Der Zweite Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg dauerte über sechs Jahre von 1939 bis 1945 und war der bisher größte und verlustreichste Konflikt der Menschheitsgeschichte. Auslöser des Krieges war der völkerrechtswidrige Angriff von Hitler-Deutschland auf Polen am 1. September 1939. 

Diese Seite bietet einen Überblick über den Zweiten Weltkrieg und den Kriegsverlauf. 

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Übersicht über den Zweiten Weltkrieg

1933 - Hitler kommt an die Macht

Nur vier Tage nach seiner Ernennung zum Reichskanzler sprach Adolf Hitler am 3. Februar 1933 vor Reichswehroffizieren über die Eroberung von "Lebensraum im Osten". 
1933 - Hitler kommt an die Macht

Beginn Zweiter Weltkrieg

Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen. Knapp 60 Millionen Menschen verloren während des sechs Jahre dauernden Krieges ihr Leben.
Überfall auf Polen - Beginn Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg

Als mit der Zerschlagung der "Rest-Tschechei" im März 1939 auch die letzte Voraussetzung Hitlers für den Kriegsbeginn erfüllt war, garantierten England und Frankreich die Unabhängigkeit Polens. Davon unbeeindruckt wies Hitler die Wehrmacht Anfang April an, einen Feldzug gegen Polen vorzubereiten.
Der Zweite Weltkrieg

Kriegsende am 8. Mai 1945

Am 8. Mai 1945 endet der zweite Weltkrieg. Als die Waffen endlich schwiegen, waren mehr als 60 Millionen Menschen tot. Ein Überblick über das Kriegsende.
8. Mai 1945

Kriegsende in Baden-Württemberg

In den sechs Jahren des Krieges waren mehr als 225.000 Wehrmachtsangehörige aus dem Südwesten und annähernd 40.000 Zivilpersonen umgekommen. Noch in den letzten Kriegstagen war es zu unnötigen Verteidigungsgefechten und Todesurteilen gegen Deserteure und einzelne Mutige gekommen, die versucht hatten, dem grausamen Treiben durch Zusammenarbeit mit den alliierten Truppen ein Ende zu setzten.
Kriegsende in Baden-Württemberg

Neubeginn 1945

Nach der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 gibt es keine Regierung mehr, die das Land führen kann. Deshalb unterzeichnen die vier Siegermächte USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion am 5. Juni 1945 die Berliner Deklaration. Sie übernehmen die Regierungsgewalt in Deutschland,
Neubeginn

Nürnberger Prozesse

Die Nürnberger Prozesse gelten als der wichtigste Bestandteil des alliierten Bestrafungsprogramms gegen führende Vertreter des NS-Regimes. Sie fanden von November 1945 bis April 1949 im Justizpalast Nürnberg statt. Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs, die USA, Großbritannien, die Sowjetunion und Frankreich klagten die NS-Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militär Tribunal (IMT) in Nürnberg an.
Nürnberger Prozesse

Europäische Integration nach 1945

Die europäische Einigung und die Herausbildung der Europäischen Union gelten nach wie vor den meisten der rund 500 Millionen EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern als wichtiger Meilenstein in der Entwicklung dieses von Krisen und Kriegen geschüttelten Kontinents. 
Europäische Integration

1945 und heute

Der Zweite Weltkrieg hat seine Spuren in der deutschen Geschichte hinterlassen und wirkt noch bis in die Gegenwart hinein. 
1945 und heute

Materialien

Hier finden Sie Bausteine, wie Texte und Unterrichtsvorschläge der Landeszentrale zur Gedenkarbeit, sowie Publikationen der LpB und Informationen über Gedenkstätten in Baden-Württemberg.
Materialien

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1939: Wie begann der Zweite Weltkrieg?

Das Bild zeigt Warschau, die polnische Hauptstadt, im September/Oktober 1939. Teile der Stadt sind zerstört, die Aufräumarbeiten laufen. Was war passiert?

Eine Hand voll SS-Männer, als Polen getarnt, überfielen den schlesischen "Reichssender Gleiwitz" und lieferten damit Hitler den Vorwand für seinen Angriff auf das Nachbarland: "Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen", verkündete der "Führer" des nationalsozialistischen Deutschlands am 1. September 1939. "Von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten." England und Frankreich lösten ihre Verpflichtungen gegenüber Polen ein und erklärten Deutschland am 3. September 1939 den Krieg.

Beim Angriff auf Polen stießen die von der Luftwaffe unterstützten, technisch weit überlegenen Panzerverbände schnell vor. Warschau wurde drei Tage bombardiert und kapitulierte am 27. September 1939. Zehn Tage zuvor waren auch sowjetische Truppen in Polen einmarschiert. Die westlichen Gebiete Polens wurden als "Warthegau", und "Reichsgau Danzig-Westpreußen" dem Reich angegliedert, der Rest des von Deutschland besetzten Gebiets wurde zum "Generalgouvernement" zusammengefasst.

Weitere Hintergründe zum Kriegsbeginn finden Sie auf dieser Seite: Überfall auf Polen - Beginn Zweiter Weltkrieg

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Kriegsverlauf 1940-1941

Nach dem bereits geschilderten Angriff auf Polen 1939 besetze die Wehrmacht in den folgenden zwei Jahren weitere Länder.

Besetzung Dänemarks und Norwegens
Um die Versorgung mit schwedischem Erz sicherzustellen, begann am 9. April 1940 der "Wettlauf" mit England um die Besetzung Dänemarks und Norwegens. Während Dänemark kampflos kapitulierte, leistete Norwegen vor der Kapitulation vom 10. Juni heftigen Widerstand.

Besetzung der Niederlande, Belgiens, Luxemburgs und Frankreichs
Der deutsche Angriff auf die Niederlande, auf Belgien, Luxemburg und Frankreich hatte bereits am 10. Mai 1940 begonnen. Nach der Bombardierung Rotterdams kapitulierten die Niederlande am 15. Mai, Belgien am 28. Mai. Entscheidend für den Sieg über Frankreich war der schnelle Panzervorstoß durch die Ardennen. Schon nach zehn Tagen standen deutsche Verbände an der Kanalküste. Am 14. Juni wurde Paris nahezu kampflos besetzt. Mit dem "Blitzkrieg" gegen Frankreich hatte Hitler den Höhepunkt seiner Popularität erreicht.

Neue Verbündete?
Italien beendete im Juni den Zustand der "Nichtkriegführung", Spanien bot seinen Kriegseintritt auf deutscher Seite an, und auch Japan knüpfte in der Außenpolitik engere Beziehungen zum Reich.

Die gescheiterte Invasion Englands
Am 16. Juli 1940 befahl Hitler Vorbereitungen zur Invasion Englands, am 13. August eröffnete er die "Luftschlacht um England". Nach dem Verlust von über 2.200 deutschen Maschinen wurde der Luftkrieg gegen England im Frühjahr 1941 eingestellt, der Invasionsplan war bereits Ende 1940 aufgegeben worden. Nach den erfolgreichen "Blitzkriegen" war dies die erste Niederlage Hitlers. Die Bombardierung britischer Städte - Coventry war nahezu vollständig zerstört - diente den Engländern und Amerikanern später auch zur Rechtfertigung für ihren Bombenkrieg gegen deutsche Städte.

Mitentscheidend für den weiteren Kriegsverlauf war das Treffen des britischen Premierministers Winston Churchill mit dem amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt an Bord eines Schlachtschiffs im Atlantik. Hier legten sie am 14. August 1941 die Grundsätze ihrer gemeinsamen Kriegs- und Nachkriegspolitik fest, die dann als "Atlantik-Charta" - bis Kriegsende von 45 Nationen unterzeichnet - Grundlage für die Charta der Vereinten Nationen wurde.

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NS-Vernichtungspolitik ab 1941

Im Sommer 1941 beschloss die NS-Führung die Ermordung aller im deutschen Machtbereich lebender Juden. Hunderttausende Juden aus fast ganz Europa wurden nun in die Ghettos im Osten deportiert. Zentrum der NS-Vernichtungspolitik war das 1940 errichtete  Konzentrationslager (KZ) Auschwitz, wo die SS auf Anweisung des Lagerkommandanten Rudolf Höß bereits im September 1941 das Giftgas Zyklon B an sowjetischen Kriegsgefangenen "erprobt" hatte.

Seit Anfang 1942 fuhren die Deportationszüge aus fast ganz Europa in das größte Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, aber auch in andere Lager. Insgesamt wurden in Auschwitz von Anfang 1942 bis Ende 1944 schätzungsweise über eine Million Menschen umgebracht, darunter hauptsächlich Juden sowie viele tausend Sinti, Roma,  Polen und Kriegsgefangene, grausam und fabrikmäßig vernichtet durch Arbeit, Hunger, Menschenversuche und vor allem durch das Giftgas Zyklon B. Der verachtenswerte systematische Massenmord war Höhepunkt des NS-Rassenwahns.

Millionen von Menschen wurden in den Kriegsjahren zur Zwangsarbeit in das Deutsche Reich gebracht. Im Spätsommer 1944 waren etwa ein Viertel der Arbeitskräfte in der gesamten deutschen Wirtschaft Zwangsarbeiter.

Weitere Informationen

27. Januar 1945: Die Befreiung von Auschwitz

Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an Juden, Sinti und Roma und anderen Verfolgten. Auschwitz ist Ausdruck des Rassenwahns und das Kainsmal der deutschen Geschichte. Während der NS-Zeit ermordeten die Nazis in Auschwitz über anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die Gefangenen des Konzentrationslagers.

Dossier "Befreiung von Auschwitz"

Hintergrund: Antiziganismus im 20. und 21. Jahrhundert

Jahrzehnte hat es gedauert, bis der Völkermord an den Sinti und Roma in das öffentliche Gedenken einbezogen worden ist. Auch der Antiziganismus ist noch immer existent und nicht überwunden. Unser Dossier zeichnet die Geschichte der deutschen Sinti und Roma im 20. Jahrhundert bis heute nach.
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"Totaler Krieg"

Ein schneller Sieg über die Sowjetunion sollte die kriegsentscheidende Wende bringen. Der geplante Angriff verzögerte sich allerdings, da Italiens Angriff auf Griechenland wenig erfolgreich war und die Wehrmacht zur Sicherung ihrer Südflanke im April 1941 Jugoslawien und Griechenland überfiel.

Am 22. Juni 1941 begann der Krieg gegen die Sowjetunion. Er war als Vernichtungskrieg geplant und wurde als solcher geführt. Die vom deutschen Angriff überraschten sowjetischen Truppen zogen sich unter erheblichen Verlusten weit zurück. Kurz vor Moskau kam die Offensive im einsetzenden Regen und Schnee im Dezember 1941 zum Stillstand. Über diesen unerwarteten Rückschlag konnte auch die deutsche Kriegserklärung an die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor vom 7. Dezember 1941 nicht hinwegtäuschen.  Eine neue Offensive begann im Sommer 1942 zunächst erfolgreich, doch das Blatt wendete sich.

Schon vor der Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad musste Generalfeldmarschall Erwin Rommel sich mit seinen Truppen im Afrikafeldzug zurückziehen. Alliierte Verbände waren unter General Dwight D. Eisenhower in Nordafrika gelandet. Churchill und Roosevelt hatten schon im Januar 1943 in Casablanca die bedingungslose Kapitulation Deutschlands gefordert. Obwohl Reichspropagandaminister Joseph Goebbels auf diese Forderung in seiner Sportpalast-Rede am 18. Februar 1943 mit der Proklamation des "Totalen Kriegs" reagierte, rückten die Alliierten an allen Fronten vor.

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Allfrontenkrieg

Seit Frühsommer 1943 legten alliierte Bomberverbände deutsche Städte auch bei Tage in Schutt und Asche. Die Luftangriffe prägten das Alltagsleben der Zivilbevölkerung in immer stärkerem Umfang.

Die Sowjetunion musste die Hauptlast im Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland tragen. Engländer und Amerikaner hatten zwar schon mit ihrer Landung auf Sizilien im Juli 1943 eine neue Front eröffnet und damit den Sturz des faschistischen italienischen Diktators Benito Mussolinis in Italien herbeigeführt. Erst am 6. Juni 1944 (D-Day) starteten Amerikaner, Briten und ihre Verbündeten mit 12.000 Flugzeugen und fast 6.500 Schiffen das Unternehmen "Overlord": die Landung an der französischen Kanalküste. Bis Ende Juli landeten fast 1,6 Millionen Mann an den Stränden der Normandie. Die schnelle Überwindung des "Atlantik-Walls" entlastete die sowjetische Armee spürbar.

Das Deutsche Reich befand sich damit in einem Allfrontenkrieg. Mit unvorstellbarer Wucht stürmten die alliierten Divisionen den angeblich unüberwindbaren "Atlantikwall" entlang der französischen Kanalküste. Die Fehler und der Starrsinn des Obersten Befehlshabers, Adolf Hitler, und der Kadavergehorsam deutscher Generäle beschleunigten die Katastrophe der Wehrmacht in der Normandie.

Bereits Anfang Juli 1944 standen über eine Million alliierter Soldaten für die Befreiung des Landes in Frankreich, am 26. August zog General Charles de Gaulle, Anführer der Freien Französischen Streitkräfte, jubelnd begrüßt von den Einwohnern, in Paris ein. Den Befehl Hitlers, Paris "bis zur letzten Patrone" zu verteidigen und anschließend zu zerstören, hatte der deutsche Stadtkommandant General Dietrich von Choltitz nicht befolgt.

Fast drei Millionen Soldaten der Roten Armee standen am 16. April 1945 an Oder und Neiße zum Sturm auf Berlin bereit. Gegenüber standen auf deutscher Seite 320.000 Mann, darunter viele ohne jede Kampferfahrung, SS-Einheiten, Hitlerjugend, Polizisten und der "Volkssturm", das letzte Aufgebot aus Jugendlichen und meist älteren Männern. Das Gemetzel von Berlin beendete das größte Morden der Menschheitsgeschichte, es war die letzte große Schlacht des Zweiten Weltkriegs in Europa. 

Am 25. April 1945 trafen sich die vorrückenden Amerikaner und Sowjets an der Elbe bei Torgau, am 2. Mai kapitulierte das eingekesselte Berlin. Zwei Tage zuvor hatte Hitler Selbstmord begangen. Die deutsche Kapitulation wurde im amerikanischen Hauptquartier in Reims am Morgen des 7. Mai unterzeichnet und auf ausdrücklichen Wunsch Stalins im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst in der Nacht vom 8. zum 9. Mai wiederholt.


Nach dem Abwurf amerikanischer Atombomben auf Hiroschima und Nagasaki war der Zweite Weltkrieg endgültig beendet. Japan kapitulierte am 2. September 1945.

 

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Widerstand

Georg Elser

Bereits im Herbst 1938 entschließt sich der Schreiner Johann Georg Elser, die nationalsozialistische Führung – Hitler, Göring und Goebbels – zu töten. Er will so den drohenden Krieg verhindern. Elser weiß, dass Hitler immer am 8. November zum Jahrestag seines Putschversuches von 1923 im Münchener Bürgerbräukeller spricht. Elser verschafft sich schon 1938 Zugang zum
Veranstaltungsort und stellt fest, dass der Saal nicht bewacht ist. In wochenlanger Arbeit präpariert er dort ein Jahr später eine tragende Säule mit einem Sprengkörper. Hitler verlässt am 8. November 1939 früher als erwartet nur wenige Minuten vor der Explosion den Saal und entkommt dem Anschlag.

Nachdem schon mehrere Attentatsversuche auf Hitler gescheitert waren, deponierte Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der als Zeuge einer Massenexekution von Frauen und Kindern durch SS-Einheiten zum Regimegegner geworden war, am 20. Juli 1944 eine Zeitzünderbombe in Hitlers ostpreußischem Hauptquartier "Wolfsschanze". Nur leicht verletzt, bezeichnete Hitler sein Überleben als "Zeichen der Vorsehung" und ließ rund 200 Männer und Frauen aus zahlreichen Widerstandskreisen in Schauprozessen vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilen. Im Zuge der "Säuberungen" wurden weitere 7.000 Menschen verhaftet, rund 5.000 von ihnen wurden bis Kriegsende umgebracht.

20. Juli 1944 - Symbol des Deutschen Widerstandes
Stauffenberg

Der 20. Juli 1944 ist zum Inbegriff und Symbol des deutschen Widerstandes gegen die Diktatur des Nationalsozialismus geworden. Er ging als "Aufstand des Gewissens" in die Geschichte ein. Am 1. Juli 2004 wurde in Stuttgart eine neue Erinnerungsstätte an die Brüder Stauffenberg und den 20. Juli 1944 eingeweiht.
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Flucht und Vertreibung

Sowjetische Truppen rückten im Oktober 1944 auf Ostpreußen vor. Millionen Deutsche schlossen sich den Flüchtlingstrecks an, die vor den sowjetischen Truppen westwärts zogen. 1,5 Millionen Zivilisten und rund 500.000 Wehrmachtssoldaten wurden aus Ostpreußen, Pommern und Kurland nach Dänemark und Schleswig-Holstein evakuiert.

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz durch die 322. Infanteriedivision der 60. Armee der I. Ukrainischen Front unter dem Oberbefehl von Generaloberst Pawel Alexejewitsch Kurotschkin befreit. Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden. Insgesamt wurden in Auschwitz von Anfang 1942 bis Ende 1944 schätzungsweise über eine Million Menschen umgebracht, darunter hauptsächlich Juden sowie viele tausend Sinti, Roma, Polen und Kriegsgefangene, grausam und fabrikmäßig vernichtet durch Arbeit, Hunger, Menschenversuche und vor allem durch das Giftgas Zyklon B. Die Rote Armee fand in dem evakuierten Komplex noch 7.600 Überlebende und 650 Leichen vor. In den Magazinen fanden die Befreier 843.000 Herrenanzüge, 837.000 Damenmäntel und -kleider, 44.000 Paar Schuhe, 14.000 Teppiche und 7,7 Tonnen menschliches Haar.

Flucht und Vertreibung aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reichs hielten bis lange nach Kriegsende an, rund zwei Millionen Menschen starben zwischen 1944 und 1947 an ihren Folgen. Unerbittlich war nicht nur der Feind, gnadenlos war auch die eigene Führung. Hitler verbot seinen Soldaten jede Kapitulation. Noch in den letzten Kriegswochen mordeten Wehrmacht, SS und Justiz Deserteure und wen sie dafür hielten. Selbst nach dem 8. Mai 1945 richteten Exekutionskommandos der Wehrmacht noch vermeintliche Feiglinge hin.


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Kriegsschauplätze außerhalb Europas

Im Zweiten Weltkrieg gab es neben Europa einen zweiten großen Kriegsschauplatz: den PazifikraumJapan hatte bereits 1937 China angegriffen und sich drei Jahre später mit dem Deutschen Reich und Italien im sogenannten Dreimächtepakt verbündet. Der überraschende japanische Angriff auf den amerikanischen US-Militärstützpunkt Pearl Harbour auf Hawaii am 7. Dezember 1941 führte zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg. Der Krieg weitete sich anschließend über den ganzen Pazifikraum aus, ab 1943 werden die Japaner immer weiter zurückgedrängt. Im Sommer 1945 – als der Krieg in Europa bereits beendet war – wehrte sich die japanische Führung noch gegen eine bedingungslose Kapitulation.

Anfang August 1945 kamen in dieser Situation zum ersten – und bislang einzigen Mal – Atombomben in einem Krieg zum Einsatz. Ein halbes Jahr zuvor waren sie technisch noch nicht weit genug entwickelt – sonst hätten die ersten Atombombenabwürfe möglicherweise im Deutschen Reich stattgefunden. Amerikanische Truppen warfen die neue Waffe am 6. August über Hiroshima, am 9. August über Nagasaki ab. Die Zerstörungskräfte der Atombomben in den beiden japanischen Städten waren verheerend. Sechs Tage danach, Mitte August, wurden die Kämpfe beendet. Japan unterzeichnete die Kapitulationserklärung am 2. September 1945. Im Pazifikkrieg wurden etwa 16 Millionen Menschen getötet, die meisten davon in China.

(Dieser Abschnitt steht unter den Lizenzen OER - Open Educational Resources sowie CC BY SA 4.0 segu Geschichte zur freien Verfügung. zur Quelle).

 

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Textquelle: Internetprojekt LeMO (Lebendiges virtuelles Museum Online) des Deutschen Historischen Museums in Berlin und des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn

LeMO: Der Zweite Weltkrieg