Bürgerbeteiligung

Foto: davidChief, flickr. Lizenz: CC BY 2.0
Foto: davidChief, flickr. Lizenz: CC BY 2.0

Demokratie lebt von der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger

Die Auseinandersetzung um Stuttgart 21, die Proteste gegen die Atomkraft, die Occupy-Bewegung: Alle diese Beispiele machen deutlich, dass das Interesse an Politik groß ist und die Menschen sie nicht den Politikern alleine überlassen wollen. Die Bürgerinnen und Bürger wollen sich direkt an der Politik beteiligen, sie selbst gestalten, sich persönlich engagieren. Sie fordern mehr Bürgerbeteiligung. Doch was ist unter „Bürgerbeteiligung“ eigentlich zu verstehen?

Internetportal "Bürgerbeteiligung"
Viel Wissenswertes rund um das Thema Bürgerbeteiligung bietet ein neues Internetportal der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Das Portal erläutert den vielschichtigen Begriff Bürgerbeteiligung und zeigt an Beispielen, wie Beteiligung über unterschiedliche Verfahren und Methoden vor Ort funktioniert und praktiziert wird: Querverweise führen zu Bürgerhaushalten verschiedener Städte, zu Bürgerräten, Bürgerversammlungen oder „Open-Space“-Konferenzen. Ebenso verzeichnet sind die Seiten „Volksabstimmung Stuttgart 21“ oder „Volksabstimmung in Baden-Württemberg“. Eine umfangreiche Literaturliste lädt alle, die sich vertiefend informieren wollen, zum Stöbern ein. Auch Unterrichtsmaterial steht über das Portal zur Verfügung. Der Bereich „Links“ stellt zahlreiche weitere, auch wissenschaftliche Angebote zur politischen Teilhabe vor.

www.buergerbeteiligung.lpb-bw.de

Der Begriff „Bürgerbeteiligung“ ist vielschichtig. Er zielt allgemein auf die Beteiligung von Bürger an den politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen. Doch wird der Begriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Verfahren verwendet. Dabei lassen sich zwei Wege der politischen Beteiligung unterscheiden. Der erste, ist der „formale“ Weg. Bei ihm handelt es sich um Verfahren der direkten Demokratie. Beispiel für diesen Weg sind Bürgerbegehren und Volksentscheide. Der zweite ist der „informelle“ Weg. Er umfasst verschiedene dialogorientierte, beratende Verfahren, bei denen sich Bürger zur Meinungsbildung oder Entscheidungsfindung zusammenfinden. Es geht darum, dass Bürger und Entscheidungsträger frühzeitig im politischen Prozess ins Gespräch kommen, Argumente auszutauschen und im Idealfall zu einer gemeinschaftlichen Entscheidung finden. Beispiele für diesen Weg sind Bürgerräte, Bürgergutachten oder Konsensuskonferenzen.

All diese Wege können dazu führen, die Zukunft der Gesellschaft gemeinsam zu gestalten. Die repräsentative Demokratie ersetzen die Verfahren der Bürgerbeteiligung nicht, sie ergänzen diese konstruktiv und schärfen bei allen Beteiligten das demokratische Bewusstsein.

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg bietet viele verschiedene Möglichkeiten sich über die Bürgerbeteiligung zu informieren oder selbst politisch aktiv zu werden.


Internet

  • Volksabstimmung zu Stuttgart 21
    Die zweite landesweite Volksabstimmung in der Geschichte Baden-Württembergs wurde am 27. November 2011 durchgeführt. Ziel der Volksabstimmung war ein abschließendes und befriedendes Votum zu S21, um die Spaltung im Land zu überwinden.
    mehr
  • Volksabstimmung in Baden-Württemberg
    Die Möglichkeiten direkter Demokratie in Baden-Württemberg
    mehr
  • Schlichtung Stuttgart 21
    Die Fach- und Sachschlichtung unter der Leitung von Heiner Geißler gilt als Vorbild für umfassende Information der Öffentlichkeit bei schwierigen Großprojekten.
    mehr


Nach oben

Publikationen der LpB

  • Didaktische Reihe: Bürger auf Abwegen?
    Politikdistanz und politische Bildung
     Hg.: Siegfried Frech, Ingo Juchler
    Schwalbach/Ts. 2011 , 334 Seiten
    Details...
  • Der Bürger im Staat: Aufrechter Gang - Zivilcourage im Alltag
    Heft 3-2011. LpB.
    Stuttgart 2011 , 103 Seiten.
    Details...
  • Der Bürger im Staat: Bürgerschaftliches Engagement
    Heft 4-2007. LpB.
    Stuttgart 2007 , 80 Seiten.
    Details...
  • Deutschland & Europa: Politische Partizipation in Europa
    Heft 62-2011. LpB.
    Stuttgart 2011 , 84 Seiten
    Details...
  • Deutschland & Europa: Jugend und Europa
    Heft 57-2009. LpB.
    Stuttgart 2009 , 57 Seiten
    Details
  • Deutschland & Europa: Die EU - auf dem Weg zur Bürgerunion?
    Heft 56-2008. LpB.
    Stuttgart 2008 , 72 Seiten
    Details...
  • Mach´s klar! 3-2011: Bürgerbeteiligung
    Politik - Einfach erklärt
    LpB. Stuttgart 2011 , 4 Seiten
    Details...
  • Poltik & Unterricht: Mitmachen statt zuschauen
    Heft 4-2000. LpB.
    Stuttgart 2000
    Details...


Nach oben

Literaturauswahl

Populärwissenschaftliche Literatur

  • Meinicke, Andreas. Politische Legitimation durch Online-Bürgerbeteiligung? Blog „Kommune 2.0“. 2012
  • Beck, Kurt/Ziekow, Jan: Mehr Bürgerbeteiligung wagen. Wiesbaden 2011
  • Ders.: Engagiert Euch! Ullstein-Verlag 2011
  • Giese, Christoph: Bürger.Macht.Politik. New York Frankfurt am Main 2011
  • Hessel, Stéphane: Empört Euch! Ullstein-Verlag 2011
  • Holm, Andrej/Gebhardt, Dirk: Initiativen für ein Recht auf Stadt. Theorie und Praxis städtischer Aneignungen. 2011
  • Leipprand, Eva: Politik zum Selbermachen - Eine Gebrauchsanweisung. Frankfurt/Main 2011
  • Oxenfarth, Anke/Obermayr, Helen: Bürgerbeteiligung 3.0: Zwischen Volksbegehren und Occupy-Bewegung. Oekom München 2011
  • Leggewie, Claus: Mit statt Wut. Aufbruch in eine neue Demokratie. Edition Körberstiftung 2011
  • Bussemer, Thymian: Die erregte Republik. Wutbürger  und die Macht der Medien. Klett-Cotta-Verlag Stuttgart 2011
  • Dausend, Peter et.al: In schwierigen Zeiten: Hilft mehr Bürgerengagement? Zu Klampen Verlag Springe 2009

Wissenschaftliche Literatur

  • Fritsche, Miriam und Nanz, Patrizia: Handbuch Bürgerbeteiligung. Verfahren und Akteure. Chancen und Grenzen. Bundeszentrale für politische Bildung Bonn 2012
  • Plehwe, Kerstin (Hg.): Demokratie leben lernen: Jugend, Politik und gesellschaftliches Engagement. Berlin 2011
  • Roth, Roland: Bürgermacht : Eine Streitschrift für mehr Partizipation.
    Bonn (Bundeszentrale für Politische Bildung) 2011
  • Widmaier, Benedikt/Nonnenmacher, Frank /Hg.): Partizipation als Bildungsziel. Schwalbach/Ts 2011
  • Fischer, Friedrich-Wilhelm. Modifikation des Grundgesetzes für direkte Bürgerbeteiligung? Stuttgart 2011
  • Olk, Thomas (Hrsg.): Engagementpolitik. Die Entwicklung der Zivilgesellschaft als politische Aufgabe. Wiesbaden 2010. Reihe: Bürgergesellschaft und Demokratie - Band 32.
  • Zeuner, Christine (Hg.): Demokratie und Partizipation: Beiträge zur Erwachsenenbildung. Hamburg 2010
  • Riegel, Christine/Geisen, Thomas: Jugend, Partizipation und Migration: Orientierungen im Kontext von Integration und Ausgrenzung. Wiesbaden 2009
  • Becker, Helle (Hg.): Politik und Partizipation in der Ganztagsschule. Schwalbach/Ts 2008
  • Ginsborg, Paul: Wie Demokratie leben. Wagenbach 2008.
  • Lange, Dirk: Demokratisierung und Partizipation. In: Basiswissen Sachunterricht / hrsg. von Astrid Kaiser und Detlef Pech. Baltmannsweiler 2008, S. 119-124
  • Lange, Dirk: Kernkonzepte des Bürgerbewusstseins. Grundzüge einer Lerntheorie der politischen Bildung 2008. In: Politikkompetenz / Georg Weißeno (Hrsg.). – Bonn 2008. - S. 245-258 (Schriftenreihe der Bundeszentrale für Politische Bildung)
  • Lange, Dirk/Himmelmann, Gerhard (Hg.): Demokratiebewusstsein. Interdisziplinäre Annäherungen an ein zentrales Thema der Politischen Bildung. Wiesbaden 2007
  • Hafeneger, Benno (Hg.): Kinder- und Jugendpartizipation: im Spannungsfeld von Interessen und Akteuren. 2005
Hörbuch
  • Sprenger, Reinhard K. Der dressierte Bürger: Warum wir weniger Staat und mehr Selbstvertrauen brauchen. Campus Verlag 2005


Bilderbuch

  • Elschner, Géraldine/Lauströer, Jonas: Der alte Schäfer. 2011

Nach oben

Veranstaltungen


Nach oben

Beteiligung fördern

Schule plus
Eltern stärken – Kinder fördern
Starke Eltern sind wichtig, damit Kinder und Jugendliche in der Schule erfolgreich sind. Starke Eltern verbessern damit die individuellen Lebenschancen ihrer Kinder und leisten einen wichtigen Beitrag für eine chancengerechte Bildungsbeteiligung in unserer Gesellschaft. Schuleplus ist ein Elternbildungsprojekt der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und richtet sich an Eltern mit Migrationshintergrund. mehr

Jugendgemeinderäte in Baden-Württemberg
Die Unterstützung der Jugendgemeinderäte in Baden-Württemberg ist ein Schwerpunkt des Fachbereiches Jugend und Politik. Dafür bietet die LpB Seminare für Jugendgemeinderäte an – von der Einführung in die Kommunalpolitik bis zum Projektmanagement.
mehr

Das FÖJ
Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) ist ein ökologisches Bildungsjahr. Während des FÖJ wird in den vielfältigen Bereichen des Umwelt- und Naturschutzes gearbeitet. Die Teilnehmer können im FÖJ neue spannende Erfahrungen machen und eine Menge ökologisches Wissen mitnehmen. Zu einem FÖJ gehören fünf, in der Regel jeweils einwöchige Seminare zu verschiedenen (Umwelt-)Themen. Sie ergänzen die Arbeit an der Einsatzstelle und sind fester Bestandteil des FÖJs als Bildungsjahr.
mehr

TIP - Tandem in der Politik: "Mentoring für Frauen in der Kommunalpolitik - Frauen fördern Frauen"
Ein gezieltes Mentoring für Frauen in der Politik ist eine neue (alte) Möglichkeit, um Nachwuchspolitikerinnen zu fördern und sie beim Aufbau ihrer politischen Karriere zu unterstützen. Frauen lernen von Frauen und mit Frauen - das ist der Kern unseres Mentoring Projektes ...
mehr

Unsere Stadt / Unser Kreis braucht Frauen: Politische Partizipation von Frauen in der Kommunalpolitik
Ein Seminarkonzept des Fachreferates Frauenbildung, welches das Ziel hat, Frauen zur aktiven Teilnahme an der Politik zu motivieren, und zwar dort, wo Frauen Politik direkt erfahren und nachvollziehen können – in ihrem Wohnort und/oder ihrem Landkreis.
mehr

Seminarreihe: "Heimat ist - hier! Migrantinnen machen mit"
Die Seminarreihe soll Migrantinnen ermutigen, sich in ihrer Stadt umzusehen und sie sich zu eigen zu machen. Kursleiterinnen zeigen Chancen auf, wie Frauen sich einmischen und ihren Wirkungskreis vergrößern können...
mehr

Grenzen-Los!
Das Projekt „Grenzen-Los! Freiwilliges Engagement in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ wurde im Jahr 2007 durch die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg ins Leben gerufen. „Grenzen-Los“ ist eine trinationale und trisektorale Kooperation, die Organisationen aus Staat, Zivilgesellschaft und Wirtschaft aus Deutschland, Österreich und der Schweiz umfasst.
mehr

Nach oben


 

Schwerpunktthema 2013

 
 
 
 
 
 

Kongress für Bürgerbeteiligung

 

22. Mai 2012
Haus der Wirtschaft, Stuttgart
mehr

 
 
 
 
 

politische-bildung.de

 
Politische Bildung Online

Das Informationsportal zur politischen Bildung
www.politische-bildung.de

 
 
 
 

© 2016 Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
www.lpb-bw.de