Baustein Die Erinnerung darf nicht enden Texte und Unterrichtsvorschläge zum Gedenktag 27. Januar als Bausteine ausgearbeitet von einer Gruppe des Erzieherausschusses der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Stuttgart Hrsg: LpB, GCJZ, 1997 |
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Baustein 9 Dawid Sierakowiak: Ghettotagebuch Klassenstufe: ab 9 Beschreibungsebene: Ergänzung Unterrichtsreihe J. Becker: Jakob der Lügner; Element für fächerübergreifenden Unterricht "Juden in Deutschland Zeitaufwand: 1 Unterrichtsstunde (D, G), erweiterbar Themen: Ghettoverordnungen, Hoffnung auf Befreiung durch Rote Armee, jüdische Identität, Perspektive eines 17jährigen Kombination: Roman/ -verfilmung "Jakob der Lügner"[8], Soldatenbrief v. 8.1.1941, 27.4.1941 (u.ä.) [4]; Tagebuch Anne Frank; Projekt "Leben im Ghetto"; Lesung Dawid Sierakowiak: "Ghettotagebuch" @ Der folgende Vorschlag zeigt die Möglichkeit auf, die Romanreihe "Jakob der Lügner" zu erweitern und zur literarischen, fiktionalen Ebene die historische zu ergänzen. Der Reiz, Jurek Beckers Roman in der 10. Klasse zu lesen, besteht (unter anderem) darin, daß sich vom Roman her viele Perspektiven eröffnen, die ohne viel Mühe einen fächerübergreifenden Unterricht, besonders in Zusammenarbeit mit dem Fach Geschichte, ermöglichen. Selbstverständlich hat die Literatur Eigenrecht und ihre besondere Art, über die Wirklichkeit zu sprechen, daran besteht kein Zweifel. Sie soll auch nicht als "Quelle" verkannt oder in der vorgeschlagenen Kombination für den Geschichtsunterricht funktionalisiert werden. Die Frage nach dem Verhältnis des Romans zur historischen Wirklichkeit ergibt sich erfahrungsgemäß von selbst, besonders, was die Biographie Beckers angeht. Das Ghettotagebuch von Dawid Sierakowiak könnte so etwas wie ein "Verbindungsstück" zwischen beiden Wirklichkeitsbereichen sein. Dawid Sierakowiak hat im Ghetto Lodz/Litzmannstadt, dem Ort also, an dem Jurek Becker als Kleinkind aufwuchs und der für ihn das (ungenannte) Vorbild für seinen Roman wurde, Tagebuch geführt. Die Perspektive eines siebzehnjährigen Schülers und seine klare und verständliche Schreibweise ermöglicht den Schüler der 10. Klasse eine schnelle Einfühlung. Inhaltlich gibt es viele Überschneidungen, selbstverständlich aber auch sehr viele Unterschiede zum Roman. Angefügte historische Dokumente (Plakate, Verordnungen) erhellen schlaglichtartig sowohl den Roman als auch die Soldatenbriefe. Über das "Zigeunerlager" innerhalb des jüdischen Ghettos könnten zudem die Sinti und Roma als weitere Opfergruppe in die Unterrichtsreihe einbezogen werden. Weitere Materialien, besonders auch zur tatsächlichen Befreiung des Ghettos durch die Rote Armee, bietet der Ausstellungskatalog des Jüdischen Museums Frankfurt. Das Ghetto Lodz/Litzmannstadt könnte also zum "Brennpunkt" eines vielperspektivischen, fächerübergreifenden Unterrichts gemacht werden. An dieser Stelle nur einige Hinweise zu auffälligen Parallelen
zwischen Sierakowiaks Tagebuch und Jurek Beckers Roman:
Mögliche Arbeitsaufgaben:
Zusatzmaterial: Ausstellungskatalog über Lodz/ Litzmannstadt des Jüd. Museums Frankfurt Biographie Jurek Becker (verschiedene Möglichkeiten)
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