Nie nur Gäste?
Spuren und Erinnerungen an die türkische Arbeitsmigration gestern und heute

Im Jahr 1961 wurde das deutsch-türkische Anwerbeabkommen geschlossen. 65 Jahre später geht es um die Menschen hinter dieser Geschichte, ihren Erfahrungen und die Frage, wie Migration unser Verständnis von Zugehörigkeit bis heute prägt.
Inhalt
Vor 65 Jahren schlossen die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei ein Anwerbeabkommen, das die deutsche Gesellschaft nachhaltig prägen sollte. Viele der angeworbenen Arbeitskräfte kamen auch nach Baden-Württemberg und Stuttgart. Sie arbeiteten in Fabriken und Betrieben, wo sie dringend gebraucht wurden, gründeten Familien und Vereine und gestalteten das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben mit. Aus den sogenannten „Gastarbeiter:innen“ wurden Kolleg:innen, Nachbar:innen und Bürger:innen – auch wenn die Fragen nach Zugehörigkeit und Anerkennung bis heute vielfach Gegenstand politischer Debatten und persönlicher Auseinandersetzung sind.
Das Jubiläum bietet Anlass, auf diese Geschichte zurückzublicken und zugleich nach ihrer Bedeutung für die Gegenwart zu fragen: Welche Erfahrungen machten Arbeitsmigrant:innen und ihre Familien? Welche Spuren haben sie in Stuttgart hinterlassen? Wie wirken frühere Vorstellungen von Migration und Zugehörigkeit bis heute fort? Und welchen Platz nimmt die Einwanderungsgeschichte in unserer Erinnerungskultur ein?
Ein wissenschaftlicher Vortrag von Dr. Cihan Sinanoğlu (Leiter des nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors, DeZIM) eröffnet den Abend und ordnet das deutsch-türkische Anwerbeabkommen historisch und gesellschaftspolitisch ein. Im anschließenden Podiumsgespräch treffen Perspektiven aus Wissenschaft, Verwaltung, migrantischer Selbstorganisation und persönlicher Erinnerung aufeinander. Gemeinsam richten wir den Blick auf gelebte Erfahrungen, gesellschaftliche Teilhabe und die Frage, wie eine vielfältige Erinnerungskultur gestaltet werden kann. Es diskutieren: Dr. Cihan Sinanoğlu, Ayşe Özbabacan (Leiterin Abteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart), Mehmet İldeş (Gründer Local Diversity e.V.) und Mustafa Kösebay (Protagonist in der Ausstellung "Stuttgart Hatırası"). Es moderiert Hümeyra Tukat (Hochschule der Medien).
Eine Kooperationsveranstaltung des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart, der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und des Stadtpalais Stuttgart – Museum für Stuttgart
Referierende
Dr. Cihan Sinanoğlu
Ayşe Özbabacan
Mehmet Ildeş
Mustafa Kösebay
Hümeyra Tukat
Informationen
05.11.2026 | 18:30 Uhr -
05.11.2026 | 20:30 Uhr
StadtPalais – Museum für Stuttgart
StadtPalais – Museum für Stuttgart,
Konrad-Adenauer-Straße 2,
70173 Stuttgart
Gebühren:
Kostenlose Teilnahme. Keine Anmeldung nötig.
Zielgruppe:
Anfahrt:
StadtPalais – Museum für Stuttgart
Leitung
Nure-Laura Boga
Dr. Markus Stadtrecher
Organisation
Thomas Binder
0711/164099-41
thomas.binder@lpb.bwl.de
Seminarnummer
(Bei Rückfragen bitte angeben)
Im Themenkatalog unter
In Kooperation mit
Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart
Landeshauptstadt Stuttgart
StadtPalais - Museum für Stuttgart