Baden-Württemberg

Kleine politische Landeskunde


Hrsg.: LpB

1999

 

Kleine politische Landeskunde

Inhaltsverzeichnis

 

Das Industrieland Baden-Württemberg

 

Berta Benz testet die Erfindung ihres Mannes Carl Friedrich

Die wohl berühmteste Erfindung aus dem Ländle: das Automobil. In einem Gartenhäuschen auf dem Grundstück seiner Cannstatter Villa entwickelte der Schorndorfer Gottlieb Daimler gemeinsam mit dem »König der Konstrukteure«, Wilhelm Maybach, den schnelllaufenden Viertaktmotor, der das Verkehrswesen rund um den Globus revolutionierte. Das erste Motorrad der Welt ratterte 1885 über das Cannstatter Pflaster, 1886 folgte das erste Automobil, damals eine motorisierte Kutsche. In Baden hatte bereits ein Jahr zuvor der Karlsruher Carl Friedrich Benz ein Kraftfahrzeug mit Viertakt- Verbrennungsmotor und elektrischer Zündung gebaut, das er ebenfalls 1886 vorführte. Berta Benz (Bild) testete die Erfindung ihres Mannes Carl Friedrich. 
Foto: Archiv Daimler Chrysler AG

 

Das Land der Tüftler verteidigt seinen Spitzenplatz bei Patenten

In Baden-Württemberg, dem Land der Tüftler und Denker, hat der Erfindungsgeist Tradition. Die Nachfahren von Johannes Kepler, Philipp Matthäus Hahn, Gottlieb Daimler, Carl Friedrich Benz und Graf Zeppelin sind die fleißigsten Erfinder in der Bundesrepublik und halten den Spitzenplatz bei der Anmeldung von Patenten. 1997 wurden pro 100.000 Einwohner Baden-Württembergs 98 Patente angemeldet. Baden-Württemberg ist damit vor Bayern und Hessen das Land mit den meisten Erfindungen pro Kopf der Bevölkerung.

Wirtschaftlich ist Baden-Württemberg eines der leistungsfähigsten Bundesländer. Es ist ein industrie- und exportintensives Land, das einerseits Industriegiganten von Weltruf – wie Daimler Chrysler, Bosch und IBM Deutschland – beherbergt, andererseits aber nach wie vor eine mittelständische Wirtschaftsstruktur aufweist. Seine Branchenstruktur ist geprägt von der Automobilindustrie, der Elektrotechnik und dem Maschinenbau. Der Trend zu Dienstleistungen war im Südwesten lange Jahre unterdurchschnittlich ausgeprägt. Der Anteil der Beschäftigten im Dienstleisungssektor – vor allem im Bereich Planen, Forschen, Fremdenverkehr Gesundheit und Finanzen (v. a. Bausparkassen) – liegt inzwischen mit 57,3 Prozent aber nahe am Bundesdurchschnitt. Im Vergleich der Bundesländer untereinander hat sich Baden-Württemberg im Lauf der letzten Jahrzehnte an einer Spitzenposition behauptet mit einem überdurchschnittlich hohen Pro-Kopf-Einkomkommen; einem hohen Lohn-Niveau; einer relativ günstigen Beschäftigungsentwicklung; einer vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenquote; einer überdurchschnittlichen Entwicklung der Produktivität und einem hohen Tempo technologischer Innovation – staatlich begleitet durch Forschungsinstitute, Technologieparks und Zentren für Technologietransfer; einer starken Ausrichtung auf den Weltmarkt, die sich in einer hohen Exportquote und in einem hohen Unternehmensvermögen im Ausland niederschlägt; einer großen Finanzkraft und damit einem hohen Geberanteil im horizontalen Länderfinanzausgleich. Die insgesamt günstige wirtschaftliche Entwicklung und das Bild eines leistungsfähigen Bundeslandes liegen in den historisch gewachsenen Wirtschaftsstrukturen begründet. Aus der Krise zu Beginn der 90er Jahre ist die baden-württembergische Wirtschaft gestärkt hervorgegangen. Wesentlich dazu beigetragen haben die industriellen Kernbranchen des Landes, der Fahrzeug- und Maschinenbau sowie die Elektroindustrie. Unumstritten ist dabei, dass die Standortbedingungen des Landes auch im weltweiten Handel dafür den Ausschlag geben. Die eigentliche Kraftquelle des Landes sind, angesichts des Mangels an natürlichen Rohstoffen und der relativ schlechten Anbindung an natürliche Handelsstraßen, seine Menschen – ihr Fleiß, ihre Ausdauer und geistige Beweglichkeit, ihr Wettbewerbsgeist und ihre Neigung zum Tüfteln und Erfinden. Von diesen Potentialen hängt es nicht zuletzt ab, ob sich ein positiver Wirtschaftstrend stabilisieren kann.

 

Luftaufnahme des Daimler-Chrysler-Gelände in Möhringen

Der größte deutsche Konzern hat seinen Hauptsitz in Baden-Württemberg: Die Daimler Chrysler AG. Die Konzernzentrale in Stuttgart-Möhringen (Bild) ist eine Stadt in der Stadt. Das Unternehmen hat nach der Fusion mit dem US-Konzern Chrysler weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter, die im Jahr 1998 229 Milliarden Mark umsetzten. Seine Struktur hat sich grundlegend gewandelt: aus dem Automobilhersteller wurde ein integrierter Technologiekonzern mit der Dienstleistungstochter debis. Viele große und kleine Betriebe in Baden-Württemberg liefern dem Giganten zu – ungefähr jeder siebte Arbeitsplatz im Land hängt mittelbar oder unmittelbar von Daimler Chrysler ab.
Foto: Daimler Chrysler AG

 

Die Bundesländer im Vergleich

Land

Fläche 
Anteil 
am Bundes-
gebiet 
in %

Einwohner 
Anteil am Bundes-
gebiet 
in %

Erwerbs-
tätige 
Anteil am
Bundes-
gebiet 
in %

Arbeits-
losen-
quote 
in %
 aller zivilen
Erwerbs-
personen

Brutto-
inlands-
produkt 
Anteil am 
Bundes-
gebiet 
in %

Anteil 
am Außen-
handel 
der BRD 
in %

 

 

 

 

 

 

 

Bundesgebiet

100

100

100

9,8

100

– 1),0

Baden-Württemberg

10,0

12,9

13,9

5,4

14,6

15,4

Bayern

19,8

15,0

16,2

6,0

17,5

15,1

Berlin

0,2

4,1

4,0

16,9

3,7

1,4

Brandenburg

8,3

3,1

2,6

17,5

2,1

0,7

Bremen

0,1

0,8

1,0

12,6

1,1

1,6

Hamburg

0,2

2,1

2,7

9,0

3,6

3,3

Hessen

5,9

7,4

7,8

6,9

9,1

4,9

Mecklenburg-Vorpomm.

6,5

2,1

1,9

18,6

1,4

0,3

Niedersachsen

13,3

9,7

9,0

9,2

8,7

6,6

Nordrhein-Westfalen

9,5

21,9

21,6

9,2

22,0

17,5

Rheinland-Pfalz

5,6

4,9

4,6

7,2

4,4

3,9

Saarland

0,7

1,3

1,3

9,1

1,2

1,2

Sachsen

5,2

5,3

5,0

17,8

3,6

2,0

Sachsen-Anhalt

5,7

3,1

2,6

19,6

2,1

0,7

Schleswig-Holstein

4,4

3,4

3,2

8,7

3,1

1,7

Thüringen

4,5

2,9

2,7

15,9

1,9

0,7

1) Ein Teil des Warenverkehrs ins Ausland kann keinem der deutschen Länder eindeutig zugeordnet werden 
Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland (Stand 2002)

Not macht erfinderisch

Die Techniktüftelei hat im Südwesten eine lange Tradition: Weil das Land arm an natürlichen Rohstoffen ist, musste seine Bevölkerung schon zu Beginn der Industrialisierung auf seine geistigen Kräfte und seine handwerkliche Geschicklichkeit setzen. Die Industrialisierung begann vor allem in Württemberg verhaltener und mit einer zeitlichen Verzögerung gegenüber anderen Regionen. Weil Not bekanntermaßen erfinderisch macht, tüftelten die Badener und Württemberger ihre Länder zum Erfolg. Fahrrad, Automobil und Luftschiff beispielsweise sind allesamt Erfindungen aus dem Ländle, das zum klassischen Standort einer stark exportorientierten Verarbeitungsindustrie wurde.

Typische und wichtige Branchen

Als entscheidender Prosperitätsfaktor hat sich in der Vergangenheit die Industriestruktur erwiesen: Vorrangstellung hat die Investitionsgüterindustrie mit dem Maschinenbau, der Elektrotechnik und dem Fahrzeugbau. An zweiter Stelle steht die Verbrauchsgüterindustrie mit den Bereichen Textil, Bekleidung, Holz- und Kunststoffverarbeitung sowie das Druckereigewerbe. Die Grundstoff- und Produktionsgüterindustrie ist im Land deutlich unterrepräsentiert. Das bedeutet, Baden-Württemberg beheimatet nicht jene Branchen, deren Bedeutung durch den internationalen Strukturwandel und weltweite Sättigungstendenzen drastisch zurückging (wie etwa Kohle, Stahl und Schiffbau). Beständig wachsender Wirtschaftsfaktor des Landes ist der weitgefasste Dienstleistungsbereich, der sich im Verlauf der letzten zwanzig Jahre verdoppelt hat. Nach Bayern ist Baden-Württemberg das Bundesland mit den meisten Übernachtungen im Fremdenverkehr. Der Tourismus spielt auch gesamtwirtschaftlich eine zunehmend wichtigere Rolle. Insgesamt haben sich die Koordinaten der Erwerbsstruktur und des Anteils der Wirtschaftsbereiche an der Bruttowertschöpfung verändert. Zwar sind rund 30 Prozent der Erwerbstätigen in der Industrie tätig, aber der Dienstleistungsbereich wächst beständig. Fast 60 Prozent der Wertschöpfung des Landes werden im Dienstleistungssektor erwirtschaftet, wozu natürlich auch die Industrie mit ihren Dienstleistungen beiträgt

 

Betriebe und Beschäftigte in Baden-Württemberg 1997 nach Beschäftigtengrößenklassen im Produzierenden und Verarbeitenden Gewerbe*

Statistik " Betriebe und Beschäftigte in Baden-Württemberg 1997"

*ohne industrielle Kleinbetriebe mit weniger als 20 Beschäftigten
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

 

Am 2. Juli 1900 startete Ferdinand Graf von Zeppelin seine erste »Himmelszigarre« am Bodensee: das Zeppelinluftschiff LZ 1. Die Ära der Luftschiffe dauerte immerhin 37 Jahre lang. Das Bild zeigt das Luftschiff LZ 6 im Jahre 1910 über dem Wasengelände in Stuttgart-Bad Cannstatt.
Foto: Landesbildstelle Württemberg, Stuttgart

 

Das Handwerk – nach der Industrie zweitgrößter Wirtschaftszweig

Besonders beachtlich – trotz sinkender Tendenz – ist das Handwerk mit annähernd 90.000 Betrieben und einem Gesamtumsatz von rund 116 Milliarden Mark im Jahr 1998. Etwa 860.000 Beschäftigte zählt das Handwerk mit seinen rund 125 verschiedenen Berufen. In mehr als der Hälfte aller handwerklichen Betriebe arbeiten höchstens vier Mitarbeiter, weniger als 2 Prozent der Betriebe beschäftigen 50 Mitarbeiter und mehr.

Die industriellen Ballungsräume

Vor allem Württemberg zeigt eine historisch gewachsene dezentralisierte Industrie- und Wirtschaftsstruktur. Dennoch: In den industriellen Ballungsräumen Baden-Württembergs – Mittlerer Neckar, Rhein-Neckar/Mannheim und Mittlerer Oberrhein/Karlsruhe – konzentrieren sich mehr als ein Drittel der Einwohner und fast die Hälfte der Produktion. Kernregion ist der Mittlere Neckarraum, einer der größten industriellen Ballungsräume der Bundesrepublik.

Exportstärke und Exportabhängigkeit

Die Wirtschaft Baden-Württembergs ist wie in kaum einem anderen Bundesland im Auslandsgeschäft tätig. Baden-Württemberg ist unter den deutschen Flächenstaaten das Exportland Nr. 1. Jeder dritte Arbeitsplatz in der Industrie hängt in Baden-Württemberg vom Export ab. Sektoral liegt der Exportschwerpunkt im Investitionsgüterbereich. Fast 70 Prozent der Industrieexporte erwirtschaften die vier Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektrotechnik und Chemie. Mit einigem Abstand folgen Textilien sowie Eisenwaren. Insgesamt wurden im Jahr 1997 Waren im Gesamtwert von rund 150 Milliarden Mark exportiert. Exportiert wird weltweit, vor allem aber in die Länder der EU (ca. 49 %) – größter Abnehmer ist Frankreich. Insgesamt gesehen ist Baden-Württemberg stärker als der Durchschnitt der anderen Bundesländer auf Märkte außerhalb der EU konzentriert. Nordamerika und Ostasien sind Schwerpunkte wirtschaftlicher Kooperation.

 

Wirtschaftsdaten von Baden-Württemberg

Statistik "Wirtschaftsdaten von Baden-Württemberg"

Quellen: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg; Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

 

Silizium-Germanium-Chips

Im Oktober 1998 stellte die IBM die ersten Silizium-Germanium-Chips vor. Die kleinen und kostengünstigen Chips werden vor allem für die drahtlose Kommunikation verwendet – eine Spitzenleistung auf dem High-Tech-Sektor. Das Bild zeigt den Chip vor einem Glasfaserkabel.
Foto: Bildarchiv IBM Deutschland

 

Struktur und Entwicklung des Energieverbrauchs in Baden-Württemberg 1985 bis 1994

Statistik " Struktur und Entwicklung des Energieverbrauchs in Baden-Württemberg"

1) Sonstige Energieträger = Holz, Müll, Klärgas
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

 

Die Bedeutung der sich entwickelnden Länder in Osteuropa, Asien und Lateinamerika als baden-württembergische Absatz- und Partnerregionen wird im kommenden Jahrzehnt kontinuierlich zunehmen.

Einfuhren aus aller Welt

Außenhandel ist keine Einbahnstraße: Den Ausfuhren Baden-Württembergs stehen erhebliche Einfuhren aus aller Welt gegenüber. Aufgrund des hohen Einkommensniveaus ist das Land ein bedeutender Absatzmarkt für Importwaren. 1997 wurden Waren im Wert von 98 Milliarden Mark eingeführt. Wichtigste Einfuhrgüter sind chemische Erzeugnisse, Maschinenbauerzeugnisse, Textilien, elektrotechnische Erzeugnisse, Nahrungsmittel und Kraftfahrzeuge. Etwa die Hälfte der Einfuhren kommt aus den Ländern der Europäischen Union.

 

Salzbergwerk in Haigerloch-Stetten

Das Salzbergwerk in Haigerloch-Stetten. In Baden-Württemberg gibt es 250 Bergbaubetriebe. Sie förderten 1998 mehr als sieben Millionen Tonnen Bodenschätze wie Kies, Schiefer, Erze und Salz. Die Erdöl- und Erdgasförderung ist im Jahr 1998 eingestellt worden. Insgesamt werden im Land noch 13 verschiedene Bodenschätze abgebaut. Größter Bergbauzweig ist die Steine- und Erdenindustrie. 
Foto: Salzbergwerk Stetten

 

Eine der wirtschaftsstärksten Regionen in der EU

Baden-Württemberg ist auch innerhalb der Europäischen Union eine der wirtschaftsstärksten Regionen. Mit einem Anteil von 4 Prozent am Bruttoinlandsprodukt der EU (1997) – als einem zentralen Indikator für die wirtschaftliche Leistungskraft – hat es ein höheres Gewicht als Nationen wie Belgien und Dänemark. Im europäischen Verbund ist die Exportstärke Baden- Württembergs herausragend: Mit einem Anteil von 4,2 Prozent (1997) am gesamten EU-Export hat Baden-Württemberg ein höheres Gewicht als Länder wie Dänemark, Österreich und Schweden. 1997 war jeder fünfte Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Export abhängig, im Verarbeitenden Gewerbe sogar jeder dritte.

Wirtschaft und Wissenschaft

Unsere Wirtschaft kann nur so gut sein, wie die wissenschaftliche Grundlage, auf der sie arbeitet und produziert. Und wer auf den Weltmärkten bestehen will, muss die Forschungstrends frühzeitig erkennen und beeinflussen, die speziellen Stärken nutzen und das Innovationstempo entscheidend steigern. «Die Worte des früheren Ministerpräsidenten Lothar Späth haben an Aktualität nicht verloren. Sie beschreiben treffend die traditionell enge Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in Baden-Württemberg. Neben Ausbau und Förderung der Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bilden die Technologiezentren den Kern der Forschungs- und Technologiepolitik. Baden-Württemberg gilt heute als das Bundesland mit dem dichtesten Netz an Forschungseinrichtungen. Neben den neun Universitäten, 16 technisch orientierten Fachhochschulen und elf naturwissenschaftlich orientierten Max-Planck-Instituten gibt es 32 speziell auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtete, wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen, die außerhalb der Universitäten angesiedelt sind, aber in enger Verbindung mit ihnen stehen. Hierzu zählen: 14 Institute der Fraunhofer-Gesellschaft; 9 Institute der industriellen Gemeinschaftsforschung; 7 Vertragsforschungseinrichtungen an den Universitäten; 2 Großforschungseinrichtungen in Stuttgart und Karlsruhe. Diese wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen bilden Brücken zwischen der Grundlagenforschung der Universitäten und der technischen Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren in den Betrieben. Baden-Württemberg verfügt darüber hinaus über ein flächendeckendes System des Technologietransfers. Neben den Einrichtungen der wirtschaftsnahen Forschung sind es mehr als 40 orts- und unternehmensnahe Kontaktberatungsstellen bei den Industrie- und Handwerkskammern sowie den Fachhochschulen, die in dieses Netz eingebunden sind. Die Steinbeis-Stiftung unterstützt mit ihren mehr als 200 überwiegend an den Fachhochschulen des Landes betriebenen, fachlich orientierten Transferzentren vor allem kleinere und mittlere Unternehmen durch Beratung, Schulung und Durchführung von konkreten Entwicklungsaufträgen. Auch mit den Folgen des fleißigen Forschens setzt man sich auseinandersetzen. Seit 1992 gibt es eine Akademie für Technikfolgenabschätzung. In dem klassischen Mittelstandsland Baden-Württemberg wird darauf geachtet, dass auch kleine und mittlere Unternehmen sich das wissenschaftliche Know-how bei ihren Innovationsaktivitäten über Forschungs- und Entwicklungsaufträge erschließen können. Aber mittelständischen Unternehmen in strukturell gefährdeten Branchen (wie Textil) soll außerdem dabei geholfen werden, technologische Defizite zu erkennen und zu beseitigen. Zur Förderung von technologieorientierten Unternehmensgründungen wurden zehn Technologiezentren eingerichtet, die über das ganze Land verteilt sind. Die Region Stuttgart ist heute High-Tech-Spitzenreiter. Mit 23,3 Prozent der Beschäftigten in der Hochtechnologiebranche, gemessen an der Gesamtbeschäftigung der Region, liegt Stuttgart – gefolgt von Karlsruhe mit 21,1 Prozent – an der Spitze aller High-Tech-Regionen in der Europäischen Union.

 

Dampfmaschine im Landesmuseum für  Technik und Arbeit

Im September 1990 wurde das Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim eröffnet. In den Ausstellungsräumen können die Besucher die Entwicklung des heutigen Baden-Württemberg von einer Agrarregion zu einem prosperierenden Industrieland nachvollziehen. Das Bild zeigt eine 1908 hergestellte zweizylindrige, 700 PS starke Dampfmaschine. Heute wird sie im Landesmuseum für Technik und Arbeit fast täglich unter echtem Dampfbetrieb vorgeführt. Im Hintergrund der Forschungsreaktor FR II.
Foto: Landesmuseum für Technik und Arbeit, Mannheim »

 


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