Exkursionstage Gedenkstätten

im Regierungsbezirk Stuttgart (Nordwürttemberg)

Spuren der Ausgrenzung entdecken - historisch-politische Bildung vor Ort erleben

  • Welche Folgen hat die Ausgrenzung unterschiedlicher Menschengruppen für eine demokratische Gesellschaft?
  • Was verbirgt sich hinter Begriffen wie Antisemitismus, Eugenik und Entrechtung?
  • Und inwieweit sind wir auch heute mit solchen Phänomen konfrontiert?

Am politischen Tag "Spuren der Ausgrenzung entdecken - historisch-politische Bildung vor Ort“ erfahren die Schülerinnen und Schüler an einer Gedenkstätte in der Region, wie die Ausgrenzung vermeintlich "andersartiger" Menschen vor und in der NS-Zeit zunächst maßgeblich zur Aushöhlung der Demokratie beitrug und schließlich in der Verfolgung und Ermordung der Ausgegrenzten endete.

Umrahmt wird der Gedenkstättenbesuch von einem pädagogischen Begleitprogramm zur Vor- und Nachbereitung, in dem die Schülerinnen und Schüler mit Teamerinnen und Teamern der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) zusammen überlegen, wo und in welcher Form ähnliche Phänomene heutzutage auftauchen.

Gemeinsam diskutieren sie, wie sich verschiedene Formen der Ausgrenzung in einer demokratischen Gesellschaft auswirken und wie man sich ihnen entgegenstellen kann.

Baden-Württemberg besitzt ein dichtes Netz von Gedenkstätten, die mit ihren unterschiedlichen inhaltlichen Ausrichtungen jeweils ganz verschiedene Aspekte der NS-Zeit beleuchten.
Im Mittelpunkt dieses politischen Tages steht daher für die Schülerinnen und Schüler das Entdecken des geschichtsträchtigen Ortes in ihrer Region.

Für Lehrerinnen und Lehrer bieten die Gedenkstätten in Baden-Württemberg darüber hinaus zahlreiche Anknüpfungspunkte an die Leitperspektiven der neuen Bildungspläne, wie zum Beispiel die Vermittlung von Toleranz, Solidarität und werteorientiertem Handeln und die Auseinandersetzung mit Formen von Vorurteilen und Stereotypen.


Grober Ablaufplan:

  • 90-minütige methodisch aufbereitete Vorbereitung an der Schule zusammen mit Teamerinnen und Teamern des Fachbereiches Politische Tage der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.
    Hinweis: Wir empfehlen die Vorbereitung maximal eine Woche vor der Exkursion an eine Gedenkstätte.
  • Besuch einer Gedenkstätte mit pädagogischem Programm vor Ort.
  • 90-minütige methodisch aufbereitete Nachbereitung/Reflexion des Erlebten vor Ort oder an der Schule mit freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Team meX der LpB.
    Hinweis: Wir empfehlen die Nachbereitung maximal eine Woche nach der Exkursion.

Folgende Gedenkstätten stehen zur Auswahl:

KZ-Gedenkstätte Schwäbisch Hall-Hessental

KZ-Gedenkstätte Schwäbisch Hall-Hessental

Seit April 2001 erinnert eine Gedenkstätte an die Geschichte des KZ-Außenlagers Hessental. Von Oktober 1944 bis Anfang April 1945 waren an diesem Ort 800 bis 900 Häftlinge, fast ausnahmslos polnische Juden, zusammengepfercht. Ihre Hauptaufgabe war die Instandhaltung des Hessentaler Fliegerhorstes, in dessen Nähe der Strahljäger ME 262, eine von „Hitlers Wunderwaffen“, produziert wurde. Die Häftlinge wurden aber auch von gewerblichen und landwirtschaftlichen Betrieben der Umgebung sowie von der Stadt Schwäbisch Hall zur Zwangsarbeit herangezogen. Mehr als dreihundert Menschen fielen den unmenschlichen Bedingungen der Lagerhaft, Hunger, Krankheiten und Ermordungen durch die SS und in der Endphase des Zweiten Weltkriegs dem „Hessentaler Todesmarsch“ zum Opfer.

www.kz-hessental.de
Gedenkstätten-Portal der LpB : KZ-Gedenkstätte Hessental

Pädagogisch-Kulturelles Centrum Ehemalige Synagoge Freudental

Die Synagoge Freudental, 1770 erbaut, gilt als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Das im klassizistischen Baustil erhaltene Gebäude war bis zu seiner Zerstörung im Novemberpogrom 1938 das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde. Dies war nach dem liberalen und toleranten Edikt der Grävenitz im Jahr 1731 zum Mittelpunkt kulturellen religiösen Lebens der Juden im württembergischen Unterland geworden. Die Nationalsozialisten beendeten die über vierhundertjährige jüdische Geschichte des Orts mit einem tödlichen Schnitt. Insgesamt wurden mindestens 33 Freudentaler Juden ermordet. Nach der Renovierung 1985 ist die Synagoge ein Haus des Gedenkens, des Lernens und der Begegnung geworden. Sie zählt bundesweit zu den ersten, die durch bürgerschaftliches Engagement vor dem Abriss bewahrt wurden. Gefördert vom Landkreis Ludwigsburg und dem Land Baden-Württemberg, wirbt der Verein für Toleranz und den Dialog der Kulturen.


www.pkc-freudental.de
Gedenkstätten-Portal der LpB: Pädagogisch-Kulturelles Centrum Ehemalige Synagoge Freudental

KZ-Gedenkstätte Vaihingen an der Enz

Die Gedenkstätte erinnert an eines der vielen Außenkommandos des KZs Natzweiler. Etwa zweitausend KZ-Häftlinge waren dort beim Bau an einem unterirdischen Bunkerwerk eingesetzt. Überregionale Bedeutung erhielt das Lager, als es nach Einstellung der Bauarbeiten in ein „Kranken- und Erholungslager“ umdeklariert wurde, um kranke Häftlinge aus 17 Außenkommandos in Südwestdeutschland aufzunehmen. Von den rund 2500 Männern, die zwischen November 1944 und März 1945 nach Vaihingen gebracht worden waren, starben ca. 1600. Aus beiden Lagerabschnitten haben sich Dokumente und Spuren erhalten, die im Informationsgebäude präsentiert werden. Über den Fundamenten der einstigen Bade- und Entlausungsbaracke wurde eine Halle errichtet, in der die Geschichte des Lagers vermittelt wird. Der KZ-Friedhof liegt ca. zweihundert Meter entfernt.


www.gedenkstaette-vaihingen.de
Gedenkstätten-Portal der LpB : KZ-Gedenkstätte Vaihingen an der Enz

Gedenkstätte Grafeneck

Im Jahr 1940 wurden in Grafeneck 10.654 Menschen ermordet. Unter den Opfern waren Frauen, Männer und Kinder. Sie stammten aus dem gesamten heutigen Bundesland Baden-Württemberg, aber auch aus Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Allein aus der Landeshauptstadt Stuttgart wurden über 500 Einwohner ermordet.


Neben ihrer Funktion als zentrale Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie”-Verbrechen in Südwestdeutschland, bestehen die Kernaufgaben der Gedenkstätte in der Dokumentations- und Forschungsarbeit, Auskunfts-, Informations- und Beratungsangeboten sowie der historisch-politischen Bildungsarbeit.

Jährlich besucht eine große Zahl nationaler und internationaler Jugend- und Erwachsenengruppen die Gedenkstätte und das Samariterstift Grafeneck. Ihnen steht eine Vielzahl pädagogischer Angebote zur Verfügung.

Anmeldung

(Bitte wählen Sie eine Gedenkstätte aus und geben Sie einen Wunschtermin ab dem 15. März 2021 ein)

Download Musterprogramm (Beispiel Grafeneck) (PDF)

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