Einleitung

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948
Artikel 1
"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Wissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen."
Menschenrechte sind auch im 21. Jahrhundert kein selbstverständliches Gut. Sie sind in vielen Ländern zwar Teil der politischen Kultur, sie werden aber weiterhin auch missachtet - von einzelnen, von Gruppen und von Staaten. Mehr als 60 Jahre nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sind sie weit davon entfernt, weltweite Akzeptanz zu besitzen. Dabei stehen sie in gleicher Weise allen Menschen zu - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder Alter.
Die von den Vereinten Nationen ausgerufene Dekade zur Menschenrechtsbildung (1995-2004) ist vorüber.
Nun stellt sich natürlich die Frage wie diese Dekade zur Menschenrechtsbildung zu beurteilen ist und ob ihr Erfolg zugesprochen werden kann. Wie sieht es in der Realität aus? Genießt jeder Mensch in gleichem Maße den Schutz der Menschenrechte?
Die Erfolge dieser Dekade werden eher skeptisch eingeschätzt. In seiner ernüchternden Bilanz konstatiert das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, dass die Dekade kaum mehr als ein "Katalysator" sein konnte. Immerhin bewirkte die Dekade, dass sich staatliche und nicht-staatliche Akteure mit unterschiedlichem Ausmaß engagierten, um ein größeres Bewusstsein für Menschenrechte zu schaffen. Institutionen wie der Internationale Strafgerichtshof, wurden eingerichtet, das heißt die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Menschenrechtsbildung und –Einhaltung existieren, es gibt verschiedene Menschenrechtsdeklarationen und Menschenrechtsabkommen sowie diverse Menschenrechtsorganisationen und Institutionen die versuchen die Universalität der Menschenrechte zu garantieren und Menschenrechtsverletzungen zu verfolgen.
Da aber weder die Menschenrechte für die einzelnen Staaten juristisch bindend sind, noch eine übergeordnete Instanz existiert die, die Einhaltung der Menschenrechte durchsetzen kann, ist es schwierig deren Einhaltung zu kontrollieren da die Menschen letztendlich auf die einzelnen Staaten angewiesen sind, die, die Aufgabe haben die Menschenrechte für ihre Bürger zu garantieren.
Das große Problem mit dem wir konfrontiert sind ist, dass die Einhaltung der Menschenrechte nicht mit Gewalt gegen die betreffenden Staaten erzwungen werden kann, denn dies würde den eigenen Prinzipien widersprechen.
Zeitschrift Der Bürger im Staat 1/2 2005
Menschenrechte
Die Bedeutung der Menschenrechtsbildung wurde in vielen nationalen und internationalen Erklärungen betont. Das Wissen über Menschenrechte, ihre positive Bewertung und die Bereitschaft, sich für sie einzusetzen, gelten als wichtige Bildungsziele.
Es gibt ein großes Defizit bezüglich des Wissens über Menschenrechte und hinsichtlich der Bereitschaft, sich aktiv für Menschenrechte einzusetzen.
Nur Menschenrechte, die man kennt und versteht, können ihre Wirkung entfalten. Menschenrechte müssen daher gelernt werden. Somit ist Menschenrechtsbildung für die Entwicklung der Menschenrechte unverzichtbar.
PUU

Menschenrechte:
Rechte für dich - Rechte für alle!
Zeitschrift "Politik im Unterricht", Heft 2 2005


