Wie erinnern wir an die Täter des Nationalsozialismus in der Nachbarschaft?

Auslöser dieser Veranstaltung war ein TAZ-Artikel vom 17.02.2026, in dem die auf der Lörracher Gedenkstele unvollständig abgebildete Fotografie des Deportationstages (22.10.1940) als Verschweigen der Täter interpretiert wurde. Die zuschauenden Anwohnenden sind weggeschnitten.
Inhalt
Wie erinnern wir an die Menschen, die die Verbrechen des Nationalsozialismus ermöglicht, unterstützt oder schweigend hingenommen haben? Wie gelingt eine Erinnerungskultur, die sich nicht nur den "Opfern" widmet, sondern auch die Täter und Täterinnen sowie das gesellschaftliche Umfeld in den Blick nimmt? Mit diesen Fragen beschäftigen sich in der Podiumsdiskussion bundesweit ausgewiesene Experten und Expertinnen aus Forschung, Gedenkstättenarbeit und Journalismus.Die Veranstaltung greift eine Debatte auf, die derzeit vielerorts geführt wird: Während die Erinnerung an die Betroffenen des Nationalsozialismus heute an den meisten Orten Deutschlands selbstverständlich ist, stellt die Auseinanderstzung mit den Tätern und Täterinnen aus der eigenen Gemeinde Kommunen bis heute vor besondere Herausforderungen. Welche Verantwortung trugen Vertreter und Vertreterinnen der Verwaltung, der Medizin, der Justiz und der Polizei, oder auch Nachbarn und Nachbarinnen? Und wie kann diese Geschichte heute sichtbar gemacht werden, ohne zu vereinfachen oder zu moralisieren?
Lörrach bietet hierfür einen besonderen Rahmen. Die Stadt setzt sich seit vielen Jahren intensiv mit ihrer NS-Geschichte auseinander. Ausstellungen und Publikationen des Dreiländermuseums, die kritische Auseinandesetzung mit lokalen Täterbiografien, Straßenumbenennungen sowie Stolperschwellen an den historischen Tatorten des Kreiskrankenhauses und des Amtsgerichts stehen beispielhaft für eine Erinnerungskultur, die historische Verantwortung sichtbar macht und gesellschaftliche Diskussion ermöglicht.
Das Podium möchte nicht über Schuldzuweisungen sprechen, sondern darüber, welche Anforderungen eine zeitgemäße kommunale Erinnerungskultur heute erfüllen muss und welche Rolle historische Aufarbeitung für Demokratie und gesellschaftlichen Zusmmenhang spielt.
Referierende
Dr. Elke Gryglewski
Dr. Aline Bothe
Julia Wolrab
Klaus Hillenbrand, taz
Lars Frick, Stadt Lörrach
Informationen
19.10.2026 | 18:00 Uhr -
19.10.2026 | 19:30 Uhr
Dreiländermuseum Lörrach
Anfahrt:
Dreiländermuseum Lörrach
Leitung
Frau Dr. Katrin Hammerstein
Organisation
Ellen Eisele
0711-164099-21
ellen.eisele@lpb.bwl.de
Seminarnummer
(Bei Rückfragen bitte angeben)
Im Themenkatalog unter
In Kooperation mit
Stadt Lörrach