IPCC Sachstandsberichte

 

Wie steht es um das Klima?

Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist eine Institution der Vereinten Nationen, auch als Weltklimarat bekannt. Der IPCC wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ins Leben gerufen.

In seinem Auftrag tragen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammen und bewerten anhand anerkannter Veröffentlichungen den jeweils neuesten Kenntnisstand zum Klimawandel. Hauptaufgabe des der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordneten Ausschusses ist es, Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zusammenzutragen. Der Sitz des IPCC-Sekretariats befindet sich in Genf.

Die Organisation wurde 2007, gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Der IPCC bietet Grundlagen für wissenschaftsbasierte Entscheidungen der Politik, ohne jedoch konkrete Lösungswege vorzuschlagen oder politische Handlungsempfehlungen zu geben.

Die im Abstand von fünf bis sechs Jahren herausgegebenen IPCC-Berichte gelten als wissenschaftliche Konsensposition hinsichtlich des Einflusses des Menschen auf das Weltklima. 

Weltklimarat stellt Sonderbericht zu Ozeanen vor

Am 25. September 2019 hat der Weltklimarat (IPCC) in Monaco einen neuen Bericht vorgestellt, in dem er vor einem weiteren Anstieg des Meeresspiegels warnt. Rund 130 Forscher aus 36 Ländern hatten 7.000 wissenschaftliche Schriften zusammengefasst und bewertet.

Durch den fortschreitenden Klimawandel veränderten sich die wasserhaltigen Ökosysteme immer stärker und bedrohten die Menschen. Im schlimmsten Fall würden bis zum Jahr 2100 Gletscher mehr als vier Fünftel ihrer Eismassen verlieren. Dadurch droht der Meeresspiegel um 60 bis 110 Zentimeter zu steigen. Dem Bericht zufolge steigt der Meeresspiegel derzeit um 3,66 Millimeter pro Jahr, 2,5 mal so schnell wir in den Jahren von 1900 bis 1990. In dem Zeitraum ist der Meeresspiegel weltweit um 16 Zentimeter gestiegen.

In Küstenregionen bis zu zehn Metern Höhe wohnen laut IPCC 680 Millionen Menschen, in kleinen Inselstaaten sind es 65 Millionen. Im Falle einer Zwei-Grad-Erwärmung würden Gebiete überflutet, in denen heute noch 280 Millionen Menschen leben.

Der Weltklimarat warnt, die Erwärmung der Ozeane sorge dafür, dass Meeresbewohner sich neue Lebensräume suchen müssten. Die Erwärmung und Übersäuerung der Meere könne dazu führen, dass die aus niedrigen Gewässern gewonnene Nahrung um 40 Prozent zurückgeht. Besonders drastisch sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die Korallenriffe, die zugleich ein Lebensraum für zahlreiche Tiere sowie ein Schutz gegen Sturmschäden an den Küsten sind. Selbst bei einer Erderwärmung um nur 1,5 Grad werden dem IPCC-Bericht zufolge 90 Prozent der Korallenriffe absterben.

IPCC Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate

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Sechster Sachstandsbericht "Climate Change 2021" - AR6

Das "Intergovernmental Panel on Climate Change" befindet sich momentan im sechsten Bewertungszyklus des Klimawandels. In dieser Phase sollen drei Sonderberichte, sowie ein methodischer Bericht veröffentlicht werden. Der endgültige Sachstandsbericht wird voraussichtlich im April 2021 fertiggestellt. 

Zu den Berichten von IPCC

Sonderbericht: 1,5 Grad Celsius Globale Erwärmung

Der Sonderbericht wurde im Oktober 2018 veröffentlicht. Darin beleuchtet IPCC die Folgen einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau. Im Zentrum stehen hier die damit verbundenen globalen Treibhausgasemissionspfade im Zusammenhang mit einer Stärkung der weltweiten Reaktion auf die Bedrohung durch den Klimawandel, nachhaltiger Entwicklung und Anstrengungen zur Beseitigung von Armut. 

Zum Sonderbericht Global Warming of 1,5°C

Zur deutschen Übersetzung

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Fünfter Sachstandsbericht "Climate Change 2013" - AR5

Der Ende September 2013 vorgestellte 5. Sachstandsbericht "Climate Change 2013" - AR5, bestätigt eindeutig den gegenwärtigen Klimawandel und den menschlichen Einfluss. Die Belege für die stattfindenden Klimaveränderungen ihre Ursachen und die Abschätzungen der zukünftigen Entwicklungen sind noch umfassender, fundierter und sicherer als im vorhergehenden Bericht aus dem Jahr 2007. 

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts finden vielfältige und in dieser Form in den zurückliegenden Jahrzehnten bis Jahrtausenden nie aufgetretene Veränderungen im gesamten Klimasystem statt: Die Temperatur der unteren Atmosphäre steigt, die Ozeane erwärmen sich, Gletscher und Permafrostböden tauen, Eisschilde verlieren an Masse und der Meeresspiegel steigt. Die Aktivitäten des Menschen sind mit großer Sicherheit die Hauptursache dieses Klimawandels, natürliche Faktoren wie Schwankungen der Sonnenaktivität oder Vulkanausbrüche haben gegenwärtig auf diese langfristige Erwärmung nur einen geringen Einfluss.

 

Synthesebericht des fünften IPCC Sachstandsberichts

Der Synthesereport wurde am 2. November 2014 bei einer Pressekonferenz des IPCC in Kopenhagen der Öffentlichkeit vorgestellt. Er sammelt das Wichtigste aus den vergangenen drei Klimaberichten. Mit knapp 120 Seiten ist er etwa so lang wie die Zusammenfassungen der drei bereits publizierten Klimaberichte zusammen, allesamt als "Zusammenfassungen für Entscheidungsträger" betitelt. Das Dokument soll ein "Fahrplan" für Politiker sein. Es soll Delegierten helfen, bei den Uno-Klimaverhandlungen zu einer Einigung über einen Welt-Klimavertrag zu kommen.

Kernaussagen des Synthesereports 2014 sind:

  • Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig und es ist äußerst wahrscheinlich, dass der menschliche Einfluss die Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts war. Die bereits heute eingetreten Klimaänderungen haben weitverbreitete Auswirkungen auf Mensch und Natur.
  • Der menschliche Einfluss wurde in der Erwärmung der Atmosphäre und des Ozeans, in Veränderungen des globalen Wasserkreislaufs, in der Abnahme von Schnee und Eis und im Anstieg des mittleren globalen Meeresspiegels nachgewiesen. Auch einige Veränderungen von extremen Wetter-und Klimaereignissen wurden auf menschlichen Einfluss zurückgeführt.
  • In den letzten Jahrzehnten haben Klimaänderungen weitverbreitete Folgen für natürliche und menschliche Systeme auf allen Kontinenten und in den Ozeanen gehabt.
  • Anhaltende Treibhausgasemissionen werden eine weitere Erwärmung und langfristige Veränderungen in allen Komponenten des Klimasystems bewirken. Der Klimawandel wird für Menschen und Umwelt bereits bestehende Risiken verstärken und neue Risiken nach sich ziehen.
  • Die Minderung von Treibhausgasemissionen und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel stellen komplementäre Strategien dar, um die Risiken des Klimawandels zu reduzieren und zu bewältigen. Massive Einschnitte der Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahrzehnten können die Risiken im 21. Jahrhundert und danach wesentlich verringern, die Effektivität von Anpassungsmaßnahmen verbessern, die Kosten und Herausforderungen von Minderungsmaßnahmen langfristig reduzieren und zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

    Zum Synthesereport

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Vierter Sachstandsbericht "Climate Change 2007" - AR4

IPCC-AR4-Teil1  IPCC-AR4-Teil2  IPCC-AR4-Teil3 

Der 2007 vorgestellte 4. Sachstandsbericht, Fourth Assessment Report "Climate Change 2007" - AR4, macht deutlich, dass der Einfluss des Menschen auf das Klima ein wissenschaftlicher Fakt ist und die zu beobachteten Klimaänderungen anthropogen, d.h. durch den seit 1750 enorm gestiegenen Verbrauch fossiler Brennstoffe, verursacht sind. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass die Effekte des Klimawandels regional unterschiedlich sind. Vor allem Länder des Südens sind verstärkt von einer Temperaturzunahme, einem steigenden Meeresspiegel und einer Zunahme der Wetterkatastrophen betroffen.

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), auch als Weltklimarat bezeichnet, wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ins Leben gerufen. Hauptaufgabe des der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordneten Ausschusses ist es, Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zusammenzutragen. Der Sitz des IPCC-Sekretariats befindet sich in Genf.

Ausführliche Zusammenstellung der Ergebnisse des IPCC-Berichts 2007 (AR4)

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IPCC-Sachstandsberichte 1990-2001

Der erste Sachstandsbericht des IPCC wurde 1990 fertiggestellt. Der Bericht diente als Grundlage für die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC). Mehr als zehn Jahre später machte der im Jahr 2001 veröffentlichte dritte IPCC-Sachstandsbericht bereits deutlich, dass die Konzentrationen an verschiedenen Treibhausgasen eindeutig zugenommen hatten und es einen messbar stärkeren Treibhauseffekt gab.

IPCC-Sachstandsberichte 1990-2001

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