Planspiel: Fokus Bundestag

Parteiinteressen auf dem Weg zur Regierungsbildung

Planspiel Fokus Bundestag

  • Zielgruppe: ab Klassenstufe 9, alle Schularten
  • Zeitdauer: 6 Schulstunden
  • Teilnahmezahl: mindestens 18, maximal 34 Schülerinnen und Schüler
  • Organisatorisches: Für dieses Planspiel werden 2-3 Räume, einer davon mit Beamer und Lautsprechern sowie ein Laptop benötigt.
  • Bildungsplanbezug: Grundlagen des politischen Systems, politischer Willensbildungs- und Entscheidungsprozess in der Bundesrepublik Deutschland, Medienkompetenz
  • Zeitraum: ab 2. November 2020 bis Schuljahresende
  • Termin: nach Vereinbarung

INHALT UND LERNZIEL

Bei diesem Planspiel zum demokratischen Wettstreit der Parteien werden die Wahlkampfphase und die Regierungsbildung nach der Bundestagswahl simuliert. Dabei nehmen die Teilnehmenden die Rollen von Abgeordneten verschiedener Parteien ein, deren Aufgabe es ist, nach Ablauf der Wahl und gegebenen Mehrheitsverhältnissen eine funktionsfähige Regierungskoalition zu bilden. Sie lernen, welche Positionen die Parteien auf Bundesebene vertreten sowie wie der Prozess der Regierungsbildung über den Weg der Sondierungs- und Koalitionsgespräche aussehen kann. Sie einigen sich auf Inhalte eines Koalitionsvertrages oder arbeiten als Opposition Stellungnahmen aus und wählen einen Bundeskanzler/ eine Bundeskanzlerin.

SZENARIEN UND PROFILE

Dazu stehen vier verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Wahlergebnissen zur Verfügung. Dies ermöglicht es, den Prozess der Regierungsbildung auf Bundesebene mit unterschiedlichen Mehrheitsverhältnissen und möglichen Ergebnissen nachzuempfinden. Bevor die Simulation beginnt, muss ein Szenario ausgewählt werden.
Es sind folgende Parteien vertreten:

  • Partei der Christlichen Demokratie (PCD)
  • Partei der Sozialen Demokratie (PSD)
  • Partei für Andere Demokratie (PAD)
  • Partei der Liberalen Demokratie (PLD)
  • Demokratische Linke Partei (DLP)
  • Partei für Ökologie und Demokratie (PÖD)

Die Teilnehmenden erhalten Rollenkarten von Parteipolitiker/-innen und machen sich mit den jeweiligen Parteipositionen vertraut. Zur didaktischen Reduktion und Vergleichbarkeit der Parteien werden Schwerpunkte innerhalb der umfangreichen Parteiinteressen gelegt und anhand folgender sechs Konfliktlinien aufgezeigt:

  • Persönliche Freiheit gegen Sicherheit
  • Staatliche Eingriffe gegen Marktfreiheit
  • Offene Gesellschaft gegen geschlossene Gesellschaft
  • Schutz der Umwelt gegen Nutzung der Umwelt
  • Pro EU gegen Contra EU

ABLAUF

Nach einer thematischen Einführung und der Wiederholung von Grundbegriffen zum politischen System startet die Simulation. Die Planspielphase ist dabei in zwei große Teile untergliedert. Zunächst arbeiten sich die Teilnehmenden in die eigene Rolle innerhalb des Rahmens ihrer jeweiligen Partei ein. Im Wahlkampf wird ein Wahlwerbespot gedreht sowie die eigene Partei anhand der Konfliktlinien für die anderen Teilnehmenden vorgestellt. Dies dient der besseren Identifikation mit der eigenen Rolle sowie später der leichteren Bündnisfindung möglicher Koalitionen. Nach einem Zeitsprung befindet sich die Simulation in der Situation nach der Wahl – das Wahlergebnis steht fest und muss nun in einer Regierungsbildung umgesetzt werden. Daher liegt der Schwerpunkt des zweiten Teils des Planspiels auf den Sondierungs- und Koalitionsgesprächen. Die Oppositionsparteien beginnen ihre Kontrollfunktion wahrzunehmen, indem sie Stellungnahmen zum Koalitionsvertrag verfassen. Das Planspiel findet in einer Bundestagssitzung, in welcher sowohl der Koalitionsvertrag wie die Stellungnahmen präsentiert werden und die Bundeskanzlerin/ der Bundeskanzler gewählt wird, seinen Abschluss.

Abschließend werden die Erfahrungen der Teilnehmenden während des Planspiels besprochen und eine Verbindung zur Realität hergestellt.

PHASEN

Thematische Einführung
Überblick zu Grundbegriffen des politischen Systems auf Bundesebene und Einführung in die Konfliktlinien als das Kernanalyseinstrument hinsichtlich der Parteiinteressen.

Simulationsphase

Die Simulationsphase ist in zwei große Teile gegliedert. Nach der Wahlkampfphase, die insbesondere die Kenntnisse über die Bundesparteien vermitteln soll, folgt die Phase der Regierungsbildung, die stärker das Nachempfinden des Prozesses in den Mittelpunkt stellt.

  • Wahlkampf
    Wahlwerbung in Form eines Wahlwerbespots
    Vorstellung Parteipositionen
    Relationale Einordnung der Parteien an Konfliktlinien
     
  • Nach der Wahl
    Regierungsbildung nach vorgegebenen Wahlergebnissen
    Sondierungsphase zur Erörterung möglicher Koalitionen
    Koalitionsgespräche mit Ausarbeitung des Koalitionsvertrages
    Stellungnahmen der Oppositionsparteien zum Koalitionsvertrag und Kanzler/-innenwahl in einer Bundestagssitzung

Auswertung

Die Auswertungsphase beinhaltet die Spielanalyse und Spielreflexion sowie den Transfer in die politische Wirklichkeit. Das Zusammenspiel dieser Aspekte ist entscheidend für den Erkenntnisgewinn der Teilnehmenden.   


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