Verfassungstag - das Grundgesetz hat Geburtstag!

Jahrestag: 23. Mai 1949

Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland erlassen. Wir feiern dieses Jahr 68-jähriges Jubiläum. Zunächst nur als Provisorium gedacht, ist das Grundgesetz seit nun mehr als sechs Jahrzehnten die Verfassung unserer freiheitlichen Demokratie - anfänglich nur für den Westen, seit 1990 für ganz Deutschland.

Doch was steht im Grundgesetz? Und warum ist es so wichtig?


Das Grundgesetz


Was ist das Grundgesetz?

Wir nutzen täglich die Freiheiten, die es uns gibt: Das Grundgesetz, auch GG abgekürzt, ist die freiheitlichste Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Das Grundgesetz bildet die Basis unserer Demokratie. Weil wir in einer Demokratie leben, ist es wichtig, dass es ein Gesetz gibt, das das Verhältnis der Menschen zum Staat regelt. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Staat sich für das Wohl der Menschen einsetzt und nichts tut, was ihnen schadet.

Das Grundgesetz ist das wichtigste Gesetz von allen: Weil das Gesetz für den Staat klare Regeln aufstellt und festlegt, was er darf und was nicht, vertrauen die Menschen dem Staat die Regelung ihres Zusammenlebens an. Die Artikel des Grundgesetzes stehen über allen anderen deutschen Rechtsnormen. Die grundlegenden staatlichen System- und Wertentscheidungen sind im Grundgesetz festgelegt.


Was steht im Grundgesetz und wie ist es aufgebaut?

Das Grundgesetz besteht aus 148 sogenannten Artikeln, die der Bundestag hier auflistet.

An der Spitze des Grundgesetzes stehen der Mensch und seine Rechte, die sogenannten Grundrechte. Artikel 1 des Grundgesetzes macht deutlich: Der Staat ist für die Menschen da, nicht die Menschen für den Staat.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Art. 1 GG

Die ersten 19 Artikel des Grundgesetzes enthalten die Grundrechte. Diese legen fest, was der Staat im Umgang mit den Menschen darf und was nicht. In den Grundrechten ist zum Beispiel geregelt, dass der Staat alle Menschen gleich behandeln muss und dass jeder seine Meinung frei äußern darf.

Die weiteren Artikel regeln unter anderem die Struktur des Staates. So gibt es zum Beispiel einen Absatz über Bund und Länder (Art. 20-37), die Institutionen wie den Bundestag oder den Bundesrat (Art. 38-69) oder die Rechtssprechung (Art. 92-104).


Seit wann gibt es das Grundgesetz?

Faksimile der Urkunde der Unterzeichnung des Grundgesetzes durch den parlamentarischen Rat am 23. Mai 1949

1. Juli 1948
Am 1. Juli 1948 gaben die Militärgouverneure der der britischen, französischen und amerikanischen Besatzungszone den Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder den Auftrag, eine Verfassung ausarbeiten zu lassen.

8. Mai 1949:
Das Grundgesetz wurde vom Parlamentarischen Rat, dessen Mitglieder von den Landesparlamenten gewählt worden waren, beschlossen und von den Alliierten genehmigt.

18. Mai 1949:
Die Landtage in Baden und Württemberg-Baden nehmen das GG an.

21. Mai 1949:
Der Landtag von Württemberg-Hohenzollern nimmt das GG an.

23. Mai 1949: Verkündung und Inkrafttreten des Grundgesetzes
Nach neun Monaten Arbeit wird das Grundgesetz auf der Schlusssitzung des Parlamentarischen Rates am 23. Mai 1949 feierlich verkündet. Die Abgeordneten des Parlamentarischen Rates und die elf Ministerpräsidenten unterschreiben die Originalausfertigung. Das Grundgesetz tritt mit Ablauf des Tages in Kraft. Die Bundesrepublik Deutschland ist gegründet. 

Zunächst nur als Provisorium gedacht, ist es seit mehr als sechs Jahrzehnten die Verfassung unserer freiheitlichen Demokratie - anfänglich nur für den Westen, seit 1990 für ganz Deutschland. Seit 1949 ist das Grundgesetz 60 Mal geändert worden, trotzdem ist sein Grundcharakter unverändert.


Kann das Grundgesetz geändert werden?

Ja. Die Änderung des Grundgesetzes regelt Artikel 79 GG. Für eine Änderung des Grundgesetzes ist jeweils mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit die Zustimmung des Bundestages sowie des Bundesrates erforderlich.

Die sogenannte "Ewigkeitsklausel", der Artikel 79 Absatz 3 GG, schützt jedoch davor, dass das Wesen des Grundgesetzes verändert werden kann. Es ist unzulässig, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung zu ändern. Die in den Artikeln 1 und 20 des Grundgesetzes niedergelegten Grundsätze sind unabänderlich.  


Nach oben

Material der LpB zum Grundgesetz

Das Grundgesetz
Zeitschrift "Der Bürger im Staat", 1/2009
Das 60-jährige Bestehen des Grundgesetzes ist Anlass und Grund genug, sich mit der Entstehungsgeschichte, den verfassungspolitischen Weichenstellungen und der Entwicklung ausgewählter zentraler Verfassungsprinzipien eingehender zu befassen. Wie wenige andere Verfassungen ist das Grundgesetz auf eine vitale Demokratie geeicht und zugleich darauf, die politische Macht aufzuteilen statt zu konzentrieren, die Staatsgewalten zu zügeln und die Grundrechte der Bürger zu schützen. Dass die Bundesrepublik eine historisch einzigartig lange Epoche von 60 Jahren Frieden und Demokratie durchleben konnte, ist auch ein Verdienst ihrer Verfassung.
Download als PDF (1,3 MB)

Grundgesetz/LV
Das "Grundgesetz Bundesrepublik Deutschland/LV "
Die Unterrichtsausgabe GG-LV im Format 180 x 115 mm
Inhalt: Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland i. d. Fassung vom 23. Dezember 2014 und die Verfassung des Landes Baden-Württemberg i. d. Fassung vom 1. Dezember 2015
bestellen
Download als PDF (1,3 MB)

Voll in Ordnung – unsere Grundrechte
Die Grundrechtefibel für Kinder ab 8 Jahren

"Voll in Ordnung – unsere Grundrechte", so heißt die gemeinsam mit dem Verlag Herder entwickelte Veröffentlichung der Landeszentrale. Erstmals liegt damit eine Fibel zu den Grundrechten für Kinder im Grundschulalter vor. Mit unterhaltsamen Geschichten rund um Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit vermittelt die Autorin Christine Merz anschaulich Artikel 1 bis 19 des Grundgesetzes und ihre Bedeutung. Ein Glossar erklärt wichtige Begriffe altersgerecht. Nicht als klassisches Schulbuch, sondern als Lesebuch zum Nachschlagen konzipiert, eignet sich die Fibel für den Unterricht in der dritten und vierten Klasse, aber auch zur selbstständigen oder durch die Eltern begleiteten Lektüre.
www.grundrechtefibel.de

Die vier Mütter des GrundgesetzesDie vier Mütter des Grundgesetzes
Ein Glücksfall für die Demokratie
Faltblatt über die vier Frauen, die bei der Entstehung des Grundgesetzes maßgeblich für die Gleichheit von Frauen und Männern mitgewirkt haben.
Die Mütter des Grundgesetzes: Dr. Elisabeth Selbert, geb. Rohde , 1896-1986, SPD, Friederike ( Frieda) Nadig, 1897- 1970. SPD, Dr. Helene Weber,  1881-1962, CDU, Helene Wessel, 1898- 1969, Zentrum
Download (PDF 0,4 MB)


Südwestdeutschland und das Grundgesetz

Demokratische Traditionen. 
Südwestdeutschland und das Grundgesetz
Faltblatt zur parlamentarischen und demokratische Traditionen im deutschen Südwesten
- Durchgreifende Parlamentarisierung 
- Das Ende der Parlamente 1933
- Demokratischer Wiederaufbau nach 1945 
Download als PDF (0,3 MB)


GG im Profil

 

Grundgesetz im Profil
Zeitschrift "Politik und Unterricht", Heft 1/1999
In der Schule gibt es so viele wichtige Themen zu behandeln, dass die zur Verfügung stehenden Stunden bei weitem nicht ausreichen. Um so mehr sollten sich die Lehrerinnen und Lehrer auf das Wesentliche konzentrieren. Zum Wesentlichen gehört ohne Zweifel die Verfassung, unser Grundgesetz.
Download der PDF (3,5 MB)
Online-Version

Online-Spiel

Grundrechte Jogging

 

Grundrechte Jogging
Kennen Sie Ihre Grundrechte aus dem Grundgesetz? 
Das Grundrechte-Jogging hilft beim Üben und Merken mit pfiffigen Eselsbrücken.
weiter zum Spiel


Nach oben

Weitere Links

Links
  • Gesetzestext GG:
    Das Grundgesetz zum Download (PDF) beim Deutschen Bundestag

  • Bundestag:
    Parlamentarischer Rat und das Grundgesetz
    Spezialausgabe Blickpunkt Bundestag
    Für die Menschen in den westdeutschen Besatzungszonen ist es der Start in eine neue Zukunft: Am 1. September 1948 wird in Bonn der Parlamentarische Rat eröffnet. Seine Mitglieder haben den Auftrag, eine Verfassung für Deutschland auszuarbeiten. Am 23. Mai 1949 ist es so weit: Das Grundgesetz wird verkündet - die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland. BLICKPUNKT BUNDESTAG SPEZIAL zeigt, wie der Parlamentarische Rat mit seiner Arbeit den Grundstein für unsere Demokratie gelegt hat.   
     
  • Bundeszentrale für politische Bildung:

    • Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 18-19/2009)
      60 Jahre Grundgesetz
      Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz in Kraft – die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland. Seit der Wiedervereinigung gilt es "für das gesamte deutsche Volk". Den Delegierten des Parlamentarischen Rates standen der Untergang der Weimarer Demokratie und die nationalsozialistische Schreckensherrschaft vor Augen. Das Grundgesetz hat sich in 60 Jahren bewährt. Die europäische Integration, aber auch die Herausforderungen durch den Terrorismus und eine übermäßige Staatsverschuldung aufgrund der globalen Wirtschaftskrise werden seine Zukunftsfähigkeit auf die Probe stellen

    • Grundgesetz und Parlamentarischer Rat
      Das Grundgesetz war ursprünglich als Provisorium geplant. Seit der Wiedervereinigung gilt es als gesamtdeutsche Verfassung. In 60 Jahren hat es 52 Verfassungsänderungen erlebt, aber noch keine schwere Verfassungskrise. Hat sich das Grundgesetz bewährt, weil es offen für Änderungen war? 

    •  "Thema im Unterricht EXTRA: Grundgesetz für Einsteiger und Fortgeschrittene"
      Die Mappe mit 38 Arbeitsblättern macht aus einer trockenen Übung zum Grundgesetz und einer abstrakten Institutionenkunde eine eher vergnügliche Rallye. Anhand von Text- und Bildrätseln, Lückentexten, Karikaturen und Grafiken werden Grundlagen unserer Verfassung dargestellt und erarbeitet: von Grundrechten, Gewaltenteilung, Verfassungsorganen, Aufgaben des Parlaments und der Abgeordneten, zum Weg der Gesetze, der politischen Willensbildung bis hin zu Verfassungsklagen und der Arbeit der Europäischen Union.

  • Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
    Broschüre: Das Grundgesetz
    Mit der Broschüre "Das Grundgesetz – die Basis unseres Zusammenlebens" unterstützt das Bundesamt Zugewanderte und Geflüchtete beim Einleben in Deutschland. In einfachen Worten beschreibt sie, welche Bedeutung das Grundgesetz hat und wie es im Alltag gelebt wird.

  • Tagesspiegel
    Artikel zur Bedeutung des 23. Mai und der Wahl des Bundespräsidenten an diesem Tag

  • lehrer-online
    Der Weg zum Grundgesetz
    Am 1. September vor 60 Jahren traten in Bonn 65 Frauen und Männer zum "Parlamentarischen Rat" zusammen, sie wurden die "Mütter" und "Väter" des Grundgesetzes. Ihre Aufgabe war es, bei der Erarbeitung der Verfassung für einen künftigen Weststaat parteipolitische Interessengrenzen hinter sich zu lassen und vor allem die richtigen Lehren aus der jüngsten Vergangenheit zu ziehen. 
    Das Grundgesetz, das der Parlamentarische Rat schuf, ist laut zeitgenössischer Definition "im Kern eine bürgerlich-liberale Verfassung mit deutlichem metaphysischem Bezug, aber auch ausgeprägtem Sozialstaatscharakter", deren Kompromisscharakter wesentlich zu ihrem inzwischen 60-jährigen Erfolg beitrug.
LeMO-Video: Verabschiedung des Grundgesetzes - Historischer Mitschnitt aus der Wochenschau:
Der Ausschnitt aus der Wochenschau "Welt im Film" berichtet über die Arbeit des Parlamentarischen Rates in Bonn. Er verabschiedet am 8. Mai 1949 das Grundgesetz und beschließt die neue Nationalflagge.
 Verabschiedung des Grundgesetzes, 1949 (Real-Video)

Das Grundgesetz... in einfacher Sprache erklärt!

In diesem Erklärvideo erklären wir in einfacher Sprache die ersten sechs Artikel des Deutschen Grundgesetzes.

(Quelle: YouTube, Erklaervideos.com, Veröffentlicht am 27.11.2015)


 

Öffentliche Mittagspause am Tag des Grundgesetzes

 

In Stuttgart wird es am 23. Mai 2017 ab 11:55 Uhr auf dem Schlossplatz  für ca. eine Stunde eine „Öffentliche Mittagspause“ geben. Auch die LpB ist mit Angeboten und Materialien vertreten.
mehr Informationen

 
 
 
 
 

politische-bildung.de

 
Politische Bildung Online

Das Informationsportal zur politischen Bildung
www.politische-bildung.de

 
 
 
 

© 2017 Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
www.lpb-bw.de