Geschichte der politischen Bildung: Die 1970er Jahre

Zur Geschichte der LpB Baden-Württemberg

Studienreisen kommen hinzu – und bei all dem bleiben Publikationen die Hauptsäule der politischen Bildung im öffentlichen Auftrag. Die Zeitschrift „Der Bürger im Staat“ wird seit 1975 durch die didaktische Fachzeitschrift „Politik und Unterricht“ ergänzt.

Das Signum der 1970er Jahre ist die politische Polarisierung der Gesellschaft und – damit einhergehend – auch der Fachdidaktik. Während das „linke“ Lager politische Bildung als pädagogisches Instrument zur Demokratisierung bzw. Veränderung der Gesellschaft versteht, sieht der konservativ-liberale Block die Aufgabe des Unterrichtsfaches Politik darin, der verfassungsmäßigen politischen Ordnung Akzeptanz zu verschaffen. In dieser Situation einer verhärteten Frontstellung didaktischer Konzepte lädt Siegfried Schiele, neu gekürter Direktor der LpB, Fachdidaktiker aus verschiedenen „Lagern“ im November 1976 in den schwäbischen Ort Beutelsbach zu einer Tagung ein. 

Das Ergebnis der Tagung ist keine inhaltliche Einigung über Ziele und Konzepte der politischen Bildung, aber die konsensuale Formulierung dreier Grundprinzipien für den Politikunterricht. Diese drei Grundsätze sind das Überwältigungsverbot, das Kontroversitätsgebot sowie der Auftrag der politischen Bildung, die Menschen in die Lage zu versetzen, eine politische Situation und ihre eigene Interessenlage analysieren zu können.

Die „formlose Übereinkunft“ (Siegfried Schiele) findet schnell die Akzeptanz so gut wie aller Didaktiker der politischen Bildung. Der „Beutelsbacher Konsens“ entwickelt sich rasch zum berufsethischen Fundament und zur Handlungsmaxime für die Praxis politischer Bildung.

 

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Siegfried Frech als barrierefreies PDF.

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