Einleitung


Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948


Artikel 1
"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Wissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen."

Menschenrechte sind auch im 21. Jahrhundert kein selbstverständliches Gut. Sie sind in vielen Ländern zwar Teil der politischen Kultur, sie werden aber weiterhin auch missachtet - von einzelnen, von Gruppen und von Staaten. Auch 67 Jahre nach der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sind sie weit davon entfernt, von allen Ländern, die die Erklärung unterzeichnet haben, eingehalten zu werden. Dabei stehen sie in gleicher Weise allen Menschen zu - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder Alter. Die vier Grundfreiheiten sind das Geburtsrecht aller Menschen: Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit von Not und Freiheit von Furcht. An Aktualität hat die Forderung nach der Einhaltung und Durchsetzung der Menschenrechte leider nicht verloren, denken wir nur an die Stichworte Folter, Flüchtlingsschutz, Asylrecht oder Religionsfreiheit.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 10. Dezember im Jahr 1950 als "Tag der Menschenrechte" ausgerufen, um die Aufmerksamkeit "der Völker der Welt" auf die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" als das zu erreichende gemeinsame Ziel für alle Völker und Nationen zu richten.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Es ist allerdings daran zu erinnern, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte gemäß ihres Rechtsstatus lediglich eine Empfehlung der Generalversammlung darstellt, die ohne Verbindlichkeit blieb und von den Mitgliedsstaaten weder zu ratifizieren noch zu unterzeichnen war.  Auch sind in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte keine Kontrollmechanismen vorgesehen.

Die von den Vereinten Nationen ausgerufene Dekade zur Menschenrechtsbildung (1995-2004) ist nun auch schon wieder ein paar Jahre vorüber.
So stellt sich natürlich die Frage, wie diese Dekade zur Menschenrechtsbildung zu beurteilen ist und ob ihr Erfolg zugesprochen werden kann. Wie sieht es in der Realität aus? Genießt jeder Mensch inzwischen in gleichem Maße den Schutz der Menschenrechte?

Die Erfolge dieser Dekade werden eher skeptisch eingeschätzt. In seiner ernüchternden Bilanz konstatiert das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, dass die Dekade kaum mehr als ein "Katalysator" sein konnte. Immerhin bewirkte die Dekade, dass sich staatliche und nicht-staatliche Akteure mit unterschiedlichem Ausmaß engagierten, um ein größeres Bewusstsein für Menschenrechte zu schaffen. Institutionen wie der Internationale Strafgerichtshof, wurden eingerichtet, das heißt die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Menschenrechtsbildung und –Einhaltung existieren, es gibt verschiedene Menschenrechtsdeklarationen und Menschenrechtsabkommen sowie diverse Menschenrechtsorganisationen und Institutionen die versuchen die Universalität der Menschenrechte zu garantieren und Menschenrechtsverletzungen zu verfolgen.

Da aber weder die Menschenrechte für die einzelnen Staaten juristisch bindend sind, noch eine übergeordnete Instanz existiert die, die Einhaltung der Menschenrechte durchsetzen kann, ist es schwierig deren Einhaltung zu kontrollieren, da die Menschen letztendlich auf die einzelnen Staaten angewiesen sind, die, die Aufgabe haben, die Menschenrechte für ihre Bürgerinnen und Bürger zu garantieren.

Das große Problem mit dem wir konfrontiert sind ist, dass die Einhaltung der Menschenrechte nicht mit Gewalt gegen die betreffenden Staaten erzwungen werden kann, denn dies würde den eigenen Prinzipien widersprechen.


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Zeitschrift Politik & Unterricht 3/4 2014

Menschenrechte

MenschenrechteUnveräußerlich – universell – unteilbar
Die Menschenrechte und die Menschrechtsbildung stehen im Mittelpunkt der Ausgabe von „Politik & Unterricht“. Was es bedeutet, dass Menschenrechte unveräußerlich, universell und unteilbar sind, können Schülerinnen und Schüler hier altersgerecht erarbeiten. In dem Heft geht es um die Frage, wo sich im Alltag Bezüge zu den Menschenrechten finden lassen, um besonders gefährdete Gruppen - Kinder, Mädchen und Frauen, Flüchtlinge, um Menschenrechtsverletzungen in den beispielhaften Bereichen Pressefreiheit und Wohnen und es werden „Menschenrechtsengagement in der Praxis“ ausgewählte Kampagnen und Möglichkeiten zur Eigeninitiative vorgestellt.

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Menschenrechte
Unveräußerlich – universell – unteilbar

Zeitschrift "Politik im Unterricht", Heft 3/4 2014

 
 
 
 
 

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Menschenrechte:
Rechte für dich - Rechte für alle!


Zeitschrift "Politik im Unterricht", Heft 2 2005

 
 
 
 
 

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Menschenrechte

Zeitschrift "Der Bürger im Staat", Heft 1/2 2005 

 
 
 
 
 

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