Klimawandel in Baden-Württemberg: Folgen für Alltag, Natur und Politik

Der Klimawandel ist auch in Baden-Württemberg spürbar. Die Jahresmitteltemperaturen zwischen 1881 und 2020 sind um 1,5 Grad Celsius gestiegen, die Zahl der heißen Tage über 30 Grad Celsius hat sich von durchschnittlich fünf (1961-1990) auf zehn (1991-2019) Tage verdoppelt. Hitzerekorde, Dürren, Starkregen, Hagelstürme, Überschwemmungen, aber auch Wald- und Artensterben, Veränderungen in Landwirtschaft und Städten zeigen, dass die Erderwärmung nicht nur ein abstraktes Problem ist. Sie betrifft auch das Leben vor Ort – und stellt Politik, Verwaltung und Gesellschaft vor neue Aufgaben. Auf dieser Seite zeigen wir Ihnen exemplarisch welche Folgen der Klimawandel unter anderem im Südwesten hat.
Ist der Klimawandel in Baden-Württemberg spürbar?
- 2025 lag der Mittel der Lufttemperatur bei 9,8 Grad Celsius. Dieser Durchschnitt lag im Zeitraum 1961 bis 1990 noch bei 8 Grad Celsius und ist für den Zeitraum 1996 bis 2025 auf 9,3 Grad gesteigen. Kurz gesagt: Es wird wärmer.
- Im ersten Zeitraum bis 1990 gab es im Schnitt 29 Sommertage. Das sind Tage mit einer Höchstemperatur über 25 Grad Celsius. 1996 bis 2025 waren es im Schnitt 46. In 2025 sogar 51. Auch die Zahl der Tage mit über 30 Grad steigt an.
- Die Veränderung des Klima können Sie auf der interaktiven Karte des Klimaaltas Baden-Württemberg anschauen.
Ist der Klimawandel in Baden-Württemberg zu spüren?
Eindeutig ja. Laut der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg stiegen die Jahresmitteltemperaturen in Baden-Württemberg seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 bis heute um 1,5 Grad Celsius; seit 1990 sogar um ein Grad in nur 30 Jahren. Die Zahl der heißen Tage über 30 Grad Celsius hat sich von durchschnittlich fünf (1961-1990) auf zehn (1991-2019) heiße Tage pro Jahr verdoppelt. Fast jeden Sommer werden neue Hitzerekorde gebrochen.
In Natur und Umwelt zeigen sich erste Veränderungen, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind. So haben beispielsweise Extremereignisse wie Hochwasser und Hagel zugenommen, Blühtermine haben sich verfrüht und die Vegetationsperiode insgesamt verlängert und die Vitalität der Hauptbaumarten hat enorm gelitten. Wegen der anhaltenden Trockenperioden sind die Grundwasserspiegel stark gesunken.
Bei einem „Weiter wie bisher“ gehen Klimaexpert:innen von einem Temperaturanstieg aus, der im Jahresmittel über das Land von +0,8 bis +1,8 Grad Celsius in der nahen Zukunft (2021-2050) und von +3 bis +4,5 Grad Celsius (2071-2100) in der fernen Zukunft im Vergleich zum Referenzzeitraum 1971 bis 2000 mit 8,4 Grad Celsius reicht. Außerdem ist mit einer Abnahme der Niederschläge und vergleichsweise langen Hitze- und Dürreperioden im Sommer zu rechnen, während die Winter mild ausfallen und von extremen Niederschlagsereignissen geprägt sein werden.
Klimazukunft Baden-Württemberg – Was uns ohne effektiven Klimaschutz erwartet! (April 2021)
Wie geht es unserem Wald?

Die Lage des Waldes in Baden-Württemberg ist besorgniserregend. Zwar hatte der Wald im Jahr 2021 mit viel Regen und kühleren Temperaturen eine kurze Verschnaufpause. Doch das Jahr 2022 war wieder heiß und trocken, so dass mittlerweile 46 Prozent der Waldfläche deutlich geschädigt ist, ein neuer Negativrekord. Zu diesem Ergebnis kommt der Waldzustandsbericht 2022. Am deutlichsten geschädigt ist die Kiefer, gefolgt von Fichte, Tanne und Lärche. Weniger geschädigt ist dagegen die Douglasie. Auch die Laubbäume bereiten Sorgen: Am deutlichsten geschädigt ist hier die Esche, am wenigsten der Bergahorn. Neben der Dürre und dem Borkenkäferbefall rückte im letzten Jahr insbesondere das Thema Waldbrand in den Fokus der Forstleute und macht ihnen zunehmend zu schaffen. Daher wird die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Forstleuten weiter intensiviert. Die Ergebnisse des Waldzustandsberichts zeigen, dass es dringend notwendig ist, die Wälder widerstandsfähig für den Klimawandel zu machen. Dafür hat die Landesregierung 2019 eine Waldstrategie für Baden-Württemberg eingeleitet.
Wer mehr über die Wälder von Baden-Württemberg wissen möchte, dem empfehlen wir unser Wald-Dossier.
Linksammlung
Weiterführende Informationen
E-Learning-Kurs für Schulklassen
eSchool4S
Sustainability - Nachhaltigkeit

Aus dem EU-geförderten Projekt „eSchool4s“ sind sechs englischsprachige Kurse rund um das Thema Nachhaltigkeit hervorgegangen. Ob Klimawandel, nachhaltiger Konsum oder Inklusion – Schüler:innen können sich in einem Internet-Kursraum interaktiv zu einer großen Bandbreite an Themen weiterbilden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Donauraum. Geeignet für die Altersgruppe ab 15 Jahren. In Baden-Württemberg wird das Projekt „eSchool4S“ vom Landesministerium für Kultus, Jugend und Sport gefördert.
Within the framework of the EU-funded project “eSchool4S” six courses in English language, addressing different dimensions of sustainability, were developed. In an interactive web-based classroom students get the opportunity to learn more about a wide variety of topics – ranging from climate change, sustainable consumption to social inclusion. A special focus rests on the Danube Region. The courses are suitable for the agegroup from 15 years on. In Baden-Württemberg the project “eSchool4S” is supported by the Ministry of Education, Youth and Sports.
Programm: Sustainability - Nachhaltigkeit
Weitere Infos und Anmeldung: eSchool4s Infoseite
Dossiers der Landeszentrale für politische Bildung

Klimawandel
Hilft das Pariser Abkommen?
198 Staaten einigten sich 2015 in Paris auf einen Vertrag, der den Klimawandel aufhalten soll. Laut Vertrag soll die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt werden. Was ist der Klimawandel? Und wie will die Weltgemeinschaft die schlimmsten Folgen abwenden? Das Dossier klärt Grundsatzfragen rund ums Klima.
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17 SDGs: Ziele für nachhaltige Entwicklung
Agenda 2030: Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen
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Eine knappe Ressource
Wasser ist die Grundlage des Lebens, ein Lebensraum, eine Energiequelle und ein Wirtschaftsfaktor. Wir nutzen Wasser nicht nur für unsere Ernährung, sondern auch für unsere Hygiene. Doch der Druck auf die knappe Ressource nimmt zu und der lebenswichtige Rohstoff birgt erhebliches politisches Konfliktpotential.
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Was ist Greenwashing und wie kann man es erkennen?
Hinter „Greenwashing“ verbirgt sich eine Marketingstrategie, mit denen sich Unternehmen ökologischer darstellen möchten als sie es in Wirklichkeit sind. In welchen Branchen ist Greenwashing zu finden? Mit welchen Tricks arbeiten Unternehmen für ihr „grünes“ Image? Und wie lässt sich Greenwashing enttarnen? Einen Überblick bietet unser Dossier.
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Autor: Internetredaktion der LpB BW | letzte Aktualisierung: September 2023.

