Damals vor 60 Jahren

Geburtsstunde des Schülerwettbewerbs

Am 6. März 1957 wurde einstimmig ein überfraktioneller Antrag zur Einrichtung eines Schülerwettbewerbs zur politischen Bildung im Landtag abgestimmt. Heute jährt sich dieses Ereignis zum 60. Mal.

In der wissenschaftlichen Arbeit „Der Schülerwettbewerb des Landtags von Baden-Württemberg zur Förderung der politischen Bildung“ von Claudia Fesenbeck heißt es: „Der Vater des Schülerwettbewerbs ist der damalige Landtagsabgeordnete der SPD Willi Lausen. Als Mitglied im Kulturpolitischen Ausschuß setzte er sich immer wieder intensiv für die politische Bildung ein. Er war nicht nur ein Verfechter der Idee, Gemeinschaftskunde in allen Schulen zum obligatorischen Unterrichtsfach zu erklären, sondern er gehörte auch zu derjenigen Gruppe, die bereits Mitte der Fünfziger Jahre in Baden-Württemberg eine politische Akademie errichten wollten. Im Zusammenhang mit seinem Bemühen um die politische Bildung entwickelte er die Idee des Schülerwettbewerbs. Bereits als er in einer Sitzung des Kulturpolitischen Ausschusses im November 1956 den Schülerwettbewerb zum ersten Mal erwähnte, hatte er schon konkrete Vorstellungen darüber, wie dieser gestaltet werden könne und welchen Sinn und Zweck er haben solle.“
Am 6. März 1957 wurde dann ein Antrag vom Abgeordneten Lausen eingebracht. Im Archiv des Landtags ist im entsprechenden Antrag zu lesen:

„Der Landtag wolle beschließen, unter einem neuen Titel 607 „Schülerwettbewerb zur Förderung der politischen Bildung“ einen Betrag von 12000 DM einzusetzen; den Kulturpolitischen Ausschuß zu beauftragen, die Modalitäten eines Schülerwettbewerbs festzulegen und dabei beachten, daß die Schüler und Schülerinnen der Höheren und der Berufsschulen in allen Landesteilen angemessen beteiligt werden.
gez.: Lausen, Krause (SPD), Dr. Hermann, Brachat (CDU), Dr. Brandenburg (FDP/DVP), Josef Schwarz (GB/BHE)“

Einstimmig wurde der Antrag angenommen.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass der Landtag selten einen so guten und wegweisenden Beschluss gefasst hat wie mit der Begründung dieses Wettbewerbs. Daraus ist eine reine Erfolgsgeschichte geworden,“ analysierte Dr. Siegfried Schiele, damals Direktor der Landeszentrale.

Am ersten Schülerwettbewerb 1957 nahmen 554 Schülerinnen und Schüler teil. In den Anfangsjahren richtete sich der Schülerwettbewerb vor allem an Gymnasiasten und Berufsschüler. Zunächst konnte man Erfolge verzeichnen, ab 1968 jedoch geriet der Wettbewerb in eine Krise.

Ein neues Konzept sollte den Wettbewerb wieder beleben. Die neu gegründete Landeszentrale für politische Bildung erhielt 1973 den Auftrag zur Weiterführung und Neukonzeption. Sie schuf ein eigenes Referat für diese Aufgabe. Reinhard Gassmann profilierte über 20 Jahre den Schülerwettbewerb in der Landeszentrale für politische Bildung. 1982 meinte er: „Der Schülerwettbewerb soll möglichst viele dazu anregen, sich über wichtige politische Fragen Gedanken zu machen und diese in unterschiedlichen Formen festzuhalten.“

Die Einbeziehung aller Schularten, neue Arbeitsformen im Wettbewerb einführen, Seminarangebote für alle Beteiligten konzipieren, moderne Werbung und Engagement in den neuen Medien umsetzen prägte von nun an die Arbeit im Schülerwettbewerb.

Mittlerweile ist der Schülerwettbewerb des Landtags fest im Land verankert und nicht mehr wegzudenken. Zwischen 3000 und 4000 Schülerinnen und Schüler machen alljährlich mit.

Lothar Frick, der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, sieht den Schülerwettbewerb so: „Wenn es den Schülerwettbewerb nicht schon gäbe, dann müsste man ihn schnellstens erfinden. Es macht Spaß, dabei zu sein, etwas Eigenes und Originelles zu entwickeln und einzureichen. Und die Preise sind auch sehr attraktiv“

Zum 59. SWB wurden nun insgesamt über 140.000 Schülerinnen und Schüler verzeichnet, die sich vom Motto „komm heraus, mach mit“ anregen ließen, sich mit politischen Fragen zu beschäftigen.

Seit 1989 widmet sich Monika Greiner dem Schülerwettbewerb. Unter ihrer Leitung hat sich der Schülerwettbewerb immer wieder neu erfunden und ist jung geblieben. Mit ihrem Team sucht sie neue Wege, wie Jugendliche auf Politik neugierig gemacht werden, und wie junge Menschen sich mit ihren Anliegen in die Politik einbringen und Veränderungen anstoßen können.

Zum 60. Schülerwettbewerb wird es wieder Innovationen geben. Im Juni beim Bürgerfest im Landtag wird die Schirmherrin, Landtagspräsidentin Muhterem Aras, mehr dazu verraten.

 

Nach oben

Cookieeinstellungen
X

Wir verwenden Cookies

Wir nutzen auf unseren Websites Cookies. Einige sind notwendig, während andere uns helfen, eine komfortable Nutzung diese Website zu ermöglichen. Einige Cookies werden ggf. für den Abruf eingebetteter Dienste und Inhalte Dritter (z.B. YouTube) von den jeweiligen Anbietern vorausgesetzt und von diesen gesetzt. Gegebenenfalls werden in diesen Fällen auch personenbezogene Informationen an Dritte übertragen. Bitte entscheiden Sie, welche Kategorien Sie zulassen möchten.