10 Jahre
Fachreferat Frauen

1991- 2001 
Eine Dokumentation

Mit Macht in die Zukunft



INHALT

”Mit Macht in die Zukunft”? – 
Frauen, Männer, Geschlechter-verhältnisse



Die Arbeit des Frauenreferats der Landeszentrale für politische Bildung zielt auf die Stärkung politischer Handlungsfähigkeit von Frauen. In seiner geschlechtsbezogenen Bildungsarbeit nimmt von daher das Thematisieren und das Sichtbarmachen bestehender Macht- und Gewaltverhältnisse einen wichtigen Stellenwert ein. Gleichzeitig werden auf Veranstaltungen große Entwürfe und Visionen im Geschlechterverhältnis ”entfacht”. 
Deutlich schlägt sich die theoretische Diskussion der Frauen- und Geschlechterforschung in den verschiedenen Veranstaltungen nieder. Ebenso werden aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufgegriffen. So wurden Unterschiede unter Frauen etwa zwischen Ost und West oder Themen wie Macht, Konkurrenz und Solidarität ebenso zu Inhalten wie das Konzept des ”affidamento”, das aus dem Italienischen übersetzt wird mit Sich-Anvertrauen bzw. der Bezugnahme von Frauen auf Frauen. Dieses Prinzip kommt darüber hinaus in der gesamten Arbeit des Fachreferats zum Ausdruck – unter anderem darin, dass dem Von-anderen-Frauen-Lernen genügend Raum zur bewussten Erprobung gegeben wird. 
Solchermaßen theoretische, praxisbezogene und frauenpolitische Standortbestimmungen um Differenz und Gleichheit zwischen den Geschlechtern wie auch die neue Diskussion um ”Gender” (das sozial und kulturell geprägte Geschlecht) finden in Form offener Seminare und Workshops, großer Kongresse und Tagungen, aber auch für verschiedene Zielgruppen wie etwa Lehrerinnen und Frauenbeauftragte, ausschließlich unter Frauen oder auch gemeinsam mit Männern statt.

”Macht”
Einen Höhepunkt unmittelbar nach Einrichtung des Fachreferats stellte Konzeption, Vorbereitung und Durchführung des – bereits erwähnten – Frauenkongresses „Mit Macht in die Zukunft“ 1992 in Ludwigsburg dar, der 1000 Teilnehmerinnen erreichte.1 In der Kongress-Ausschreibung heißt es: 
Frauen ringen seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts um ihre Chancengleichheit. Die Umverteilung gesellschaftlicher Macht und eine gleichwertige Einbeziehung von Frauen ins öffentliche und politische Leben ist jedoch noch längst nicht erreicht. Der Frauenkongress will eine kritische Rückschau auf vier Jahrzehnte Frauenpolitik halten und aufzeigen, dass bei aller unterschiedlicher gesellschaftspolitischer Zielvorstellung formuliert werden kann: Frauen wollen mit mehr Macht in die Zukunft!”
Die Presse fasste in Anlehnung an die Rede der damaligen Frauenministerin Brigitte Unger-Soyka optimistisch zusammen: ”Gleichstellung als Staatsziel.” (Südwestpresse, 12.10.1992)

Mit der Frage der ”Differenz(en)” unter Frauen und damit auch der unterschiedlichen Zugänge von Frauen zu Macht setzten sich Teilnehmerinnen der ”Frauenakademie” der Evangelischen Akademie Bad Boll 1994 auseinander, an der sich das Frauenreferat der Landeszentrale für politische Bildung in diesem Jahr erstmals beteiligte.2  ”Das Leitthema ‚Grenzenlos unterschiedlich Frauenvielfalt – Frauensolidarität’ ergab sich aus der frauenpolitisch brisanten Diskussion um Solidarität oder Konkurrenz unter Frauen. Die Frauenbewegung hat sichtbar gemacht, wie groß die Unterschiede der Frauen untereinander sind. Durch diese Unterschiede erleben sich viele Frauen als hilflos und halten Frauensolidarität für eine Unmöglichkeit angesichts der Generationenkonflikte, der Klassenauseinandersetzung, der Ost-West-Gegensätze und der sexistischen Gewalt gegen Frauen.” (Jahresbericht 1994)

Weitere Kooperationsseminare zu den Themen Differenz, Solidarität und Konkurrenz unter Frauen wurden in der Folgezeit mit verschiedenen Trägern der politischen Frauenbildung sowie mit Frauenbeauftragten in Baden-Württemberg durchgeführt.
Eine Fortführung in ebenfalls größerem Rahmen erlebte das Thema ”Macht” auf der Frauenakademie in Bad Boll 1996. Bei der mehrtägigen Veranstaltung beschäftigten sich 200 Teilnehmerinnen unter dem Oberthema ”Frauen erLeben Macht” mit der Frage, wie sich die Frauenforderungen nach Beteiligung an politischer und wirtschaftlicher Macht entwickelt haben und inwiefern dem Ruf nach mehr Geschlechterdemokratie Gehör geschenkt wird. Insbesondere ging es dabei um das – nach wie vor oft gebrochene – Verhältnis von Frauen zur Macht, um positive Formen der Machtausübung und um die Einübung entsprechender Strategien.3 
Auch der Frauen-Sommer-Workshop ”Frauen im Männerbund” beschäftigte sich 1998 im ”Haus auf der Alb” mit der Machtfrage:4  ”Eine muss immer die Erste sein... und obwohl Frauen in den letzten Jahrzehnten in gesellschaftlichen Führungspositionen zahlreicher geworden sind, haben sie nahezu überall einen Minderheitenstatus. Was lockt Frauen in diese einsamen Positionen bzw. was stößt sie immer wieder ab? Was bedeutet es für Frauen, sogenannte Pionierin, Außenseiterin oder auch Einzelkämpferin zu sein? Welche Strukturen lassen sie scheitern, welche sind nützlich? Weshalb wenden sich Frauen bisher männlich bestimmten Bereichen zu und streben deren Wertesystem an? Warum stellen sie sich Räumen und Anforderungen, in denen es nur wenige Vorbilder, viele Beschränkungen und Vorurteile gibt und in denen zahlreiche Rückschläge zu erwarten sind? Wo bleibt ihr ‚Frausein‘ in traditionell männlich geprägten und dominierten Bereichen? Welche Strategien entwickeln Frauen, um Einfluss und Macht zu erringen und zu behalten? Und: Wo liegt die Lust an der Macht?...” (Seminar-Ausschreibung)


Sommerworkshop "Frauen in Männerbünden" AG Politik Juli 1998

Als Gesprächspartnerinnen und Workshop-Leiterin waren Frauen aus Führungspositionen in Politik, Verwaltung, Schule und Hochschule, Gewerkschaft, Verbänden und Wirtschaft beteiligt. Sie setzten sich intensiv mit den Licht- und Schattenseiten, der Lust an der Macht und den Einzelkämpferinnen-Positionen auseinander und bestätigten die zentrale Bedeutung von Vorbildfrauen, die im Workshop zahlreich vertreten waren. Als Ergebnis des Wochenendes standen Mentoring, Netzwerkstrategien, Coaching und Supervision als hilfreiche Strategien für Frauen auf der Karriereleiter. Der persönliche Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin endet mit dem Satz:
Mein Fazit: Wir müssen uns selbst wichtig nehmen, wir müssen uns gegenseitig stärken. Wir müssen lernen, Konflikte, Widersprüche und Auseinandersetzungen unter konkurrierenden Frauen auszuhalten. Wir müssen zielgerichtet Kontakte knüpfen und verbündete Männer wie Frauen einbinden. Wir dürfen uns nicht scheuen, wenn nötig, professionelle Hilfe wie Coaching und Supervision in Anspruch zu nehmen. Last not least, wir müssen die unerbittliche Kritikerin in uns mit Humor, Geduld und Gelassenheit besänftigen. Meine Damen, mit diesen Strategien im Gepäck und mit den (lebendigen) Vorbildern vor Augen werden wir die Hürden auf dem Marsch durch die Institutionen spielend meistern. Nicht damenhaft, sondern indem wir die uns eigene explosive Mischung aus Frauenpower, Risikofreude und Unberechenbarkeit aktivieren und bewußt einsetzen. Los geht’s!” (Jahresbericht 1998)

Frauenpolitische Visionen
In einer Folge mehrerer Veranstaltungen zu ”Visionen” sowie Standortbestimmungen zu ”Frauenleben und Frauenpolitik” stellte Ende November 1999 das Offene Seminar „Betrachtung bei der Wende des Jahrhunderts“ ein Highlight in der Arbeit des Frauenreferats dar. Über 60 Frauen im Alter zwischen 28 und 71 Jahren kamen zusammen, um ihre Erfahrungen und Einschätzungen gemeinsam mit anderen Frauen zu reflektieren. Vorträge und Arbeitsgruppen mit Fachfrauen aus Wissenschaft und Praxis lenkten den Fokus auf folgende Fragen: Welche Bedeutung haben Frauenbewegung, Frauenpolitik, Frauenförderung und die Debatten um Gender und Gender Mainstreaming für Frauen in diesem Jahrhundert? Wie, mit welchen Mitteln erreichen wir ein demokratisches Geschlechterverhältnis? Die Entwicklung gesellschaftspolitischer Zukunftsperspektiven wurde mit Köpfchen und Kreativität vorangetrieben. Ein herausragendes Festprogramm unter dem Motto ”Am Abend dieses Jahrhunderts” krönte die Veranstaltung: Texte und Lieder historischer Frauengestalten wie auch von Frauen der jüngeren Zeit boten einen unterhaltenden und gleichzeitig bestärkenden Blick auf die FrauenBewegungsGeschichte.


Arbeitsgruppenergebnis Workshop "Frauen-Visionen" in Bad Urach, Juni 1996

”Gewalt”
Zeichnen sich die bisher genannten Beispiele zum Themenbereich Macht und Geschlechterverhältnisse dadurch aus, dass sie sich ausschließlich an Frauen richten, so existieren im Programm des Fachreferats Frauen durchaus auch Angebote für Frauen und Männer, die das hierarchische Geschlechterverhältnis zum Inhalt haben. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit der Gewalt gegen Frauen. So beteiligte sich das Fachreferat etwa an der Fachkonferenz „Mordskerle” 1996 in Stuttgart, bei deren Organisation Männer aus verschiedenen Bildungseinrichtungen und Hochschule maßgeblich beteiligt waren: Thematisiert wurden Zusammenhänge zwischen männlicher Sozialisation und Gewalt, Vorstellungen einer Erziehung zum friedfertigen Mann mit Hilfe männlicher (Vor)Bilder in der Gesellschaft wie auch täterorientierte Sozialarbeit und Bündnisse von Männern und Frauen gegen Gewalt. 
Das Thema „Gewalt im Geschlechterverhältnis“ wurde in den 10 Jahren des Bestehens des Frauenreferats immer wieder punktuell, in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichsten Zielgruppen angegangen, in Angeboten für SchülerInnen wie auch in gemeinsam organisierten Fortbildungen mit LehrerInnen, Schöffinnen und Frauenbeauftragten. Entsprechend der frauenpolitischen Auseinandersetzung mit Gewalt dominieren in diesem Bereich Angebote, die sich exklusiv an Frauen richten: ”Gewalt in der Familie” wurde in Seminaren für Lehrerinnen, Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen /-arbeiterinnen, Ärztinnen zum Thema gemacht, ”Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz” innerhalb eines mit der Gewerkschaft ÖTV veranstalteten Workshops für Personalrätinnen und ”Kommunale Kriminalprävention und Gewalt gegen Frauen” in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbeauftragten.

”Geschlechterdemokratie - Geschlechterdialoge”
Mit einer ganzen Reihe von Angeboten verfolgt das Fachreferat Frauen die Ermöglichung von Begegnungen zwischen Frauen und Männern in Seminaren zur Geschlechterthematik. Deutlich schlägt sich hier die Auseinandersetzung mit theoretischen Diskursen rund um ”Gender” nieder, die auch die Erwachsenenbildung – vor allem die Frauenbildung – Mitte der 90er Jahre erreichen. Aber auch die Diskussion auf politischer Ebene wirkt sich aus: Die Weltfrauenkonferenz in Peking und der Weltsozialgipfel in Kopenhagen 1995 sowie der Amsterdamer Vertrag der EU 1996 geben Anhaltspunkte zur Veränderung bestehender ungerechter Strukturen im Geschlechterverhältnis.
Bereits 1995 lädt das Frauenreferat der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Kollegen und Kolleginnen des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung insgesamt 60 Frauen und Männer zu einem Wochenendseminar „Dialoge zwischen den Geschlechtern: Was Frauen schon immer forderten und noch nicht haben – Was Männer schon immer hatten und so schwer teilen können“ nach Bad Urach ein. Die Tatsache, dass weit mehr Frauen als Männer an diesem Seminar teilnahmen, veranlasste die VeranstalterInnen zu folgender Äußerung: „Unsere Schlussfolgerung: Frauen sind offensichtlich interessierter an der Frage des Geschlechterverhältnisses als Männer!“5


Sommerworkshop "Dialoge zwischen den Geschlechtern", Bad Urach, Juli 1995

Der große Kongress „Demokratische Geschlechterverhältnisse im 21. Jahrhundert“ in Berlin, der 1999 von der Bundeszentrale für politische Bildung und allen 16 Landeszentralen – initiiert und organisiert von einer kleinen Vorbereitungsgruppe bestehend aus engagierten Frauen einiger Zentralen – stellte den Gipfel der bisherigen Bemühungen des Fachreferats in diesem Themenspektrum dar. Zu den Hintergründen schreibt die Referentin im Jahresbericht: 
”Das 50jährige Grundgesetzjubiläum und damit auch der ein halbes Jahrhundert alte Artikel 3, Abs. 2 ‚Männer und Frauen sind gleichberechtigt‘ sowie der Zusatz: ‚Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin‘, der 1994 nach der Wiedervereinigung in die erneuerte Verfassung aufgenommen wurde, waren historischer Anlass und kritische Messlatte für den Stand der tatsächlichen Verwirklichung in Ost- und Westdeutschland.” 
Doch unter den etwa 600 Teilnehmenden befanden sich wesentlich weniger Männer als Frauen. „Wo bleiben die Männer?“ ist eine Frage, der sich nicht nur die wenigen anwesenden (und nicht anwesenden) männlichen Teilnehmer, sondern auch die in der Bundeszentrale wie in den Landeszentralen für politische Bildung angestellten Männer werden stellen müssen, die bei diesem Kongress nicht mitwirkten.6

Die Geschlechterperspektive wird mittlerweile auf verschiedene Politik- und Praxisfelder wie etwa Ökologie, Gesundheit oder die Erwachsenenbildung selbst gerichtet. Diese Anwendung erfordert einen Perspektivenwechsel in Forschung, Praxis und Politik. Das wurde auch bei einem Seminar des Frauenreferats im Jahr 2000 mit dem Titel „Der kleine Unterschied: Frauen - Männer - Gesundheit - Politik“ deutlich, das sich an Menschen aus dem Gesundheitsbereich, der Bildung und Politik richtete, um den unterschiedlichen Umgang von Frauen und Männern mit Gesundheit und Krankheit im Zusammenhang mit der Geschlechtsidentität und Fragen einer geschlechtersensiblen Gesundheitsförderung zu diskutieren. Aktive und interessierte Frauen anziehend wirkte offensichtlich die Ausschreibung, denn auch hier waren die Frauen bei weitem in der Überzahl: „Die Auseinandersetzung mit der Gesundheit bietet eine ‘hautnahe’ Möglichkeit, vorhandenen Geschlechterklischees auf die Spur zu kommen. So entsteht ein neuer politischer Weg, um Gesundheitsförderung alltagspraktisch und geschlechtssensibel zu diskutieren und eigene Lebensmuster darauf zu beziehen.“ 

Im selben Jahr fand im „Haus auf der Alb“ in Kooperation mit dem Tübinger Institut für frauenpolitische Sozialforschung e.V. ein „Gender-Training“ für Multiplikatoren und Multiplikatorinnen in der Erwachsenenbildung Baden-Württembergs statt, das auf die Sensibilisierung und Qualifizierung der ErwachsenenbildnerInnen für ihre eigene Bildungspraxis zielte.

Erfolge oder: Der Fortschritt eine Schnecke?
Das Thema der Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern ist enttabuisiert, es steht zur Diskussion. Dazu tragen politische Bildungsangebote bei, wie sie vom Fachreferat Frauen aus organisiert werden: explizite Frauenbildungsangebote zur Stärkung von Frauen wie auch Veranstaltungen, in denen sich Frauen und Männer mit ihrer Beteiligung an den hierarchischen Geschlechterverhältnissen auseinandersetzen. 
”Wir wissen jedoch, dass insbesondere in der Gleichberechtigungsgeschichte ‚der Fortschritt eine Schnecke’ ist. Dieses Bild trifft besonders auf die Umsetzung unserer frauenpolitischen Ziele in die alltägliche Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern am Ende dieses Jahrhunderts zu!
Der bekannte Zusatz ‚Machen wir ihr Beine bzw. Flügel’ als Aufforderung an die Frauen zum Handeln, zum Sich-Einmischen in ihre Angelegenheiten, prägte als Motto zahlreiche Frauenveranstaltungen. Und die Frauen haben sich eingemischt, haben gelernt, haben sich öffentlich geäußert, sind aktiv geworden – und fragen heute: ‚Wo bleiben die Männer?’ Wenn über Geschlechtergerechtigkeit und eine Politik der Geschlechterdemokratie diskutiert wird, sind die Frauen weitgehend unter sich. Im öffentlichen Bewusstsein ist die Geschlechterfrage eher ein Spezialthema für Feministinnen als ein alle Menschen – Frauen und Männer gleichermaßen – betreffendes Problem, das Krisen und Gewaltphänomenen in vielen gesellschaftlichen Bereichen zugrunde liegt.” (Jahresplanung 2000)

Veranstaltungen zu dem Themenbereich ”Geschlechterdemokratie” werden auch in Zukunft fortgeführt. Es bleibt zu hoffen, dass sie verstärkt auf Verbreitung und Resonanz bei den Männern stoßen, befinden wir uns doch erst am Anfang des 21. Jahrhunderts! Zur Beschleunigung von Veränderungen in Sachen Geschlechterverhältnissen sind jedoch nicht nur Bildungsträger, sondern alle gesellschaftlichen Kräfte gefragt.

Anmerkungen
1 Vor Gründung des Fachreferats Frauen hatte der erste Frauenkongress 1986 in Fellbach unter dem Motto ”Frauen in der Gesellschaft von morgen” stattgefunden.
2 Unter den Teilnehmerinnen befanden sich auch 14 Frauen aus Sachsen, die über die LpB Baden-Württemberg eingeladen waren.
3 Vgl. Bartsch, Gabriele/Herfel, Christine: Auf die Dauer hilft nur Power. In: Tagungsleiterinnen der Evangelischen Akademie Bad Boll (Hg.): Frauen erLeben Macht: Dokumentation der 9. Frauenakademie 1996, Bielefeld 1997, S. 93-99.
4 Der erste viertägige Frauen-Sommer-Workshop des Fachreferats Frauen mit 60 Teilnehmerinnen 
hatte vier Jahre zuvor zum Thema ”Visionen” stattgefunden.
5 Vgl. Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, Arbeitsgruppe Kultur und Lebenswelt (Hg.): Dialoge zwischen den Geschlechtern. Frankfurt a.M. 1995.
6 Vgl. Bundeszentrale für die politische Bildung: Demokratische Geschlechterverhältnisse im 21. Jahrhundert. Neue Forderungen – Alte Herausforderungen, Bonn 1999.


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