Welche Folgen hat Corona für die Wirtschaft?

Die Corona-Krise hat das Wirtschaftsgeschehen heftig getroffen und massiv beeinträchtigt. Nach dem gravierenden Einbruch in der ersten Jahreshälfte 2020 scheint die deutsche Wirtschaft die Folgen der Pandemie besser als gedacht zu verkraften. Doch das ist nur eine Momentaufnahme. Wie wirkt sich die Viruskrise auf die Wirtschaft aus? Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt? Und wie wird die Wirtschaft von der Bundesregierung unterstützt?

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Welchen Einfluss hat die Pandemie auf die Wirtschaft?

Die weltweite Corona-Krise mit unterbrochenen Lieferketten hat den deutschen Export, aber auch den privaten Konsum belastet. Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Grenzen und Geschäfte haben das Wirtschaftsleben seit Mitte März 2020 stark beeinträchtigt. Im dritten Quartal des Jahres konnte sich die deutsche Wirtschaft zwar wieder vom Corona-Absturz erholen. Die Wirtschaftsleistung bleibt aber immer noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Der seit Anfang November 2020 bestehende Teil-Lockdown dürfte die Konjunkturdynamik dämpfen.

Bruttoinlandsprodukt steigt nach massivem Einbruch wieder

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal 2020 gegenüber dem zweiten Quartal um 8,2 Prozent. Das Wachstum war laut Statistischem Bundesamt (Destatis) sowohl von höheren privaten Konsumausgaben, mehr Investitionen in Ausrüstungen als auch von stark gestiegenen Exporten getragen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, ist die deutsche Wirtschaft damit nach dem historischen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal zwar deutlich gewachsen. Im Vergleich zu den Vorjahreszahlen lag der BIP jedoch um 4,2 Prozent niedriger.

Im ersten Vierteljahr 2020 war das Bruttoinlandsprodukt saison- und kalenderbereinigt im Vergleich zum Vorquartal um 2,2 Prozent geschrumpft, obwohl die strikten Maßnahmen zur Corona-Eindämmung nur den März betrafen. Weitaus gravierender fiel der Rückgang des BIP im zweiten Quartal 2020 aus, das Bruttoinlandsprodukt brach gegenüber dem ersten Quartal um 10,1 Prozent ein. Das war laut Statistischem Bundesamt der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen für Deutschland 1970. Er fiel noch deutlich stärker aus als während der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise (-4,7 Prozent im ersten Quartal 2009). 

Wirtschaftsleistung legt auch im Euroraum wieder zu

Im Euroraum war die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2020 nach Daten des europäischen Statistikamtes Eurostat um 3,8 Prozent geschrumpft, dies war der stärkste Rückgang im gemeinsamen Währungsraum seit Beginn der Erhebungen 1995. Im dritten Quartal hatte viele Mitgliedstaaten der Europäischen Union wieder ein Wachstum. Die Europäische Union konnte nach Berechnungen von Eurostat um 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zulegen.

Prognosen für das Wirtschaftswachstum

Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum schwanken teilweise stark und werden oft korrigiert. Die aktuellen Vorhersagen für die Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts stehen auf der Seite der Tagesschau.de.

Weitere Quellen: Destatis.de  Tagesschau.de   Tagesschau.de   Iab-forum.de   Arbeitsagentur.de

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Wie wirkt sich die Viruskrise auf den Arbeitsmarkt aus?

Die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie in Deutschland haben massive Auswirkungen auf Dienstleistungen und Produktion. Der Einfluss der Krise zeigt sich am Niveau der Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung, das auch im November 2020 noch deutlich höher liegt als im Vorjahr. 

Nach wie vor wird der Arbeitsmarkt durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit gestützt, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt. Im Vergleich zum Höhepunkt im April und Mai 2020 habe sich bis September die Zahl der Personen in Kurzarbeit um mehr als die Hälfte verringert, ohne dass sich die Arbeitslosigkeit entsprechend erhöht hätte. Es seien aber wieder mehr neue Kurzarbeit angezeigt worden als in den Monaten zuvor. Das hänge mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown zusammen.

Kurzarbeit ist eine staatliche Entgeltersatzleistung aus der Arbeitslosenversicherung und kann ein Instrument sein, um bei vorübergehendem Arbeitsausfall Kündigungen zu vermeiden. Kurzarbeit heißt für die Betroffenen, bei reduziertem Einkommen für eine noch unbestimmte Zeit weniger Stunden oder gar nicht zu arbeiten. Mit dem erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld und weiteren Instrumenten versucht die Bundesregierung, die Folgen der Coronakrise für den Arbeitsmarkt zu entschärfen. Gleichwohl könnten viele Menschen ihre Arbeit verlieren.

Zahlen und Fakten im November 2020

  • Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich nach dem Einbruch vom April bis Oktober 2020 erholt, reagiert im November aber auf den Teil-Lockdown.
  • Die Zahl der Empfänger*innen von Arbeitslosengeld ist deutlich gestiegen - zuletzt hat sich die Situation aber wieder etwas stabilisiert. Die Arbeitslosigkeit lag im November 2020 bei 2,69 Millionen Menschen (5,9 Prozent), im Vergleich zum Vorjahr um 23,8 Prozent höher (November 2019 waren es 2,18 Millionen Arbeitslose), dafür um 0,1 Prozent niedriger als noch im Oktober 2020. 
  • Im September 2020 bezogen Unternehmen für 2,22 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld (6,6 Prozent). Im August lag die Zahl der Kurzarbeitenden noch bei 2,55 Millionen, im April - dem bisher am stärksten betroffenen Monat - waren knapp sechs Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit gewesen. 
  • Vom 1. bis 25. November 2020 wurde für 537.00 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.
  • Am stärksten betroffen war in den ersten Monaten der Pandemie das Gastgewerbe. Auch die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe zeigt Auswirkungen. So ist die Arbeitslosigkeit im Gastgewerbe von April bis November 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosmeldungen im November bewegten sich wieder in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
  • Quellen: Arbeitsagentur: Arbeitsmarkt kompakt   Arbeitsagentur: Arbeitsmarktbericht

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Wie unterstützt die Bundesregierung die Wirtschaft?

Die Bundesregierung unterstützt die Wirtschaft in der Corona-Krise mit Krediten, Rekapitalisierungen, Bürgschaften und Garantien. Die ökonomischen Folgen will sie mit milliardenschweren Liquiditätshilfen abfedern. Die Corona-Hilfen für gewerbliche und freiberufliche Unternehmen sind das größte Hilfspaket in der Geschichte der Bundesrepublik.

Das Hilfspaket (Stand 8.12.2020) besteht aus

  • Krediten des KfW-Sonderprogramms: Bewilligungen (45,7 Milliarden Euro)
  • Rekapitalisierungen im Zuge des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (6,5 Milliarden Euro)
  • Bürgschaften der Bürgschaftsbanken (1,4 Milliarden Euro) und Großbürgschaften (2,7 Milliarden Euro)
  • Zuschüsse in Form der Soforthilfen für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler (13,7 Milliarden Euro)
  • Überbrückungshilfeprogramm I für kleine und mittelständische Unternehmen (1,5 Milliarden Euro; Fördermonate Juni bis August 2020)
  • Überbrückungshilfeprogramm II ist im Oktober 2020 gestartet (Fördermonate September bis Dezember 2020) 
  • Novemberhilfe kann seit Ende November beantragt werden. 
     

Bereits am 23. März 2020 hatte die Bundesregierung ein umfangreiches Rettungspaket beschlossen, das Ende März im Eiltempo von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde. Erstmals seit vielen Jahren wurde die Schuldenbremse außer Kraft gesetzt und ein Nachtragshaushalt in Höhe von 156 Milliarden Euro verabschiedet. Insgesamt wurden mehr als eine Billion Euro mobilisiert (Corona-Schutzschild).

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Letzte Aktualisierung: 9.12.2020, Internetredaktion LpB BW