Klimawandel in Baden-Württemberg: Folgen für Alltag, Natur und Politik

Der Klimawandel ist in Baden-Württemberg spürbar. Heiße Tage nehmen zu, Trockenphasen belasten Gewässer, Wälder und Landwirtschaft. Starkregen stellt Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen. Die Erderwärmung ist damit kein abstraktes Problem: Sie betrifft das Leben vor Ort – und stellt Politik, Verwaltung und Gesellschaft vor neue Aufgaben. Diese Seite zeigt exemplarisch, welche Folgen der Klimawandel im Südwesten hat.
Klimawandel in Baden-Württemberg
- Baden-Württemberg ist seit Beginn der Wetteraufzeichnung deutlich wärmer geworden.
- Heiße Tage, Hitzewellen und zu warme Winter nehmen zu.
- Trockeheit, Starkregen und niedrige Wasserstände belasten Menschen, Tiere, Pflanzen und die Wirtschaft.
- Die Veränderung des Klima können Sie auf der interaktiven Karte des Klimaaltas Baden-Württemberg anschauen.
Ist der Klimawandel bereits in Baden-Württemberg spürbar?
Der Sommer 2026 hat vielen Menschen in Baden-Württemberg gezeigt, wie sich Klimaveränderungen im Alltag anfühlen können: Hitze, trockene Böden und niedrige Wasserstände waren vielerorts spürbar. Doch der Klimawandel zeigt sich nicht nur in einem einzelnen heißen Sommer. Langfristige Messreihen belegen, dass Baden-Württemberg seit Jahrzehnten wärmer wird.
Deutlich zeigt sich die Erwärumung an der Jahresmitteltemperatur. Vergleicht man den Referenzzeitraum 1961 bis 1990 mit den jüngsten 30 Jahren von 1996 bis 2025, ergibt sich ein Anstieg um 1,3 Grad Celsius.
Die untenstehende Grafik zeigt, wie stark die Jahresmitteltemperaturen vom Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 abweichen. Dieser lag in Baden-Württemberg bei 8 Grad Celsius. Blaue Balken zeigen Jahre, die kühler waren als dieser Durchschnitt, rote Balken zeigen wärmere Jahre. Auffällig ist: Seit den 1990er Jahren liegen die meisten Jahre über dem langjährigen Durchschnitt. 2010 war das letzte Jahr, in dem die Jahresmitteltemperatur darunter lag. In den vergangenen zehn Jahren lagen fast alle Jahre mehr als 1 Grad Celsius über dem Referenzwert. Die langfristige Erwärmung ist damit in Baden-Württemberg deutlich messbar.
Aktuelles Beispiel: Hitze und Trockenheit 2026
Der Sommer 2026 zeigt, wie stark Hitze und Trockenheit Menschen, Natur und Infrastruktur in Baden-Württemberg belasten können. Nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) entwickelte sich bereits im Juni eine außergewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle. Der erste Heiße Tag des Jahres – also ein Tag mit mindestens 30 °C – wurde schon am 23. Mai gemessen. Der Juni 2026 war mit einer Mitteltemperatur von 20,0 °C der zweitwärmste Juni seit Beginn der Messreihe 1961 und lag 5,0 °C über dem Mittel der Klimareferenzperiode 1961–1990. Gleichzeitig fiel weniger als die Hälfte der üblichen Juniniederschläge.
Die Hitze erfasste nahezu das ganze Land. Während in einem durchschnittlichen Juni nur in etwa einem Fünftel der Gemeinden überhaupt ein Heißer Tag auftritt, wurden im Juni 2026 in allen Gemeinden Baden-Württembergs mindestens drei Heiße Tage registriert, häufig sogar fünf. Besonders ungewöhnlich war, dass selbst auf dem Feldberg, einem der kühlsten Messstandorte des Landes, zwei Tropennächte gemessen wurden. In Tropennächten sinkt die Temperatur nicht unter 20 °C.
Hitze wird besonders problematisch, wenn sie mit Trockenheit zusammenfällt. Dann trocknen Böden aus, Wasserstände sinken und Wälder, Landwirtschaft, Gewässer und Städte geraten unter Druck. Die Karte des UFZ-Dürremonitors zeigt, wie stark die Böden in Baden-Württemberg Anfang September 2026 von Dürre betroffen waren. Solche Entwicklungen machen deutlich, warum Klimaanpassung für Kommunen immer wichtiger wird – etwa durch mehr Stadtgrün, Schatten, entsiegelte Flächen, Hitzeaktionspläne und ein vorausschauendes Wassermanagement.
Zwischen 1961 und 1990 gab es im Schnitt pro Jahr 29 Sommertage. Das sind Tage mit Temperaturen über 25 Grad Celsius. 1996 bis 2025 waren es im Schnitt 46. In 2025 sogar 51. Der Sommer 2026 stellt also keine Ausnahme dar, sondern ist viel mehr Teil einer langfristeigen Entwicklung.
Hitze: Was bedeutet der Klimawandel für Städte und Alltag?
Wie geht es unserem Wald?

Es waren bessere Jahre für den Wald in Baden-Württemberg. Die Jahre 2018-2020 sowie 2022 und 2023 waren von langen und starken Hitzephasen geprägt, die starke Spuren im Wald hinterlassen haben. Die Spuren sind auch heute noch sichtbar, doch die Jahre 2024 und 2025 gaben dem Wald in Baden-Württemberg eine kurze Verschnaufspause. Allerdings konnten nicht alle Bäume gleichermaßen davon profitieren. Der Wald ist als wichtiger CO2-Speicher ein grundlegender Baustein für Klimaschutz. Gleichzeitig spielen Bäume und Wälder eine große Rolle bei Klimaanpassungsmaßnahmen.
Wer mehr über die Wälder von Baden-Württemberg wissen möchte, dem empfehlen wir unser Wald-Dossier.
Linksammlung
Weiterführende Informationen
E-Learning-Kurs für Schulklassen
eSchool4S
Sustainability - Nachhaltigkeit

Aus dem EU-geförderten Projekt „eSchool4s“ sind sechs englischsprachige Kurse rund um das Thema Nachhaltigkeit hervorgegangen. Ob Klimawandel, nachhaltiger Konsum oder Inklusion – Schüler:innen können sich in einem Internet-Kursraum interaktiv zu einer großen Bandbreite an Themen weiterbilden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Donauraum. Geeignet für die Altersgruppe ab 15 Jahren. In Baden-Württemberg wird das Projekt „eSchool4S“ vom Landesministerium für Kultus, Jugend und Sport gefördert.
Within the framework of the EU-funded project “eSchool4S” six courses in English language, addressing different dimensions of sustainability, were developed. In an interactive web-based classroom students get the opportunity to learn more about a wide variety of topics – ranging from climate change, sustainable consumption to social inclusion. A special focus rests on the Danube Region. The courses are suitable for the agegroup from 15 years on. In Baden-Württemberg the project “eSchool4S” is supported by the Ministry of Education, Youth and Sports.
Programm: Sustainability - Nachhaltigkeit
Weitere Infos und Anmeldung: eSchool4s Infoseite
Dossiers der Landeszentrale für politische Bildung

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Autor: Internetredaktion der LpB BW | letzte Aktualisierung: September 2023.


