|
1933 |
|
|
30. Januar |
Hitler wird Reichskanzler. |
|
27. Februar |
Reichstagsbrand. Den Massenverhaftungen folgt die Errichtung
der ersten Konzentrationslager in Deutschland. Erste Emigration. |
|
23. März |
Ermächtigungsgesetz. Bis Juli Verbot und Auflösung aller
Nicht-nationalsozialistischen Vereinigungen, Parteien und
Gewerkschaften. |
|
April |
Boykott jüdischer Geschäfte, Rechtsanwälte und Ärzte
durch eine repressive Gesetzgebung gegen Juden und Gegner des
Nazi-Regimes. Große Emigrationswelle. |
|
10. Mai |
Bücherverbrennungen in Deutschland. |
|
14. Juli |
Nazi-Gesetz über den "Widerruf von Einbürgerungen und
die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit"; viele
Emigranten werden dadurch staatenlos. |
|
1935 |
|
|
15. September |
Nürnberger Rassegesetze:
1. "Juden sind von der Reichsbürgerschaft
ausgeschlossen"
2. "Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der
deutschen Ehre" (Eheschließungen zwischen
"Ariern" und Juden werden verboten, außereheliche
Beziehungen zwischen Juden und "Ariern" unter Strafe
gestellt) |
|
14. November |
Entlassung aller jüdischen Beamten einschließlich der
Frontkämpfer. |
|
1936 |
|
|
18. Juli |
Putsch General Francos; Beginn des spanischen Bürgerkrieges. |
|
1938 |
|
|
13. März |
"Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich;
erneute Flüchtlingswelle. |
|
28. März |
Aberkennung des öffentlich-rechtlichen Status der jüdischen
Kultusvereinigungen. |
|
26. April |
Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden. |
|
14. Juni |
Registrierung und Kennzeichnung der jüdischen
Gewerbebetriebe. |
|
25. Juli |
Zulassungsverbot für alle jüdischen Ärzte. |
|
27. September |
Zulassungsverbot für alle jüdischen Rechtsanwälte. |
|
28. Oktober |
Ausweisung der Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit. |
|
9. November |
"Reichskristallnacht", Zerstörung von Synagogen,
Pogrome. |
|
12. November |
Sühneleistung der Juden von zunächst 1 Milliarde
Reichsmark. |
|
12. November |
Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen
Wirtschaftsleben. |
|
15. November |
Entfernung aller jüdischen Kinder aus den deutschen Schulen. |
|
3. Dezember |
Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens. |
|
1939 |
|
|
20. Januar |
Entstehung des ersten Sammellagers für Ausländer in
Rieucros (zwischen Le Puy und Nîmes). |
|
2. Februar |
Bau verschiedener Sammellager in Südfrankreich. |
|
15. März |
Deutsche Truppen marschieren in der Tschechoslowakei ein. |
|
31. März |
Ende des spanischen Bürgerkrieges und Beginn der Diktatur
Francos. |
|
5. April |
Die ersten Spanier treffen auf dem Lagergelände in Gurs ein. |
|
20. April |
Eine große Anzahl Interbrigadisten und spanischer Soldaten
werden aus anderen Lagern nach Gurs verlegt (etwa 18.000
Spanier, 550 Österreicher, 600 Tschechen und 650 deutsche
Spanienkämpfer). |
|
1. September |
Beginn des II. Weltkrieges. Deutsche Truppen überfallen
Polen. |
|
2. September |
In der sozialistischen Tageszeitung Le Populaire erscheint
ein offener Brief an den französischen Innenminister, in dem
sich deutsche und österreichische Sozialdemokraten, die in Gurs
interniert sind, der französischen Republik zur Verfügung
stellen. |
|
3. September |
Kriegserklärung Frankreichs und Englands an Deutschland. |
|
1940 |
|
|
20. April |
Die Hälfte der deutschen und österreichischen
Interbrigadisten wird aus Gurs zwangsweise in Lager an die
belgische Grenze gebracht. |
|
1. Mai |
In Gurs werden noch 2.470 Männer festgehalten, davon über
2.000 Interbrigadisten. 250 Spanier arbeiten in der
Instandhaltungs-Kompanie des Lagers. |
|
10. Mai |
Angriff der deutschen Truppen auf Belgien, Holland und
Frankreich. |
|
13. Mai |
In den französischen Zeitungen erscheint ein Aufruf, dass
sich alle im Departement Seine lebenden deutschen Frauen am 15.
Mai zur Internierung zu melden haben. |
|
23. Mai |
In Gurs treffen etwa 2.360 Frauen aus Paris und Umgebung ein. |
|
14. Juni |
Deutsche Truppen besetzen Paris. |
|
22. Juni |
Waffenstillstandsvertrag zwischen Deutschland und Frankreich.
Artikel 19 sieht die Auslieferung der von Hitler-Deutschland
angeforderten deutschen Emigranten vor. Frankreich wird in eine
besetzte und eine unbesetzte Zone eingeteilt. |
|
Juni |
Im Lager Gurs werden ca. 9.280 "feindliche Ausländer"
festgehalten. Es sind überwiegend Frauen. Von den Gefangenen
sind etwa 7.110 Deutsche. |
|
11. Juli |
Pétain wird französischer Staatschef. Regierungssitz ist
Vichy. |
|
1. September |
Das Lager leerte sich über Sommer und es befinden sich nur
noch 894 "feindliche Ausländer" in Gurs. |
|
3. Oktober |
Die Vichy-Regierung erlässt antisemitische Gesetze. Alle
ausländischen Juden, die sich in der unbesetzten Zone
aufhalten, werden interniert. |
|
15. Oktober |
Befehl an das badische Innenministerium, der Gauleiter von
Baden und Saarpfalz, Robert Wagner und Josef Bürckel, alle
"Volljuden" aus Baden, der Pfalz und dem Saarland
auszuweisen. |
|
22./23. Oktober |
Deportation der badischen, pfälzischen und saarländischen
Juden nach Gurs. |
|
24. Oktober |
Der erste von neun Transportzügen mit deutschen Juden aus
Baden und der Pfalz kommt in Gurs an. Insgesamt werden im
Oktober 6.504 Juden in das Lager deportiert. |
|
Ende Oktober |
Etwa 4.000 Internierte, überwiegend deutsche Juden, werden
aus dem
Lager St. Cyprien nach Gurs verlegt. |
|
13. Dezember |
Die "Union des Sociétés de Bienfaisance" in
Toulouse, der Dachverband der französischen
Wohlfahrtsorganisation, erhält die Erlaubnis für
Lebensmittel-Lieferungen in das Lager. |
|
1941 |
|
|
Januar |
Fast die Hälfte der Internierten im Lager werden von
Hilfsorganisationen, wie die Quäker, O.S.E., C.D.A., Y.M.C.A.,
CIMADE, Entr.-Aide-Sociale, das Französische Rote Kreuz, Colis
Suisse und Ducours Suisse ernährt. |
| |
Als Verteilungsstelle für Geld- und Lebensmittelspenden wird
im Lager die C.C.A. (Commission Centrale d`Assistance) gegründet
und von dem internierten Rabbiner Ansbacher geleitet. |
| |
Bis Februar sterben viele Menschen, vor allem Ältere und
Kinder, im Lager. An manchen Tagen sind es bis zu einem Dutzend. |
|
24. Mai |
Erste Judenrazzien in Paris. |
|
22. Juni |
Angriff der deutschen Truppen auf die Sowjetunion. |
|
1. September |
Einführung des Judensterns. |
|
1942 |
|
|
20. Januar |
Auf der "Wannsee-Konferenz" in Berlin wird die
"Endlösung der Judenfrage" organisiert, der
systematische Massenmord an den Juden in Europa. |
|
Februar |
Eine besondere Küche für (Hunger-) Ödemkranke wird
eingerichtet. Zahlreiche Internierte werden von Gurs in andere
Lager verlegt. |
|
10. März |
SS-Hauptsturmführer Dannecker beginnt mit den
organisatorischen Vorbereitungen zur Deportation von zunächst
5.000 Juden aus Frankreich. |
|
27. März |
Der erste Transport ausländischer und französischer Juden
verlässt die besetzte Zone Frankreich nach Auschwitz. |
|
Juli |
Dannecker besichtigt mehrere Internierungslager in der
unbesetzten Zone, darunter auch Gurs. Seinem Bericht zufolge
werden dort noch rund 2.600 Menschen festgehalten, davon seien
1.912 ehemalige deutsche Staatsangehörige "sowie 335
ebenfalls für den Abschub in Frage kommende" Personen. |
|
5. August |
Der erste Deportationszug von Gurs wird zusammengestellt, der
zwei Tage später im Durchgangslager Drancy eintrifft. |
|
7. August |
Zweiter Deportationszug. |
|
24. August |
Dritter Deportationszug. |
|
1. September |
Vierter Deportationszug von Gurs. Von Anfang August an werden
2.212 Menschen von Gurs nach Auschwitz deportiert. Aus den
anderen Internierungslagern in der unbesetzten Zone Frankreichs
sind es rund 7.660 Menschen. Etwa 80 % dieser Menschen werden
unmittelbar nach Ankunft in den Vernichtungslager im Osten
ermordet. |
|
November |
Deutsche Truppen marschieren in den noch unbesetzten Teil
Frankreichs ein. |
|
1943 |
|
|
Januar |
Nachdem die Gestapo die Lagerliste überprüft hat, werden 36
deutsche Antifaschisten aus dem Lager Gurs nach Paris
transportiert. |
|
23. Februar |
Erste Überführung von Internierten in das von Abbé
Glasberg eröffnete Flüchtlingsheim Bégué, das ein Überleben
ermöglicht. |
|
27. Februar |
Bei zwei weiteren Deportationen aus Gurs werden 1.695
Internierte
nach Auschwitz transportiert. |
|
1944 |
|
|
6. Juni |
Landung alliierter Truppen in der Normandie. |
|
17. August |
Der letzte Deportationszug verlässt Frankreich über Drancy
nach Buchenwald. |
|
Sommer |
Nach der Befreiung Frankreichs werden mehrere hundert
deutsche Kriegsgefangene und ca. 2.000 französische
Kollaborateure in Gurs interniert. |
|
1945 |
|
|
8. Mai |
Unterzeichnung der "bedinglosen Kapitulation" der
deutschen Wehrmacht in Reims. |
|
14. August |
Verurteilung Pétains (das Todesurteil wird in lebenslängliche
Haft umgewandelt), Regierungschef Pierre Laval wird zum Tode
verurteilt und erschossen. |
|
31. Dezember |
Das Lager Gurs wird geschlossen und aufgelöst. |
|
1957 |
|
|
10. August |
Zeitungsartikel in der Badischen Volkszeitung: "Sind die
badischen Juden vergessen?" |
|
1961 |
|
| |
Restaurierung des Friedhofs. |
|
1963 |
|
|
22. Januar |
Abschluss des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages. |
|
26. März |
Einweihung des Friedhofs. |
| 1994 |
|
|
Errichtung des Mémorial national. |
| 1996 |
|
|
26. Juli - 12. August |
Deutsch-französisches Jugendworkcamp des
Stadtjugendausschusses e. V. Karlsruhe. |
|
1999 |
|
|
|
Ein Koordinierungskreis zur Vorbereitung der Gedenkfeiern
2000 konstituiert sich. |
|
2000 |
|
|
20. August – 3. September |
Deutsch-französisches Jugendworkcamp des Volksbundes
Deutscher Kriegsgräberfürsorge. |
| |
|
|
17. / 18. September |
Symposium in Mannheim: "Erinnerung und Reflexion nach 60
Jahren". |
| |
|
|
27. Oktober-3. November |
Studienreise nach Gurs, Bordeaux und Oradour durch die
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. |
| |
|
|
29. / 30. Oktober |
Gedenkfeiern in Gurs, Portet und Noe und der Synagoge in Pau. |
| |
|
|
Oktober / November |
Zahlreiche Gedenkfeiern in badischen Städten und Gemeinden. |
|