Soziale Ungleichheit

 

 

Soziale Ungleichheit beschreibt den Zustand, wenn Menschen aus gesellschaftlichen Gründen über bestimmte Ressourcen oder Lebensbedingungen mehr oder weniger verfügen. Aufgrund dieses Zustands haben sie regelmäßig bessere oder schlechtere Lebens- und Verwirklichungschancen.

 
 
 
 

Ressourcen können z. B. der Bildungsgrad oder das Einkommen sein.

Lebensbedingungen sind z. B. die Wohnverhältnisse, Sicherheit oder Gesundheit.

Soziale Ungleichheit ist gesellschaftlich entstehende Ungleichheit. Soziale Ungleichheit ist nicht gleichzusetzen mit Ungleichheiten, die vorübergehend sind, wie individuelle, momentane oder natürliche Vor- oder Nachteile, z. B. bestimmte Eigenschaften der Persönlichkeit oder ein Lotteriegewinn. Trotzdem können individuelle, momentane oder natürliche Vor- und Nachteile soziale Ungleichheit bedingen.

Soziale Ungleichheit. Schaubild: LpB BW / Jillian Freitag

Der Begriff Soziale Ungleichheit drückt, im Gegensatz zum Begriff „Soziale (Un-)Gerechtigkeit“, noch keine Wertung aus.

In jeder Gesellschaft lassen sich soziale Ungleichheiten finden. Sie sind in ihrer Art und ihrem Ausmaß zu unterscheiden.
Gerade in hochentwickelten Gesellschaften, also z.B. in europäischen Ländern, wachsen soziale Ungleichheiten. Einkommensschwache werden noch schwächer. Menschen mit geringer beruflicher Qualifikation finden keine Arbeit und haben kaum Aufstiegschancen. Die Integration von Zuwander*Innen fällt schwerer. Mehr und mehr Menschen gelten laut Definition als arm. Die Mittelschicht, die eigentlich den größten Teil der Bevölkerung ausmachen soll, schrumpft stetig. Und auch das andere Extrem wächst: die Zahl der Menschen, die überdurchschnittlich gut verdienen, steigt. Dieses Bild wird häufig mit einer Schere beschrieben, deren beiden Seiten weiter auseinander gehen.

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Politische Dimension

 

Politisch gesehen ist soziale Ungleichheit nicht unbedeutend. Überwiegt soziale Ungleichheit in einer Gesellschaft, kommt es zu einem Schrumpfen der Mittelschicht. Eine breite Mittelschicht ist jedoch richtungsweisend und maßgebend für politische Entscheidungen. Driftet die Gesellschaft zu weit auseinander, fällt es schwer Entscheidungen zu treffen, die alle Menschen einer Bevölkerung zufrieden stellen. Die Interessen der Bürger*Innen liegen  zu weit voneinander entfernt.

 
 
 
 

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1. Ressourcen: Mittel, können materiell (z. B. Geld) oder immateriell (z. B. Bildung) sein. Sie befähigen zu Handlung und Teilhabe.


2. Homogen: aus Gleichartigem zusammengesetzt, einheitlich

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg (Hrsg.): „Erster Armuts- und Reichtumsbericht Baden-Württemberg“, FamilienForschung Baden-Württemberg, Stuttgart, 2015

Homepage Bundeszentrale für politische Bildung: „Soziale Ungleichheit – Eine Gesellschaft rückt auseinander“ www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-verhaeltnisse-eine-sozialkunde/138379/soziale-ungleichheit (Zuletzt aufgerufen: 04.12.2017, 17:33 Uhr)

Hartmut Häußermann: „Der Einfluß von ökonomischen und sozialen Prozessen auf die Gentrification“ in: Jörg Blasius, Jens S. Dangschat (Hrsg.): „Gentrification. Die Aufwertung innenstadtnaher Wohnviertel“, Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York, 1990

Florian J. Huber: „Stadtviertel im Gentrifizierungsprozess“, Wiener Verlag für Sozialforschung und Europäischer Hochschulverlag GmbH & Co. KG Bremen, Wien, 2013

Stand: Januar 2018