
Baumann: Mut-Wut
Wenn die Schwachen sich erheben
Lautstark auf der Straße, widerständig im Verborgenen, global im Netz: Menschen fanden und finden vielfältige Wege, ihren politischen (Un-)Willen zu bekunden. Wofür bzw. wogegen sie protestieren und mit welchem Risiko sie aufbegehren, hängt ganz wesentlich vom politischen System ab.
Das Lesebuch beleuchtet vergangene und gegenwärtige Proteste in Analysen und Interviews und anhand von Best-Practice-Beispielen. Es erzählt von Akteurinnen und Akteuren, ihren Anliegen sowie von Aktionsformen widerständiger Bewegungen in Diktatur und Demokratie – und spürt dem Mut und der Wut von Menschen nach, für Überzeugungen auf- und einzustehen.
- Dr. Jenny Baumann ist Mitarbeiterin im Arbeitsbereich politische Bildung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
- Dr. Robert Grünbaum ist stellv. Direktor und Leiter des Arbeitsbereichs Politische Bildung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
- Dr. Lars Lüdicke ist Referent der Abteilung „Politik und Geschichte“ der Deutschen Gesellschaft.
INHALT
Vorwort der Herausgeberin und der Herausgeber…8
Prolog: Definition eines „Dagegen“
Dieter Rucht: Destruktive und konstruktive Dimensionen von Protest
Die Empörten: Akteure und Träger von Protest
Claudia Kemper: Die Empörten: Akteure und Träger von Protest
Tim Eisenlohr – „Demokratie und Wiedervereinigung waren nicht das Happy End, sondern nur eine Station auf einen Weg in eine bessere und gerechtere Welt“ (Interview)
Elizabeth Ngari – Women in Exile e.V. (Interview)
Lea Dohm: Ökologische Krisen als psychologische Krisen. Über die Arbeit der Psychologists/Psychotherapists for Future
Christina Schulz: Protest, Versammlung, Beteiligung – eine Perspektive aus dem Theater für junges Publikum
Wiebke Rössig – Fridays for Future im Museum (Interview)
Protestkulturen im Wandel
Philipp Gassert: Protestkulturen im Wandel: Zur Einordnung von Straßenprotest aus historischer Sicht
Claus Leggewie: Proteste hier, Proteste da. Gemeinsamkeiten und Unterschiede im historischen und globalen Vergleich
Tahir Della – „Die Lebenserfahrungen Schwarzer Menschen spielen in der mehrheitlich von Weißen gebildeten Gesellschaft kaum eine Rolle“ (Interview)
Omid Rezaee: Iranische Diaspora von Euphorie über Selbsterniedrigung bis Ernüchterung
Steffi Brüning – Objekte und Zeugnisse von privatem Protest in der DDR (Interview)
Rike Flämig: Zukünfte neu ins Spiel bringen
Protest und Politik
Birgit Aschmann: Herz auf der Straße. Emotionen und Protest – ein Überblick seit dem 19. Jahrhundert
Ibraimo Alberto – „Niemand ist bereit, für das Unrecht aufzukommen“ (Interview)
Daniela Sepheri: Protestbewegungen im Iran
Jessica Fritz: Museen als Orte der kritischen Auseinandersetzung und des kreativen Protests
Stephanie Rikl – „In Ostritz hat man gesehen, was der gemeinsame Einsatz für die Demokratie bewirken kann“ (Interview)
Protest und Erinnerung
Nancy Aris: Widerstand in Diktaturen: Welche Rolle spielt das Thema Protest für die Erinnerungskultur und für unsere heutige Gesellschaft?
Ibrahim Arslan: Erinnern und Gedenken: Opfer und Überlebende sind keine Statisten*innen, sondern Hauptzeugen*innen des Geschehenen
Katrin Hattenhauer: Erinnerung an Geschichte(n)
Marius Krohn: Das Industriemuseum Brandenburg (Private Fotos und Erinnerungsstücke vom 17. Juni und der Friedlichen Revolution im Museum)
Annette Rosner: „Das geht mich persönlich an!“
Julia Franke: Protestkultur ausstellen: Zur Musealisierung der Proteste 1989 in der DDR
Epilog: Die Zukunft des Protests: Eine (ost-)deutsche Perspektive
Melanie Stein: Wir alle sind der Osten
| Hinweis: Diese Publikation ist Teil einer Sonderauflage der Zentralen für politische Bildung in Deutschland (ZpB). Für diese wird gemäß §2 unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen ein Bereitstellungspreis erhoben. Dieser dient zur Finanzierung eines Teils der Sonderauflage sowie der Kosten für Lagerhaltung und Organisation des Publikationsangebots. |