Planspiel zur Regierungsbildung im Landtag

Wie läuft‘s? Die Arbeit im Landtag

Planspiel 3 zum Landtag von Baden-Württemberg: Die Konstituierung des Landtags

  • Zielgruppe: ab Klassenstufe 9, alle Schularten
  • Zeitdauer: 6 Schulstunden
  • Teilnahmezahl: mindestens 18, maximal 32 Schülerinnen und Schüler
  • Organisatorisches: Für dieses Planspiel werden 2 Räume benötigt, einer davon sollte mit Tafel, Beamer, Laptop, Lautsprechern und ein bis zwei Pinnwänden oder Metaplanwänden ausgestattet sein.
  • Bildungsplanbezug: Grundlagen des politischen Systems, politischer Willensbildungs- und Entscheidungsprozess auf landespolitischer Ebene in Baden-Württemberg, Medienkompetenz
  • Zeitraum: ab 11. Januar 2021 bis Schuljahresende
  • Termin: nach Vereinbarung

INHALT UND LERNZIEL

Der Inhalt des vorliegenden Planspiels sind Parteien, ihre Positionen und die Regierungsbildung auf Landesebene von Baden-Württemberg. Die Vorlage des Planspiels bilden dabei die Anzahl und Art der in der 16. Legislaturperiode im baden-württembergischen Landtag vertretenen Parteien. Ziel des Planspiels ist, dass die Teilnehmenden aus ihren Rollen als Politiker*innen heraus die verschiedenen Positionen und Interessen der Parteien kennenlernen und miteinander vergleichen können. Auf dieser Basis gestalten die Teilnehmenden die anschließenden Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen für ihre Partei und erfahren anhand vorgegebener Mehrheitsverhältnisse unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten zur Regierungsbildung. Außerdem erleben sie im Rahmen einer Simulation der konstituierenden Sitzung des baden-württembergischen Landtags formale politische Prozesse wie die Wahl der neuen Landtagspräsidentin oder des neuen Landtagspräsidenten und der zukünftigen Ministerpräsidentin oder des zukünftigen Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg.

SZENARIEN UND PROFILE

Dazu stehen fünf fiktive Parteien zur Auswahl, die sich am Mehrheitsverhältnis des 16. Landtags von Baden-Württemberg orientieren. Bei der Konzeption wurde jedoch davon abgesehen, die Benennung der Parteien aus der Realität zu übernehmen. Das hat insbesondere didaktische Gründe. Die Parteiprogramme sind in ihrer Ausgestaltung mitunter sehr komplex und umfangreich, weshalb sie zum Zwecke der didaktischen Reduktion abgewandelt werden mussten. Dennoch dienen die Positionen der real existierenden Parteien dem Vorbild dieses Planspiels. Gelistet nach Fraktionsstärke sind folgende Parteien mit dabei:

  • Partei für Ökologie und Demokratie (PÖD)
  • Partei der Christlichen Demokratie (PCD)
  • Partei der Sozialen Demokratie (PSD)
  • Partei für Andere Demokratie (PAD)
  • Partei der Liberalen Demokratie (PLD)

Die Szenarien beinhalten Profile und Rollenbeschreibungen von Abgeordneten der Parteien, die aus unterschiedlichen Wahlkreisen kommen. Es gibt vier Konfliktlinien, die den Teilnehmenden als Analyseinstrument dienen, die eigene Partei in Relation zu den anderen setzen zu können:

  • Persönliche Freiheit gegen Sicherheit
  • Staatliche Eingriffe gegen Marktfreiheit
  • Offene Gesellschaft gegen geschlossene Gesellschaft
  • Schutz der Umwelt gegen Nutzung der Umwelt

Für zielführende Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen auf Länderebene bedarf es allerdings konkreterer Themenbereiche, die in der Länderpolitik eine zentrale Rolle spielen. Dafür wurden folgende vier Themen ausgewählt:

  • Sicherheit
  • Bildung
  • Verkehr & Mobilität
  • Migration & Integration

ABLAUF

Zunächst arbeiten sich die Teilnehmenden in die eigene Rolle und die Positionen ihrer jeweiligen Partei ein, um daraufhin eine Einordnung auf den jeweiligen Konfliktlinien vornehmen zu können. Außerdem drehen sie ein kurzes Video, in dem die Ziele und Forderungen für die folgenden Verhandlungen dargestellt werden. Das dient neben einer Erleichterung der Identifikation mit der eigenen Rolle und Partei später auch der besseren Bündnisfindung für mögliche Koalitionen. Die Simulationsphase dient den Sondierungs- und Koalitionsgesprächen und gipfelt in der Wahl der Ministerpräsidentin/ des Ministerpräsidenten.
Abschließend werden die Erfahrungen der Teilnehmenden während des Planspiels besprochen und eine Verbindung zur Realität hergestellt.

PHASEN

Thematische Einführung
Überblick über die wichtigsten Begriffe. Die Themenschwerpunkte für die Verhandlungen und die Theorie zu den Konfliktlinien werden erläutert. Außerdem erfahren die Teilnehmenden das Ergebnis der Wahl vom 13. März 2016 und die daraus resultierenden Kräfteverhältnisse im Landtag.

Simulationsphase

  • Einarbeitung in die Rollen als Abgeordnete/ Abgeordneter
    Teilnehmende machen sich mit dem Parteiprogramm ihrer Partei vertraut. Zudem drehen sie ein kurzes Video, das die Ziele und Forderungen ihrer Partei darstellt.    
  • Sondierungs- und Koalitionsgespräche
    Zur Mehrheitsfindung werden Gemeinsamkeiten und Differenzen anhand der vier Themenfelder diskutiert, immer in Bezug zur eigenen Parteiposition.
  • Konstituierende Sitzung des Landtags
    Regierungsfraktionen und Opposition haben die Chance zu Wort zu kommen. Danach gipfelt die Simulation in der Wahl der Landtagspräsidentin/ des Landtagspräsidenten und der Ministerpräsidentin/ des Ministerpräsidenten

Auswertung
Die Auswertungsphase beinhaltet die Spielanalyse und Spielreflexion sowie den Transfer in die politische Wirklichkeit. Das Zusammenspiel dieser Aspekte ist entscheidend für den Erkenntnisgewinn der Teilnehmenden.

Nach oben

Nach oben