• am Beispiel Grafeneck die Planung,
Zielsetzung, Organisationsstruktur und Durchführung der
"Euthanasie" erklären können
• grundlegende Begrifflichkeiten, z.B.
Euthanasie, Eugenik, (schul)fachgerecht erläutern und an
ausgewählten Beispielen den Unterschied zwischen dem ideologischen
Mißbrauch im Nationalsozialismus und der heutigen Verwendung
aufzeigen können
• die Bedeutung Grafenecks als Modell für
weitere "Euthanasie"-Einrichtungen und die späteren
Vernichtungslager erkennen
• den ideologischen Hintergrund der
"Euthanasie" als Gegenposition zum christlich-jüdischen
Menschenbild und Ethos, zum ärztlichen Berufsethos sowie zur
Rechtsordnung erkennen können
• die Kriterien der Auswahl und Vernichtung
erläutern können (arbeitsunfähig, [langzeit]-"krank",
nicht "deutsch", kriminell, auf öffentliche Kosten
versorgt)
• die Proteste der Bischöfe Th. Wurm und C.A.
von Galen auf dieser Grundlage in wesentlichen Punkten erarbeiten
und ihre Verfahrens- und Argumentationsweise und tatsächliche
Wirkung prüfen
• Aspekte der gezielten Tarnung der "Euthanasie"-Aktionen
durch die zuständigen Behörden und ihren Umgang mit den
Angehörigen der Getöteten kennenlernen
• die Funktion der Propaganda zur Gewinnung von
Zustimmung zu "Euthanasie"-Maßnahmen bzw. zur Abwehr von
Protesten und Widerstand kennenlernen und dabei besonders die
Funktion der Schulmedien beachten
• die Auswirkungen der "Euthanasie"
im Nationalsozialismus auf Diskussionen über Sterbehilfe und
bioethische Fragestellungen in der Bundesrepublik heute aufzeigen
• Biographien der Ausführenden exemplarisch
kennenlernen und sie im Hinblick auf die Gründe ihres Handelns
befragen
• den Umgang der Justiz mit diesen Verbrechen
exemplarisch erarbeiten
• Formen des Erinnerns und Gedenkens an die
Geschehnisse in Grafeneck kennenlernen
• durch Exkursionen eigenständige Erfahrungen
in bezug auf den Umgang mit Behinderten heute bzw. hinsichtlich
verbliebener Spuren in Grafeneck machen.