| 10 Jahre 1991- 2001 Interkulturelle Begegnungen |
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Interkulturelle Begegnungen: |
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Interkulturelle Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft in der Bildungsarbeit bieten viele Chancen: die eigenen kulturellen Prägungen und Zuschreibungen zu hinterfragen, hinter Klischees zu blicken, eine Sensibilisierung der eigenen Wahrnehmung, eine öffentliche Auseinandersetzung mit Rassismus und möglicherweise ”wirkliche” Begegnungen. Das Aufzeigen unterschiedlicher Bewertungen von Frauen- und Männerrollen in verschiedenen Ländern etwa, der Austausch über die eigenen Lebens- und Rollenvorstellungen und über Erwartungen an ein Miteinander kann neue Wege im interkulturellen Zusammenleben und -arbeiten weisen. Im Fachreferat Frauen blicken diese Begegnungen bereits auf eine längere Tradition zurück. Verschiedene Themenseminare zur Situation von Frauen in anderen Ländern oder von Migrantinnen in der Bundesrepublik Deutschland werden ebenso angeboten wie eigens konzipierte Begegnungsseminare zwischen Deutschen und Migrantinnen. Themenseminare zu der Situation von Frauen bzw. zu Perspektiven und Sichtweisen von Frauen in verschiedenen Ländern oder Regionen sowie die Situation von MigrantInnen ziehen sich seit 1991 durch das Programm des Fachreferats – mit den verschiedensten Kooperationspartnerinnen. Vorträge und Seminare wurden zu Themen wie ”Frauen im Islam, Judentum und Christentum”, ”Krieg – Flucht – Exil – Asyl: Menschenrechte sind auch Frauenrechte” angeboten und eine Veranstaltungsreihe zur ”Rolle von Frauen im Friedensprozess des Nahen Ostens” wird seit einigen Jahren regelmäßig mit Referentinnen aus Israel und Palästina durchgeführt.
Die Fortsetzung des Dialogs zwischen deutschen und türkischen Frauen fand ein Jahr später statt. Begegnungsseminare für deutsche und ”ausländische” Frauen (wie die ein-gewanderten Frauen zunächst in den Ausschreibungen genannt wurden) bzw.
Migrantinnen folgten in zweijährigem Abstand mit unterschiedlichen Themen- und Länderschwerpunkten wie etwa Eritrea, Tibet und Die Beschäftigung mit interkulturellen Beziehungen, mit Differenz, Vielfalt und unterschiedlichen Lebensbedingungen und -entwürfen von Frauen eröffnet neue Horizonte für die Beteiligten. Davon zeugen die Resonanzen der Teilnehmerinnen. Von daher bleibt zu wünschen, dass diese Möglichkeiten interkultureller Begegnung in Zukunft nicht nur den eigens dafür konzipierten Veranstaltungen vorbehalten bleiben. Intergenerative Begegnungen - Angebote für verschiedene Generationen
Einen anderen Akzent im Programm des Fachreferats Frauen setzen die intergenerativen Begegnungen, die entweder in einem eigens dafür konzipierten Seminar oder aber zwischen zwei parallel arbeitenden Seminaren stattfinden. So tagte im ”Haus auf der Alb” im Jahr 2000 beispielsweise ein Begegnungsseminar im Rahmen des Jung-Alt-Projekts ”SeniorInnen begleiten HauptschülerInnen beim Übergang in das Berufsleben” des Zentrums für Allgemeine wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm. In diesem Seminar war der Austausch zwischen älteren Frauen und Mädchen zum Thema ”Lebensräume – Lebensträume” gefragt.2 Mit der bewussten Gestaltung der Rahmenbedingungen ermöglichte an dieser Stelle die Leiterin des Frauenreferats thematische Begegnungen zwischen diesem und einem parallel tagenden Seminar, in dem sich deutsche und migrierte Frauen begegneten. In einer gemeinsamen Arbeitseinheit setzten sich beide Seminargruppen gemeinsam mit dem Thema ”Frauenleben und Frauenarbeit – wie wir wurden, was wir sind” auseinander. Der lebendige Austausch über die jeweilige Lebensplanung mündete in ein gemeinsames Frauen- und Mädchenfest. Dies sowie die Gesprächsrunde zwischen Erwachsenen verschiedener Generationen und Schülerinnen, Migrantinnen und Deutschen brachte Verständnis füreinander und viel Spaß. Äußerungen der ”girls” wie ”Die alten Damen sind gar nicht so schlecht!!” oder ”Es machte Spaß, obwohl keine Jungs dabei waren!!!” zeugen davon (Jahresbericht 2000). Ein andermal begegneten sich ein Lehrerinnen-Seminar und ein Studentinnen-Seminar und tauschten sich über das Thema ”Frauen zwischen Ausbildung und Beruf” aus. Diese gelungenen Formen der Begegnung werden auch weiterhin in der Seminarplanung des Fachreferats Frauen einen Platz haben. Mit diesen Formen intergenerativer Begegnungen, die das Frauenreferat neben den lebensphasenbezogenen Veranstaltungen anbietet, wird nicht nur mit dem Erfahrungsbezug als einem Grundsatz der politischen Frauenbildung ernst gemacht. Darüber hinaus wird auch dem intergenerativen Lernen und intergenerativen Beziehungen (Mehr-)Wert verliehen – ein nicht zu unterschätzender Faktor angesichts des gegenwärtig immer wieder zu beobachtenden Unverständnisses zwischen Frauengenerationen, was die jeweiligen (frauenpolitischen) Standpunkte betrifft. Anmerkungen |
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