Weltweite Verbreitung des Coronavirus

Seitdem das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 Anfang Januar 2020 in China entdeckt wurde, breitete sich der Erreger weltweit aus. Die WHO stufte die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 als Pandemie (d.h. als weltweite Epidemie) ein. Über 92 Millionen Menschen haben sich bisher mit dem Corona-Virus bestätigt infiziert, über 1,9 Millionen Menschen sind in Verbindung mit dem Virus bisher gestorben. Das Virus breitet sich  nun gleichzeitig über weite Teile von Europa, Lateinamerika, Nordamerika, Indien, Asien und Afrika aus. Länder, die rechtzeitig mit einschneidenden Maßnahmen reagiert haben, kamen im Sommer vergleichsweise gut durch die Coronakrise. Jetzt steigen die Fallzahlen der Infizierten weltweit wieder deutlich. Diese Seite gibt einen Überblick über die Länder, die am meisten von der Pandemie betroffen sind oder waren - und wie sie vorgehen.

Zahlen und Fakten zum Coronavirus im Überblick

Chronik des Pandemie-Ausbruchs der ARD

Die ARD gibt einen Überblick darüber, wie die lokale Epidemie in China zur Pandemie wurde (Januar bis Februar 2020).

Coronavirus-Chronik der ARD

Karte und Zahlen der Johns Hopkins University

Eine Echtzeit-Karte der Johns-Hopkins-Universität (JHU) zeigt, wie viele Menschen sich derzeit mit dem Corona-Virus weltweit infiziert haben.

Coronavirus COVID-19 Global Cases

Quellenhinweis: Die auf dieser Seite genannten Zahlen stammen von der JHU, wenn nicht anders angegeben.

Informationen der Landeszentrale rund um Corona

Die Folgen der Corona-Krise

Wie verändert sich unser Alltag durch die Pandemie?

Das Grundgesetz und die Corona-Pandemie

Welche Einschränkung ist verhältnismäßig?

Coronavirus - COVID 19

Die Pandemie in Deutschland und Baden-Württemberg

Tracing-App gegen COVID-19

Wie funktioniert die technische Corona-Pandemiebekämpfung?

Corona in den USA

Die Auswirkungen der Pandemie auf den US-Wahlkampf

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Covid-19 in den USA

Aktuell sind die USA nach Zahlen weltweit das Land mit den meisten bestätigten Infektionen, nirgendwo sonst sind so viele Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Mehr als 23 Millionen Menschen (Quelle: Johns Hopkins University, 14.01.2021) in allen Bundesstaaten sind bestätigt am Virus erkrankt, Tendenz stark steigend. Über 380.000 Menschen sind in Verbindung mit der Lungenentzündung gestorben.

Die Anzahl der Neuinfektionen hat in den USA seit Anfang Juli wieder deutlich zugenommen. Kritiker führen diesen Anstieg auch auf die Lockerungen im öffentlichen Leben zurück. Am 2. Januar wurden über 300.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, so viele wie nie zuvor. Die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Corona-Toten hat am 12. Januar einen Höchststand erreicht. Es wurden 4.300 Verstorbene mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion registriert. Mehr als ein Dutzend Bundesstaaten verzeichneten schon im Juli die höchste Zahl von Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. Die Bundesstaaten Alabama, Arizona, Kalifornien, Florida, Idaho, Mississippi, Missouri, Nevada, Oklahoma, South Carolina und Wyoming hatten neue Rekordanstiege gemeldet. Für rund 90 Prozent der Menschen in den USA gelten wegen der Coronavirus-Pandemie eine Form von Ausgangsbeschränkungen.

New York war im April zu einem Zentrum der Pandemie geworden: Rund fünf Prozent aller weltweiten Fälle wurden aus der Millionenstadt gemeldet. New York hatte mit einschneidenden Maßnahmen darauf reagiert und die Verbreitung des Virus unter Kontrolle gebracht. Auch New Orleans war ein weiteres amerikanisches Epizentrum der Corona-Pandemie. Hier breitete sich das Virus schneller aus als an jedem anderen Ort der Welt. Die USA  hatten ein Einreiseverbot für Reisende aus Europa beschlossen. Das Verbot trat am 13. März um Mitternacht in Kraft. US-Präsident Donald Trump hatte wegen der Ausbreitung des Coronavirus in den USA den nationalen Notstand ausgerufen. Mit der Maßnahme können Bundesmittel in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar zur Bekämpfung des Coronavirus eingesetzt werden. Angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hat US-Finanzminister Steven Mnuchin ein Soforthilfepaket von zwei Billionen Dollar für Unternehmen in Aussicht gestellt. Das Robert Koch-Institut stuft die USA als Coronavirus-Risikogebiet ein.

Am Memorial Day (24.05.20) hatten viele US-Staaten mit Corona-Lockerungen begonnen. Zahlreiche Partys und überfüllte Strände und Bars sorgten für Kritik aus dem In- und Ausland. Nachdem Präsident Donald Trump von einer „verbrauchten Pandemie“ gesprochen hatte und sich für weitere Lockerungen einsetzt, warnten Forscher wieder einmal eindringlich. Die Corona-Krise in den USA sei noch nicht gebannt und neue und vor allem strikte Ausgangsbeschränkungen könnten wieder nötig werden. Sie sollten Recht behalten. In insgesamt 34 der 50 US-Bundesstaaten sind die Covid-19-Fallzahlen seit Ende Juni wieder gestiegen.

Präsident Trump wollte - auch wegen der Präsidentschaftswahl im November - möglichst schnell zur Normalität zurückkehren. Seiner Darstellung zufolge war das Coronavirus dabei, nach und nach aus den USA zu verschwinden. Die aktuellen Infektionszahlen zeigen das Gegenteil. Trump hatte den Kampf zur Eindämmung des Virus zuletzt großteils den Gouverneuren der Bundesstaaten und örtlichen Behörden überlassen und schon früh in der Pandemie auf eine rasche Rückkehr zum Normalbetrieb und auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft gedrängt. Das Ergebnis ist fatal. Mit den exponentiell steigenden Infiziertenzahlen kann selbst Trump die offensichtlichen Fakten nicht länger ignorieren und machte eine 180 Grad Kehrtwende: "Es wird wahrscheinlich leider schlimmer werden, bevor es besser wird. Ich sage das nicht gerne über Dinge, aber so ist es." Trump, der bisher Masken abgelehnt hat, äußert jetzt: "Ob Sie die Masken mögen oder nicht, sie haben eine Wirkung, sie werden einen Effekt haben und wir brauchen alles, was wir kriegen können."

Anfang Oktober hatten sich auch Präsident Donald Trump und First Lady Melania auch mit dem Coronavirus infiziert. "Heute Abend wurden die First Lady und ich positiv auf Covid-19 getestet", gab US-Präsident Donald Trump auf seinem Twitterkanal am 2. Oktober bekannt. Die Botschaft wirbelt den US-Wahlkampf auf noch unvorhersehbare Weise durcheinander, nur 32 Tage vor dem Wahltag. Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hatte der Präsident seine Landsleute in den vergangenen Tagen aufgerufen, keine Angst vor dem Coronavirus zu haben – und auch gesagt, dass er sich besser fühle als vor 20 Jahren. Trump war mit einem noch experimentellen Mittel der Biotech-Firma Regeneron behandelt worden. Danach habe er sich binnen 24 Stunden "großartig" gefühlt, so Trump. "Ich will, dass Sie bekommen, was ich bekommen habe - und ich werde es kostenlos machen." Es gebe "hunderttausende Dosen" davon, und man wolle sie so schnell wie möglich in die Krankenhäuser bringen. Das Militär sei für die Verteilung zuständig, sagte Trump. "Das nennt man Logistik."

Trotz der Beschwichtigungen von Präsident Trump: Die zweite Welle der Corona-Pandemie rollt in den USA. 14 Bundesstaaten melden einen bisherigen Höchststand an Corona-Fällen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Für den gewählten US-Präsidenten Joe Biden ist der Kampf gegen die Pandemie zentral. Er kündigte die Einsetzung eines Expertenrats an, der möglichst schnell einen Aktionsplan zur Überwindung der Coronakrise vorlegen soll.

Millionen US-Bürger sind rund um den Feiertag Thanksgiving am 26. November durch das Land gereist und haben Freunde und Verwandte im ganzen Land besucht. Die Quittung dafür sind steigende Zahlen an Neuinfektionen. Auch die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern erreichte mit mehr als 100.000 einen neuen Höchststand. Die dunkelsten Tage im Kampf gegen Covid stünden noch bevor, sagte Joe Biden in einer Ansprache vor den Weihnachtsfeiertagen. Hoffnung macht jetzt der Beginn der landesweiten Impfkampagne.

United States COVID-19 Statistics

Einen Überblick zum Umgang mit dem Coronavirus in den USA sowie die Folgen für die Wirtschaft und den Wahlkampf sind auf unserer Webseite zur US-Wahl 2020 zu finden.

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Covid-19 in Brasilien

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Südamerika zum "neuen Epizentrum" der Coronavirus-Pandemie erklärt. Brasilien ist nach Indien und den USA das am schwersten betroffene Land weltweit. In Brasilien sind offiziell mehr als 8,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert und mehr als 205.000 sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben, über 7,3 Millionen Personen haben die Krankheit überstanden (Stand: 14.01.2021). Am 24. September 2020 starben erstmals mehr als 1.700 Menschen an nur einem Tag im Zusammenhang mit dem Virus, am 7. Januar 2021 wurden mehr als 87.000 Neuinfizierte registriert. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte wesentlich höher liegen, da Brasilien nur über sehr geringe Testkapazitäten verfügt. Das Virus breitet sich rasend schnell aus und viele Menschen können nicht mehr behandelt werden. Beispielsweise ist das Gesundheitssystem in der Metropolstadt Manaus im Bundestaat Amazonas kollabiert und Tote können nur noch in Massengräbern beerdigt werden (Quelle). Indessen leugnet der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, dass eine große Gefahr vom Virus ausgeht. Bolsonaro bezeichnet Covid-19 weiterhin als "kleine Grippe". Er stellt sich gegen Eindämmungsmaßnahmen, lässt sich von seinen Anhängern feiern und ermutigt sie, gegen Einschränkungen zu protestieren (Quelle). National und international wird Bolsonaro dafür stark kritisiert. Viele Brasilianerinnen und Brasiliner protestieren täglich gegen seine Politik.

Eine offizielle, strikte Ausgangssperre gibt es nur in einzelnen Städten, aber nicht landesweit oder in São Paulo ( Quelle). In den Favelas, den Armenvierteln, in denen sehr viele Menschen auf engem Raum leben, setzen Drogengangs unter Gewaltandrohung Ausgangssperren durch. Ende März war der erste Corona-Fall in einer Favela bekannt geworden (Quelle). Auch die Ureinwohner Brasiliens sind durch die Ausbreitung des Virus besonders gefährdet (Quelle). Mehrere brasilianische Bundesstaaten haben dennoch mit einer Lockerung der Restriktionen begonnen.

Am 17. April entließ Bolsonaro den Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta, der über das Coronavirus aufgeklärt und sich für Isolationsmaßnahmen ausgesprochen hatte (sein Nachfolger Nelson Teich trat nach einem Monat Amtszeit ebenfalls zurück, Quelle). Dies führte in der Bevölkerung zu Empörung und Protesten  - laut Umfragen war der Gesundheitsminister zu diesem Zeitpunkt beliebter als Bolsonaro (Quelle). Präsident Bolsonaro sprach bereits im März von ersten Lockerungen, um den Schaden für die Wirtschaft zu begrenzen. Im März hatten die Gouverneure der verschiedenen Provinzen Brasiliens gegen den Willen des Präsidenten Isolationsmaßnahmen und Schließung von Schulen und Geschäften veranlasst (Quelle).

 

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Covid-19 in Russland

Russland ist mit mehr als 3,4 Millionen Infizierten weltweit hinter den USA, Indien und Brasilien das Land mit den meisten registrierten Corona-Fällen. Offiziell sind in Russland über 62.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Mehr als 2,8 Millionen Menschen haben die Krankheit überstanden (Stand: 14.01.2021) . Die Zwölf-Millionen-Einwohner-Stadt Moskau ist Russlands Zentrum der Pandemie. Mehr als die Hälfte aller Infektionsfälle wurde im Großraum Moskau registriert.

Die offiziellen Todeszahlen werden jedoch angezweifelt, denn die Todesrate wäre damit um ein Vielfaches geringer als in anderen, westeuropäischen Ländern. Zudem sei die Gesamtsterblichkeit in Moskau dieses Jahr deutlich höher als in den Jahren zuvor, was durch Corona-Todesfälle erklärt werden könnte. Das Moskauer Gesundheitsministerium erklärte dazu, dass nur Tote, die unmittelbar an Covid-19 gestorben sind, in die Statistik aufgenommen werden. In Deutschland gelten hingegen alle Personen, die zum Zeitpunkt ihres Todes mit dem Coronavirus infiziert sind, als Corona-Tote.  Zudem wurde inoffiziell bekannt, dass Pathologen unter Druck gesetzt werden, die Zahl der Covid-19-Todesfälle niedrig zu halten. Außerdem müsste die geringe Fallzahl durch weitere Gründe erklärt werden  (Quelle).

Am 11. Mai kündigte Präsident Wladimir Putin schrittweise Lockerungen der Maßnahmen auf regionaler Ebene an. Seit etwa Ende März traten in den verschiedenen Regionen nach und nach Ausgangssperren in Kraft. Ab dem 30. März wurde die Bevölkerung von der Regierung in bezahlten Zwangsurlaub geschickt. Das galt zunächst für eine Woche, die Maßnahme wurde dann jedoch verlängert. Viele fuhren in der arbeitsfreien Zeit ohne Ausgangssperre in den Urlaub, weshalb die Maßnahme kritisiert wurde (Quelle).

Mehr zur anfänglichen Entwicklung in Russland ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in der "Covid-19-Chronik, 30. März – 12. April 2020" zu lesen.

Auch Russland hat die zweite Welle erreicht. Seit Anfang September steigt die Zahl der registrierten Infektionsfälle wieder exponentiell an. Am 28. November wurden über 27.000 Neuinfektionen registriert, ein neuer Rekordwert. Die russische Führung will harte Schritte wie den vollständigen Lockdown im Frühjahr vermeiden, auch um die Wirtschaft nicht völlig abzuwürgen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in Europa lehnt Russland strikte Beschränkungen im Kampf gegen die zweite Welle bislang ab. Aber zugleich schließen die Verantwortlichen härtere Maßnahmen gegen die Verbreitung der Seuche nicht aus.

Als eines der ersten Länder der Welt hatte Russland Anfang Dezember 2020 begonnen, mit einer breit angelegten Aktion mit dem Impfstoff „Sputnik V“ seine Bevölkerung gegen Corona impfen zu lassen.

 

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Covid-19 in Großbritannien

Großbritannien ist das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land Europas: Mehr als 3,2 Million Menschen haben sich bestätigt inifiziert und mehr als 84.000 sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben (Stand: 14.01.2021), die höchste Zahl an Corona-Toten in Europa. Die britische Regierung unter Premieminister Boris Johnson steht stark in der öffentlichen Kritik dafür, zunächst die Krankheit ignoriert und dann einen uneindeutigen und riskanten Kurs in der Bekämpfung der Pandemie gefahren zu haben.

Erst wurde von der britischen Regierung die Herdenimmunität vertreten, dann kam am 23. März doch der Lockdown. Ende März wurden strenge Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus erlassen, unter anderem wurden alle Geschäfte außer Lebensmittelläden und Apotheken geschlossen. Eine erste Runde an Lockerungen hatte es bereits Anfang Mai gegeben.

Trotz der gravierend hohen Fallzahlen verkündete Premierminister Boris Johnson am 11. Mai einen 5-Punkte-Plan zur Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen. Das Papier sieht unter anderem die teilweise Öffnung von Restaurants und Friseurgeschäften vor und fordert Menschen, die nicht von Zuhause aus arbeiten können, dazu auf, wieder zur Arbeit zu gehen. Der Plan wurde unter anderem von der Labour-Party und Erziehungsgewerkschaften kritisiert und außerdem von Schottland, Wales und Irland abgelehnt (Quelle). Währenddessen scheinen sich die Pläne, schnell eine Tracing-App einzuführen, nun doch zu verlangsamen (Quelle).

Kritikerinnen und Kritiker weisen darauf hin, dass besonders Pflegeheime zu lange vernachlässigt worden seien - sowohl hinsichtlich der Statistik als auch hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen. Menschen, die in Pflegeheimen oder Zuhause vermutlich an Covid-19 starben, wurden erst ab Ende April in die offizielle Statistik des staatlichen Gesundheitsdienstes (NHS) miteinbezogen, während Patientinnen und Patienten teilweise von Krankhäusern in Hospize und Pflegeheime verlegt wurden. Bis zu 20.000 Menschen seien dort indessen gestorben (Stand: 14.05.2020, Quelle)

Am 13. März hatte Boris Johnon noch verkündet, auf das Prinzip der Herdenimmunität zu setzen ohne das nationale Gesundheitssystem zu sehr zu belasten. Damit wäre Großbritannien einen umstrittenen Weg gegangen, von dem nahezu alle anderen Länder absahen. Doch auf Druck der Öffentlichkeit legte die Regierung noch am selben Tag eine Kehrtwende ein und kündigte an, Großveranstaltungen zu verbieten (Quelle). Auch Schulschließungen leitete die Regierung erst nach einer Petition mit über 600.000 Unterschriften in die Wege. Schulen schlossen am 21. März (Quelle), seit dem 23. März gelten Ausgangsbeschränkungen (Quelle).

Boris Johnson war selbst Mitte März mit dem Coronavirus infiziert worden, arbeitete jedoch weiter, bis er ab dem 5. April bis 12. April im Krankenhaus behandelt wurde. Am 27. April nahm er seine Arbeit wieder auf (Quelle). Am 5. April hatte sich Queen Elizabeth II. zum vierten Mal in ihrer gesamten Amtszeit direkt an die Bevölkerung gewandt - dieses Mal, um ihr Mut zuzusprechen (Quelle).

In Großbritannien ist am 8. Juni eine umstrittene Quarantäne-Regelung für Einreisen ins Land in Kraft getreten. Ab diesem Tag müssen die meisten Einreisenden für zwei Wochen in Isolation gehen. Trotz steigender Neuinfektionen dürfen Pubs, Restaurants, Hotels, Kinos, Museen und Galerien in England vom 4. Juli an unter Beachtung der Sicherheitsvorkehrungen wieder öffnen. Die Abstandsregel werden von zwei Metern auf einen Meter reduziert. Zum Schutz vor dem Virus müssen seit Ende Juli in Supermärkten und anderen Geschäften in England Gesichtsmasken getragen werden.

Die zweite Welle der Corona-Pandemie traf Großbritannien mit voller Wucht. Großbritannien meldete die höchsten Neuinfektionswert seit Anfang Juni. Angesichts steigender Coronavirus-Infektionsraten verschärfte England seine Regeln für soziale Kontakte, nur noch höchstens sechs Personen durften sich miteinander treffen. Bars und Restaurants schlossen ab 22 Uhr. In den Metropolen Edinburgh, Liverpool und Glasgow mussten Pubs und Restaurant ab dem 9. Oktober für 16 Tage komplett schließen; in den ländlicheren Gebieten dürfen die Gastronomiebetriebe keinen Alkohol ausschenken. Reisende aus Frankreich und den Niederlanden mussten nach ihrer Ankunft in Großbritannien seit dem 15. August wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Am 22. September verkündete der britische Premierminister verschärfte Maßnahmen, um die zweite Corona-Welle im Land zu bremsen. Am 21. Oktober verzeichneten die Behörden erstmals mehr als 26.000 neue Corona-Fälle an einem Tag. Wegen des Mangels an Tests gehen Experten von einer hohen Dunkelziffer aus.

Mit einem dreistufigen Alarmsystem will Johnson die rapide steigenden Corona-Fallzahlen in England unter Kontrolle bringen. Je nach Risikograd – mittel, hoch oder sehr hoch – sollen verschärfte Maßnahmen gelten. Seit dem 29. Oktober gilt für vier Wochen: Keine Gäste mehr in Restaurants und Pubs, Geschäfte müssen schließen, soweit sie nicht Lebensnotwendiges verkaufen. Auch die Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts sollen bis auf wenige Ausnahmen eingeschränkt werden.

Angesichts sinkender Coronainfektionen endete der landesweite Lockdown am 2. Dezember nach vier Wochen. Alle Geschäfte dürfen in der Vorweihnachtszeit wieder öffnen, ebenso wie Kinos, Fitnessstudios und religiöse Einrichtungen. In Risikogebieten wird es jedoch weiterhin regionale Einschränkungen für die Gastronomie und private Haushalte geben. Wegen der hohen Infektionszahlen ist in London am 16. Dezember die dritte und höchste Corona-Warnstufe in Kraft getreten. Bars, Restaurants und Cafés müssen wieder schließen. In Großbritannien breitet sich seit Dezember eine neue Variante des Coronavirus B.1.1.7 unkontrolliert aus, die 50 Prozent ansteckender ist.

Nach einer Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer startete das Land am 8. Dezember mit der Massenimpfung. Bewohner von Pflegeheimen, medizinisches Personal, alte und gesundheitlich gefährdete Menschen sollen als erste geimpft werden.

Wegen der schnellen Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante Virusvariante B.1.1.7 gerät Großbritannien am Anfang des Jahres immer mehr unter Druck. Das Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps. Trotz Massenimpfungen und Lockdown bekommt Großbritannien die Pandemie nicht in den Griff. Für Reisen nach Großbritannien ist seit dem 18. Januar ein negativer Test vor der Einreise notwendig. Dieser darf nicht mehr als 72 Stunden zurückliegen. Zudem müssen sich Einreisende nach ihrer Ankunft in eine zehntägige Quarantäne begeben, die durch einen weiteren negativen Corona-Test frühestens nach fünf Tagen beendet werden kann.

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Covid-19 in Frankreich

Frankreich verzeichnet weltweit die sechsthöchste Infektionszahlen nach den USA, Indien, Brasilien, Russland und Großbritannien. Seit Beginn der Pandemie haben sich mehr als 2,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert und mehr als 69.000 sind in Verbindung mit Sars-Cov-2 gestorben (Stand: 14.01.2021).

Das Virus hatte sich im März im Großraum Paris und vor allem in der Region Elsass im Osten des Landes sehr schnell ausgebreitet. Zum Höhepunkt der Krankheitsfälle und der Ausleistung von Krankenhäusern häufte sich die Vermutung, dass alte Menschen aus Pflegeheimen für Intensivbehandlungen benachteiligt oder gar ausgeschlossen und stattdessen mit Schmerzmitteln behandelt wurden  (Quelle 1, Quelle 2). Einige schwer erkrankte Menschen wurden von Frankreich nach Deutschland gebracht und in deutschen Krankenhäusern behandelt (Quelle). Ärzte in Colmar fanden heraus, dass es den ersten Corona-Fall im Elsass  bereits im November 2019 gegeben haben muss  - noch bevor der erste Fall aus China gemeldet wurde (Quelle). Am 17. März traten strenge Ausgangssperren in Kraft. Französinnen und Franzosen durften nur das Haus verlassen, wenn es unbedingt nötig war, z.B für Einkäufe von Lebensmittel n oder Arztbesuche. Spaziergänge, Gassigehen oder Sport waren nur eine Stunde pro Tag im Radius von einem Kilometer um die Wohnung erlaubt. Für die Arbeit das Haus verlassen duften nur Menschen, bei denen keine Heimarbeit möglich war. Alle mussten schriftlich nachweisen, dass der Ausgang notwendig war.

Im Elsass wurden die Testkapazitäten stark erhöht und unter anderem das Europaparlament in Straßburg zum Test-Zentrum gemacht (Quelle). Seit dem 11. Mai ist die strenge Ausgangssperre in Frankreich aufgehoben: Die Menschen dürfen ihr Zuhause nun ohne Grund verlassen und der Schulbetrieb wird schrittweise wieder aufgenommen. Die Mehrheit der Bevölkerung - zwei Drittel - besorgt diese Lockerung jedoch, da das Vertrauen in die Regierung und ihr Krisenmanagement gering ist (Quelle).

Frankreich verzeichnet seit Mitte Juli wieder exponentiell steigende COVID-19 Infektionszahlen. Am 7. November erreichte die Zahl der an einem Tag verzeichneten Neuinfektionen mit 86.000 den Höchststand. Seither gehen die Zahlen zurück. Besonders betroffen sind die Regionen Île-de-France, dort insbesondere Paris, und Provence-Alpes-Côte d’Azur. In zahlreichen Städten wie Paris oder der Elsass-Metropole Straßburg gilt nun auch eine Maskenpflicht unter freiem Himmel. Die Behörden befürchten eine erneute Überlastung der Krankenhäuser. Nachdem sich innerhalb von sieben Tagen 250 pro 100.000 Menschen in Frankreichs Hauptstadt mit Covid-19 infiziert hatten, ordnete die Regierung strikte Maßnahmen an: Bars, Clubs, Cafés und Fitnessstudios in Paris müssen für zwei Wochen schließen. Seit dem 24. Oktober dürfen in 54 Départements 46 Millionen Franzosen ihre Häuser in der Zeit zwischen 21.00 und 06.00 Uhr wegen der Ausgangssperre nicht verlassen. Die Regelung gilt zunächst für sechs Wochen. Seit dem 30. Oktober gilt bis mindestens Anfang Dezember ein landesweiter Lockdown. Die Menschen dürfen nur noch mit triftigem Grund das Haus verlassen und müssen dabei stets ein entsprechendes Formular bei sich tragen. Die Schulen bleiben vorerst offen. Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus bahnt sich erneut eine Überlastung des Gesundheitssystems an, wie sie bereits im vergangenen Frühjahr herrschte. Um Intensiv-Betten freizuhalten, werden in der gesamten Hauptstadtregion Operationen verschoben, die nicht dringend notwendig sind.

Der harte Lockdown zeigt jetzt Wirkung, das Land hat den Höhepunkt der zweiten Corona-Welle überwunden. Die Zahl der Neuinfektionen und der Krankenhaus-Patienten sinkt deutlich. Angesichts einer verbesserten Corona-Lage hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erste Lockerungen der strengen Beschränkungen im Land angekündigt. Einzelhandelsgeschäfte können wieder öffnen, Bars und Restaurants sollen vorerst geschlossen bleiben. Seit Ende Oktober konnten die Menschen nur mit triftigem Grund das Haus verlassen. Jetzt müssen zwar weiter Bescheinigungen ausfüllt werden, wenn man die Wohnung verlässt, allerdings sind Spaziergänge und Sport in einem Radius von 20 Kilometern für drei Stunden erlaubt. In Paris gilt jetzt wie in den meisten Landesteilen eine nächtliche Ausgangssperre ab 20 Uhr, in 25 der rund 100 Verwaltungsbezirke wurde sie wegen der hohen Infektionszahlen aber bereits Anfang Januar auf 18 Uhr vorgezogen.

Wegen der nur schleppend angelaufenen Impfkampagne steht die Regierung stark unter Druck.

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Covid-19 in Italien

In Italien haben sich mehr als 2,3 Millionen Menschen seit Beginn der Pandemie mit dem neuen Coronavirus nachweislich infiziert, über 80.000 sind in Verbindung mit Sars-CoV-2 gestorben. Über 1,6 Million Menschen sind genesen (Stand: 14.01.2021). Die Gefahr im Frühjahr 2020 war groß, dass die Entwicklung in anderen Ländern ohne einschneidende Maßnahmen ähnlich verlaufen wird wie in Italien.

Warum hatte es gerade Italien am Anfang so stark getroffen? Experten sind sich inzwischen ziemlich einig: Der Hauptgrund liegt darin, dass sich das Virus wochenlang unbemerkt ausbreiten konnte. Der erste an Covid-19 erkrankte Patient in Italien hatte sich am 20. Februar mit Fieber, Grippesymptomen und Atembeschwerden in der Notaufnahme des Spitals von Codogno in der Lombardei gemeldet. Die Epidemie in China war für alle Verantwortlichen noch weit weg gewesen, und niemand hatte damals ernsthafte Maßnahmen in Betracht gezogen, das Virus zu bekämpfen. Sehr schnell wurde das Gesundheitssystem mit zu vielen Covid-19-Infizierten an einem Ort zur selben Zeit überlastet. Laut offizieller Zahlen sind mehr als zehn Prozent der Menschen, die sich in Italien bestätigt mit Sars-CoV-2 infiziert haben, gestorben.

Italien lockerte seit dem 4. Mai eine Reihe von Corona-Beschränkungen. Die Menschen sollen wieder mehr Sport im Freien machen und sich wieder stärker in der eigenen Region bewegen dürfen. Die Schulen sollen noch bis zu den Sommerferien geschlossen bleiben und erst im September wieder öffnen.
Das Robert Koch-Institut hatte daraufhin ganz Italien zum Risikogebiet erklärt. Das Auswärtige Amt hatte seine Reise- und Sicherheitshinweise angepasst. Von nicht erforderlichen Reisen nach Italien wurde derzeit abgeraten. Die Einreise nach Italien ist ab dem 3. Juni wieder für alle Reisen aus vielen Ländern ohne Quarantänemaßnahmen wieder gestattet.

Auch in Italien nimmt die Zahl an Covid-19-Infizierten im Herbst wieder stark zu. Die Gesundheitsbehörden in Italien haben am 13. November mit über 40.000 Coronavirus-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen neuen Höchstwert seit Beginn der Pandemie registriert. Experten machen dafür vermehrte soziale Kontakte verantwortlich, die mit Urlaub, Familienfeiern und Nachtleben zusammenhängen. Im Kampf gegen die wieder steigenden Fallzahlen hatte Italiens Regierung eine landesweite Maskenpflicht ab dem 8. Oktober auch im Freien beschlossen. In Lokalen und Discos sind Partys jetzt verboten. Feste wir Hochzeiten werden auf 30 Teilnehmer beschränkt. Außerdem empfiehlt die Regierung den Bürgern, auch daheim auf Treffen mit mehr als sechs haushaltsfremden Teilnehmern zu verzichten. Restaurants und Bars müssen künftig um Mitternacht schließen. Alle zwanzig Regionen haben nächtliche Ausgangssperren verfügt. Kindergärten und Schulen bleiben geöffnet, in Grund- und Mittelschulen wird zudem der Präsenzunterricht beibehalten. In weiterführenden Schulen und Gymnasien sowie an Hochschulen soll 75 Prozent des Unterrichts als Fernunterricht in digitaler Form stattfinden, nur 25 Prozent als Präsenzunterricht. Museen werden geschlossen, Reisen in und aus Hochrisiko-Zonen sollen – abgesehen von Fahrten mit wichtigen Gründen – beschränkt werden.

Nach mehreren Wochen mit strengen Corona-Maßnahmen für viele Regionen Italiens hat die Regierung in einigen Gebieten die Regeln gelockert, nachdem die Infektionszahlen langsam sinken. Trotz einer zuletzt leicht sinkenden Infektionsrate hat die Regierung einen Weihnachtslockdown angeordnet. Demnach darf vom 24. bis 27. Dezember nur das Haus verlassen, wer dringend notwendige Besorgungen wie Lebensmittel- oder Apothekeneinkäufe erledigt oder zur Arbeit muss. Alle nicht für den täglichen Bedarf notwendigen Geschäfte sowie Bars und Restaurants bleiben geschlossen.

Der Unmut über den langsamen Impfstart war zunächst in Italien groß, über drei Viertel der zur Verfügung stehenden Impfdosen lagerten ungenutzt in den Kühlschränken. Die Impfkampagne nahm im neuen Jahr jedoch Fahrt auf. Der Großteil ging zunächst an Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen.

Rückblick: Ausbreitung und Gegenmaßnahmen in Italien

Die Reaktionen der italienischen Behörden sind inzwischen drastisch: Wie schon in China werden ganze Gebiete, in denen das Virus nachgewiesen wurde, unter Quarantäne gestellt. Das heißt: Niemand darf in die betroffenen Gebiete hinein, niemand darf heraus. Rund eine Viertel der italienischen Bevölkerung stand zunächst wegen des Coronavirus praktisch unter Quarantäne. Alle Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. Erst im September werden sie wieder öffnen. Landesweit verhängte die Regierung einen Betriebsstopp für Kinos, Theater und Museen. In vielen Gegenden Norditaliens steht das öffentliche Leben praktisch still. Die italienischen Regionen Emilia-Romagna, Lombardei und die Stadt Vo in der Region Venetien sind weiterhin Pandemiespots. Die italienische Regierung weitet jetzt Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronavirus-Krise auf das ganze Land aus. Alle öffentlichen Versammlungen werden verboten. Sportveranstaltungen wie Fußballspiele werden ausgesetzt, Bars und Restaurants sowie fast alle Geschäfte werden geschlossen, nur Supermärkte und Apotheken und Geschäfte, die "wichtige" Dinge verkauften, sind weiter geöffnet.

Am 21. März zog Italien die Notbremse. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte verkündete in seiner Ansprache : "Alles, was nicht unmittelbar für das Funktionieren des Landes notwendig ist, wird jetzt dichtgemacht." Vom 23. März an wurden die Bekleidungs-, die Möbel- oder die Haushaltsgeräteindustrie, die Werke des Luft- und Raumfahrtsektors oder des Fahrzeugbaus stillgelegt, auf den Baustellen durfte nicht mehr gearbeitet werden. Die Einschränkungen galten bis 3. Mai 2020.

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Covid-19 in Spanien

Spanien hat die Corona-Pandemie schwer getroffen. Vor allem in der Region Madrid hatten sich die Krankheitsfälle Ende März gehäuft. Über 2,1 Millionen Infektionen wurden seit Beginn der Pandemie registriert. Über 52.000 Menschen sind bisher in Verbindung mit dem Virus gestorben (Stand: 14.01.2021).  Rund um Madrid wurden zunächst Kindergärten, Schulen und Universitäten geschlossen. Alle Sportveranstaltungen wurden abgesagt, alle Direktflüge zwischen Italien und Spanien untersagt.

Seit dem 11. Mai gelten gelockerte Maßnahmen in Spanien, mit der Ausnahme der stark betroffenen Städte Madrid und Barcelona. Unter bestimmten Vorkehrungen öffneten Restaurants, Cafés und Kirchen (Quelle). Die Spanier durften während des „Alarmzustands“ nur in Ausnahmefällen aus dem Haus gehen. Alle Beschäftigten, die in nicht wesentlichen Sektoren tätig sind, mussten vom 31. März bis vorerst zum 25. April zu Hause bleiben. Die Regierung in Madrid verfügte am 13. April über erste Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen: Zunächst nahmen seit dem 13. April Baufirmen und Fabriken den Betrieb wieder auf. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fuhr, erhielt eine Schutzmaske.  Am 20. Mai und am 3. Juni wurde der Alarmzustand bis zum 21. Juni verlängert. Viele Geschäfte und Restaurants bleiben geschlossen und die Menschen dürfen nur zu bestimmten Zeiten aus ihren Wohnungen . Besonders streng wird der Alarmzustand in Madrid und Barcelona gehandhabt.

Seit dem 25. Mai darf wieder an den Stränden einiger Küstenregionen Spaniens gebadet werden, allerdings ist die Anzahl der Besucher begrenzt. Sei dem 1. Juli können ausländische Urlauber wieder einreisen. Nachdem auf Mallorca und Ibiza neue Ausbrüche des Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet worden waren, kündigten die Behörden eine Maskenpflicht für die Balearen an.

Nun versinkt das Land tief in der zweiten Welle: In Spanien steigen die Infektionszahlen seit Juli wieder exponentiell an. Am 2. November meldeten die Gesundheitsbehörden über 55.000 Neuinfektionen. Hotspots sind jetzt Madrid, Katalonien, Navarra, Aragón und das Baskenland. Die meisten Infizierten werden rund um Madrid gezählt. Treffen von mehr als zehn Personen sind nun verboten, in der ganzen Region gilt eine Maskenpflicht auch im Freien. Einige Regionen erliessen neue Vorschriften, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Unter anderem wurden grössere Versammlungen verboten. Am 21. August beschloss die Regionalregierung in Madrid strenge Maßnahmen und riegelte ausgewählte Viertel für zwei Wochen weitgehend ab. Die spanische Regierung stellt den Regionen jetzt Kräfte der Armee zur Nachverfolgung von Infektionsketten zur Verfügung. Viele europäische Staaten haben für Spanien ein Reisewarnung ausgesprochen. In den abgeriegelten Städten wie Madrid dürfen sich die Bewohner zwar frei bewegen, sie dürfen diese aber nur verlassen, um etwa zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt zu fahren. Auswärtige dürfen diese Städte nur in Ausnahmefällen betreten. Daneben sind unter anderem Versammlungen von mehr als sechs Menschen verboten, Bars und Restaurants müssen um 23 Uhr schließen.

Wegen der Corona-Pandemie trat ein landesweiter Notstand in Kraft. Ein Notstand gibt der Zentralregierung in Madrid die Vollmacht, Grundrechte einzuschränken. Nach dem Willen der Regierung soll er bis Mai 2021 verlängert werden. Es gilt ein moderates nächtliches Ausgehverbot von Mitternacht bis sechs Uhr morgens, die Gastronomie muss früher schließen. Der moderate Lockdown light lässt die Infektionskurve der zweiten Coronawelle nun im ganzen Land allmählich nach unten gehen.

Jetzt hat Spanien die dritte Corona-Welle erfasst. Aufgrund stark steigender Corona-Zahlen im Januar haben mehrere Regionen in Spanien eine Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beschlossen. Besonders strenge Einschränkungen kündigte Katalonien mit der Metropole Barcelona an. Die Einwohner der Regionwerden ihre jeweilige Gemeinde zehn Tage lang nur mit triftigem Grund verlassen dürfen – etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren.

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Covid-19 in Schweden

In Schweden haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 512.000 Menschen mit Corona infiziert und mehr als 9.800 sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben (Stand: 14.01.2021). Damit weist das Land erheblich mehr Todesfälle aus als seine skandinavischen Nachbarländer Dänemark, Norwegen und Finnland. Besonders betroffen war die Region Stockholm, in der die meisten Schweden leben. In der Frühphase der Pandemie hatte Schweden versäumt, ältere Menschen in Pflegeheimen zu schützen.

Schweden ist im Umgang mit dem Coronavirus von Anfang an einen sogenannten "Sonderweg" gegangen: Das öffentliche Leben wurde weit weniger eingeschränkt als in anderen europäischen Ländern, um die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger so weit wie möglich zu bewahren. Schweden setzt – anders als die meisten europäischen Nachbarn – in allen anderen Bereichen eher auf Empfehlungen und Freiwilligkeit. Beispielsweise blieben Schulen, Restaurants und Geschäfte geöffnet.

Schwedens Sonderweg in der Corona-Krise gerät immer mehr in die Kritik. Unter anderem seien 90 Prozent der Corona-Toten über 70 Jahre alt. Vor allem in Pflegeheimen fordert das Coronavirus viele Tote. Mehr als die Hälfte aller Todesfälle stammen aus solchen Heimen. Kritikerinnen und Kritiker sagen, das Vorgehen könnte katastrophale Folgen haben.

Nach dem raschen Anstieg der Fälle wurden öffentliche Zusammenkünfte und Veranstaltungen von mehr als 50 Personen inzwischen verboten, in Alters- und Pflegeheimen gilt ein Besuchsverbot. Universitäten und Schulen ab Klasse neun sind geschlossen. Viele Teile des gesellschaftlichen Lebens sind eingestellt. Die Menschen bleiben zu Hause, reisen nicht, vielen Unternehmen brechen die Umsätze weg.

Zwar sind in Schweden die Corona-Zahlen im Oktober nicht so rasant gestiegen wie im Rest von Europa, doch mittlerweile verzeichnet das Land wieder deutlich mehr Neuinfektionen. Stockholm gehört zu den Regionen, die von der zweiten Welle erneut am meisten betroffen sind. Mit einer 7-Tages-Inzidenz von 380 steht Schweden nach Berechnungen der Europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC inzwischen sogar schlechter da als Frankreich, Spanien oder Großbritannien. Schwedens Ministerpräsident Stefan Lofven bezeichnet die Lage als sehr ernst. Größere Menschenansammlungen sollen jetzt vermieden werden, bei Feiern in Restaurants dürfen nur noch maximal acht Personen zusammenkommen. Für die besonders betroffenen Regionen gibt es neue Empfehlungen: Dort sollen die Menschen nur noch Kontakt zu Menschen aus dem eigenen Haushalt haben, von Zuhause aus arbeiten und auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten. Seit dem 24. November dürfen sich nur noch maximal acht Personen in der Öffentlichkeit versammeln. Das bedeutet das vorläufige Aus für Veranstaltungen, viele Kinos und Schwimmbäder schließen. Oberschulen ab Jahrgangsstufe 10 sind bis zum 6. Januar geschlossen, unterrichtet wird digital. Zudem empfahl Lofven erstmals das Tragen von Masken im öffentlichen Nahverkehr.

Nun soll ein Pandemiegesetz helfen, die Neuinfektionen zu senken. Das Gesetz gibt der Regierung mehr Möglichkeiten im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Im Fokus stehen zunächst Fitnessstudios, Sportvereine, Schwimmbäder und Einkaufszentren. Erstmals kann die Regierung die Öffnungszeiten begrenzen und diese Orte ganz schließen lassen. Auch privat kann der Staat nun eingreifen und die Freiheit jedes einzelnen einschränken.

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Covid-19 in China

In China waren offiziell mehr als 97.000 Personen an Covid-19 erkrankt, mehr als 4.700 sind in Verbindung mit der Lungenentzündung gestorben. 90.000 Menschen haben die Krankheit inzwischen überstanden (Stand: 14.01.2021). Der erste Fall einer Infizierung mit dem neuartigen Coronavirus kann auf den 17. November 2019 zurückverfolgt werden. Einen Monat später stieg die Zahl der bekannten Fälle erstmals zweistellig an. Die Anzahl der Neuinfektionen zeigte allerdings aufgrund eines harten Lockdowns schnell einen Abwärtstrend, China hatte den Höhepunkt der Coronavirus-Ausbreitung überschritten. Die Abriegelung der Provinz Hubei wurde weitgehend aufgehoben. Hubei gilt als Ausgangspunkt der Pandemie, die Provinz war zwei Monate lang von der Außenwelt abgeschottet.

Um den Ausbruch zu stoppen war das Ziel der WHO, das Virus mit aller Macht an seiner Quelle in China bekämpfen und gleichzeitig verhindern, dass es anderswo Fuß fasst. Diese Strategie ist misslungen. Rasend schnell verbreitete sich das Virus, zunächst in China, dann in Japan, Südkorea, Iran und in Italien und schließlich in weiteren Ländern.

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Reaktionen der Europäischen Union

Wie reagierte die Europäische Union (EU) im Angesicht des sich ausbreitenden Coronavirus? Als sich die Lage um die Ausbreitung des Virus im März verschärfte, reagierten die Mitgliedstaaten der EU zunächst ohne Einigung auf ein gemeinsames Vorgehen. Viele Länder schlossen auf eigene Faust ihre Grenze, um die Situation auf nationaler Ebene besser unter Kontrolle bringen zu können. Schließlich einigten sich die Mitglieder des Europäischen Rates, d.h. die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten, auf die vorläufige Schließung der EU-Außengrenzen ab dem 17. März (Quelle)

Diese recht unkoordinierte Erstreaktion kritisierten Expertinnen und Experten. Denn mit einer europäischen Zusammenarbeit hätte die Pandemie effektiver bekämpft werden können, z.B. um eine einheitliche Strategie zum Testen von Erkankten und eine sinnvolle Verteilung medizinischer Ausrüstung zu gewährleisten. Ein großes Problem der EU in der aktuellen Situation sehen sie darin, dass die EU in der Gesundheitspolitik kein Mitspracherecht hat - und die Warnungen der zuständigen EU-Agentur lange unbeachtet blieben (Quelle).

Trotz dieser Schwierigkeiten traf die EU in vielen unterschiedlichen Bereichen gemeinsame Maßnahmen u.a. in den Bereichen Gesundheit, Arbeit, Reisen, Verkehr, Forschung und Bekämpfung von Desinformationen. Beispielsweise richtete die EU ein wissenschaftliches Expertenteam ein, das die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung von Maßnahmen berät. Die Europäische Kommission koordiniert dabei eine gemeinsame Krisenreaktion.

    Einen chronologischen Überblick über die getroffenen Maßnahmen der EU in Verbindung zur Coronapandemie geben die Organe der EU:

    Wiederaufbaufond: Wirtschaftliche Hilfen in der EU

    Im Mittelpunkt steht auf europäischer Ebene die Frage, wie die wirtschaftlichen Folgen, d.h. die anstehende Rezession, gemeinsam bewältigt werden können. Emmanuel Macron und Angela Merkel einigten sich auf einen Vorschlag für einen zeitlich befristeten Wiederaufbaufond über 500 Millionen Euro, durch den vor allem Haushaltsausgaben für stark betroffene Sektoren und Regionen bereitgestellt werden sollen. Die Zuschüsse sollen den Mitgliedstaaten als Transfer übertragen werden, d.h. dass die Staaten den Betrag nicht zurückzahlen und dadurch keine Schulden aufnehmen müssen. Jedoch soll der Fond durch Anleihen am Finanzmarkt aufgebaut und schließlich aus verschiedenen EU-Haushalten zurückgezahlt werden. Das heißt: Die EU würde dadurch Schulden aufnehmen, die sie bis nach 2027 zurückzahlen muss.

    Die gemeinsame Schuldenaufnahme ist zentral in der Debatte um wirtschaftliche Hilfen in der EU. Denn laut den EU-Verträgen ist die gemeinsame Verschuldung verboten. Jedoch sagen Expertinnen und Experten, dass diese Möglichkeit wichtig ist, um den europäischen Binnenmarkt und die gesamte EU selbst zusammenzuhalten - gerade in der aktuellen Situation, in der die europäische Wirtschaft einbricht. Aus diesem Grund beharrt die Bundesregierung nicht mehr auf dem Verschuldungsverbot, sondern plädiert dafür, rechtlich eine Ausnahme zu schaffen. Ob diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden, ist noch unklar: Der Vorschlag für den Fond muss in Verbindung mit dem Haushaltsplan für 2021 bis 2027 von allen 27 Mitgliedstaaten verabschiedet werden. Jedoch sind einige Länder noch dagegen (Stand: 27.05.2020, Quelle).

     

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    Zuletzt aktualisiert: 14.01.2021