| 10 Jahre 1991- 2001 Frauenpolitisch auf den Weg gebracht... |
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Frauenpolitisch auf den Weg gebracht... |
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Wenn ich heute gefragt würde, wo ich meine frauenpolitische Kinderstube gehabt habe, so müsste ich sagen: in den Gesprächen, Seminaren und Begegnungen meiner Frauengruppe in Meißen mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. 1990 schon begannen die Kontakte. Da begegneten wir Christine Herfel, Referentin für Frauen der LpB in Baden-Württemberg, in Dresden. Sie besuchte das erste Frauenzentrum, das sich nach der Wende gegründet hatte, auf der Angelikastraße 1 und Gabriele Kluge und ich waren aus Meißen gekommen, um einen Vortrag über Suchtverhalten bei Frauen zu hören. Hier lernten wir uns kennen, vereinbarten weitere Kontakte und es kam zu einem ersten Seminar in Meißen. Das war der Anstoß. Die Frauen, die sich nach der Wende zusammengefunden hatten, um “miteinander zu reden, zu lachen...”, begannen, sich politisch zu orientieren. Wie im Zeitraffer verliefen die Prozesse der 2. Frauenbewegung der 70er Jahre in unserer Gruppe in Meißen. Gruppenbildung mit kommunalen Aktivitäten, Selbsterfahrung, Vergangenheitsbewältigung, Frauengeschichte, frauenpolitische Entwicklung und Karrieren Einzelner, Übernahme von Verantwortung in beruflichen Positionen, Gründung eines Frauenvereines in Meißen... sind Etappen und Themen. Zu all dem gab Christine Herfel die entscheidenden Impulse. Ihre Initiativen für Seminare und Ost-West-Begegnungen waren das Enzym unserer Entwicklung. Unter dem Motto “Dem Reich der Freiheit werb‘ ich Bürgerinnen”, dem Titel der Zeitung der Begründerin der Deutschen Frauenbewegung, Louise Otto-Peters (*1819 in Meißen), fanden von 1991 an regelmäßige Seminare unter Leitung von Christine Herfel statt. Das “Reich der Freiheit” sahen wir zunächst unter dem Blickwinkel der Befreiung aus persönlichen Einengungen. So waren Hauptinhalt der Seminare Selbsterfahrung, Selbstbehauptung, Rhetorik und gruppendynamische Übungen. Später kamen dann auch die Aspekte der politischen Befreiung hinzu. Ost-West-Begegnungen gab es im größeren Rahmen erstmals im Herbst 1991 beim Besuch der Frauen-Informationstage in Stuttgart. 30 Frauen aus Sachsen reisten nach Stuttgart und anschließend nach Ulm, wo sie bei Frauenakademie-Teilnehmerinnen untergebracht waren. “Der Besuch von Fraueninformationstagen und Kennenlernen der Frauenakademie bringt die richtige Würze an neuen Eindrücken und ermutigenden Schwung, außerdem verbindet so eine gemeinsame Fahrt auf eigene Weise. Denn auch das ist für mich ein wichtiger Punkt dieser Gruppe: Spaß, Lachen, Unbeschwertheit, Raum für neue Beziehungen, außerhalb des ansonsten familienorientierten, pflicht- und stressgefüllten Alltags der Kleinstadt”, so beschreibt es Annette Metz. Persönliche Kontakte bereicherten das Miteinander und die weiteren gemeinsamen Seminare, immer unter der Leitung oder Begleitung und Förderung von Christine Herfel und der Landeszentrale in Baden Württemberg und später auch in Zusammenarbeit mit der sächsischen Landeszentrale. Die lange Liste der kooperativen Aktivitäten reicht bis heute und Eindrücke davon sind in dieser Dokumentation zu finden. |
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