Adolf Hitler

Adolf Hitler 1938. Foto: Wikimedia Commons, Bundesarchiv, Bild 183-H1216-0500-002.
Adolf Hitler 1938. Foto: Wikimedia Commons, Bundesarchiv, Bild 183-H1216-0500-002.


Hitlers Weg in den Krieg

Wir dürfen den 8. Mai 1945 nicht vom 30. Januar 1933 trennen...
Auf dem Weg ins Unheil wurde Hitler die treibende Kraft. Er erzeugte und er nutzte Massenwahn. Eine schwache Demokratie war unfähig, ihm Einhalt zu gebieten.

(Bundespräsident Richard von Weizsäcker)

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Nur vier Tage nach seiner Ernennung zum Reichskanzler sprach Adolf Hitler am 3. Februar 1933 vor Reichswehroffizieren über die Eroberung von "Lebensraum im Osten". Um Rückenfreiheit für die Zerschlagung der "jüdisch-bolschewistischen Sowjetunion" zu erlangen, sahen seine schon in den zwanziger Jahren entwickelten Pläne ein Bündnis mit der Seemacht Großbritannien vor.

Schon im Februar 1933 werden Bürgerrechte ausgesetzt. Bei der letzten Reichstagswahl am 5. März wird Hitlers NSDAP stärkste Partei, verfehlt aber mit 43,9 Prozent die absolute Mehrheit. Der Reichstag verabschiedet am 23. März das Ermächtigungsgesetz. Hitlers Regierung kann nun Gesetze ohne das Parlament erlassen, damit wird der Reichstag entmachtet. Mit dem „Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ werden am 31. März bis auf den Landtag Preußens alle Länderparlamente aufgelöst. Am 2. Mai werden die Gewerkschaften verboten. 

In seiner ersten großen außenpolitischen Rede vor dem Reichstag am 17. Mai 1933 stellte Hitler den Nationalsozialismus als eine Bewegung dar, die einzig auf den Frieden verpflichtet sei. Er wolle die bestehenden Verträge beachten und nur auf dem Verhandlungswege eine Revision des Versailler Vertrages anstreben.

Betonte er öffentlich immer wieder seine Friedensbereitschaft, so forderte er insgeheim die Kriegsvorbereitungen. In der geheimen Denkschrift zum Vierjahresplan vom August 1936 hieß es kategorisch, die deutsche Armee müsse "in vier Jahren einsatzfähig, die deutsche Wirtschaft in vier Jahren kriegsfähig sein". Die Rüstungsausgaben hatten sich von 3,3 Milliarden Reichsmark 1933 auf neun Milliarden Reichsmark im Jahre 1936 verdreifacht.

Am 7. März 1936 besetzten Hitlers Wehrmacht die entmilitarisierte Zone des Rheinlandes ohne Gegenwehr.

Im November 1937 erklärte Hitler vor den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile in einer vierstündigen Grundsatzrede, dass er "in absehbarer Zeit" gewaltsam vorgehen wolle.  Zur Lösung der "deutschen Frage könne es nur noch den Weg der Gewalt geben", und das müsse "in den nächsten Jahren schrittweise unter Ausnutzung günstiger Konstellationen erfolgen."

Am 12. März 1938 marschierten unter dem Jubel der Bevölkerung die deutschen Truppen in Österreich ein. Als England dann den "Anschluss" Österreichs hinnahm und im September 1938 auf der Münchner Konferenz mit Frankreich und Italien auch der Abtretung der Sudetengebiete an Deutschland zustimmte, verfügte Hitler über fast alle von ihm gewünschten strategischen Voraussetzungen zum Krieg gegen die Sowjetunion.

Dass die deutsche Bevölkerung von nun an auf einen Krieg eingestellt werden müsse, forderte Hitler vor der deutschen Presse einen Tag nach der "Reichspogromnacht" am 9. November 1938, deren Pogrome eine Vorstellung von dem aufkommen ließen, wozu die Nationalsozialisten fähig waren. Dennoch wurden Hitlers Äußerungen, nach denen ein neuer Krieg in Europa mit der Vernichtung des Judentums enden würde, kaum ernst genommen.

Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen. Knapp 60 Millionen Menschen verloren während des sechs Jahre dauernden Krieges ihr Leben.
Reichskanzler Adolf Hitler gab den Angriff auf Polen als Verteidigungsaktion aus. Angeblich hätten polnische Soldaten den Rundfunksender Gleiwitz, im heutigen Gliwice, überfallen. Tatsächlich hatte die SS den Vorfall inszeniert. Frankreich und Großbritannien forderten den Rückzug der deutschen Soldaten aus Polen innerhalb von zwei Tagen. Hitler ließ das Ultimatum verstreichen. Der deutsche "Blitzkrieg" zwang Polen innerhalb von vier Wochen in die Knie. Es war der Beginn eines weitaus größeren, barbarischen Krieges, der bald weite Teile der Welt ergriff und der unfassbares Leid über die Menschen bringen sollte. In Deutschland wird der 1. September alljährlich als „Antikriegstag“ begangen.

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Das Ende des "Führers"

Es war der 20. April 1945, Hitlers 56. Geburtstag. Die Rote Armee hatte mit die Schlacht um Berlin eröffnet und damit den letzten Akt des vom "Führer" und seinen Nationalsozialisten entfesselten Krieges eingeläutet. Zuvor hegte Hitler angesichts des Todes des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt noch die Hoffnung, mit dessen Nachfolger Harry S. Truman einen Friedensvertrag aushandeln und den Krieg noch mal wenden zu können. Diese Erwägung zerschlug sich.

Am 22. April 1945 erklärte Hitler seinem obersten General Wilhelm Keitel gegenüber die Absicht, in Berlin das Ende der Kämpfe zu erwarten. Bei einer Lagebesprechung am selben Tag sprach Hitler angesichts des Zusammenbruchs der Verteidigungslinien an der Oder und dem Vormarsch der Sowjetarmee in die Hauptstadt hinein erstmals von Selbstmord, sollte die Hauptstadt nicht durch die Wehrmacht verteidigt werden können.

Am 25. April 1945 war der Ring um Berlin schließlich geschlossen, eine Flucht aus der Hauptstadt illusorisch. Die wenigen in Berlin vorhandenen Truppen sowie der notdürftig von Propagandaminister Joseph Goebbels aufgestellte und kaum ausgerüstete "Volkssturm" konnten der Roten Armee im Häuserkampf nichts mehr entgegensetzen. Nach vier Tagen erreichten die russischen Soldaten den Kern Berlins und das Regierungsviertel.

In der Nacht zum 29. April fällt Hitlers Entscheidung, sich im Führerbunker umzubringen. Er heiratet seine langjährige Freundin Eva Braun und diktiert zwei Testamente - ein persönliches und ein politisches: Großadmiral Karl Dönitz soll ihn als Reichspräsident ersetzen, Propaganda-Minister Joseph Goebbels ist als Reichskanzler vorgesehen.

Hitlers politisches Testament

In Hitlers persönlichem Testament heißt es: " Ich selbst und meine Gattin wählen, um der Schande des Absetzens oder der Kapitulation zu entgehen, den Tod."

Am 30. April bringen sich die beiden um. Sie nimmt Gift, er steckt sich ebenfalls eine Kapsel in den Mund und schießt sich zusätzlich in den Kopf. Ihre Leichen werden im Garten der Reichskanzlei verbrannt, auf gemeinsamen Wunsch.


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