Fokus Balkan

Planspiel zu Grundlagen und Grundwerten der Europäischen Union am Beispiel der Erweiterungspolitik mit einer Simulation des Beitrittsprozesses in der EU (Analog)
 

  • Zielgruppe: ab Klassenstufe 10, alle Schularten
  • Zeitdauer: bis zu 8 Schulstunden
  • Teilnahmezahl: mindestens 12, maximal 80 Schülerinnen und Schüler
  • Organisatorisches: Für dieses Planspiel werden 3 Räume benötigt, die in unmittelbarer Nähe zueinander liegen sollten und von denen einer alle Teilnehmenden aufnehmen können muss.
  • Bildungsplanbezug: Europäische Union, Politisches System
  • Kosten: 10 EUR pro Schüler/-in oder Zuschuss über Förderverein
  • Zeitraum: ab 2. November 2020 bis Schuljahresende
  • Termin: nach Vereinbarung

Inhalt:

Die Debatte um die Zukunft der Europäischen Union beherrscht seit geraumer Zeit die Schlagzeilen der Medien. Täglich erscheinen neue Meldungen, die den Fortbestand der Union in Frage stellen. Der sogenannte Brexit war sicherlich der Höhepunkt der Diskussion.

In der Präambel der ersten Europäischen Gemeinschaft, der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, ist der Auftrag verankert, die Völker Europas dazu einzuladen, sich dem Integrationsprojekt anzuschließen. Bis heute ist dieser Passus in der Präambel des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union unverändert enthalten. In der mehr als fünfzigjährigen Geschichte des Erweiterungsprozesses wurden insgesamt sechs Erweiterungsrunden vollzogen.

Nachdem Kroatien im Sommer 2013 beigetreten ist, sind noch Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Mazedonien, Serbien, Türkei und Kosovo Beitrittsaspiranten.
Aber:

  • Wie kommt man in die EU?
  • Welche Kriterien müssen erfüllt werden?
  • Welche Interessen verfolgen Mitgliedstaaten, Bewerberstaaten und die Bürgerinnen und Bürger?
  • Und wie werden die Interessen in der EU verhandelt?

Ablauf:

Nach der thematischen und methodischen Einführung erhalten die Spielerinnen und Spieler jeweils ein Szenario, ein Gruppen- und individuelles Rollenprofil sowie den Zeitplan. Es werden die Gruppen „Medien“, „Europäische Kommission“, „Rat“, „Europäisches Parlament (EP)“ und „Bewerberstaaten“ gebildet.

Jede Gruppe beginnt mit einer Vorstellungsrunde, in der sich jede Person in ihrer neuen Rolle mit einem neuen Namen vorstellt und die eigenen Ziele skizziert, ohne schon zu viele Details preiszugeben. Die Mediengruppe kann nach ihrer eigenen Findung bereits direkt an den Vorstellungsrunden der Organe teilnehmen. Die Mitglieder des Europäischen Parlaments setzen sich in ihren Fraktionen zusammen.

In jeder Gruppe wird eine Person zur Präsidentin oder zum Präsidenten gewählt und leitet die weiteren Sitzungen. Weitere Personen können für die Kontakte zu den anderen Gruppen oder als Schriftführende bestimmt werden.

Die Bewerberstaaten bereiten ihre Anträge auf Beitritt in die Europäische Union vor. Die Kommission bereitet ihre Eröffnungsrede und die Kriterien für die anstehenden Verhandlungen vor. Die Mediengruppe erarbeitet einen Plan für die eigene Tätigkeit und nimmt an allen Sitzungen teil.
Die Präsidentin oder der Präsident der Kommission beginnt die gemeinsame Konferenz mit der Eröffnungsrede. Nach einem kurzen Austausch, kleineren Interviews der Mediengruppe und informellem Kennenlernen zwischen den Teilnehmenden kehren die Gruppen in ihre Räume zurück.
Die Bewerberstaaten übergeben ihren Antrag auf Beitritt in die EU dem Rat, dieser leitet die Anträge weiter an das Europäische Parlament (EP) und die Europäische Kommission.

Der Antrag wird vorgelesen und die Beweggründe werden mitgeteilt. Die Kommission, das EP und der Rat führen mit den Bewerberstaaten intensive Gespräche und beraten über die Anträge. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Bewerberstaaten die politischen und demokratischen Werte ausreichend beachten und in ihren Staaten auch durchsetzen können.

Eine intensive Auseinandersetzung in den Gremien mit den Grundwerten und Zielen der Europäischen Union schließt sich an. 

Der Rat beschließt in einem ersten Schritt nach erfolgreicher Prüfung der Unterlagen auf Empfehlung von EP und Kommission den Beitrittsstatus an die Staaten, die sich erfolgreich präsentiert haben.

Mit den erfolgreichen Bewerberstaaten können im Anschluss Gespräche über einen Beitritt geführt werden.

Die Mediengruppe begleitet jede Sitzung der Organe. Zur Mitte des Planspiels und zum Abschluss führt die Mediengruppe jeweils eine Talkshow mit Gästen aus allen Organen durch. Zu Beginn der Talkshows berichten die Medienvertreter aus den Sitzungen, anschließend werden die Gäste interviewt.

Ablaufplan:

08.00 bis 8:30 UhrBegrüßung und Einführung in das Thema
- Inhaltliche Einführung „Erweiterung der EU“
  und in das Planspiel
8:30 bis 10:00 Uhr- Beginn des Planspiels: Verteilung der Rollen
- Einlesen in die Rollenprofile
10:00 bis 10:15 UhrKurze Pause
10:15 bis 12:30 Uhr- Eröffnungsrede der EU-Kommission
- Beginn der Beratungen in den Organen
  der Europäischen Union und mit den
  beitrittswilligen Staaten
12:30 bis 13:00 UhrMittagspause
13:00 bis 14:15 Uhr- Fortsetzung der Beratung und Entscheidung
  über die Verleihung des Kandidatenstatus
- Presseschau
14:15 bis 14:30 UhrKurze Pause
14:30 bis 15:30 Uhr- Verhandlungen der EU mit den Beitrittskandidaten
- Abstimmung über die Beitrittsabkommen in
  den Organen der EU
- Aufnahmekonferenz mit Presseschau
15:30 bis 16:00 UhrAbschlussbesprechung und Seminarende:
Evaluation des Planspiels
 

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