 Staaten, in denen am 5. Februar entschieden wird, stellen insgesamt 1081 Delegierte.
Bei den Demokraten entsenden die 24 Staaten am "Super-Dienstag" insgesamt 2064 Delegierte zum Nominierungsparteitag. Für eine Nominierung auf dem Parteitag ist die Unterstützung von mindestens 2025 der insgesamt 4049 Delegierten nötig. 

In folgenden Staaten wurde gewählt:
Alabama, Alaska, American Samoa (US-amerikanisches Außengebiet, nimmt nicht an der Präsidentschaftswahl teil), Arizona, Arkansas, California, Colorado, Connecticut, Delaware, Georgia, Idaho (nur Demokraten), Illinois, Kansas (nur Demokraten), Massachusetts, Minnesota, Missouri, Montana (nur Republikaner), New Jersey, New Mexico (nur Demokraten), New York, North Dakota, Oklahoma, Tennessee, Utah, West Virginia (nur Republikaner)

Ergebnisse:
Nach Auszählung der Stimmen in den 24 Bundesstaaten ist bei den Demokraten das Duell zwischen Hillary Clinton und Barack Obama weiter ohne klaren Sieger. Allerdings landete Clinton wichtige Siege in Arizona, Arkansas, Kalifornien, Massachusetts, New Jersey, New York, Oklahoma, Tennessee. In Kalifornien und New York ging es am "Super Tuesday" um besonders viele Delegiertenstimmen. Erst neun Tage nach dem "Super Tuesday" wurde ihr auch der Sieg in New Mexico zugestanden. Obama gewann jedoch mehr Bundesstaaten für sich als Clinton. Nach den Hochrechnungen siegte er in dreizehn Staaten, vor allem im Süden, und gewann damit fünf mehr als Clinton (Alabama, Alaska, Colorado, Connecticut, Delaware, Georgia, Idaho, Illinois, Kansas, Minnesota, Missouri, North Dakota, Utah). Clinton konnte durch ihre Siege in den bevölkerungsreichen Staaten mehr Delegiertenstimmen anhäufen.

Bei den Republikanern konnte der 71-jährige Senator John McCain seinen Vorsprung ausbauen, jedoch schaffte er nicht den erhofften Durchmarsch. Er gewann in neun Staaten, darunter Arizona, Connecticut, Delaware, Illinois, Kalifornien, Missouri, New Jersey, New York und Oklahoma. Der religiös-orientierte Mike Huckabee (Alaska, Colorado, Massachusetts, Minnesota, Montana, North Dakota, Utah) und Mitt Romney (Alabama, Arkansas, Georgia, Tennessee, West Virginia) lagen etwa gleichauf hinter McCain.

Nach vielen Niederlagen in Folge stieg der Republikaner Mitt Romney am 7. Februar aus dem Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur aus und überlässt nun John McCain das Feld. Er wolle mit diesem Schritt einen Sieg von Clinton oder Obama verhindern, sagte er. Mike Huckabee, hat nun gute Chancen, von McCain zum "Running Mate" gemacht zu werden, zum Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten. Nach dem Ausstieg seines Rivalen Mitt Romney steht die Kandidatur des 71-jährigen Republikaners John McCain bei der US-Präsidentenwahl im November so gut wie fest.

9. Februar Louisiana, Kansas (Republikaner), Nebraska (Demokraten), Washington State

Bei den Vorwahlen der Demokraten konnte Barack Obama alle drei Vorwahlen in Louisiana (55 Prozent), Nebraska (70 Prozent) und Washington State (67 Prozent) für sich entscheiden. Obama holt damit im Rennen um die Delegiertenstimmen gegen seine Konkurrentin Clinton auf.
Bei den Republikanern konnte sich der frühere Baptistenprediger Mike Huckabee in Kansas mit 60 Prozent und in Louisiana mit 43 Prozent gegen den Favoriten John McCain durchsetzen und kündigte an, weiter um die republikanische Kandidatur zu kämpfen. Im US-Staat Washington wurde John McCain mit 26 Prozent zum Sieger erklärt.

10. Februar Maine (Demokraten)

Es war ein erfolgreiches Wochenende für Barack Obama. Auch in den Caucuses in Maine lag Obama mit 59 Prozent vor Hillary Clinton, die auf 40 Prozent kam.
Trotz der Triumphserie für Obama bei den Vorwahlen am Wochenende ist eine Entscheidung im knappen Kopf- an Kopf-Rennen mit Hillary Clinton weiter nicht in Sicht. Bei der entscheidenden Zahl der Delegierten, die im Sommer über die Nominierung bestimmen, liegen beide nach wie vor dichtauf.

12. Februar Washington DC, Maryland, Virginia

Barack Obama hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten seine Siegesserie fortgesetzt. In Virginia und Maryland gewann er mit mehr als sechzig Prozent, in Washington DC mit sogar 75 Prozent der Stimmen. Damit liegt er bei der Zahl der Delegiertenstimmen erstmals vor seiner Konkurrentin Hillary Clinton, die in Washington DC nur auf 24 Prozent, in Maryland auf 37 und in Virginia auf 35 Prozent der Stimmen kam.

Bei den Republikanern gewann Spitzenreiter John McCain alle drei Vorwahlen deutlich und konnte seinen Vorsprung vor Mike Huckabee ausbauen. McCain kam in Washington DC auf 68, in Maryland auf 55 und in Virginia auf 55 Prozent der Stimmen. Huckabee konnte zwischen 17 und 41 Prozent für sich verbuchen.

19. Februar  Hawaii (Demokraten), Washington State, Wisconsin

Barack Obama kann seine Siegesserie auch in Hawaii und Wisconsin fortsetzen. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber hat die Vorwahl im US-Staat Wisconsin klar mit 58 Prozent der Stimmen gewonnen. In Hawaii deklassierte er Hillary Clinton mit 76 Prozent. Clinton kam in Wisconsin auf 41 Prozent und in Hawaii sogar nur auf 24 Prozent. Der Spitzenreiter der Republikaner John McCain konnte sich weiter von Mike Huckabee absetzen und kam in Wisconsin auf 55 Prozent und in Washington State auf 49 Prozent der Stimmen.
Die Delegiertenstimmen der Primaries der Demokraten in Washington State zählen nicht zum Gesamtresultat, sie wurden bereits am 9. Februar bestimmt.

24. Februar Puerto Rico (Republikaner)

Puerto Rico, das bis 1898 zu Spanien gehörte, ist kein US-Bundesstaat, ist aber mit den USA assoziiert. Bei der Präsidentschaftswahl im November haben die Bewohner zwar kein Stimmrecht, konnten aber bei den Vorwahlen der Republikaner und Demokraten (1. Juni ihre Stimmen abgeben. Die Caucuses in Puerto Rico konnte Senator John McCain klar für sich mit 90 Prozent der Stimmen für sich entscheiden.

4. März  Ohio, Rhode Island, Texas, Vermont

Hillary Clinton gibt sich noch nicht geschlagen und macht die Vorwahlen bei den Demokraten weiterhin spannend. In den bevölkerungsreichen Staaten Texas und Ohio gelang Clinton der Sieg über ihren Konkurrenten Barack Obama, wenn auch nur knapp mit 51 Prozent in Texas und 54 Prozent in Ohio. Lediglich in Vermont siegte Obama klar mit 59 Prozent, nachdem er zuvor elf Staaten in Folge gewonnen hatte. Der Ausgang des Zweikampfs um die demokratische Nominierung ist nun wieder völlig offen.

Unterdessen sicherte sich der Republikaner John McCain die Spitzenkandidatur seiner Partei. Nach einer vorläufigen Zählungen kommt der 71-Jährige nach Siegen in Ohio, Texas, Vermont und Rhode Island nun auf 1.289 Delegiertenstimmen. Für die Nominierung auf dem Parteitag der Republikaner im Sommer sind 1.191 Delegierte notwendig. Aus allen vier Bundesstaaten wurde von einer besonders hohen Wahlbeteiligung berichtet.

Bei allen vier Abstimmungen vom Dienstag landete McCains Konkurrent  Mike Huckabee weit abgeschlagen hinter dem Senator. Huckabee erklärte daraufhin seinen Ausstieg. "Wir hätten es gerne gewonnen, aber wir waren bis zum Ende dabei", sagte er vor Anhängern.

8. März Wyoming (Demokraten)

Der demokratische Senator Barack Obama hat die Caucuses über die Präsidentschaftskandidatur im US-Bundesstaat Wyoming deutlich gewonnen. Nach Auszählung der Stimmen führte Obama mit 61 Prozent vor Senatorin Hillary Clinton mit 38 Prozent. Knapp 60.000 eingeschriebene Anhänger der Demokraten waren aufgerufen, sich bei zwischen Obama und Clinton zu entscheiden. Nach den Rückschlägen in den wichtigen Staaten Ohio und Texas konnte Obama damit ein neues Erfolgserlebnis verbuchen.

11. März Mississippi

Barack Obama setzt seine Siegesserien bei den Vorwahlen im Bundesstaat Mississippi fort. Er konnte sich klar gegen seine parteiinterne Konkurrentin Hillary Clinton durchsetzen. Knapp 61 Prozent der Wähler entschieden sich für den schwarzen Senator aus Illinois, 37 Prozent sprachen sich für Clinton aus. Der Sieg Obamas war wegen des hohen Anteils afroamerikanischer Wählerinnen und Wähler in dem Südstaat erwartet worden. Bei den Republikanern erzielte Senator John McCain erwartungsgemäß 80 Prozent der Stimmen.

22. April Pennsylvania

Auch nach den Vorwahlen in Pennsylvania ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur bei den Demokraten völlig offen. Hillary Clinton konnte 55 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, Barack Obama kam nur auf 45 Prozent. Der Sieg in Pennsylvania bringt Clinton neuen Schwung, lässt ihrer Partei aber die alte Sorge: Wie lange soll der selbstzerstörerische Zweikampf zwischen Clinton und Obama noch weitergehen? Die Antwort nach Pennsylvania ist klar – mindestens zwei Wochen bis zu den nächsten Vorwahlen in North Carolina und Indiana.

Bei den Republikanern war das Ergebnis klar: Senator John McCain erreichte 73 Prozent der Stimmen. McCain kann sich in aller Ruhe auf den Präsidentschaftswahlkampf vorbereiten.

3. Mai Guam (Demokraten)

Senator Barack Obama gewann die parteiinterne Kandidatenkür auf der zu den USA gehörenden Pazifikinsel Guam mit sieben Stimmen Vorsprung. Bei den Caucuses auf dem 2500 km südlich von Japan gelegenen Eiland gewann der Senator aus Illinois mit 2.264 Stimmen oder 50,1 Prozent mit sieben Stimmen Vorsprung auf Hillary Clinton, die auf 2.257 Stimmen oder 49,9 Prozent kam. Guam schickt acht Delegierte mit jeweils einer halben Stimme zum Nominierungsparteitag Ende August in Denver. Von diesen vier Stimmen erhält jeder der beiden Senatoren wegen des knappen Ergebnisses jeweils zwei Stimmen. Guam stellt zudem fünf Superdelegierte, die voll gezählt und nicht halbiert werden.

US-Medien werteten das Ergebnis als Spiegelbild der tiefen Spaltung im demokratischen Lager, das sich seit Beginn des Vorwahlkampfs immer noch nicht auf einen Spitzenkandidaten festgelegt hat.

6. Mai North Carolina, Indiana

Seit Monaten tobt jetzt der Vorwahlkampf der Demokraten in den USA. Über 40 Mal ist schon über Barack Obama und Hillary Clinton abgestimmt worden - doch eine endgültige Entscheidung ist immer noch nicht in Sicht.

Bei den Vorwahlen der Demokraten am 6. Mai haben Barack Obama und Hillary Clinton in je einem Bundesstaat gewonnen. In North Carolina gewann  Barack Obama mit 56 Prozent der Stimmen. Hier war ein Sieg Obamas wegen der zahlreichen schwarzen Wählerinnen und Wähler erwartet worden. In North Carolina ging es um 115 Delegierte für den Nominierungsparteitag. Hillary Clinton kam nur auf 42 Prozent.

Bei den gleichzeitig stattfindenden Vorwahlen in Indiana konnte sich Obamas Rivalin Hillary Clinton nur sehr knapp durchsetzen. Clinton kam auf 51 Prozent, Obama auf 49 Prozent der Stimmen. Die Hängepartie bei den Demokraten geht also weiter.

Erwartungsgemäß entschied Senator John McCain die Vorwahlen der Republikaner mit 73 Prozent in North Carolina und 77 Prozent in Indiana für sich.

13. Mai West Virginia

Hillary Clinton hat die Vorwahlen in West Virginia mit 67 Prozent der Stimmen haushoch für sich entscheiden können. Barack Obama kam nur auf 26 Prozent. In West Virginia gingen vor allem Weiße, Senioren und Arbeiter mit niedrigem Einkommen zu den Urnen - also Bevölkerungsgruppen, unter denen Clinton bislang ihre treuesten Anhänger hatte. Obama kann zwar rein rechnerisch in den restlichen Vorwahlen noch die notwendige Mehrheit von 2025 Delegierten für seine Nominierung erreichen, wahrscheinlich ist das aber nicht. Andererseits ist es fraglich, ob Clinton den Stimmenvorsprung von Obama bis zum Nominierungsparteitag der Demokraten noch einholen kann. Clinton gab sich weiter kampfeslustig. "Ich bin entschlossener als je zuvor, diese Kampagne fortzusetzen, bis alle die Chancen hatten, dass ihre Stimmen gehört werden", sagte sie vor Anhängern. "Dieses Rennen ist noch nicht vorüber. Keiner von uns hat die Gesamtzahl von Delegierten, die man für einen Sieg benötigt."

Der künftige Präsidentschaftskandidat der Republikaner John McCain erzielte 76 Prozent der Stimmen.

20. Mai Kentucky, Oregon

Auch nach den Vorwahlen in Kentucky und Oregon ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur bei den Demokraten immer noch nicht entschieden. Barack Obama holte sich den Sieg in Oregon, Hillary Clinton dagegen gewann die Vorwahl in Kentucky. In Oregon konnte Obama 58 Prozent der Stimmen erreichen, Clinton kam auf 42 Prozent. In Kentucky lag Clinton mit 65 Prozent der Stimmen 35 Prozent vor ihrem Konkurrenten, der nur auf 30 Prozent kam.

Bei den drei bis zum 3. Juni noch ausstehenden Vorwahlen sind noch 86 Stimmen von gewählten Delegierten zu vergeben. Damit liegt Barack Obama mit der Gesamtzahl von jetzt 1.953 Stimmen uneinholbar in Führung. Obama erklärte, die Nominierung sei jetzt "in Reichweite". Zünglein an der Waage sind jedoch die Superdelegierten aus dem Parteiestablishment, die sich frei zwischen den Kandidaten entscheiden können. Sie werde weitermachen bis zum 3. Juni, wenn die letzten Vorwahlen in Montana und South Dakota stattfinden, erklärte Hillary Clinton. "Man verlässt den Court nicht, bevor die Glocke ertönt. Man kann nie wissen. Ich bin besser darauf vorbereitet, Präsident zu werden, und ich kann die Wahl eher gewinnen."

John McCain konnte erwartungsgemäß die Stimmen der republikanischen Wähler mit 72 Prozent in Kentucky und 85 Prozent in Oregon auf sich vereinigen.

27. Mai Idaho (Republikaner)

Die Primaries der Republikaner in Idaho konnte Senator John McCain mit 70 Prozent der Stimmen klar für sich entscheiden.

1. Juni Puerto Rico (Demokraten)

Puerto Rico, das bis 1898 zu Spanien gehörte, ist kein US-Bundesstaat, ist aber mit den USA assoziiert. Bei der Präsidentschaftswahl im November haben die Bewohner zwar kein Stimmrecht, konnten aber bei den Vorwahlen der Republikaner (24. Februar) und Demokraten ihre Stimmen abgeben.
Die Primaries der Demokraten hat Senatorin Hillary Clinton klar gewonnen. 68 Prozent der Demokratischen Wählerinnen und Wähler entschieden sich für sie, Barack Obama kam nur auf 32 Prozent. Dennoch ist Clintons Erfolg nur von symbolischer Bedeutung, da Obama in Puerto Rico 17 Delegierte für sich gewann. Damit fehlen ihm nur noch 48 Stimmen zur Präsidentschaftskandidatur. Clinton bräuchte noch 203. Denoch gibt sich Clinton noch nicht geschlagen. Clinton betonte, sie habe bisher die meisten Stimmen auf sich vereint, Obama liege lediglich durch die Auszählungsregeln vorne. "Ich führe beim Volk. Er führt bei der Delegiertenzählung", sagte Clinton.
 

3. Juni South Dakota, New Mexiko (Republikaner), Montana (Demokraten)

Bei den letzten Vorwahlen in South Dakota und Montana hat Senator Barack Obama die Schwelle von 2.118 Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag der Demokraten im August überschritten. Er selbst erklärte sich bereits zum Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten. In South Dakota kam er zwar nur 45 Prozent der Stimmen, in Montana erreichte er dagegen 57 Prozent. Hillary Clinton gewann in South Dakota mit 55 Prozent, musste sich aber mit 41 Prozent in Montana geschlagen geben.

"Heute Abend kann ich hier stehen und sagen: Ich werde der demokratische Kandidat für den Präsidenten der Vereinigten Staaten sein", sagte Obama, der von seinen Anhängern gefeiert wurde. "Lasst uns beginnen, zusammen zu arbeiten und uns zu einen, um gemeinsam die Zukunft Amerikas zu verändern", sagte Obama. Zugleich pries Obama seine Rivalin Hillary Clinton als eine Führungspersönlichkeit, die Millionen Amerikaner inspiriert habe.
Hillary Clinton weigerte sich bei ihrer Rede in New York am Abend, ihre Niederlage einzugestehen. "Es war ein langer Wahlkampf und ich werde heute Nacht nichts entscheiden." Sie werde in den nächsten Tagen mit Parteiführern und Freunden die weiteren Schritte beraten und das Interesse der Partei und des Landes dabei als Leitfaden nehmen.

Senator John McCain konnte in South Dakota 70 Prozent und in New Mexiko 86 Prozent der Stimmen für sich gewinnen.

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