Wohnen in Stuttgart

Collage Häuser in Stuttgart. Collage: LpB BW / Jillian Freitag

Die Stadt

Als Landeshauptstadt von Baden-Württemberg zählt Stuttgart zu einer der sieben größten deutschen Städte. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt ist stabil, Stuttgart ist einer der wichtigsten Wirtschafts- und Forschungsstandorte in Deutschland. Viele Betriebe der Automobil- und Elektronikindustrie, aber auch Verlage und Dienstleistungsunternehmen haben hier ihren Sitz. Die größten Arbeitgeber in der Region Stuttgart sind die Weltunternehmen Daimler, Bosch, Porsche und Allianz.

Kulturell bietet die Schwabenmetropole mit ihrem weltberühmten Ballett oder der vielfach preisgekrönten Oper, mit hochkarätige Ausstellungen und vielen kleinen und großen Bühnen eine hohe Lebensqualität.

Die Arbeitslosenquote ist im gesamtdeutschen Vergleich der Großstädte nur in München noch geringer als in Stuttgart. Knapp 50 Prozent der Stadtfläche sind in landwirtschaftlicher Nutzung oder bewaldet. Faktoren die Stuttgart als sehr attraktiven Wohn- und Arbeitsort auszeichnet.

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Die Bewohner*innen

Stuttgart „boomt“ - seit den 1990er-Jahren steigt die Zahl der in Stuttgart Wohnenden nahezu ausnahmslos. Die Zahl der Menschen, die mit ihrer Hauptwohnung in Stuttgart leben, steigt in den letzten Jahren um fast 10 Prozent. Jährlich wächst Stuttgart im Durchschnitt um mehr als 7.000 Einwohner*innen.

Seit 2010 ist das Bevölkerungswachstum mit jährlich über einem Prozent besonders rasant. Ende Juni 2016 leben in Stuttgart 626.144 Menschen.

Die Stadt profitiert im Wachstum der Einwohner*innen aufgrund des Bedarfs an Arbeitskräften durch Zuzüge aus dem In- und Ausland.

Allgemein gewinnt der urbane Lebensstil seit Jahren wieder an Attraktivität, was viele Menschen in den (inner-)städtischen Raum ziehen lässt.
Vor allem junge Menschen kommen. Stuttgart gehört zu den zehn Städten in Deutschland mit der höchsten Zuwachsrate in der Altersgruppe der 20 bis 35-Jährigen. Das liegt auch daran, das Stuttgart sich als Universitätsstadt auszeichnet. Die Zahl der Studierenden hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt.

Die Kaufkraft in Stuttgart, als aussagekräftiges Indiz für das Wohlergehen der Bevölkerung, liegt in Stuttgart im Bundesvergleich 13 Prozent über dem Durchschnitt. Auch sonst schneidet Stuttgart hinsichtlich des Wohlergehens im gesamtdeutschen Vergleich besser ab als der Durchschnitt: Stuttgarter Bewohner*innen verdienen durchschnittlich im Jahr 29.048 Euro. Der Durchschnitt des Primäreinkommens pro Kopf in der Bundesrepublik liegt bei nur 24.124 Euro.

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Der Wohnungsmarkt

Der Sachstand

Die Stadt Stuttgart weist Ende 2015 308.376 Wohnungen aus, von diesen sind rund 96 Prozent Wohngebäude (im Gegensatz zu den restlichen rund vier Prozent Nichtwohngebäude).

In Stuttgart dominieren kleine Haushalte in der Wohnungsnachfrage. Von allen Wohnungen in der Stadt sind mit 52 Prozent knapp über die Hälfte Einpersonenhaushalte, gefolgt von Zweipersonenhaushalten mit 26 Prozent Gesamtanteil aller Wohnungen.

Entwicklung und Verteilung des Einkommens der Bewohner*innen haben Einfluss auf die Art und die Qualität, die bei Einwohner*innen hinsichtlich des Wohnens gefragt sind.

In einem Statement von Oberbürgermeister Fritz Kuhn heißt es: „Stuttgart hat Wohnungsmangel. Dieser Mangel trifft vor allem Ältere, sozial Schwache und Familien mit Kindern, die kaum noch bezahlbaren Wohnraum finden.“

Dieser Wohnungsmangel spiegelt sich in den Kauf- und Mietpreisen wieder. Vor allem die steigenden Preise in Mietverhältnissen sind von Bedeutung für die Wohn- und Lebenssituation der Stuttgarter*innen: knapp 75 Prozent der Menschen, die in Stuttgart leben, wohnen zur Miete.

Wohnen in Stuttgart. Schaubild: LpB BW / Jillian Freitag

Wie teuer ist Wohnen in Stuttgart wirklich?

Im neu errichteten Geschosswohnungsbau belegt Stuttgart den dritten Platz der teuersten Städte in Deutschland. Nur München und Frankfurt sind in diesem Ranking Stuttgart voraus. Die Preise für Neubauwohnungen sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. 2012 lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei 3.492 Euro. 2017 stieg er auf 5.712 Euro. Im Innenstadtbezirk lag der Durchschnittspreis 2017 sogar bei 7.509 Euro.

Je nach Baualter, Wohnungsgröße, Ausstattung und Lage liegt die Untergrenze der ortsüblichen Vergleichsmieten bei 5,90 Euro/m². Die Obergrenze liegt bei 13,50 Euro/m².

Gerade neue Mietangebote werden teurer, hier mussten Wohnungssuchende im Jahr 2014 Preise von 8,05 Euro/m² bis hin zu 15,35 Euro/m² in Kauf nehmen, um in ein Mietverhältnis in Stuttgart eingehen zu können.

9,76 Euro beträgt die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter im Stuttgarter Stadtgebiet (Quelle). Bundesweit bedeutet das Platz zwei hinter München (11,18 Euro). Von den 30 teuersten Städten in Deutschland stellt der Großraum Stuttgart ein Drittel. Demnach ist das Wohnen in Ditzingen und Ludwigsburg teurer als in Düsseldorf oder Köln. Leonberg, Fellbach und Remseck am Neckar liegen vor der Millionenmetropole Hamburg. Der Anstieg der Mieten bei frei finanzierten Mietwohnungen lag im Schnitt der vergangenen beiden Jahre bei sechs Prozent. Bei Neubauwohnungen ab Baujahr 2010 waren Steigerungsraten von mehr als 18 Prozent zu verzeichnen.   

Mietspiegel 2017/2018 der Landeshauptstadt Stuttgart

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Ziele der Stadt

Die Stadt schreibt sich einiges auf die Agenda. Um sich vermehrt dem Wohnungsbau und vor allem der Schaffung bezahlbaren Wohnraums zu widmen, wurde im Dezember 2013 das Konzept „Wohnen in Stuttgart“ vorgestellt. Ziel soll es sein, bezahlbaren Wohnraum für Familien mit Kindern, sowie soziale Durchmischung zu erhalten und zu schaffen. Wohnungen sollen schneller geplant und realisiert, Trends zum Wachstum der Wohnungsgrößen entgegengewirkt werden. Auch Themen wie die Zusammenlegung von Arbeiten und Wohnen, Energetische Sanierungen, sowie barrierefreies und altersgerechtes  Wohnen beinhaltet das Konzept. In der Broschüre des Konzepts wird beschrieben wie diese Ziele erreicht werden sollen. Durch verstärkten Neubau und die Aktivierung von Baulücken, sollen jährlich 1800 Wohneinheiten geschaffen werden. Geplant sind jährlich 600 geförderte Wohneinheiten, davon 300 im sozialen Wohnungsbau. Ein höherer Anteil an Wohnraum auf städtischen Grundstücken soll aus gefördertem Wohnraum bestehen.

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Foto: LpB BW / Jillian Freitag

Gentrifizierung in Stuttgart
Findet Gentrifizierung in Stuttgart statt? Wo sind Gentrifizierungsprozesse in Stuttgart zu verzeichnen und was tut die Stadt um negative Entwicklungen zu bremsen?



1. Kaufkraft: Der Betrag an Geld, der pro Haushalt übrig bleibt, nachdem alle monatlichen Zahlungspflichten (z. B. Miete, Versicherungen, etc.) bezahlt sind.

2. Geschosswohnungsbau: Bau von Wohnungen in mehrstöckiger Weise

3. Vergleichsmiete: Durchschnittliche Miete die in den letzten vier Jahren für Wohnungen ähnlichen Statuses bezahlt wurde.

Stadt Stuttgart/Amt für Liegenschaften und Wohnen (Hrsg.): „Wohnungsmarkt in Stuttgart 2017“ Statistik und Informationsmanagement, Themenheft 1/2017, ISSN 1431-0996, Stuttgart, 2017

Homepage der Stadt Stuttgart: „Konzept ‚Wohnen in Stuttgart‘“ www.stuttgart.de/wohnen-in-stuttgart (Zuletzt aufgerufen: 05.12.2017, 15:43 Uhr)

Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.): Kommunaler Umgang mit Gentrifizierung. Praxiserfahrung aus acht Kommunen. Deutsches Institut für Urbanistik gGmbh, Berlin, 2017

Stand: Januar 2018

 

Weitere Informationen

 

Konzept "Wohnen in Stuttgart"
Informationen zum Konzept der Stadt Stuttgart für mehr Wohnungsbau und bezahlbaren Wohnraum.

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Wohnungsmarkt in Stuttgart 2017
Bericht über den Stuttgarter Wohnungsmarkt, Themenheft 01/2017

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