Baden-Württemberg

Kleine politische Landeskunde


Hrsg.: LpB

1999

 

Kleine politische Landeskunde

Inhaltsverzeichnis

 

Bildung, Wissenschaft und Forschung im »Land der Dichter und Denker«

Bildungs- und Wissenschaftspolitik fällt unter die Kulturhoheit der Länder. Sie macht einen Kernbereich ihrer Eigenstaatlichkeit aus und ist deshalb ein streng gehüteter Politikbereich.

 

Kultusministerkonferenz und Wissenschaftsrat

Um der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in der gesamten Bundesrepublik willen, haben sich die Länder von Anfang an um eine enge Kooperation sowohl untereinander (Ständige Konferenz der Kultusminister und Wissenschaftsrat) als auch mit dem Bund bemüht. Der Bund hat jedoch nur eingeschränkte Kompetenzen, die sich im Bildungsbereich vor allem auf die Hochschulgesetzgebung (Hochschulrahmengesetz 1976), den Hochschulaus- und -neubau sowie auf die Bildungsplanung erstrecken. Und er wirkt im Bereich der Wissenschafts- und Forschungspolitik an der überregionalen Forschungsförderung mit. Auf dieser Verfassungsgrundlage wurde im Jahr 1975 zwischen Bund und Ländern die Rahmenvereinbarung über die gemeinsame Förderung der Forschung getroffen. Bereits seit 1970 besteht ein Verwaltungsabkommen zwischen Bund und Ländern über die Errichtung einer gemeinsamen Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung. Trotz der Bund-Länder-Kooperationen und der Zusammenarbeit der Länder untereinander ist jedoch jedes Bundesland einen eigenen Weg in der Bildungspolitik gegangen, so auch Baden-Württemberg. Die bildungspolitisch interessantesten Bereiche in den Ländern umfassen die Bildungsstruktur sowie Inhalte und Ziele der Bildungspolitik.

Vorsprung an Bildungs- und Forschungseinrichtungen

Bildung, Wissenschaft und Forschung haben im »Land der Dichter und Denker« sowie der »Tüftler« traditionell einen hohen Stellenwert. Weil das Land arm an Rohstoffen ist, werden Aus- und Fortbildung großgeschrieben: Nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit sind eng mit dem Qualitätsniveau der Beschäftigten verbunden. In Baden-Württemberg existiert ein breit gefächertes Bildungssystem: Das Land hat nicht nur ein flächendeckendes Angebot an Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien, sondern es ist auch eines der hochschulreichsten Bundesländer. Außerdem gibt es ein funktionierendes Berufsschulwesen und mit dem Ausbau der Fachhochschulen sowie mit den Berufsakademien – einer »Erfindung « aus Baden-Württemberg – hat das Land Beispiele gesetzt.

 

Evangelisches Stift Tübingen

Die wohl bekannteste Institution der Universität Tübingen ist das Evangelische Stift. Johannes Kepler, Wilhelm Schickard, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Friedrich Hölderlin, Eduard Mörike: dies sind nur einige »Stiftsköpfe« von internationalem Ruf. 
Foto: P. Bicheler

 

Allgemein bildende Schulen in Baden- Württemberg

Nach einem Rückgang der Schülerzahlen in den 80er Jahren ist die Zahl der Schüler und Schülerinnen an den allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg seit 1990 wieder kräftig gestiegen und betrug im Schuljahr 1998/99 rund 1,2 Millionen. Die derzeitigen Prognosen gehen davon aus, dass die Zahlen erst um das Jahr 2010 wieder sinken. Für alle Kinder gemeinsam ist die Grundschule. Sie umfasst die Klassen eins bis vier. Im zweiten Halbjahr der vierten Klasse erhalten die Schüler eine sogenannte Grundschulempfehlung. Sie entscheidet darüber, welche weiterführende Schule besucht werden kann: die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium. Die Hauptschule ist eine der Schularten, die auf die Grundschule aufbaut. Sie umfasst fünf Schuljahre und schließt mit dem sogenannten »Hauptschulabschluss« ab. Der Bildungsgang der Hauptschule führt in die berufliche Ausbildung in Handwerk, Industrie, Handel und Verwaltung oder in weitere berufsbezogene Bildungsgänge. Über die zweijährige Berufsfachschule haben Hauptschüler und -schülerinnen die Möglichkeit, einen Mittleren Abschluss zu bekommen. Wer nach der Hauptschule einen Berufsschulabschluss erreicht, hat ebenfalls einen Mittleren Abschluss in der Tasche. Seit Herbst 1990 gibt es in Baden-Württemberg die »Werkrealschule «, in der begabte Hauptschüler ihre Mittlere Reife genauso schnell wie Realschüler bekommen. Die sechsjährige Realschule geht von Klasse fünf bis zehn. Ihr Abschluss eröffnet Zugang zu einer Berufsausbildung in Handwerk, Industrie, Handel und Verwaltung. Ganz Eifrige können dann noch eine Fachschule besuchen, in der man nach zwei Jahren einen staatlichen Abschluss – zum Beispiel als Techniker oder Betriebswirt – bekommt. Mit einer Zusatzprüfung kann dabei sogar die Fachhochschulreife erworben werden. Eine Alternative ist eine berufliche Ausbildung am Berufskolleg. Realschulabsolventen können aber nach abgeschlossener Berufsausbildung auch an den einjährigen Berufskollegs zum Erwerb der Fachhochschulreife die Qualifikation für ein Studium an einer Fachhochschule erlangen. Realschüler und -schülerinnen mit besonders guter Abschlussprüfung wählen häufig einen anderen Weg: In einem beruflichen oder einem allgemein bildenden Gymnasium »büffeln« sie für die Hochschulreife. Am Ende von Klasse sechs, sieben oder acht besteht die Möglichkeit, auf ein Aufbaugymnasium überzuwechseln. Das Gymnasium baut in der Normalform auf der Grundschule auf und umfasst neun Schuljahre. In Baden-Württemberg gibt es bereits seit 1991 den Schulversuch »Gymnasium mit achtjährigem Bildungsgang«. Im Schuljahr 1997/98 ist dieser Versuch auf weiterentwickelter Grundlage erheblich ausgeweitet worden. Nach einer Novellierung des baden-württembergischen Schulgesetzes soll dieses »Gymnasium der zwei Geschwindigkeiten« zum regulären Bildungsangebot werden. Das gymnasiale Bildungsangebot im Land bietet neben dieser zeitlichen auch eine inhaltliche Differenzierung in Profile. Die meisten Schüler und Schülerinnen besuchen das naturwissenschaftliche oder das sprachliche Profil. Daneben gibt es Profile für Musik, Bildende Kunst und Sport. Die Aufbaugymnasien mit Heim bieten die Möglichkeit, nach Klasse 6 oder 7 oder nach Abschluss der Realschule von einer anderen Schulart in das allgemein bildende Gymnasium einzutreten. Das Abiturzeugnis berechtigt grundsätzlich zum Studium für alle Fachrichtungen an den wissenschaftlichen Hochschulen. In der Oberstufe wird der Unterricht ab Klasse 12 nicht mehr im geschlossenen Klassenverband, sondern in Fachkursen erteilt. Die Fächer werden dabei als Grund- und Leistungskurse angeboten. Hier werden verstärkt erwachsenengerechte und hochschulnahe Arbeitsformen angewandt. Zum Beispiel können die Schulen selbst bestimmen, welche Themen in fächerübergreifenden Projekten erarbeitet werden. Fächerverbindendes, selbständiges, aber auch teamorientiertes Lernen mit Elementen der individuellen Schwerpunktsetzung soll die Voraussetzungen für eine qualifizierte Berufsausbildung oder ein Studium schaffen. Baden-Württemberg hat sich für die Beibehaltung des traditionellen dreigliedrigen Schulsystems entschieden. Gesamtschulen gab es deshalb nur als Schulversuch. Schüler und Schülerinnen mit Behinderungen besuchen gemeinsam mit nicht behinderten Kindern die allgemeine Schule, wenn diese aufgrund der gegebenen Verhältnisse diesen Erziehungs- und Bildungsauftrag gewährleisten kann. Für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und einem hohen sonderpädagogischen Förderbedarf steht ein ausgebautes und differenziertes Sonderschulwesen zur Verfügung. Hier können alle Bildungsabschlüsse der allgemeinen Schulen erreicht werden. Ein Wechsel von einer Sonderschule in eine allgemeine Schule und umgekehrt ist jederzeit möglich. Das Grundgesetz (Art. 7, Abs. 4,1) und das Privatschulgesetz Baden-Württembergs garantieren die Gründung und Existenz von Privatschulen. Im Land bestehen gegenwärtig rund 500 Privatschulen, darunter Abendrealschulen und -gymnasien, berufliche Privatschulen, die Freien Waldorfschulen und private Sonderschulen.

Die Werkrealschule

Aufgrund des Schulgesetzes wird in Baden-Württemberg an zentralen Hauptschulen ein 6. Schuljahr flächendeckend angeboten, das eine erweiterte allgemeine Bildung vermittelt. Es schließt mit einem Abschlussverfahren ab und vermittelt einen dem Realschulabschluss gleichwertigen Bildungsstand.

G 8: Das achtjährige Gymnasium

Der seit 1991 laufende Schulversuch »Gymnasium mit achtjährigem Bildungsgang« – von Kritikern auch »Turbo-Gymnasium« genannt – wird in Baden-Württemberg bald ein reguläres Bildungsangebot sein. Die Schüler und Schülerinnen des achtjährigen Zuges absolvieren den Unterrichtsstoff der normalen Klassen fünf bis elf bereits bis zum Ende der Klasse zehn. Die sogenannte Kursstufe der bisherigen Klassen 12 und 13 belegen sie dann mit den Schülern des »Normalzugs«. Die Absolventen des »Gymnasiums der zwei Geschwindigkeiten« legen dann gemeinsam die gleiche Abiturprüfung ab.

 

Grafik Bildungswege in Baden-Württemberg

Das Bildungssystem in Baden-Württemberg ist gekennzeichnet durch ein gut ausgebautes Schul- und Hochschulsystem. Das Schulwesen ist vielfach gegliedert, und es gibt zahlreiche Übergangsmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Schularten und Schulstufen – eine wesentliche Voraussetzung für Chancengleichheit.

Grafik: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, aus: Spektrum Schule. Bildungswege in Baden-Württemberg.

 

Erziehung und Unterricht in der Landesverfassung (Auszüge)

Artikel 11,1

»Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage das Recht auf eine seiner Begabung entsprechende Erziehung und Ausbildung.«

Artikel 12, 1

»Die Jugend ist in Ehrfurcht vor Gott, im Geiste der christlichen Nächstenliebe, zur Brüderlichkeit aller Menschen und zur Friedensliebe, in der Liebe zu Volk und Heimat, zu sittlicher und politischer Verantwortlichkeit, zu beruflicher und sozialer Bewährung und zu freiheitlicher demokratischer Gesinnung zu erziehen.

Artikel 20,1

»Die Hochschule ist frei in Forschung und Lehre.«

Artikel 21, 1 und 2

»Die Jugend ist in den Schulen zu freien und verantwortungsfreudigen Bürgern zu erziehen und an der Gestaltung des Schullebens zu beteiligen.« »In allen Schulen ist Gemeinschaftskunde ordentliches Lehrfach.«

Die beruflichen Schulen

In Baden-Württemberg gibt es derzeit 739 öffentliche und private berufliche Schulen, die im Schuljahr 1998/99 nahezu 365.000 Schüler und Schülerinnen in Voll- oder Teilzeitform besuchten. Das berufliche Schulwesen im Land bietet in folgenden Schularten berufsqualifizierende und allgemeinbildende Abschlüsse: Berufsschule (2 – 31/2 Jahre), Berufsfachschule (1 – 3 Jahre), Berufskolleg (1 – 3 Jahre), Berufsoberschule (1-2 Jahre) mit der Möglichkeit zum Erwerb der Fachschulreife oder fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife, Fachschule (1 – 2 Jahre); in der zweijährigen Form mit der Möglichkeit zum Erwerb der Fachhochschulreife, Berufliches Gymnasium (3 und 6 Jahre) mit dem Abschluss der Hochschulreife. Größter Bereich des beruflichen Schulwesens ist der der Berufsschulen, wo in Kooperation mit dem Ausbildungsbetrieb (duales System) ein Berufsabschluss erworben wird.

Forschungsland Baden-Württemberg

Baden-Württemberg ist eine der forschungsintensivsten Regionen Europas, und das Land lässt sich die Investitionen in Forschung und Lehre etwas kosten: Mehr als fünf Milliarden Mark fließen jährlich aus Haushaltsgeldern in diesen Bereich. Die Forschungsinfrastruktur des Landes reicht heute weit über die traditionellen Hochschulgrenzen hinaus. Die Universitäten sind die größten Forschungseinrichtungen des Landes und Zentren international anerkannter Grundlagenforschung. An baden-württembergischen Universitäten ist insgesamt ein Viertel aller Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichtet. 13 Institute der Max-Planck-Gesellschaft haben im Südwesten ihren Sitz und 14 Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft. Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten in den drei Großforschungseinrichtungen (Kernorschungszentrum Karlsruhe, Deutsche Forschungsanstalt für Luft-und Raumfahrt Stuttgart, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg). Hinzu kommen über 40 außeruniversitäre wissenschaftliche Einrichtungen. Die Vielfalt und Innovationskraft dieser Einrichtungen gilt es auch in ihrer finanziellen Basis abzusichern, denn dadurch wird ein Stück Zukunft des Landes Baden-Württemberg gestaltet.

 

Grafik Wissenschaftsausgaben in Baden-Württemberg

Quelle: Funktionenplan des Staatshaushaltsplanes Baden-Württemberg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst) (Haushaltsquerschnitt);
Grafik: Beatrice Hornung Wissenschaftsausgaben in Baden-Württemberg

 

Eine Erfindung aus dem Land: die Berufsakademien

Nur qualifizierte Fachkräfte ermöglichen bekanntermaßen hochtechnologische Produktionsverfahren. 1974 schuf das Land deshalb in Abstimmung mit der Wirtschaft die Berufsakademien – vielerorts als »Modell« bezeichnet und übernommen. Aufbauend auf dem dualen Prinzip bieten die acht Akademien in Heidenheim, Karlsruhe, Lörrach, Mannheim, Mosbach, Ravensburg, Stuttgart und Villingen-Schwenningen Ausbildungsgänge in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Sozialwesen an. Die praktischen Ausbildungsteile absolvieren die rund 11.000 Studierenden in einem Betrieb, den theoretischen Teil an den Berufsakademien. Als besondere »Erfindung« Baden-Württembergs gewinnen die Berufsakademien immer mehr an Bedeutung und Ansehen. Sie bieten eine attraktive Alternative zum Hochschulstudium. Schon während der Ausbildung gehören die Studierenden einem Unternehmen an, so dass Theorie und Praxis in idealer Weise miteinander verbunden werden können. Die Studierenden bewegen sich in zwei Welten: in der betrieblichen Arbeitswelt mit realen Betriebsabläufen sowie in der Welt der Studienakademien mit Semesterabschlussprüfungen und Hausarbeiten. Das Diplom der Berufsakademie ist dem Diplom an der Fachhochschule gleichgestellt. Auch andere Bundesländer haben inzwischen Berufsakademien eingerichtet. Insbesondere Klein- und Mittelbetriebe decken ihren Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs durch Berufsakademie-Absolventen. In Baden-Württemberg sind dies jährlich über 3000.

Die Hochschulen

Neun Universitäten gibt es im Land: Freiburg, Heidelberg, Hohenheim, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Stuttgart, Tübingen und Ulm. Mit der »Ruperto-Carola« in Heidelberg besitzt Baden-Württemberg die älteste Universität auf deutschem Boden (gegründet 1386). Bereits 1518 hielt Martin Luther hier seine Disputation und formulierte 28 neue theologische Thesen. Zahlreiche Nobelpreise für Heidelberger Wissenschaftler zeugen vom hohen traditionellen Rang der größten Universität des Landes in Forschung und Lehre. Ebenfalls »klassische« Universitäten sind die Albrecht-Ludwigs-Universität in Freiburg (1457) und die Eberhard-Karls-Universität in Tübingen (1477). Tübingen erlangte besondere Reputation durch das 1536 geschaffene »Evangelische Stift«, an dem Ende des 18. Jahrhunderts gleichzeitig Hölderlin, Schelling und Hegel studierten. Zu Baden-Württembergs Hochschullandschaft zählen außerdem Kunsthochschulen in Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg, Heidelberg/Mannheim und Trossingen sowie pädagogische Hochschulen in Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd, Freiburg und Weingarten. An weiteren 22 staatlichen, zehn nicht staatlichen und sieben verwaltungsinternen Fachhochschulen in Baden-Württemberg haben Studierende die Möglichkeit, modernste Ausbildung und Vorbereitung für unterschiedlichste Tätigkeitsfelder zu erlangen. Die Fachhochschulen bilden in einem praxisnahen wissenschaftlichen Studium in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Soziales aus. Sie haben sich zu anerkannten Wissenschafts- und Dienstleistungszentren – vor allem für die jeweilige Region – entwickelt und bieten den Absolventen gute Berufschancen.

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Die Landeszentrale für politische Bildung hat als Aufgabe, »die politische Bildung in Baden-Württemberg auf überparteilicher Grundlage zu fördern und zu vertiefen«. Dies geschieht durch eigene Veranstaltungen (rund 900 pro Jahr) sowie durch die Bereitstellung von Publikationen, darunter drei Zeitschriften, deren älteste, »Der Bürger im Staat« (seit 1951), den Namen der Vorgängerorganisation verpflichtend weiterträgt. Seit 1996 hat der Landtag der Landeszentrale eine besondere Verantwortung für die Gedenkstätten des Nationalsozialismus in Baden-Württemberg übertragen. Die Landeszentrale ist eine nicht rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts im Geschäftsbereich des Staatsministeriums. Zur Wahrung ihrer Unabhängigkeit besteht ein Kuratorium, in das alle Landtagsfraktionen ihre Vertreter entsenden. Hinzu kommen Sachverständige für politische Bildung aus den verschiedensten Bereichen unserer Gesellschaft (z. B. Kirchen, Gewerkschaften, Arbeitgeber, Volkshochschulen). Die Arbeit der Landeszentrale richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger des Landes.

 

"Haus auf der Alb" der Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg

Das »Haus auf der Alb« in Bad Urach, ein bedeutendes Bauhaus-Denkmal aus der Zeit der Weimarer Republik, dient der Landeszentrale als Tagungsstätte. 
Foto: Joachim Feist

 

Weniger Studierende und »Bildungsguthaben «

In den letzten Jahren war ein deutlicher Rückgang bei der Zahl der Studierenden an den Hochschulen des Landes zu beobachten. Im Wintersemester 1998/99 waren an den öffentlichen und privaten Hochschulen Baden-Württembergs 186.674 Studierende immatrikuliert. Zum Wintersemester 1998/99 wurde in Baden-Württemberg ein »Bildungsguthaben « eingeführt, das für alle Hochschularten gilt. Studierende, die ihre Regelstudienzeit um vier Semester überzogen haben, müssen pro Studienhalbjahr 1000 DM bezahlen. Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland, das diese Studiengebühr – von manchen als »Strafgebühr« empfunden – erhebt.

 


Copyright ©   1999  LpB Baden-Württemberg   HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de