Wie verändert Corona unsere Gesellschaft?

Abstand halten, Maske tragen: Wie wirkt sich die Viruskrise auf unsere Gesellschaft aus? Wie verändert sich unser Zusammenleben? Was sind die sozialen Folgen von Corona?

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Was hält die Bevölkerung von den Maßnahmen?

In der Bevölkerung gibt es noch eine hohe Akzeptanz für die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Das zeigen mehrere Studien. So ergab etwa eine Umfrage des ARD-Deutschlandtrends im August 2020, dass 59 Prozent der Befragten die Maßnahmen für angemessen halten. Nur elf Prozent empfinden diese der Umfrage nach übertrieben. Auch unter den jungen Erwachsenen gaben laut einer YouGov-Studie im Auftrag der dpa 68 Prozent an, die aktuell vorgeschriebenen Schutzvorkehrungen für absolut notwendig zu halten (Quelle: Bundesregierung).

Gleichzeitig sei das Verständnis für die Demos gegen die Corona-Maßnahmen gering. Eine Umfrage des Forsa-Instituts zeigt, dass mehr als 90 Prozent der Befragten diese Demonstrationen ablehnen (Quelle: Deutschlandfunk).

Jede bzw. jeder Dritte der Befragten habe große Angst vor einer Ansteckung, ergab eine Umfrage des ARD-DeutschlandTrends im August.

 

Auswirkungen des Kontaktverbots

Ein Forscherteam der Universität Mannheim hatte von März bis Juni 2020 in einerCorona-Studie die Folgen der Einschränkungen durch das Kontaktverbot untersucht und Zahlen geliefert, wie sich die Einschränkungen in der frühen Phase der Corona-Krise auf den Alltag der Menschen auswirkten.

Die Studie zeigt, dass die Häufigkeit, in der sich Menschen mit Freunden oder Verwandten treffen, zunächst bis Ostern deutlich gesunken war. Seit der Osterwoche nahm die Anzahl der sozialen Begegnungen in der Freizeit wieder zu. Die Akzeptanz der Veranstaltungsverbote lag im Juni bei 73 Prozent (Anfang Mai noch bei 90 Prozent), die Schließung öffentlicher Einrichtungen wie Kitas und Schulen befürworteten nur noch 27 Prozent (Anfang Mai 50 Prozent), die Grenzschließungen begrüßen 35 Prozent (Anfang Mai 77 Prozent). Der Anteil der Menschen in Deutschland, die den Schaden für die deutsche Wirtschaft höher einschätzen als den gesellschaftlichen Nutzen der Maßnahmen, nahm im Befragungszeitraum deutlich zu und stieg auf 50 Prozent.

Zu der Corona-Studie gibt es auch einen Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung.

An Maskenpflicht gewöhnt

79 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben sich inzwischen an das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie an das Abstandhalten gewöhnt. So die Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag des ARD-Morgenmagazins. 

Dass die meisten Menschen im ÖPNV Mund und Nase bedeckt halten, ergaben auch Kontrollen der Deutschen Bahn. Maskenverweigerer bilden demnach nur einen kleinen Teil der Fahrgäste. Da sich Einzelne weigern oder sorglos mit der Tragepflicht umgehen, wird auch in Baden-Württemberg die Einhaltung der Maskentragepflicht im Nahverkehr gezielt überwacht. Damit hat das Innenministerium die Polizeipräsidien im Land beauftragt.

Maskenverweigerer im öffentlichen Nahverkehr müssen vor dem Hintergrund wieder steigender Corona-Infektionszahlen in den Bundesländern mit stärkeren Sanktionen rechnen. Bußgelder werden eingeführt oder erhöht. In Baden-Württemberg reicht der Bußgeldrahmen von 25 bis 250 Euro.

(Quellen: Landesregierung /Tagesschau)

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Verstärkt Corona die soziale Ungleichheit?

Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland hat sich in der Corona-Krise als robust erwiesen und ist in den ersten Monaten nach Ausbruch der Pandemie sogar noch gewachsen. Das geht aus dem Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt 2020 der Bertelsmann Stiftung hervor. Doch zugleich macht die Ausnahmesituation soziale Unterschiede sichtbarer und verschärft die Probleme bestimmter Bevölkerungsgruppen.

Für die Studie wurden zunächst im Februar und März 3.010 Personen repräsentativ befragt, 1.000 hiervon dann erneut im Mai und Juni, also nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen.

Die Erhebung zeigt, dass es soziale Gruppen gibt, die den Zusammenhalt in der Gesellschaft systematisch als geringer erleben. In dieser Gruppe sind Menschen mit geringerer formaler Bildung, niedrigem ökonomischem Status und Migrationshintergrund häufiger vertreten. Ebenso finden sich darunter vergleichsweise viele Personen, die allein leben oder alleinerziehend sind. Menschen, die einen geringen Zusammenhalt erleben, haben eine größere Zukunftsangst.

In der aktuellen Krisensituation bestätigen und verstärken sich sozialen Unterschiede - das hatte bereits die Corona-Studie der Mannheimer Universität bestätigt. Insbesondere die unteren Bildungs- und Einkommensschichten sind von den negativen wirtschaftlichen Folgen betroffen. Der Anteil der Personen, die freigestellt werden, in Kurzarbeit müssen oder ihre Arbeit verlieren, ist zudem höher, je niedriger der Bildungsstand ist.

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Letzte Aktualisierung: September 2020, Internetredaktion LpB BW