Das "KZ Natzweiler-Struthof" in den Vogesen
hatte zahlreiche Außenlager, sogenannte "Kommandos", auf
dem Gebiet der heutigen Länder Baden-Württemberg, Hessen,
Rheinland-Pfalz und Saarland. Nach seiner Befreiung 1944 wurde es
sogar unter dieser Ortsbezeichnung im Reichsgebiet, allerdings nur
noch als Verbund der zahlreichen Außenlager, weitergeführt, mit
allen damit verbundenen Gräueln.
Seit einigen Jahren bestehen gute Kontakte, auch über
die Grenzen hinweg, zwischen Einrichtungen und Personen, die sich
mittlerweile verstärkt der Erforschung der Geschichte der Lager und
dem Gedenken an die Opfer widmen.
Im Laufe der Zeit entstand die Überzeugung, daß die
vereinzelten, meist örtlich und regional begrenzten Forschungen
verknüpft werden sollten. Nicht zuletzt, weil die Dokumente zum Teil
weit verstreut, Fundorte wenig bekannt und manche Bestände nur schwer
zugänglich und erschliessbar sind.
Neben zahlreichen zweiseitigen Kontakten wurde der
Wunsch zu einem Erfahrungs-, Dokumenten- und Datenaustausch, zur
Herstellung eines Überblicks über die vorhandenen Aktivitäten und
ihrer Ergebnisse immer dringlicher.
Im Frühjahr 2000 trafen in Stuttgart erstmalig
Vertreter von Gedenkstätten und Forschungsinstituten in den Ländern
Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg mit einem
französischen Kollegen zu einer Fachtagung zusammen. Das Ergebnis war
Ermunterung, mit dieser Arbeit als binationaler, ja europäischer
Aufgabe weiterzufahren.
Die vorgelegte Studie, hier in einer überarbeiteten
und aktualisierten Fassung, entstand am Lehrstuhl für Neuere und
Neueste Geschichte, Prof. Dr. Ulrich Herbert, an der Universität
Freiburg, und befaßt sich mit demselben Problemkreis. Sie resümiert
und gibt Anregungen für weitere Arbeiten in diesem Feld.
Stuttgart, 1. September 2000
Konrad Pflug
Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg
Fachreferat Gedenkstättenarbeit