Geschichte der politischen Bildung: Die 1990er Jahre

Mehr als 1.000 Teilnehmende aus beiden Bundesländern strömen zu diesen Events, die von der baden-württembergischen und der sächsischen Landeszentrale gemeinsam organisiert werden. Beide Institutionen sind seit der Gründung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) am 1. Juli 1991 eng miteinander verbunden.

Auch mit Blick auf die Geschichte der LpB selbst erscheinen die 1990er Jahre als ein „Jahrzehnt der Gleichzeitigkeit“. Die LpB wächst rasant, zunächst jedenfalls. 1991 zählt sie 84 Mitarbeitende, nun erstmals organisiert in fünf Abteilungen. Das neu geschaffene Fachreferat „Haus auf der Alb“ in der Verwaltungsabteilung ist zu diesem Zeitpunkt bereits mit den Vorarbeiten für das eigene Tagungszentrum beschäftigt, das 1992 eröffnet wird. Auch programmatisch stehen die Zeichen auf Wachstum. Es entstehen neue Fachreferate wie „Frauenbildung“ und „Ökologie“; das Freiwillige Ökologische Jahr wird unter dem Dach der LpB frisch etabliert und das Fachreferat „Außerschulische Jugendbildung“ ausgebaut. Viele Formate der politischen Bildung werden in dieser Zeit weiter- oder auch neuentwickelt: Planspiele oder Lernmedien wie Würfelspiele und Rätselhefte. Mitte der 1990er beginnt die LpB, erste Angebote im Internet zu erstellen. Eine Homepage gibt es ab 1996, es folgen erste digitale Angebote. 

Doch schon bald hat die Sparpolitik, die angesichts der hohen Belastungen der öffentlichen Hand nach der Deutschen Einheit einsetzt, auch Folgen für die LpB. 1993 muss sie Kürzungen hinnehmen. In den Folgejahren werden ihre Mittel regelmäßig gestutzt. Der 25. Geburtstag der Landeszentrale für politische Bildung fällt 1997 somit in ein Jahrzehnt des Aufbruchs und zugleich in eine Zeit der Einschnitte.

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Der gesamte Beitrag von Sibylle Thelen als barrierefreies PDF.

Die 1990er Jahre [barrierefrei]

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